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„Massaker am Ich“, Rausch, Turbulenz

Kontingente De(kon)struktion von ‹Subjektivität› bei und mit Henri Michaux
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Part of the Edition Voldemeer book series (VOLDEMEER)

Zusammenfassung

Henri Michaux hat als reifer Mensch und in diversen Medialisierungen erfahrener Poet begonnen, mit Meskalin zu experimentieren. Es wird herauszufinden sein, worum es ihm dabei geht. Die Beweggründe liegen — so viel erweist sich schnell als evident — ganz innerhalb der von ihm beschriebenen Erfahrungen, Effekte, der von ihm bilanzierten Resultate und Betrachtungen. Man beliebt, dergleichen Vielfältigkeit und Mehrfachbegabungen heute auch in einen anspruchsvollen Diskurs über ‹intermediale Konstellationen› einzurücken. Und zwar mit guten Gründen. Aber darum geht es hier nicht. Wenig erstaunlich auch, dass die artikulierte und sich in komplexen Zeitrhythmen prozessual begreifende Erfahrung vom Typus der Meskalin-Werke Michaux’ in identischen Betrachtungsfiguren innerhalb von Bildern und Texten verläuft und so in den jeweiligen autonomen Zeichensystemen den Erfahrungsgrund nicht nur präzise artikuliert, sondern diesen immer wieder neu entwickelt. Hier ist nichts abrufbar. Alles bleibt riskant, in der Schwebe, nicht nur an der Grenze, sondern immer diesseits wie jenseits dieser. Worum es sich zentral handelt, ist ein Experimentieren mit dem Subjekt, das nicht nur kontingent ist, sondern das Kontingenz von verschiedenen Seiten her, mittels unentwegt vorläufigen wie vorlaufender Markierungen — eher Verschiebungen als Setzungen —, als dasjenige umschreibt, was das Subjekt als ein durchlöchertes, durchgestrichenes, brüchiges, sich selber problematisches überhaupt erst konstituiert. Damit besetzt Michaux einen strikten Gegenpol zu üblichen Identitätskonzepten.

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Literatur

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© Institut für Theorie (ith) 2008

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