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Die Politisierung der Demokratie

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Part of the Studien zur politischen Gesellschaft book series (SZPOLGES, volume 7)

Zusammenfassung

Welchen praktischen Unterschied macht ein antiessentialistisches Verständnis der Geltungsgrundlagen politischer Praxis? Was wird aus Begriffen wie „Legitimität“, „Vernunft“, „Gerechtigkeit“, wenn sie aus ihren essentialistischen Begründungszusammenhängen gelöst werden? Sobald es um solche Prinzipien geht, die auf das Engste mit dem normativen Selbstverständnis westlicher Demokratien verknüpft sind, wird im Allgemeinen ein spielerischer Experimentalismus, wie Rorty ihn vorschlägt, für unangebracht erachtet.22 Die Auseinandersetzung gewinnt merklich an Schärfe.

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Notes

  1. 229.
    Dessen ist sich Rorty durchaus bewusst: „Bei den Kontroversen zwischen Fundamentalisten und Anti-Fundamentalisten in der Erkenntnistheorie scheint es sich um bloß scholastische Auseinandersetzungen zu handeln, die ruhig den Philosophieprofessoren überlassen werden können. Auseinandersetzungen um den Charakter des moralischen Entscheidens erscheinen demgegenüber als wichtiger. Mit dem Ergebnis solcher Entscheidungen steht unser Selbstverständnis auf dem Spiel“ ( Rorty, Relativismus, S. 21).Google Scholar
  2. 230.
    Rorty, Philosophie als Wissenschaft, als Metapher und als Politik, S. 41. Rorty versteht in diesem Sinne den Pragmatismus auch als „strategy for shifting philosopher’s attention from the problems of metaphysics and epistemology to the needs of democratic politics“ (Richard Rorty, Pragmatism, in: Edward Craig (Hrsg.), Routledge Encyclopedia of Philosophy, London/New York 1998, S. 638).Google Scholar
  3. 231.
    Rorty spricht von einer philosophischen Artikulation im Gegensatz zu ihrer Begründung und macht den Unterschied wie folgt deutlich: „Er [der Philosoph] stellt die Politik an den Anfang und stutzt die Philosophie dementsprechend zurecht“ ( Rorty, Solidarität statt Objektivität, S. 87).Google Scholar
  4. 232.
    Die folgenden Ausführungen orientieren sich an Michael Th. Grevens Konzept der politischen Gesellschaft (vgl. Michael Th. Greven, Die politische Gesellschaft, Opladen 1999; Michael Th. Greven, Kontingenz und Dezision. Beiträge zur Analyse der politischen Gesellschaft, Opladen 2000).Google Scholar
  5. 233.
    Niklas Luhmann, Gesellschaftsstruktur und Semantik. Studien zur Wissenssoziologie moderner Gesellschaften, Bd. 1, Frankfurt 1980, S. 29.Google Scholar
  6. 234.
    Hannah Arendt, Über die Revolution, München 2000, S. 209.Google Scholar
  7. 235.
    Dieser Prozess ist je nach Theorieanlage unterschiedlich beschrieben worden: als „Entzauberung“ (Weber), „Versprachlichung des Sakralen“ (Habermas), „funktionale Differenzierung“ (Luhmann) oder „Trennung des Symbolischen vom Faktischen“ (Lefort).Google Scholar
  8. 236.
    Greven, Die politische Gesellschaft, S. 9.Google Scholar
  9. 237.
    Greven, Die politische Gesellschaft, S. 55.Google Scholar
  10. 238.
    Slavoij Žižek, Denn sie wissen nicht, was sie tun. Genießen als politischer Faktor, Wien 1994, S. 205f.Google Scholar
  11. 239.
    Rorty, Bemerkungen zu Dekonstruktion und Pragmatismus, S. 46.Google Scholar
  12. 240.
    Rorty, Philosophie & die Zukunft, S. 172.Google Scholar
  13. 241.
    Greven, Kontingenz und Dezision, S. 53.Google Scholar
  14. 242.
    Greven, Kontingenz und Dezision, S. 96. So ist die Tatsache, dass die meisten Menschen morgens mit dem Auto zur Arbeit fahren, nicht an sich politisch. Sie kann es aber werden, wenn diese zum Gegenstand umweltpolitischer oder verkehrspolitischer Überlegungen wird.Google Scholar
  15. 243.
    Die hier vorgestellte Perspektive unterscheidet sich deshalb grundlegend von Hannah Arendts ontologischer Trennung des Bereichs der Politik von dem des Sozialen (vgl. Hannah Arendt, Vita activa oder vom tätigen Leben, München 1996). Zu Versuchen diese zu deessentialisieren und dadurch Arendts Politikkonzeption auch für die feministische Theorie fruchtbar zu machen vgl. dagegen Bonnie Honig, Agonaler Feminismus: Hannah Arendt und die Identitätspolitik, in: Institut für Soziologie und Sozialforschung (Hrsg.), Geschlechterverhältnisse und Politik, Frankfurt am Main 1994 und Sabine Hark, Deviante Subjekte. Die paradoxe Politik der Identität, Opladen 1999, S. 147ff.).Google Scholar
  16. 244.
    Jacob Torfing, Politics, regulation, and the modern welfare state, New York 1998, S. 64.Google Scholar
  17. 245.
    Slavoij Žižek, Die Tücke des Subjekts, Frankfurt am Main 2001, S. 287. Vgl. auch ebd., S. 273f: „Der eigentliche politische Akt (die Intervention) ist nicht einfach etwas, was innerhalb des Rahmens der existierenden Verhältnisse gut funktioniert, sondern etwas, was gerade den Rahmen verändert, der festlegt, wie die Dinge funktionieren“ (Herv. im Orig.).Google Scholar
  18. 246.
    Jacques Rancière, Das Unvernehmen. Politik und Philosophie, Frankfurt am Main 2002. ‚Polizei‛ wird von Rancière definiert als „Ordnung der Körper, die die Aufteilung unter den Weisen des Machens, den Weisen des Seins und den Weisen des Sagens bestimmt, die dafür zuständig ist, dass diese Körper durch ihre Namen diesem Platz und jener Aufgabe zugewiesen sind; sie ist eine Ordnung des Sichtbaren und des Sagbaren, die dafür zuständig ist, dass diese Tätigkeit sichtbar ist und jene andere es nicht ist, dass dieses Wort als Rede verstanden wird, und jene andere als Lärm.“ Dagegen sei ‚Politik‛ eine „Tätigkeit, die der ersten feindlich ist […]. Die politische Tätigkeit ist jene, die einen Körper von dem Ort entfernt, der ihm zugeordnet war oder die die Bestimmung eines Ortes ändert; sie lässt sehen, was keinen Ort hatte gesehen zu werden, lässt eine Rede hören, die nur als Lärm gehört wurde“ (S. 41).Google Scholar
  19. 247.
    Laclau, Emanzipation und Differenz, S. 148.Google Scholar
  20. 248.
    Vgl. Kapitel 1.2.1.Google Scholar
  21. 249.
    Die — Rorty teilweise untergeschobene — Unterscheidung ‚politisches System‛/‚Politik als Instituierung des Sozialen‛ verdankt sich zum großen Teil genau dieser Analogie zu seiner Darstellung der Evolution von Rechtfertigungsmustern und seiner dort getroffenen Unterscheidung zwischen normalen und revolutionär-erschließenden Diskursen. Eine ähnlich neutrale Betrachtung findet sich auch bei Ulrich Beck, Die Erfindung des Politischen. Zu einer Theorie reflexiver Modernisierung, Frankfurt am Main 1993, S. 206, wo eine „regelgeleitete“ von einer „regelverändernden“ Politik („Politik der Politik“) unterschieden wird.Google Scholar
  22. 250.
    Für den gegen Grevens Konzept der politischen Gesellschaft gerichteten Vorwurf des „Links-Schmittianismus“ vgl. Klaus von Beyme, Theorie der Politik im 20. Jahrhundert. Von der Moderne zur Postmoderne, Frankfurt am Main 1991, S. 342.Google Scholar
  23. 251.
    Vgl. Eckard Bolsinger, Was ist Dezisionismus? Rekonstruktion eines autonomen Typs politischer Theorie, in: Politische Vierteljahresschrift, Bd. 39, H. 3, 1999.Google Scholar
  24. 252.
    Carl Schmitt, Politische Theologie, Vier Kapitel zur Lehre von der Souveränität, Berlin 1979, S. 42.Google Scholar
  25. 253.
    Vgl. Greven, Die politische Gesellschaft, S. 63ff. Eckard Bolsinger hat daraus den folgenden völlig zutreffenden Schluss gezogen: „Dieser Typus politischer Theorie steht im Grunde genommen für den Abschied von der politischen Philosophie und für die Hinwendung zur politischen Soziologie“ (Bolsinger, Was ist Dezisionismus?, S. 498).Google Scholar
  26. 254.
