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Die Grenzen des Ackerbaus in Australien und der Inselwelt

  • Fritz Jaeger
Chapter
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Part of the Denkschriften der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft / Mémoires de la Société Helvétique des Sciences Naturelles book series (DSANW, volume 76)

Zusammenfassung

In dem trockenen Kontinent Australien sind nur die feuchteren randlichen Landschaften für den Ackerbau geeignet. Im SW und SO handelt es sich um Weizen, der noch bei einem winterlichen Niederschlag (April bis Oktober) von 250 mm angebaut wird. In Queensland, ausser dem südöstlichsten Stück dieses Staates, handelt es sich um Zuckerrohr und tropisches Obst, doch reicht der Anbau nur vereinzelt bis an die auf unserer Karte gezogene Linie. Diese tatsächlichen Grenzen sind nach Taylor eingezeichnet (73). Merkwürdig ist, dass der Norden, auch in Gebieten, wo der Niederschlag über 1 m beträgt, überhaupt keinen Ackerbau hat. Die Bodenverhältnisse, insbesondere die Lateritkruste, sind hier ungünstig, aber die Flussniederungen würden reichlichen Anbau ermöglichen. Auf Versuchsfarmen der Regierung hat man nicht nur allerlei Gemüsesorten und Futterkräuter angebaut, sondern auch Mais, Wassermelonen und Süsskartoffeln. Gute Erfolge hat man mit tropischen Obstsorten erzielt, mit Apfelsinen, Bananen, Mango, Ananas. Weniger ermutigend waren die Versuche mit Baumwolle, die durch tierische Schädlinge vereitelt wurden. Dagegen sind Reis und Zuckerrohr gut fortgekommen. Es fehlt an Arbeitskräften, das ist der Hauptgrund, weshalb in Nordaustralien kein Anbau vorhanden ist. Den Reisbau könnten Weisse nicht besorgen, weil die Arbeitslöhne zu hoch sind, und Chinesen, die es billiger machen würden, werden durch den «Immigration Restriction Act» nicht ins Land gelassen. Man will Australien als Landreserve für die weisse Rasse freihalten. In Nordaustralien lassen sich aber keine Weissen nieder, weil andere Teile Australiens den Ansiedlern viel günstigere Möglichkeiten bieten. Hier müsste viel schwierigere und zeitraubendere Kultivierungsarbeit geleistet werden und das Klima ist für den Europäer unangenehm und gesundheitsschädlich. Besonders in den fruchtbaren feuchten Niederungen könnten Europäer schwerlich harte Landarbeit verrichten. Es sind also hier wesentlich soziale Gründe, die den Anbau in einem klimatisch dafür geeigneten Gebiet ausschliessen (73a). Nach W. Geisler (74) ist die mögliche Trockengrenze des Ackerbaus eingetragen. Sie geht in den Weizengebieten des Südens nicht viel über die tatsächlich erreichte hinaus. Im N sind bedeutende Teile klimatisch anbaufähig, aber aus den genannten Gründen fehlt der Anbau. Die von Geisler hier angegebene Grenze folgt ungefähr der Linie von 500 mm jährlichen Niederschlags.

Copyright information

© Springer Basel AG 1946

Authors and Affiliations

  • Fritz Jaeger
    • 1
  1. 1.BaselSchweiz

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