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Über die individuellen und sozialen Effekte der Flexibilisierung

  • Barbara Rößer

Zusammenfassung

Flexibilisierung beschreibt neben der individuellen und gesellschaftspolitischen Dimension ein Set an Organisations- und Produktionsstrategien, mit dem Antworten auf die Herausforderungen veränderter Gesellschafts- und Wirtschaftsbedingungen gesucht und gegeben werden. Was das Phänomen der Flexibilisierung für die Sozialwissenschaften so interessant macht, ist die Tendenz, Subjektivität nicht weiter unter von außen an das Subjekt herangetragene, starre Anordnungsmuster zu subsununieren, sondern als Voraussetzung individueller Entwicklung zur Geltung zu bringen und als „Quelle“ von Produktivität zu erschließen. In diesem Sinn definiert sich Flexibilisierung als eine Verlagerung des Regulationsmodus auf Subjektivität, ohne damit gleichzeitig konstituierende gesellschaftliche Prinzipien außer Kraft zu setzen1. Flexibilisierung bedeutet damit auch eine Erosion der Grenze zwischen fremdorganisiertem Arbeitshandeln und selbstorganisiertem „subjektivierten Handeln“ (Böhle, 2001; Böhle & Schulze, 1997) oder positiv ausgedrückt: Eine Integration von Subjektivität.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2004

Authors and Affiliations

  • Barbara Rößer

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