    Vgl. Claude Lefort/ Marcel Gauchet, Über die Demokratie: Das Politische und die Instituierung des Gesellschaftlichen, in: Ulrich Rödel (Hrsg.), Autonome Gesellschaft und libertäre Demokratie, Frankfurt am Main 1990.Google Scholar
  27. 255.
    Für eine Kritik des liberalen Repräsentationsmodells vgl. Judith Butler, Das Unbehagen der Geschlechter, Frankfurt am Main 1991, S. 15ff. und Kapitel III. 1 dieser Arbeit. Die marxistische Essentialisierung des ökonomischen Raums als dem Ort der Konstitution objektiver Interessen kritisieren Laclau/Mouffe, Hegemonie und radikale Demokratie. S. 121ff.Google Scholar
  28. 256.
    Greven, Die politische Gesellschaft, S. 92.Google Scholar
  29. 257.
    Urs Stäheli, Sinnzusammenbrüche. Eine dekonstruktive Lektüre von Niklas Luhmanns Systemtheorie, Weilerswist 2000, S. 230ff. Vgl. auch Stäheli, Der Code als leerer Signifikant? Diskurstheoretische Beobachtungen, in: Soziale Systeme, Bd. 2, H. 2, 1996 und — teilweise zu ähnlichen Schlussfolgerungen kommend — Michael Th. Greven, Luhmanns ‚Politik‛ im Banne des Systemzwangs der Theorie, in: Alex Demirovic (Hrsg.), Komplexität und Demokratie. Kritische Gesellschaftstheorie und die Herausforderung der Systemtheorie, Münster 2001.Google Scholar
  30. 258.
    Greven, Die politische Gesellschaft, S. 93.Google Scholar
  31. 259.
    Zur These einer entpolitisierten politischen Theorie vgl. auch Bonnie Honig, Political Theory and the Displacement of Politics, Ithaca/New York 1993.Google Scholar
  32. 260.
    Greven, Die politische Gesellschaft, S. 92.Google Scholar
  33. 261.
    Greven, Die politische Gesellschaft, S. 61.Google Scholar
  34. 262.
    Damit ist Foucaults gegen die Geschichtsphilosophie gerichtete Warnung beherzigt, die Gegenwart nicht „von einer Totalität oder einer zukünftigen Vollendung“ aus verstehen zu wollen, sondern mit Kant nach der „reinen Aktualität“ zu fragen: „Welche Differenz führt das Heute im Unterschied zu dem Gestern ein?“ (Michel Foucault, Was ist Aufklärung?, in: Eva Erdmann/ Rainer Forst/ Axel Honneth (Hrsg.), Ethos der Moderne. Foucaults Kritik der Aufklärung, Frankfurt am Main/New York 1990, S. 37).Google Scholar
  35. 263.
    Vgl. Nikolas Kompridis, Schwerpunkt: Welterschließung und Kritik, in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie, Bd. 41, H. 3, 1993.Google Scholar
  36. 264.
    Vgl. Hermann Lübbe, Theorie und Entscheidung. Studien zum Primat der praktischen Vernunft, Freiburg 1971, S. 15.Google Scholar
  37. 265.
    Greven, Kontingenz und Dezision, S.11.Google Scholar
  38. 266.
    Auch bei Greven finden beide Aspekte Erwähnung. Zwar wird der Begriff der politischen Gesellschaft als „historische und wirklichkeitswissenschaftliche Diagnose“ eingeführt ( Greven, Die politische Gesellschaft, S. 14), weshalb „kein irgendwie geartetes ‚Primat der Politik‛ normativ ein[ge]fordert, sondern von der faktischen Dominanz des Politischen in der modernen Gesellschaft“ ausgegangen werde (Greven, Kontingenz und Dezision, S. 99). Dennoch habe die konkrete Auswahl von Zusammenhängen „neben ihrer historisch und empirisch aufschließenden Funktion zum Teil durchaus auch einen strategischen Charakter. Indem sie sich — gewissermaßen dialektisch und zum Teil durchaus polemisch — gegen gewohnte und dominierende Sichtweisen in Wissenschaft wie politischem Bewusstsein stellt, bezieht sie notwendigerweise Stellung in den Auseinandersetzungen über unsere Gegenwart und Zukunft“ (Greven, Die politische Gesellschaft, S. 61).Google Scholar
  39. 267.
    Habermas’ Befürchtung einer dann möglichen „politischen Instrumentalisierung des Rechtsmediums“ kann dann in der Tat nur entgegnet werden: „Nicht Recht als solches schützt vor der Politik, sondern nur die Politik kann das Recht auch zum Schutz einrichten und garantieren“ ( Greven, Die politische Gesellschaft, S. 110). Aufgrund der zugrunde liegenden Annahme der Kontingenz aller sozialen Sachverhalte kann die Einführung des Begriffs der politischen Gesellschaft auch als Intervention im Streit um Moderne oder Postmoderne betrachtet werden. Auch in dieser Diskussion laufen im Übrigen historischempirische und ethisch-politische Argumentationen oft nebeneinander her (vgl. Albert Scherr, Postmoderne Soziologie — Soziologie der Postmoderne? Überlegungen zu notwendigen Differenzierungen der sozialwissenschaftlichen Diskussion, in: Zeitschrift für Soziologie, Bd. 19, H.l, 1990).Google Scholar
  40. 268.
    Rorty, Essays on Heidegger and Others, S. 132.Google Scholar
  41. 269.
    In diesem Sinne fordert auch Laclau, dass Unentscheidbarkeit „buchstäblich als jene Bedingung genommen werden [sollte], aus der sich keine Handlung mit Notwendigkeit ableitet. Das bedeutet, dass wir sie nicht zur Quelle irgendeiner konkreten Entscheidung im ethischen oder politischen Raum machen sollten“ ( Laclau, Emanzipation und Differenz, S. 119 (Herv. im Orig.)). Vgl. auch Brint/Weaver/Garmon, What Difference does Anti-Foundationalism Make to Political Theory?Google Scholar
  42. 270.
    Rorty, Hoffnung statt Erkenntnis, S. 11. Dewey habe „Unrecht, wenn er andeutet, alle Pragmatisten müssten notwendig zur Sozialdemokratie neigen. Wenn man den Pragmatismus schlicht als Menge von Ansichten über Wahrheit, Erkenntnis, Sprache und dergleichen auffasst, nämlich als Entlarvung der von Descartes, Locke, Hume und Kant im Umkreis dieser Begriffe konstruierten Problematik, bietet er keine Anleitung zu politischen Handlungen. Der Pragmatismus kann in der Tat keine Antwort auf Hitler liefern“ (Rorty, Auch nur eine Spezies, die ihr Bestes tut, S. 12).Google Scholar
  43. 271.
    Vgl. Greven, Die politische Gesellschaft, S. 140ff. Dagegen macht die entgegengesetzte These von Hannah Arendt, dass der Nationalsozialismus eine vollkommen entpolitisierte Gesellschaft gewesen sei (Hannah Arendt, Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, München 1986, S. 703ff.), nur vor dem Hintergrund ihres neoaristotelischen Politikbegriffs Sinn, mit dem sich dann auch noch für gegenwärtige Gesellschaften vom Verfall des Politischen sprechen lässt (vgl. etwa Thomas Meyer, Die Transformation des Politischen, Frankfurt am Main 1994). Wenn dagegen, wie Rorty vorschlägt, die Frage ‚Was ist das Politische?‛ aufgegeben und durch die Frage ersetzt wird, „ob eine gegebene Personengruppe das Wort ‚politisch‛ in einer Weise gebraucht, bei der spezifische unangenehme Konsequenzen vermieden werden“ (Rorty, Wahrheit und Fortschritt, S. 476), dann scheint es nutzlos, den Politikbegriff auf kategorialer Ebene normativ schon derart zu überfrachten. Dadurch lässt es sich zwar auf der richtigen Seite wähnen, aber politisch wird das wenig helfen.Google Scholar
  44. 272.
    Rorty, Wahrheit und Fortschritt, S. 109.Google Scholar
  45. 273.
    Rorty, Wahrheit und Fortschritt, S. 94.Google Scholar
  46. 274.
    Nicht nur für die Politik! Das Argument der Nutzlosigkeit dehnt Rorty auch noch auf die wissenschaftliche Praxis aus: „Sollten wir Repräsentationsgegner und Feinde des Übereinstimmungsgedankens je siegreich aus unserem Streit mit Searle hervorgehen, wird das für Historiker und Physiker kein Grund sein, sich anders zu verhalten als jetzt. Und vermutlich wird es ihre Stimmung und ihre Leistungsfähigkeit ebenso wenig heben, falls Searle und die übrigen Repräsentationsfreunde den Sieg davontragen“ ( Rorty, Wahrheit und Fortschritts. 109).Google Scholar
  47. 275.
    Vgl. Kapitel I.1.3.Google Scholar
  48. 276.
