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Schwangerschaftsabbruch

Zusammenfassung

Mit dem Schwangeren- und Familienhilfeänderungsgesetz (SFHÄndG, vom 21.08.1995, BGBl. I S. 1050) traten die derzeit geltenden gesetzlichen Bestimmungen zum Schwangerschaftsabbruch in Kraft. Danach ist ein Abbruch aus medizinischer und kriminologischer Indikation nicht rechtswidrig, eine sog. embryopathische Indikation ist nicht mehr vorgesehen, die medizinisch-soziale Indikation des § 218a Abs.2 StGB wird als „Auffangtatbestand“ interpretiert.

Übersteigt in einer besonderen Ausnahmesituation das Austragen des Kindes für die Schwangere die zumutbare Opfergrenze, so handelt es sich um einen zwar rechtswidrigen, aber straffreien („tatbestandslosen“) Abbruch, der nur nach vorangegangener Schwangerschaftskonfliktberatung gemäß § 219 StGB zulässig ist. Neben dem operativen Schwangerschaftsabbruch kommt auch der medikamentöse Abbruch mit Mifepristone (Mifegyne; RU 486) in Betracht. Fälle von illegalem Schwangerschaftsabbruch kommen dennoch vor.

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© Springer Medizin Verlag Heidelberg 2006

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