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Orgasmusreflex

  • Günter Hebenstreit

Zusammenfassung

Als Orgasmusreflex beschreibt Wilhelm Reich eine unwillkürliche Körperbewegung, bei der sich das Kopfund Rumpfende nach vorne einander zu bewegen: „Der Oberkörper zuckt nach vorn, die Mitte des Bauches bleibt ruhig und der Unterkörper zuckt gegen den Oberbauch hin“ (Reich, 1987: 241). Diese einheitliche, organismische Bewegung geht einher mit Strömungsempfindungen (→ Strömung) im Körper. Der Orgasmusreflex tritt dann auf, wenn der Organismus in seinem Energiefluß ungehemmt ist. Dieselbe Reflexbewegung ist am Höhepunkt des Geschlechtsakts zu beobachten, jedoch ist er bei den meisten Menschen durch chronische → Panzerung unterdrückt (Baker, 1980). Da die in der Therapie provozierten Wut- oder Angstaffekte selbst als Abwehrkräfte behandelt werden, erlangt der Patient durch „Herauslösung“ dieser Affekte seine emotionale, sexuelle, und vegetative Beweglichkeit.

Literatur

  1. Baker EF [1967] (1980) Der Mensch in der Falle. München, KöselGoogle Scholar
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  4. Rosenberg JL, Rand ML, Asay D (1996) Körper, Selbst & Seele. Ein Weg zur Integration. Paderborn, JunfermannGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag/Wien 2000

Authors and Affiliations

  • Günter Hebenstreit

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