    Zur Differenz der Geltungslogik von Philosophie und Politik vgl. auch Greven, Kontingenz und Dezision, S. 61f.; S. 114f.Google Scholar
  49. 277.
    Greven, Kontingenz und Dezision, S. 62.Google Scholar
  50. 278.
    Rorty, Erwiderung auf Thomas Schäfer, S. 195.Google Scholar
  51. 279.
    Rorty, Wahrheit und Fortschritt, S. 111.Google Scholar
  52. 280.
    Rorty, Erwiderung auf Thomas Schäfer, S. 195.Google Scholar
  53. 281.
    Rorty, Erwiderung auf Thomas Schäfer, S. 195.Google Scholar
  54. 282.
    Rorty, Philosophie & die Zukunft, S. 20.Google Scholar
  55. 283.
    Rorty, Solidarität statt Objektivität, S. 82ff.Google Scholar
  56. 284.
    Ulrich Rödel/ Günter Frankenberg/ Helmut Dubiel, Die demokratische Frage, Frankfurt 1989.Google Scholar
  57. 285.
    Rorty, Sind Aussagen universelle Geltungsansprüche?, S. 977.Google Scholar
  58. 286.
    Rorty, Auch nur eine Spezies, die ihr Bestes tut, S. 12.Google Scholar
  59. 287.
    Rorty, Auch nur eine Spezies, die ihr Bestes tut, S. 13.Google Scholar
  60. 288.
    Rorty, Auch nur eine Spezies, die ihr Bestes tut, S. 13.Google Scholar
  61. 289.
    Den Streit entscheiden zu wollen, hieße, sich auf die Suche nach „something beyond him and us“ zu begeben, nach „something unconditional — that agrees with us and not with him“ ( Rorty, Truth and Freedom, S. 635). Für die Behauptung, dass man einen konsequenten Nazi letztlich nicht argumentativ widerlegen kann, vgl. auch Richard M. Hare, Toleranz und Fanatismus, in: Hare, Freiheit und Vernunft, Frankfurt am Main 1983.Google Scholar
  62. 290.
    Rorty, Relativismus, S. 9.Google Scholar
  63. 291.
    Rorty, Consequences of Pragmatism, S. 167.Google Scholar
  64. 292.
    Weil sich auf praktischer Ebene eine relativistische Position kaum durchhalten lässt, bestreitet Rorty auch, dass es Relativisten überhaupt gibt: „Die Ansicht, daß jede Tradition so rational oder so moralisch ist, wie jede andere, kann nur von einer Gottheit vertreten werden, von jemand, die es nicht nötig hat, die Begriffe ‚rational‛ oder ‚moralisch‛ zu verwenden (sondern nur zu erwähnen), da sie es nicht nötig hat, etwas zu untersuchen oder abzuwägen. Ein derartiges Wesen wäre der Geschichte und dem Gespräch enthoben und in das Reich der Kontemplation und der Metaerzählung entflohen“ ( Rorty, Der bürgerliche Liberalismus postmoderner Prägung, in: Bert van den Brink/Willem van Reijen (Hrsg.), Bürgergesellschaft, Recht und Demokratie, Frankfurt am Main 1995, S. 149). Clifford Geertz hat deshalb den Relativismus als „Hirngespinst“ von philosophischen Universalisten bezeichnet, „das uns von bestimmten Denkarten weg-und zu anderen hintreiben soll“ (Clifford Geertz, Anti-Anti-Relativismus, in: Ralf Konersmann (Hrsg.), Kulturphilosophie, Leipzig 1996, S. 253). Vgl. auch John G. Gunnell, Relativism. The Return of the Repressed, in: Political Theory, Bd. 21, H. 4, 1993. Wie Rorty weist Gunnell den Relativismusvorwurf durch eine Problematisierung der ihm zugrunde liegenden Annahme zurück, dass sich praktische Probleme in irgendeiner Weise auf philosophische Probleme zurückfuhren oder durch diese lösen ließen.Google Scholar
  65. 293.
    Rorty, Wahrheit und Fortschritt, S. 78 (Herv. im Orig.).Google Scholar
  66. 294.
    Rorty, Wahrheit und Fortschritt, S. 79.Google Scholar
  67. 295.
    Rorty, Consequences of Pragmatism, S. 167.Google Scholar
  68. 296.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 99.Google Scholar
  69. 297.
    Rorty, Solidarität oder Objektivität?, S. 16.Google Scholar
  70. 298.
    Rorty, Solidarität oder Objektivität?, S. 28.Google Scholar
  71. 299.
    Rorty, Objectivism, Relativism and Truth, S. 207.Google Scholar
  72. 300.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 94. Vgl. auch Albrecht Wellmer, Endspiele, S. 100.Google Scholar
  73. 301.
    Rorty, Wahrheit und Fortschritt, S. 94.Google Scholar
  74. 302.
    Rorty, Wahrheit und Fortschritt, S. 94.Google Scholar
  75. 303.
    Rorty, Solidarität oder Objektivität?, S. 25.Google Scholar
  76. 304.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 96f. Im Rückblick stellen sich rationalistische Projekte als ein strategisches Hilfsmittel dar, durch die zunächst die „Vernunft“ als Gottesersatz angeboten werde konnte, wodurch es denjenigen erleichtert wurde, sich von der Religion zu lösen, die noch nicht bereit waren, sich als „durch und durch kontingent“ (Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 149) zu begreifen.Google Scholar
  77. 305.
    Rorty, Relativismus, S. 15.Google Scholar
  78. 306.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 119.Google Scholar
  79. 307.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 120.Google Scholar
  80. 308.
    Richard Rorty, Antwort auf Simon Critchley, in: Chantal Mouffe (Hrsg.), Dekonstruktion und Pragmatismus. Demokratie, Wahrheit und Vernunft, Wien 1999, S. 108.Google Scholar
  81. 309.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 85f.Google Scholar
  82. 310.
    Greven, Kontingenz und Dezision, S. 83.Google Scholar
  83. 311.
    Rorty, Wahrheit und Fortschritt, S. 94.Google Scholar
  84. 312.
    Rorty, Solidarität oder Objektivität?, S. 28f. (Herv. im Orig.).Google Scholar
  85. 313.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 144.Google Scholar
  86. 314.
    Diese ist dokumentiert und rekonstruiert in Axel Honneth (Hrsg.), Kommunitarismus. Eine Debatte über die moralischen Grundlagen der Gesellschaft, Frankfurt am Main/New York 1993; Christel Zahlmann (Hrsg.), Kommunitarismus in der Diskussion. Eine streitbare Einführung, Berlin 1992; Micha Brumlik und Hauke Brunkhorst (Hrsg.), Gemeinschaft und Gerechtigkeit, Frankfurt am Main 1993; Walter Reese-Schäfer, Grenzgötter der Moral. Der neure europäisch-amerikanische Diskurs zur politischen Ethik, Frankfurt am Main 1997; Rainer Forst, Kontexte der Gerechtigkeit. Politische Philosophie jenseits von Liberalismus und Kommunitarismus, Frankfurt am Main 1996.Google Scholar
  87. 315.
    Vgl. Charles Taylor, Negative Freiheit? Zur Kritik des neuzeitlichen Individualismus, Frankfurt am Main 1988, S. 9ff.Google Scholar
  88. 316.
    Vgl. Michael Sandel, Die verfahrensrechtliche Republik und das ungebundene Selbst, in: Honneth (Hrsg.), Kommunitarismus.Google Scholar
  89. 317.
    Vgl. Charles Taylor, Quellen des Selbst, Frankfurt am Main 1994, S. 171f.; Charles Taylor, Atomismus, in: Bert van den Brink/Willem van Reijen (Hrsg.), Bürgergesellschaft, Recht und Demokratie, Frankfurt am Main 1995, S. 75; Alasdair Maclntyre, Der Verlust der Tugend. Die moralische Krise der Gegenwart, Frankfurt am Main/New York 1987.Google Scholar
  90. 318.
    Taylor, Negative Freiheit?, S. 168. Vgl. dort auch Taylors Kritik an Isaiah Berlins negativer Freiheitskonzeption als Abwesenheit äußeren Zwangs.Google Scholar
  91. 319.
    Rorty, Solidarität oder Objektivität?, S. 88.Google Scholar
  92. 320.
    Vgl. Alasdair Maclntyre, Whose Justice? Which Rationality?, London 1988, S. 345.Google Scholar
  93. 321.
    Rorty, Solidarität statt Objektivität?, S. 90.Google Scholar
  94. 322.
