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Die Regie

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Zusammenfassung

Peter Brook war einer der entscheidenden Pfeiler der Broadway Aufführung von Dürrenmatts Stück, und er war für den Erfolg ebenso verantwortlich wie die Übertragung durch Maurice Valency.1 Schon früh hatte er seine Begabung unter Beweis gestellt. 1925 geboren hatte er sich während seiner Studien in Oxford in der Regie von Theaterstücken und Filmen erprobt. Bei einem so aufnahmegierigen und begabten jungen Künstler darf es nicht verwundern, dass er, kaum zwanzigjährig, ein so schwierig zu verwirklichendes Stück wie Marlowes Dr. Faustus an den Anfang seiner Laufbahn als Berufsregisseur stellte. Von dieser ersten Feuerprobe an führte der Weg über Stücke der verschiedensten Stiltraditionen zum ersten Erfolg mit Breitenwirkung an der Shakespeare-Bühne in Stratford-on-Avon. Mittlerweile hatte sich sein Name so bewährt, dass Brook es, nun knapp fünfundzwanzigjährig, wagen konnte, mit den besten Kräften des englischen Theaters in London selbst zusammenzuarbeiten. Schon hier zeigte Brook die für ihn eigentümliche Breite in der Auswahl von Stücken.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Den besten Überblick über Peter Brooks Schaffen gibt die Biographie von J. C. Trewin, op. cit. Über weiteres Material, besonders im Zusammenhang mit der Alten Dame am Broadway, siehe die Bibliographie am Ende des Bandes.Google Scholar
  2. 2.
    Zu den geschäftlichen Vereinbarungen, die Brooks Inszenierung nach einem Probelauf durch die englische und amerikanische Provinz an den Broadway brachten, siehe Randolph Goodman, op.cit., p.384ff.Google Scholar
  3. 3.
    Peter Brook hat besonders in seiner frühen Zeit verschiedentlich versucht, Kunst und Kassenerfolg in einen Einklang zu bringen. Siehe hierzu Trewin, op.cit., p. 107ff.Google Scholar
  4. 4.
    Wie sehr sich Übersetzer und Regisseur in ihrem Stückverständnis deckten, zeigt der Aufsatz von Maurice Valency «The Visit - A Modern Tragedy», in Theatre Arts, Mai 1958, p. 17ff.Google Scholar
  5. 5.
    Siehe hierzu den wichtigen Aufsatz von Melvin W. Askew, «Dür-renmatt’s The Visit of the Old Lady», in Tulane Drama Review, Juni 1961,p.89ff.Google Scholar
  6. 6.
    Dürrenmatt selbst hat die Figur der Medea in der Anmerkung zu Der Besuch der alten Dame, op.cit., p. 102, heraufbeschworen.Google Scholar
  7. 7.
    Die amerikanische Germanistik hat immer wieder diese christliche Deutung der Alten Dame unternommen. Siehe hierzu die verschiedenen Eintragungen in der Bibliographie.Google Scholar
  8. 8.
    Zu dieser sprachlichen Demaskierung in der Alten Dame siehe besonders Hans-Jürgen Syberberg, op.cit., p.40ff.Google Scholar
  9. 9.
    «Unauffällig» ist hier das Stichwort. Brook hätte das Leiden Ills und die Passion Christi nie zur Kongruenz gezwungen, wie dies Jenny C. Hortenbachs «Biblical Echoes in Dürrenmatt’s Der Besuch der alten Dame», in Monatshefte, 1965, Bd. 57, Nr.4, p. 145 ff., getan hat.Google Scholar
  10. 10.
    Zur Alten Dame als politische Parabel siehe besonders Charles Humboldt in «Mainstream», September 1958, p.48ff.Google Scholar
  11. 11.
    Brook hat im Gespräch wiederholt auf diese an Ionesco gemahnende Eigenart hingewiesen, das Geschehen unbeirrbar, einer Lawine gleich, dem Höhepunkt entgegenzutreiben.Google Scholar
  12. 12.
    Zu dieser ökonomisch-politischen Seite des Stückes siehe auch Gordon Rogoff, op.cit., p.32.Google Scholar
  13. 13.
    Vgl. hierzu Ulrich Profitlich, op. cit., p. 96 ff.Google Scholar
  14. 14.
    Brook hat seinen Schauspielern mit dem Bild der ihre Opfer hypnotisierenden Schlange zu erklären versucht, wie die alte Dame die Güllener Bürger moralisch lähmte.Google Scholar
  15. 15.
    Zum Zauber dieses Momentes siehe besonders Chris Chase, op.cit., wo der Kritiker zehn seiner eindrucksvollsten Erlebnisse im Theater schildert.Google Scholar
  16. 16.
    Im Gespräch mit den an der Aufführung Beteiligten wurde diese Szene immer wieder genannt. Siehe hierzu auch die Illustration in Theatre World, Spielzeit 1957/58, Philadelphia 1958, p. 111.Google Scholar
  17. 17.
    Zu einer Beschreibung dieser eindrucksvollen Szene sahen sich fast alle Kritiker veranlasst. Siehe hierzu besonders die «New York Herald Tribune» vom 6. Mai 1958.Google Scholar
  18. 18.
    Dürrenmatt hat mir wiederholt bestätigt, dass ihn Peter Brooks Inszenierung trotz den Eingriffen in den Text als in sich geschlossene Aufführung stark beeindruckt habe.Google Scholar
  19. 19.
    Vgl. hierzu Randolph Goodman, op.cit., p.401 ff.Google Scholar

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© Springer Basel AG 1976

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