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Holzkunde pp 173-206 | Cite as

Gefügtes Holzmaterial

  • Hans Heinrich Bosshard
Part of the Reihe der Experimentellen Biologie book series (LMW, volume 20)

Zusammenfassung

Der Ausdruck ‹gefügtes Holzmaterial› muss begründet werden: Im Gegensatz zu dem massiven Holz, dem seine eigenen Bindekräfte in allen dimensionellen Grössenordnungen belassen werden, wird in der Herstellung von gefügten Holzmaterialien das Vollholz zerlegt in Lamellen oder in Späne und in der einen oder anderen Art mit Hilfe von holzfremden Bindemitteln zu Werkstoffen verarbeitet. In Richtung der abnehmenden Teilgrösse der Holzkomponente steigt der Grad der Homogenisierung. Und darin liegt der Grundgedanke, den mehr oder weniger nachteiligen Eigenschaften des Holzes, die in erster Linie im Anisotropen der Struktur gründen, durch gesteuerte oder zufällige Vielfalt im Integrieren der Holzpartikel zu begegnen. Jeder Werkstoff hat seine eigene ‹Technologie›, um dieses Modewort hier auch einmal zu verwenden. Die holzkundliche Betrachtungsweise will diesen verfahrenstechnischen Aspekten keineswegs ganz aus dem Wege gehen, sie könnte ihren Auftrag aber nicht erfüllen, wenn darauf der Hauptakzent gesetzt würde. Das Werkstofftechnologische gehört in die Hände der Technologen; der Holzkundler muss in Hinsicht auf die gefügten Holzmaterialien die Aspekte der Holzbearbeitung und Holzverwertung von der Holznatur des Rohstoffes aus betrachten und versuchen, die inneren Zusammenhänge herauszuarbeiten, die dem Wesen des Holzes zuzuschreiben sind und die Eigenschaften der Werkstoffe ausmachen. In diesem Sinne soll vor allem dem Forstmann Zugang verschafft werden zu den gefügten Holzmaterialien: dem Holzleimbauelement, der Tischlerplatte, der Furnierplatte, der Spanplatte und der Mineralstoffplatte. Für den zukünftigen Technologen wird damit die Grundlage seiner speziellen Ausbildung vorbereitet, und der Praktiker in irgendeiner Sparte des holzverarbeitenden Gewerbes mag aus dem Dargelegten seine persönlichen Erfahrungen im Umgang mit den Werkstoffen besser verstehen lernen.

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Copyright information

© Springer Basel AG 1984

Authors and Affiliations

  • Hans Heinrich Bosshard
    • 1
  1. 1.Eidgenössischen Technischen HochschuleZürichSchweiz

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