    Christoph Menke, Liberalismus im Konflikt. Zwischen Gerechtigkeit und Freiheit, in: Micha Brumlik u. Hauke Brunkhorst (Hrsg.), Gemeinschaft und Gerechtigkeit, Frankfurt 1993, S. 239. An der dort begründeten These eines tragischen Konflikts zwischen Freiheit und Gerechtigkeit orientiert sich die weitere Argumentation, insbesondere die Rawls-Kritik. Vgl. auch Christop Menke, Spiegelungen der Gleichheit, Berlin 2000 und Christoph Menke, Despotie, Individualismus und Vereinheitlichung. Touqueville über Freiheit und Gleichheit, in: Christoph Demmerling und Thomas Rentsch (Hrsg.), Die Gegenwart der Gerechtigkeit. Diskurse zwischen Recht, praktischer Philosophie und Politik, Berlin 1995.Google Scholar
  95. 323.
    Diese Auffassung setzte sich auch nach und nach innerhalb der Liberalismus/Kommunitarismus-Diskussion durch, was Michael Walzer veranlasste, den Streit um die atomistischen Grundlagen der liberalen Theorie als ein „Schlachtfeld“ zu bezeichnen, auf dem es nichts zu gewinnen gibt (Michael Walzer, Die kommunitaristische Kritik am Liberalismus, in: Honneth (Hrsg.), Kommunitarismus, S. 179).Google Scholar
  96. 324.
    Charles Taylor, Aneinander vorbei: Die Debatte zwischen Liberalismus und Kommunitarismus, in: Honneth (Hrsg.), Kommunitarismus, S. 104.Google Scholar
  97. 325.
    Zum Neutralitätsanspruch des Liberalismus vgl. Charles Larmore, Strukturen moralischer Komplexität, Stuttgart 1995; Charles Larmore, The Moral Basis of Political Liberalism, in: The Journal of Philosophy, Bd. 96, H. 12, 1999; Bruce Ackermann, What is Neutral about Neutrality?, in: Ethics, Bd. 93, H. 2, 1983.Google Scholar
  98. 326.
    John Rawls, Politischer Liberalismus, Frankfurt am Main 1998, S. 107.Google Scholar
  99. 327.
    Das ist als der normalisierende Effekt der modernen Gleichheitsidee beschrieben worden. Vgl. Menke, Spiegelungen der Gleichheit, S. 2ff.Google Scholar
  100. 328.
    John Rawls, Erwiderung auf Habermas, in: Zur Idee des politischen Liberalismus. John Rawls in der Diskussion, herausgegeben von der Philosophischen Gesellschaft Bad Homburg und Wilfried Hinsch, Frankfurt am Main 1997, S. 198.Google Scholar
  101. 329.
    Die Begründung einer politischen Gerechtigkeitskonzeption vollzieht sich, um mit Walzer zu sprechen, weder über den Pfad der Entdeckung noch über den der Erfindung ( Walzer, Kritik und Gemeinsinn). Sie beschränkt sich stattdessen darauf, die den Bürgern einer demokratischen Gesellschaft „gemeinsamen Begriffe und Grundsätze, von denen angenommen wird, dass sie im Common sense schon latent vorhanden sind, zu artikulieren und explizit zu machen“ (John Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus, Aufsätze 1978–1989, Frankfurt am Main 1992, S. 84).Google Scholar
  102. 330.
    Kritisch dazu: Habermas, Die Einbeziehung des Anderen, S. 79; Forst, Kontexte der Gerechtigkeit, S. 268f.; Lutz Meyer, John Rawls und die Kommunitaristen, Würzburg 1996, S. 98.Google Scholar
  103. 331.
    Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus, S. 84.Google Scholar
  104. 332.
    Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus, S. 84, 302. Es muss betont werden, dass Rawls die Inkommensurabilität der verschiedenen Konzeptionen des Guten als eine „politische Tatsache“ begreift. Es wird also nicht gesagt, dass sie inkommensurabel sind, sondern nur, dass „kein politisches Einverständnis darüber besteht, wie diese Konzeptionen [des Guten] auf einen gemeinsamen Maßstab bezogen werden können, um Fragen der politischen Gerechtigkeit zu entscheiden“ (Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus, S. 298).Google Scholar
  105. 333.
    Der Begriff „Politischer Liberalismus“ findet zuerst Erwähnung in Rawls, Der Gedanke eines übergreifenden Konsenses, in: Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus. Übernommen wurde er von Bruce Ackermann (Bruce Ackermann, Political Liberalisms, in: The Journal of Philosophy, Bd. 91, H. 7, 1994) und Charles Larmore (Charles Larmore, Politischer Liberalismus, in: Honneth (Hrsg.), Kommunitarismus). Trotz der zweifellos vorhandenen Unterschiede dieser politischen Liberalismen kann als gemeinsames Kennzeichen der Versuch einer Befreiung des Liberalismus von seinen traditionellen philosophischen Grundlagen, die aus der Metaphysik der Aufklärung herrühren, angesehen werden. Dass eine naturrechtliche Fundierung des Anspruchs gleicher Rechte heute obsolet ist, kann, Ronald Dworkin vielleicht ausgenommen, als common sense der gegenwärtigen Diskussion betrachtet werden.Google Scholar
  106. 334.
    Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus, S. 264.Google Scholar
  107. 335.
    Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus, S. 297. Vor diesem Hintergrund vertritt nach Auffassung von Rawls auch Habermas ein metaphysisches Projekt (Rawls, Erwiderung auf Habermas, S. 197ff.).Google Scholar
  108. 336.
    Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus, S. 265.Google Scholar
  109. 337.
    Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus, S. 312.Google Scholar
  110. 338.
    Vgl. Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus, S. 298. Alle Versuche der Fundierung einer politischen Ordnung durch eine moralische Lehre werden nach Rawls den Widerspruch von anderen moralischen Lehren herausfordern und damit statt der gewünschten Stabilität nur neuen Dissens produzieren.Google Scholar
  111. 339.
    Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus, S. 357.Google Scholar
  112. 340.
    Für Rawls Kritik am Hobbesschen Modell eines modus vivendi vgl. Rawls, Politischer Liberalismus, S. 235ff.; Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus, S. 308ff. Auch hier bleibt Rawls konsequent: Er sagt nicht, dass sich Hobbes mit seiner Darstellung der Staatsbürger als strategisch handelnde Egoisten geirrt habe. Hobbes habe lediglich angenommen, „dass sie für seine Zwecke hinreichend zu treffen sei. Es war eine politische Annahme, die er mit Blick auf die praktische Wirksamkeit seiner Auffassungen machte. In einer Gesellschaft, die durch sektiererische Spaltungen und widerstreitende Interessen geteilt war, sah er keinen anderen gemeinsamen Ansatzpunkt für politische Argumente. […] in unserem Fall liegen die Dinge anders. Wir sind die Nutznießer von drei Jahrhunderten demokratischen Denkens und der Entwicklung einer konstitutionellen Praxis“ (Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus, S. 294).Google Scholar
  113. 341.
    Rawls, Politischer Liberalismus, S. 236.Google Scholar
  114. 342.
    Zur Unterscheidung diese zwei Stufen der Begründung einer Gerechtigkeitskonzeption vgl. Rawls, Politischer Liberalismus, S. 227f.Google Scholar
  115. 343.
    Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus, S. 265.Google Scholar
  116. 344.
    Vgl. Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus, S. 93. Mit einer solchen Darstellung von Personen werden nun weder hinterrücks wieder anthropologische Annahmen eingeführt noch wird ein bloßes moralisches Ideal formuliert. Es handelt sich vielmehr um einen politischen Begriff des Bürgers als moralischer Person, der von Rawls „als Teil einer ausdrücklich politischen Gerechtigkeitskonzeption konzipiert wurde und auf diese beschränkt ist“ (Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus, S. 284). Er bezieht sich insofern lediglich auf die öffentliche Identität von Personen und formuliert Anforderungen an die Einzelnen, wie sie aus der Perspektive einer politischen Gerechtigkeitskonzeption unabdingbar sind. Sie sind nicht Bestandteil einer umfassenden Morallehre zur Regulierung des gesamten Lebens von Personen.Google Scholar
  117. 345.
    Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus, S. 269. Der vorgetragenen Kritik, dass gerade diese letzte Begründung offenkundig zirkulär ist (vgl. Wolfgang Kersting, John Rawls zur Einführung, Hamburg 2001, S. 193; Rüdiger Bittner, Die Hoffnung auf politischen Konsens, in: Zur Idee des politischen Liberalismus, herausgegeben von der Philosophischen Gesellschaft Bad Homburg und Wilfried Hinsch, Frankfurt am Main 1997, S. 49; Chantal Mouffe, Das Paradoxon des politischen Liberalismus, in: Demmerling und Rentsch (Hrsg.), Die Gegenwart der Gerechtigkeit, S. 183), kann aus Rortys erklärtermaßen ethnozentris-tischer Position kaum gefolgt werden.Google Scholar
  118. 346.
    Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus, S. 124.Google Scholar
  119. 347.
