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Naturschutzfachliches Monitoring in der Bergbaufolgelandschaft: Erfolgskontrolle und -sicherung der Renaturierungsmaßnahmen

  • Sabine Tischew
  • Hans-Markus Oelerich
  • Jörg Huth
  • Michael Reuter
Chapter

Zusammenfassung

In den vergangenen Jahren wurden umfangreiche Investitionen für den Naturschutz in der Bergbaufolgelandschaft getätigt. Dazu gehören neben der Erarbeitung wissenschaftlicher Grundlagen auch die planerische und gestalterische Umsetzung sowie Zuschüsse für Flächenkäufe. Die langfristige Sicherung des Erfolges dieser Maßnahmen kann nur gewährleistet werden, wenn durch ein nachhaltiges Flächenmanagement für folgende Problemfelder Lösungen gefunden werden:
  • Für naturschutzfachlich wertvolle Bereiche in der Bergbaufolgelandschaft wurden in den Landes-und Schutzgebietsplanungen konkrete Entwicklungsziele formuliert. Teilweise wurden diese Gebiete aufgrund ihrer überregionalen Bedeutung für eine Aufnahme in das Netzwerk NATURA 2000 der Europäischen Union vorgeschlagen. Für viele naturschutzfachlich wertvolle Arten bietet die BFL inzwischen regional und überregional bedeutsame Lebensräume. Die in den nächsten Jahren stattfindende Flutung bzw. der Grundwasserwiederanstieg in den Tagebaurestlöchern werden zu einer komplexen Reaktion der semiaquatischen und terrestrischen Ökosysteme ganzer Regionen der BFL und des angrenzenden unverritzten Umlandes führen. Deshalb muss eine Verifizierung der den Planungen zugrunde liegenden Entwicklungsprognosen nach Grundwasseranstieg bzw. Flutung erfolgen, um gegebenenfalls Planungen effizient und zeitnah modifizieren zu können und negative Entwicklungen auf die naturschutzfachlichen Entwicklungspotenziale der BFL zu verhindern.

  • Ein weiterer Faktor, für dessen Wirkungsintensität in konkreten Bereichen der Bergbaufolgelandschaft bislang kaum Prognosen möglich sind, ist der Grad der zukünftigen Nutzung der naturschutzfachlich wertvollen Gebiete. Zu nennen sind insbesondere der sich regionalspezifisch entwickelnde Tourismus (Natur-, Wildnis-, Badetourismus) und dessen Wechselwirkungen mit der Pflanzen-und Tierwelt. Je nach Störungsintensität, Zerschneidungsgrad oder Trophiegrad der Flächen ist mit negativen Einflüssen auf Populationen oder Zönosen naturschutzfachlich wertvoller Arten zu rechnen. Positive Kopplungseffekte in Bezug auf Naherholungsmöglichkeiten und regionale wirtschaftliche Impulse können dagegen im Rahmen eines sanften Tourismus verstärkt genutzt werden (vgl. BUND 2003).

  • Durch unerwartete oder schwer prognostizierbare Entwicklungen, wie z.B. überregionale Veränderungen von Rast-, Überwinterungs- und Nahrungsgebieten für Wasservögel aufgrund neu entstehender Restseen und Feuchtgebiete, sind Konflikte mit forst- bzw. landwirtschaftlichen Nutzungen oder Baumaßnahmen (Windkraftanlagen, Verkehrswege) sowohl innerhalb der Gebiete als auch durch Randeinflüsse benachbarter Flächen zu erwarten. Für eine fachliche Abstimmung müssen demzufolge aktualisierte Datengrundlagen zu den Entwicklungspotenzialen der Flächen vorhanden sein. In diesen Prozess muss auch die Weiterentwicklung nachhaltiger Landnutzungskonzepte, wie „sanfter Tourismus“, „ökologische Landwirtschaft“ oder „ökologischer Waldbau“ integriert werden.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2004

Authors and Affiliations

  • Sabine Tischew
  • Hans-Markus Oelerich
  • Jörg Huth
  • Michael Reuter

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