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Wie verändert sich die Berufswelt?

  • Bernhard Gill

Zusammenfassung

Warum soll sich eine Lehrerin mit der Veränderung der Berufswelt befassen, zumal dann, wenn sie etwa an der Grundschule lehrt und Ihre Schüler insofern noch sehr weit vom Eintritt in die Berufswelt entfernt sind? Die Schule bereitet in einer Gesellschaft, die ihr Selbstverständnis und die Ehre ihrer Mitglieder ganz wesentlich auf Arbeit gründet, vor allem auf den Beruf vor. Das ist nicht ganz selbstverständlich: In der Vergangenheit waren es eher der Gottesdienst, Sport und Krieg, oder die Pflege von Familienbeziehungen und Freundschaften, die die Position und gesellschaftliche Anerkennung von Männern und Frauen ausmachten und ihre Bildungsziele bestimmten, jedenfalls sofern sie damals überhaupt in den Genuss von Bildung kamen. Erst mit der Einführung der Industriegesellschaft hat der Beruf eine zentrale Bedeutung für gesellschaftliche Positionierung und den Lebensplan der Individuen bekommen — wie es der Name ‘industria’ (lat.) = Fleiß, Mühe, Arbeit schon andeutet (Walther 1990; Meier 1998). Nun scheint auch in der postindustriellen Gesellschaft die zentrale Bedeutung des Berufs keinesfalls — wie manchmal angekündigt (z.B. Gorz 2000) — zu schwinden, sondern sich mit der Einbeziehung des weiblichen Teils der Bevölkerung in die Erwerbsarbeit sogar eher noch zu verstärken und weiter auszubreiten.

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2005

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  • Bernhard Gill

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