    Auch wenn es hier nur um den Modus der Begründung geht, seien die von Rawls formulierten Gerechtigkeitsgrundsätze der Vollständigkeit halber genannt: „a) Jede Person hat den gleichen Anspruch auf ein völlig adäquates System gleicher Grundrechte und Freiheiten, das mit demselben System für alle vereinbar ist, und innerhalb dieses Systems wird der faire Wert der gleichen politischen (und nur der politischen) Freiheiten garantiert; b) Soziale und ökonomische Ungleichheiten müssen zwei Bedingungen erfüllen: erstens müssen sie mit Ämtern und Positionen verbunden sein, die allen unter Bedingungen fairer Chancengleichheit offen stehen, und zweitens müssen sie sich zum größtmöglichen Vorteil für die am wenigsten begünstigten Gesellschaftsmitglieder auswirken“ ( Rawls, Politischer Liberalismus, S. 69f).Google Scholar
  120. 348.
    Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus, S. 287.Google Scholar
  121. 349.
    Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus, S. 312. Es lasse sich eine religiöse, eine kantische oder eine utilitaristische Begründung der Gerechtigkeitskonzeption vorstellen (vgl. Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus, S. 307) — ein überlappender Konsens zwischen diesen Lehren ist nach Rawls dann erzielt, wenn diese sich ungeachtet ihrer verschiedenen Begründungen auf dieselben politischen Prinzipien der Gerechtigkeit einigen können und diese zur Grundlage ihrer Kooperation machen.Google Scholar
  122. 350.
    Rawls, Politischer Liberalismus, S. 78.Google Scholar
  123. 351.
    Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus, S. 354f.Google Scholar
  124. 352.
    Habermas, Die Einbeziehung des Anderen, S. 107.Google Scholar
  125. 353.
    Habermas, Die Einbeziehung des Anderen, S. 108. Wolfgang Kersting spricht in diesem Zusammenhang auch von einem modus vivendi der Moral (Kersting, John Rawls zur Einführung, S. 192).Google Scholar
  126. 354.
    Rainer Forst hat dies „einen privaten Gebrauch der Vernunft in öffentlicher Absicht“ genannt ( Forst, Kontexte der Gerechtigkeit, S. 159).Google Scholar
  127. 355.
    Habermas, Die Einbeziehung des Anderen, S. 108. Vgl. auch wieder Forst, der die auch aus seiner Sicht unplausible Darstellung des Geltungsanspruchs moralischer Normen auf eine Vermischung von Begründungs-und Akzeptanzfragen zurückfuhrt (Rainer Forst, Gerechtigkeit als Fairneß: ethisch, politisch oder moralisch?, in: Zur Idee des politischen Liberalismus. John Rawls in der Diskussion, herausgegeben von der Philosophischen Gesellschaft Bad Homburg und Wilfried Hinsch, Frankfurt am Main 1997, S. 407).Google Scholar
  128. 356.
    Rorty, Philosophie & die Zukunft, S. 119.Google Scholar
  129. 357.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 13.Google Scholar
  130. 358.
    Rorty, Solidarität oder Objektivität? S. 105.Google Scholar
  131. 359.
    Zur Unterscheidung zwischen einem „vernünftigen Pluralismus“ und des „Faktums des Pluralismus als solchem“ vgl. Rawls, Politischer Liberalismus, S. 106f., 133ff. Vernünftig sind Personen nach Rawls nicht deshalb, weil sie sich an einem substantiellen vernünftigen Kriterium orientieren, sondern weil sie einen Sinn für Gerechtigkeit haben, d.h. bereit sind, nach fairen Bedingungen der Kooperation zu suchen und vernünftigerweise mit Meinungsverschiedenheiten rechnen, sobald sie versuchen ihre Weltanschauung gegenüber einer anderen zu rechtfertigen. Entsprechend handelt es sich um eine vernünftige Weltanschauung, wenn sie mit dem reflexiven Bewusstsein ausgestattet ist, dass der von ihr vertretene Wahrheitsanspruch sich in Konkurrenz zu anderen möglichen Weltdeutungen sieht und sich deshalb in praktischer Hinsicht eine Beschränkung hinsichtlich ihres Geltungsbereichs auferlegt.Google Scholar
  132. 360.
    Menke, Despotie, Individualismus und Vereinheitlichung, S. 151. In den an Foucault orientierten ‚gouvernementality studies‛ wird deshalb der Liberalismus als eine Form der Regierung beschrieben, die über vielfältige Dispositive der Sicherheit einen bestimmten Gebrauch der Freiheit gewährleistet und damit überhaupt erst das produziert, was sie als existierend beschreibt: das „vernünftige“, selbstgesteuerte Subjekt. Vgl. u.a. Thomas Lemke, Eine Kritik der politischen Vernunft. Foucaults Analyse der modernen Gouvernementalität, Hamburg/Berlin 1997.Google Scholar
  133. 361.
    Für Rawls gibt es, wie er mit Isaiah Berlin feststellt, „keine soziale Welt ohne Verluste, das heißt keine soziale Welt, die nicht einige Lebensweisen ausschlösse, die auf ihre besondere Weise bestimmte grundlegende Werte verwirklichen. Jede Gesellschaft ist aufgrund ihrer Kultur und ihrer Institutionen mit einigen Lebensweisen unvereinbar“ ( Rawls, Politischer Liberalismus, S. 294).Google Scholar
  134. 362.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 13.Google Scholar
  135. 363.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 108.Google Scholar
  136. 364.
    Richard Rorty, Erwiderung auf Dieter Thomä, in: Schäfer/ Tietz/ Zill (Hrsg.), Hinter den Spiegeln, S. 322.Google Scholar
  137. 365.
    Vgl. Menke, Liberalismus im Konflikt; Chantal Mouffe: Inklusion/Exklusion. Das Paradoxon der Demokratie, in: Peter Weibel/ Slavoij Žižek (Hrsg.), Inklusion: Exklusion. Probleme des Postkolonialismus und der globalen Migration, Wien 1997; Chantal Mouffe, Das Paradoxon des politischen Liberalismus. Dort beschreibt Mouffe Rawls Ziel der wohlgeordneten Gesellschaft zutreffend als Gesellschaft, aus der die Politik eliminiert worden ist. Rawls selbst schränkt zwar an einer Stelle seine Hoffnung auf eine stabile Begründung von allgemeinen Gerechtigkeitsprinzipien wie folgt ein: „Ob dies möglich ist, kann natürlich nur dadurch verifiziert werden, dass eine politische Gerechtigkeitskonzeption tatsächlich ausgearbeitet und aufgezeigt wird, wie sie in dieser Weise unterstützt werden kann. Es ist auch anzunehmen, daß sich mehr als eine politische Konzeption aus dem Grundstock gemeinsamer politischer Gedanken erarbeiten lässt. Das ist sogar wünschenswert, weil diese rivalisierenden Konzeptionen dann um die Anhängerschaft der Bürger konkurrieren und schrittweise durch den Wettbewerb zwischen ihnen verändert und vertieft werden können“ (Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus, S. 302). Das von ihm anvisierte Ziel bleibt jedoch bestehen: die Entpolitisierung von Entscheidungen. Walzer hat dies zu der Bemerkung veranlasst, dass die politische Gemeinschaft politische Fragen dann den Gerichten überlassen könnte (Walzer, Philosophy and Democracy, S. 392).Google Scholar
  138. 366.
    Rorty, Solidarität oder Objektivität?, S. 105.Google Scholar
  139. 367.
    Rorty, Solidarität oder Objektivität?, S. 105.Google Scholar
  140. 368.
    Rorty, Solidarität oder Objektivität?, S. 106.Google Scholar
  141. 369.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 111.Google Scholar
  142. 370.
    Während die von ihm attackierten ‚Bösewichter‛ wie Essentialisten, Platonisten, Repräsentationalisten ausschließlich in der männlichen Form auftreten, sind die von ihm favorisierten Figuren, wie etwa die liberale Ironikerin, zumeist Frauen. Als Erklärung scheint Dieter Kliches Vermutung plausibel, dass sich Rorty damit auf Derridas Konzept des weiblichen Schreibens bezieht, bei dem mehrere Texte verbunden sind und mehrere Sprachen gesprochen werden (Dieter Küche, Politische Ironie/Ironische Politik. Über Richard Rortys Begriff der Ironie mit gelegentlicher Rücksicht auf Friedrich Schlegel und Sören Kierkegaard, in: Karlheinz Barck/ Richard Faber (Hrsg.), Ästhetik des Politischen — Politik des Ästhetischen, Würzburg 1999, S. 183; vgl. Jacques Derrida, Sporen — die Stile Nietzsches, in: Werner Hamacher, Nietzsche aus Frankreich, Frankfurt am Main 1986.Google Scholar
  143. 371.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 128Google Scholar
  144. 372.
    Im Anschluss an Rortys Unterscheidung von normalen und revolutionären Diskursen (vgl. Kap. I.2.1.), ließe sich sagen, dass Ironiker ihr Geschäft in der Erschließung neuer Bedeutungshorizonte sehen, statt sich auf die bloße Systematisierung des Vorhandenen zu beschränken.Google Scholar
  145. 373.
    Rorty, Wahrheit und Fortschritt, S. 465.Google Scholar
  146. 374.
