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Lebenszufriedenheit und Mobilitätsmuster im europäischen Vergleich

  • Stephan Baas
  • Heidrun Mollenkopf
  • Fiorella Marcellini
  • Isto Ruoppila
  • Mart Tacken
  • Zsuzsa Szèman
Part of the Alter(n) und Gesellschaft book series (AUGES, volume 9)

Zusammenfassung

Mobilität im Sinne sozialer Mobilität, also als Freisetzung aus traditionellen Bindungen, als soziale Differenzierung und Individualisierung, wie auch im Sinne zeit-räumlicher Bewegung von Akteuren in einer zunehmend globalisierten Welt, gilt als ein wesentliches Merkmal gesellschaftlicher Modernisierung (vgl. u.a. Burkart 1994; Knie 1997; Tully & Wahler 1996; Rammler 1999). In der soziologischen Diskussion hat dieser Aspekt der Modernisierung sich bisher allerdings — vermutlich angesichts der Attraktivität des motorisierten Individualverkehrs — lediglich in Erklärungsansätzen zur Diffusion des Autos niedergeschlagen. So wird Automobilismus beispielsweise aus kulturtheoretischer Perspektive der Technik-Soziologie betrachtet (Burkart 1994; Kuhm 1997). Im Rahmen ökologisch orientierter Stadtforschung wurde der (negative) Einfluss des immer dominanter werdenden Automobilverkehrs thematisiert (vgl. Friedrichs & Hollaender 1999; Kommission Zukunft Stadt 2000, 1993; Petersen & Schallaböck 1995). Die „Wahlverwandtschaft zwischen Moderne und Mobilität“, von der Rammler (1999: 52f) in Anlehnung an Max Weber spricht, hat zu einer wachsenden Bedeutung von Mobilität in modernen Gesellschaften geführt. Mobilität besitzt demnach einen hohen Stellenwert als gesellschaftlich positiv bewertetes und individuell erstrebenswertes Gut, das neben demokratischen Werten wie Freiheit und Gleichheit auch mobilitätswirksame Werte wie Selbstbestimmtheit und Flexibilität beinhaltet (Rammler 1999: 41; Tully & Wahler 1996: 29).

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Literatur

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2004

Authors and Affiliations

  • Stephan Baas
  • Heidrun Mollenkopf
  • Fiorella Marcellini
  • Isto Ruoppila
  • Mart Tacken
  • Zsuzsa Szèman

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