Advertisement

Farben im Märchen

  • Ursula Burkhard
Chapter
  • 20 Downloads

Zusammenfassung

Noch einmal möchte ich zurückkommen auf den Brief von Bertha Engler. Sie weist darauf hin, wie wichtig Naturbeschreibungen sind für die Bildung von Farbvorstellungen. Die Bücher von Waldemar Bonsels halfen ihr viel dabei. Das sind märchenhafte Dichtungen. Mir sagten einfache Volksmärchen mehr über Farben. Die echten Urbilder dieser Geschichten kommen meinem eigenen Erleben der Umwelt sehr nahe. Wenn ich einen Roman lese, kommt vielleicht darin eine ganz bestimmte Landschaft vor. Lesend kann ich dadurch meine Vorstellungen klären und erweitern. In einem Märchen aber ist alles nur angedeutet, so wie ich es selber auch erlebe. Ein Gebirge hat nicht eine bestimmte Form. Das Märchen spricht von «dem Berg», der hoch ist und erstiegen werden muss. Wie ein Mensch aussieht, wird nicht bis ins kleinste geschildert. Er ist schön, wenn er auch gut ist, oder er erschreckt als Bösewicht durch abgrundtiefe Hässlichkeit, vielleicht auch durch kalte Schönheit, die uns erschauern lässt. Wesen und Erscheinung widersprechen sich nicht. Schönheit ist geprägt von inneren Werten und kann auch nachempfunden werden von dem, der sie ohne Augen aufnimmt.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer Basel AG 1981

Authors and Affiliations

  • Ursula Burkhard

There are no affiliations available

Personalised recommendations