    Vgl. Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 166.Google Scholar
  147. 375.
    Thomas Schäfer hat eine solche Haltung mit Blick auf Foucault als „anarchische Subjektivität“ beschrieben (Thomas Schäfer, Reflektierte Vernunft, Michel Foucaults philosophisches Projekt einer antitotalitären Macht-und Wahrheitskritik, Frankfurt am Main 1995, S. 53ff). Foucault ist dann auch derjenige, der für Rorty das Paradebeispiel eines Ironikers abgibt.Google Scholar
  148. 376.
    Rorty, Solidarität oder Objektivität?, S. 57.Google Scholar
  149. 377.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 133.Google Scholar
  150. 378.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 133. Vgl. auch Michel Foucault, On the Genealogy of Ethics: An Overview of Work in Progress, in: Paul Rabinow (Hrsg.), The Foucault Reader, New York 1984, S. 351: „From the idea that the self is not given to us, I think that there is only one practical consequence: we have to create ourselves as a work of art.“Google Scholar
  151. 379.
    Für eine solche Darstellung des Menschen als ein „Geschichten erzählendes Tier“ vgl. auch MacIntyre, Der Verlust der Tugend, S. 288ff.Google Scholar
  152. 380.
    „Das eigene Leben […] als dramatische Erzählung zu betrachten“ ( Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 62) bedeutet abermals, den Poeten und nicht den Philosophen als die vorbildliche Figur anzunehmen, weil „der kraftvoll Schaffende, die Person, die Worte benutzt, wie noch nie einer vor ihr, am besten die eigene Kontingenz zu schätzen“ wisse (S. 60). Der Streit zwischen Dichtung und Philosophie stellt sich für Rorty in diesem Zusammenhang als „Spannung zwischen dem Streben nach Erschaffung des Selbst durch Erkenntnis von Kontingenz und dem Streben nach Universalität durch Überschreitung von Kontingenz“ dar (S. 56).Google Scholar
  153. 381.
    Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, Bd. 1, Reinbek bei Hamburg 1978, S. 47.Google Scholar
  154. 382.
    Ulrichs Forderung, die Wirklichkeit abzuschaffen und so zu leben wie die Gestalt in einem Buch, wird dann auch tatsächlich nur für diejenigen zur Maxime werden können, die sich den „Urlaub“ dauerhaft leisten können. Die an einer Praxis Beteiligten sind dagegen offenbar recht häufig mit ausgesprochen kontraironischen Situationen konfrontiert, „Situationen des Zwangs und der Notwendigkeit, die ich vielleicht noch ironisch anzusehen vermag, in denen ich aber nicht mehr ironisch handeln kann. Ich kann zwar ironisch über den Krieg sprechen und schreiben, ich kann aber nicht als Ironiker in den Krieg ziehen und gleichzeitig die Hoffnung hegen, lebend zurückzukehren“ (Uwe Japp, Theorie der Ironie, Frankfurt am Main 1983, S. 26.).Google Scholar
  155. 383.
    So lasse sich „leicht eine Ironikerin vorstellen, die sich nachdrücklich mehr Freiheit, mehr Raum für die Baudelaires und Nabokovs wünscht, aber keinen Gedanken an die Wünsche von der Art verschwendet, die Orwell im Sinn hatte: zum Beispiel, mehr frische Luft in die Kohlenstollen zu pumpen oder die Proletarier von der Partei zu befreien“ ( Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 152).Google Scholar
  156. 384.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 13.Google Scholar
  157. 385.
    Die Behauptung, dass persönliche Autonomie und Solidarität aus derselben Quelle kommen, ließe sich ohnehin nur durch die essentialistische Annahme rechtfertigen, dass alle Menschen eine gemeinsame Natur besäßen, die ihnen gewissermaßen einen Sinn für Gemeinschaft einprogrammierte. Wird diese Vorstellung fallen gelassen, fällt damit für Rorty auch „die letzte Bastion der Notwendigkeit […], uns alle unter denselben Imperativen, denselben unbedingten Forderungen zu sehen“ ( Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 71).Google Scholar
  158. 386.
    Richard Rorty, Bemerkungen zu Dekonstruktion und Pragmatismus, in: Chantal Mouffe (Hrsg.), Dekonstruktion und Pragmatismus. Demokratie, Wahrheit und Vernunft, Wien 1999, S. 46.Google Scholar
  159. 387.
    Rorty, Essays on Heidegger and Others, S. 196. Etwas anderes zu erwarten, führt aus Rortys Sicht im schlimmsten Fall zu „Hitlerlike and Maolike fantasies about ‚creating a new kind of human being‛“. Zu Versuchen, Foucaults ‚Ästhetik der Existenz‛ auch für öffentliche Zwecke nutzbar zu machen vgl. dagegen John Rajchmann, Michel Foucault. The Freedom of Philosophy, New York 1985 und — explizit als Einspruch gegen Rorty vorgetragen — Graham Longford, Sensitive Killers, Cruel Aesthetes, and Pitiless Poets’: Foucault, Rorty, and the Ethics of Self-Fashioning, in: Polity, Bd. 33, H. 4, 2001.Google Scholar
  160. 388.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 150.Google Scholar
  161. 389.
    Neben Foucault ist es der ansonsten von ihm bewunderte Derrida, dem Rorty jegliche politische Relevanz abspricht. Zu Versuchen, die politische Bedeutung Derridas herauszustellen — gerade im Sinne einer Selbstreflexion liberaler Ordnungen — vgl. dagegen Simon Critchley, Dekonstruktion und Pragmatismus. Ist Derrida ein privater Ironiker oder ein öffentlicher Liberaler?, in: Mouffe (Hrsg.), Dekonstruktion und Pragmatismus; Richard Beardsworth, Derrida & the Political, London 1996; Thorsten Bonacker, Die politische Theorie der Dekonstruktion: Jacques Derrida, in: André Brodocz/Gary S. Schaal, Politische Theorien der Gegenwart, Opladen 1999.Google Scholar
  162. 390.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 200.Google Scholar
  163. 391.
    Rorty, Der Spiegel der Natur, S. 346. Die Annahme einer „gemeinsamen Basis“ zwischen Kommunikationsteilnehmern lässt sich für Rorty nur unter der Voraussetzung treffen, dass der Mensch ein „natürliches Zentrum“ habe. „Dagegen berücksichtigt die Auffassung, der Mensch sei ein mittelpunktloses Netz von Überzeugungen und Wünschen, dessen Vokabular und Meinungen durch die historischen Umstände determiniert ist, auch die Eventualität, es könne nicht genügend Gemeinsamkeiten geben zwischen zwei derartigen Netzen, um im Hinblick auf politische Themen Einigkeit oder auch nur fruchtbare Diskussion zu ermöglichen“ (Rorty, Solidarität oder Objektivität?, S. 103).Google Scholar
  164. 392.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 121. Zur Betonung von Toleranz als der sozialen Haupttugend des Ironikers (im Gegensatz zur privaten Tugend, sein Selbstbild flexibel zu halten) vgl. auch Rorty, Philosophie & die Zukunft, S. 180; Rorty, Wahrheit und Fortschritt, S. 15 und S. 122; Rorty, Erwiderung auf Baltzer, in: Schäfer/Tietz/Zill (Hrsg.), Hinter den Spiegeln, S. 52.Google Scholar
  165. 393.
    In den Worten von Peter V. Zima kann dem liberalen Ironiker ein „reflexiv-genetisches Bewusstsein“ zugeschrieben werden (vgl. Peter V. Zima, Moderne/Postmoderne, Tübingen/Basel 1997, S. 371).Google Scholar
  166. 394.
    Rorty, Auch nur eine Spezies, die ihr Bestes tut, S. 13.Google Scholar
  167. 395.
    Eine pragmatische Position versteht unter Kriterien „temporary resting places constructed for specific utilitarian ends. On the pragmatists account, a criterion […] is a criterion because some particular social practice needs to block the road of inquiry, halt the regress of interpretations, in order to get something done“ (Rorty, Consequences of Pragmatism, S. XLI). Die Geltung moralischer Normen stellt sich dadurch als Ergebnis von politischen Entscheidungen dar, durch die Kontingenz immer nur temporär überwunden wird. Zur These der Spannung zwischen philosophischen Unbedingtheitsansprüchen und einer demokratischer Ordnung vgl. auch Walzer, Philosophy and Democracy.Google Scholar
  168. 396.
    Rorty bezeichnet es als seine „Grundvoraussetzung“, „daß eine Überzeugung auch dann noch das Handeln regulieren, auch dann wert sein kann, dass man das Leben für sie lässt, wenn die Träger dieser Überzeugung dessen gewahr sind, daß sie durch nichts anderes verursacht ist als kontingente historische Bedingungen“ ( Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 306).Google Scholar
  169. 397.
