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Vermögensaufteilung und Erbrecht bei nichtehelicher Lebensgemeinschaft

  • Ulrike Aichhorn
Part of the Springers Handbücher der Rechtswissenschaft book series (HANDB)

Zusammenfassung

Im Unterschied zur Ehe existiert für die nichteheliche Lebensgemeinschaft keine Legaldefinition. Nach hL und Rspr äußert sich eine (verschieden geschlechtliche) nichteheliche Lebensgemeinschaft darin, dass Personen verschiedenen Geschlechts wie Ehemann und Ehefrau zusammenleben, ohne die Ehe geschlossen zu haben. Die Rechtsprechung hat für das Vorliegen einer Lebensgemeinschaft mehrere Kriterien ausgebildet, nämlich die Eheähnlichkeit, die Wohn-, Wirtschafts- und Geschlechtsgemeinschaft, eine gewisse Dauer der Lebensgemeinschaft und das subjektive Element des „Lebensgemeinschaftswillens“, analog zum Ehewillen (LG Salzburg 13.4.2006, 21 R 104/06z, EFSlg 114.291; LGZ Wien 3.3.1999, 43 R 88/99 f). Die beiden Partner müssen Freud und Leid miteinander teilen und einander Beistand und Dienste leisten (LGZWien 13.2.2007, 44 R 40/07v, EFSlg 117.476). Es muss daher ein Verhältnis vorliegen, das dem typischen Erscheinungsbild des ehelichen Zusammenlebens entspricht.

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Schrifttumsverzeichnis

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© Springer-Verlag/Wien 2010

Authors and Affiliations

  • Ulrike Aichhorn
    • 1
  1. 1.Universität SalzburgSalzburg

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