    Rorty, Erwiderung auf Baltzer, S. 53. An dieser Stelle korrigiert Rorty auch seinen Ausdruck „radikaler und fortwährender Zweifel“ als Beschreibung der Eigenschaften eines Ironikers. Stattdessen schlägt er vor, diesen durch eine „fortwährende Bereitschaft zum radikalen Zweifel“, durch einen „außergewöhnlichen Grad an Offenheit für Änderungsvorschläge“ gekennzeichnet zu sehen.Google Scholar
  170. 398.
    Zum Problem der Legitimierung von Ausschließungen vgl. auch die Email-Diskussion zwischen Judith Butler und Ernesto Laclau, Verwendungen der Gleichheit.Google Scholar
  171. 399.
    Rorty, Erwiderung auf Baltzer, S. 53.Google Scholar
  172. 400.
    Rorty, Essays on Heidegger and Others, S. 135.Google Scholar
  173. 401.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 135.Google Scholar
  174. 402.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 155.Google Scholar
  175. 403.
    Dieser Begriff wurde von Gayatri Chakravorty Spivak geprägt. Vgl. u.a. Gayatri Chakravorty Spivak, In Other Worlds. Essays on Cultural Politics, London/New York 1988, S. 205, wo sie einen „strategic use of positivist essentialism in a scrupulously visible interest“ propagiert.Google Scholar
  176. 404.
    Vgl. auch Panajotis Kondylis, Macht und Entscheidung. Die Herausbildung der Weltbilder und die Wertfrage, Stuttgart 1984, S. 84ff.Google Scholar
  177. 405.
    Rorty, Wahrheit und Fortschritt, S. 303 (Herv. v. mir).Google Scholar
  178. 406.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 147.Google Scholar
  179. 407.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 145.Google Scholar
  180. 408.
    Vgl. Kapitel I.Google Scholar
  181. 409.
    Greven, Die politische Gesellschaft, S. 11. Die Systemtheorie verzichtet aufgrund des „Verlustes an Fremdreferenz“ auf eine die verschiedenen Funktionssysteme integrierende Gesamtsymbolik. Aber auch aus ihrer Perspektive kann offenbar zugestanden werden, „dass es gerade der Politik gelungen ist, die Lufthoheit über dem Gebiet kollektiv wirksamer Selbstbeschreibungen der Gesellschaft zu erobern“ (Armin Nassehi, Politik des Staates oder Politik der Gesellschaft? Kollektivität als Problemformel des Politischen, in: Kai-Uwe Hellmann/Rainer Schmalz-Bruns (Hrsg.), Theorie der Politik. Niklas Luhmanns politische Soziologie, Frankfurt am Main 2002, S. 45).Google Scholar
  182. 410.
    Das „Problem“ gesellschaftlicher Integration lässt sich freilich erst rückwirkend als solches beschreiben. Es taucht erst „im Kielwasser der Beunruhigung über Ordnung auf, als eine Reflexion auf die ordnenden Praktiken“ (Zygmunt Bauman, Moderne und Ambivalenz. Das Ende der Eindeutigkeit, Frankfurt am Main 1992, S. 18). Erst unter Bedingungen moderner Vergesellschaftung ist Ordnung „Gegenstand des Nachdenkens, des Interesses, einer Praxis, die sich selbst bewusst ist, eine bewusste Praxis zu sein“ (S. 17).Google Scholar
  183. 411.
    Taylor, Aneinander vorbei, S. 110.Google Scholar
  184. 412.
    Die Familienmetapher zur Charakterisierung politischer Gemeinschaft findet sich unter anderem bei Michael Sandel, Liberalism and the Limits of Justice, Cambridge 1992, S. 172 und Taylor, Aneinander vorbei, S. 111.Google Scholar
  185. 413.
    Forst hat in diesem Sinne zwischen einer substantialistischen und einer republikanisch-partizipatorischen Variante kommunitaristischer Theorie unterschieden ( Forst, Kontexte der Gerechtigkeit, S. 161ff.). Danach wären Maclntyre und Sandel der ersten Version, Taylor hingegen eher der zweiten Version zuzuordnen.Google Scholar
  186. 414.
    Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus, S. 289.Google Scholar
  187. 415.
    Die wohlgeordnete Gesellschaft ist „weder eine Gemeinschaft [community] noch, allgemeiner, eine Vereinigung [association]“ ( Rawls, Politischer Liberalismus, S. 111), sondern wird von Rawls als eine „soziale Einheit sozialer Einheiten“ verstanden (ebd., S. 306).Google Scholar
  188. 416.
    Rawls, Politischer Liberalismus, S. 300.Google Scholar
  189. 417.
    Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus, S. 307.Google Scholar
  190. 418.
    Entsprechend kann Rortys Position auch als jenseits von Liberalismus und Kommunitarismus liegend bezeichnet werden. Bezogen auf die Begründung seiner politischen Positionen haben dies hervorgehoben: Heiner Hastedt, Der ‚liberale Ironiker‛ (Rorty) nach dem ‚Verlust der Tugend‛ (Maclntyre). Zur Auseinandersetzung mit dem Kommunitarismus in der gegenwärtigen politischen Philosophie, in: Zeitschrift für Didaktik der Philosophie 13, 1991; Walter Reese-Schäfer, Grenzgötter der Moral, S. 621; Karl-Otto Apel, Das Anliegen der anglo-amerikanischen Kommunitaristen in der Sicht der Diskursethik, in: Brumlik/Brunkhorst (Hrsg.), Gemeinschaft und Gerechtigkeit, S. 150.Google Scholar
  191. 419.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 146.Google Scholar
  192. 420.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 147f.Google Scholar
  193. 421.
    Rorty, Solidarität oder Objektivität?, S. 31f.Google Scholar
  194. 422.
    Für die folgende dreidimensionale Bestimmung des „Wir“-Bewusstseins vgl. den Sinnbegriff bei Luhmann, Soziale Systeme, Frankfurt am Main 1984, S. 111–135.Google Scholar
  195. 423.
    Rorty, Solidarität oder Objektivität?, S. 85.Google Scholar
  196. 424.
    Rorty, Solidarität oder Objektivität?, S. 27.Google Scholar
  197. 425.
    Rorty, Solidarität oder Objektivität?, S. 27f.Google Scholar
  198. 426.
    Rorty, Solidarität oder Objektivität?, S. 101.Google Scholar
  199. 427.
    Rorty, Objectivity, Relativism and Truth, S. 203.Google Scholar
  200. 428.
    Rorty, Solidarität oder Objektivität?, S. 98.Google Scholar
  201. 429.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 122. Vgl. auch Rorty, Der bürgerliche Liberalismus postmoderner Prägung und die Ausführungen in Kapitel I. 1.3.Google Scholar
  202. 430.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 148.Google Scholar
  203. 431.
    Rorty, Wahrheit und Fortschritt, S. 83. Zu Rortys Bezugnahme auf Baiers Vertrauensethik vgl. auch Rorty, Sind Aussagen universelle Geltungsansprüche, S. 987f.; Rorty, Hoffnung statt Erkenntnis, S. 72ff.Google Scholar
  204. 432.
    Rorty, Der bürgerliche Liberalismus postmoderner Prägung, S. 146.Google Scholar
  205. 433.
    Apel berichtet von einer Podiumsdiskussion zwischen ihm, Putnam und Rorty, in der Rorty die Frage nach den Grundlagen der Moral wie folgt beantwortet habe: „I am just an American, we have just to persuade the others that our way is the right one“ (Karl-Otto Apel, Diskurs und Verantwortung. Das Problem des Übergangs zur postkonventionellen Moral, Frankfurt am Main 1990, S. 409).Google Scholar
  206. 434.
    Richard J. Bernstein, One step forward two steps backward. Richard Rorty on Liberal Democracy and Philosophy, in: Political Theory, Bd. 15, H. 4, 1987, S. 548.CrossRefGoogle Scholar
  207. 435.
    Vgl. Rorty, Philosophie & die Zukunft, S. 79ff.; Rorty, Der bürgerliche Liberalismus postmoderner Prägung, S. 146f.Google Scholar
  208. 436.
    Rorty, Philosophie & die Zukunft, S. 84.Google Scholar
  209. 437.
    Rorty, Erwiderung auf Thomas Schäfer, S. 198.Google Scholar
  210. 438.
    Rorty, so stellt Bernstein fest, „is substituting a ‚historical myth of the given‛ for the ‚epistemological myth of the given‛ that he has helped to expose“ ( Bernstein, One step forward, two steps backward, S. 551). Georg Kneer hat das zu der Bemerkung veranlasst, dass der „‚radikale Kontextualist‛ Rorty […] den Kontextualismus nicht radikal genug [betreibt]“ (Georg Kneer, Notwendigkeit der Utopie oder Utopie der Kontingenz?, S. 76). Vgl. auch Cary Wolfe, Making Contingency Safe for Liberalism: The Pragmatics of Epistemology in Rorty and Luhmann, in: New German Critique, H. 61, 1994.Google Scholar
  211. 439.
    In eine ähnliche Richtung zielt der Einwand von Steven Hendley (vgl. Hendley, Putting ourselves up for question: A postmodern critique of Richard Rorty’s postmodernist bourgeois liberalism, in: The Journal of Value Inquiry, Bd. 29, H. 2, 1995, S. 245).CrossRefGoogle Scholar
  212. 440.
    Forst, Kontexte der Gerechtigkeit, S. 172.Google Scholar
  213. 441.
    Für eine überzeugende Kritik dieser Vorstellungen vgl. etwa Habermas, Die Einbeziehung des Anderen, S. 24. Allerdings treffen die hier vorgebrachten Einwände gegen konsensua-listische Integrationsmodelle natürlich auch seine diskursethische Alternative.Google Scholar
  214. 442.
    Zur Theorie des leeren Signifikanten vgl. insbesondere Laclau, Emanzipation und Differenz, S. 65ff. Für die Weiterentwicklung der Theorie des leeren Signifikanten in Richtung eines nichtessentialistischen soziologischen Integrationsbegriffs, an der sich der folgende Argumentationsgang orientiert vgl. Thorsten Bonacker, Moderne und postmoderne Gemeinschaften. Baumans Beitrag zu einer Theorie symbolischer Integration, in: Matthias Junge/Thomas Krön (Hrsg.), Zygmunt Bauman. Soziologie zwischen Postmoderne und Ethik, Opladen 2002; Thorsten Bonacker, Zusammenhalt im Widerstreit. Zur symbolischen Integration durch Gemeinschaft, in: Burkhard Liebsch/Jürgen Straub (Hrsg.), Lebensformen im Widerstreit. Integrations-und Identitätskonflikte in pluralen Gesellschaften, Frankfurt am Main/New York 2003; Thorsten Bonacker/André Brodocz, Im Namen der Menschenrechte. Zur symbolischen Integration der internationalen Gemeinschaft durch Normen, in: Zeitschrift für internationale Beziehungen, Bd. 8, H. 2, 2001.Google Scholar
  215. 443.
    Laclau, Emanzipation und Differenz, S. 184. Der Ausdruck „leerer Signifikant“ ist vielleicht insofern etwas missverständlich, als dass kein Signifikant jemals völlig leer sein kann, weil er ja immer noch unterscheidbar bleiben muss. Genauer wäre deshalb davon zu sprechen, dass er so weit entleert ist, dass dessen Bedeutung unbestimmbar geworden ist.Google Scholar
  216. 444.
    Laclau, Emanzipation und Differenz, S. 95.Google Scholar
  217. 445.
    Gemeinschaften sind deshalb, wie Benedict Anderson im Zusammenhang des Bildungsprozesses von Nationen herausgestellt hat, immer imaginierte Gemeinschaften (Benedict Anderson, Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts, erweiterte Neuausgabe, Frankfurt am Main/New York 1996).Google Scholar
  218. 446.
    Indem nach Vorteilen gefragt wird, wird dogmatisch an der pragmatischen Devise festgehalten, Auffassungen nach ihrer Nützlichkeit für einen bestimmten Zweck zu beurteilen. Es wird also nach wie vor kein Wahrheitsanspruch vertreten.Google Scholar
  219. 447.
    Bonacker/ Brodocz, Im Namen der Menschenrechte, S. 182. Kaum jemand ist nicht für Demokratie. Was das aber konkret heißt, ist heftig umstritten: „Sollen wir […] glauben, daß darunter der Kapitalismus des freien Markts ergänzt um Mehrparteienwahlen zu verstehen ist, wie manche ehemaligen Kämpfer des kalten Kriegs jetzt mit Nachdruck vertreten? Oder sollen wir Demokratie im stärkeren Sinn als Selbstgesetzgebung auffassen? Und wenn wir das tun, heißt das dann, daß jede einzelne Nationalität ihren eigenen souveränen Staat in einem ‚ethnisch gesäuberten‛ Staatsgebiet haben sollte? Oder ist damit eher ein über trennende Differenzen hinweg geführter Kommunikationsprozeß gemeint, in dem die politisch verantwortlichen Bürger gemeinsam an der Diskussion und Beschlußfassung teilnehmen, um über ihre Lebensbedingungen gemeinschaftlich zu entscheiden? Und was ist in dem Fall erforderlich, um sicherzustellen, daß alle als Gleichgestellte daran partizipieren können? Verlangt Demokratie die soziale Gleichheit? Die Anerkennung von Differenz? Das Fehlen systemisch bedingter Herrschaft und Unterordnung?“ (Nancy Fraser, Die halbierte Gerechtigkeit. Schlüsselbegriffe des postindustriellen Sozialstaats, Frankfurt am Main 2001, S. 251).Google Scholar
  220. 448.
    Bonacker, Moderne und postmoderne Gemeinschaften, S. 203.Google Scholar
  221. 449.
    Richard Rorty, Erwiderung auf Friederike Müller-Friemauth, in: Schäfer/ Tietz/ Zill (Hrsg.), Hinter den Spiegeln, S. 262. Rorty fährt fort: „Es ist stets möglich, dass solche Mittel gefährlicher sind als die Übel, die sie zu korrigieren hoffen, aber weder Methode noch Reflexion oder dergleichen werden uns angeben, wann das der Fall ist“ (S. 262). Die Grenzen zwischen dem, was als legitim und was als nicht legitim betrachtet wird, sind — mit anderen Worten — stets politische Grenzen und das Kriterium für eine Entscheidung „selbst Ort einer Vielfalt von sozialen Kämpfen“ (Butler/Laclau, Verwendungen der Gleichheit, S. 242).Google Scholar
  222. 450.
    Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, S. 307. Laclau und Mouffe haben diese durch die Gleichzeitigkeit von Blockade und Ermöglichung geprägte Beziehung einer jeden Identität zu ihrem für sie „konstitutiven Außen“ (Derrida) als Antagonismus bezeichnet und von der traditionellen Konfliktmodellen inhärenten Vorstellungen präkonstituierter Identitäten abgegrenzt (vgl. Dirk Auer, Die Konflikttheorie der Hegemonietheorie, in: Thorsten Bonacker (Hrsg.), Sozialwissenschaftliche Konflikttheorien, Opladen 2002).Google Scholar
  223. 451.
    Mouffe, Inklusion/Exklusion, S. 89.Google Scholar
  224. 452.
    Lefort, Die Frage der Demokratie, S. 295.Google Scholar
  225. 453.
    Lefort, Die Frage der Demokratie, S. 295Google Scholar
  226. 454.
    Vgl. Lübbe, Theorie und Entscheidung, S. 12.Google Scholar
  227. 455.
    Laclau/ Mouffe, Hegemonie und radikale Demokratie, S. 29. Für eine Darstellung des demokratischen Prozesses „[which is] rooted in contestation, struggle, and resistance“ vgl. auch Margaret Kohn, Language, Power, and Persuasion. Toward a Critique of Deliberative Democracy, in: Constellations, Bd. 7, H. 3, 2000.Google Scholar
  228. 456.
    Das ist das bereits im Exkurs zu Teil I diskutierte Argument von Albrecht Wellmer. Vgl. auch Chantal Mouffe, Dekonstruktion, Pragmatismus und die Politik der Demokratie, in: Mouffe (Hrsg.), Dekonstruktion und Pragmatismus. Demokratie, Wahrheit und Vernunft, Wien 1999, S. 27.Google Scholar
  229. 457.
    Mouffe, Inklusion/Exklusion, S. 88.Google Scholar
  230. 458.
    Mouffe, Inklusion/Exklusion, S. 88. Unter diesem Titel lassen sich auch die Arbeiten von William E. Connolly einordnen, die aber nicht wie Mouffe an Carl Schmitt, sondern an Nietzsche und Foucault anschließen. Vgl. u.a. William E. Connolly, Identity\Difference. Democratic negotiations of political paradox, Ithaca 1991.Google Scholar
  231. 459.
    Vgl. Dubiel, Ungewissheit und Politik, S. 9 und 112f.Google Scholar
  232. 460.
    Mouffe, Inklusion/Exklusion, S. 87.Google Scholar
  233. 461.
    Hendley, Putting ourselves up for question, 249.Google Scholar
  234. 462.
    Das Ungleichzeitigkeitsargument, wonach die essentialismuskritischen Effekte der „demokratischen Revolution“ auf semantischer Ebene noch nicht ausreichend zum Tragen gekommen sind, findet sich auch bei Glyn Daly, Post-metaphysical culture and politics: Richard Rorty and Laclau and Mouffe, in: Economy and Society, Bd. 23, H. 2, 1994.Google Scholar
  235. 463.
    Stäheli, Sinnzusammenbrüche, S. 218. Vgl. auch Urs Stäheli, Die Nachträglichkeit der Semantik. Zum Verhältnis von Sozialstruktur und Semantik, in: Soziale Systeme Bd. 4, H. 2, 1998.Google Scholar

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