Advertisement

Aufklärung und Einwilligung

Zusammenfassung

Das Selbstbestimmungsrecht des Patienten verlangt zu einem frühen Zeitpunkt eine ordnungsgemäße Aufklärung. Das Ausmaß der Aufklärung richtet sich nach der Intensität und Dringlichkeit der Maßnahme. Dies gilt grundsätzlich auch für minderjährige Patienten, für Tumorpatienten und für Patienten, bei denen die Aufklärung eine zusätzliche Belastung bedeuten kann, aber auch für Psychiatrie-Patienten. Aus medizinischer Indikation auf eine adäquate Aufklärung zu verzichten, ist nur in seltenen Fällen zulässig. Einem Aufklärungsformular kommt nur eine gewisse Indizwirkung zu.

Besonders problematisch ist die Frage der unerwarteten Operationserweiterung. Ein Aufklärungsverzicht durch den Patienten erfordert trotzdem vor jedem neuen Behandlungsschritt die regelmäßige Nachfrage beim Patienten, ob er nunmehr eine Aufklärung wünsche.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Ausgewählte Literatur

  1. Andreas M, Debong B (1997) Thromboseprophylaxe bei Gehgips — Aufklärung über Risiken und Behandlungsalternativen. Arztrecht: 155 ff.Google Scholar
  2. Aulbert E, Niederle E (Hrsg.) (1990) Die Lebensqualität des chronisch Kranken. Thieme, StuttgartGoogle Scholar
  3. Dettmeyer R, Madea B (1998) Intraoperative Schnellschnitt-Untersuchungen — Problematik bei der Patientenaufklärung, Gynäkologe: 808–810Google Scholar
  4. Dettmeyer R, Madea B (1998) Zur Aufklärungsproblematik bei geplanten intraoperativen Schnellschnitt-Untersuchungen und intraoperativen Zufallsbefunden mit Operationserweiterung. MedR: 247 ff.Google Scholar
  5. Herrmann J (1988) Soll ein Krebspatient über seine Diagnose aufgeklärt werden? MedR: 1 ff.Google Scholar
  6. Hoppe JF (1998) Der Zeitpunkt der Aufklärung des Patienten — Konsequenzen der neuen Rechtsprechung. NJW: 782–787Google Scholar
  7. Jungbecker R (1990) Die formularmäßige Operationsaufklärung und-einwilligung. MedR: 173 ff.Google Scholar
  8. Kauer C (2000) Ärztlicher Heileingriff, Einwilligung und Aufklärung — Überzogene Anforderungen an den Arzt? In: Roxin C, Schroth U (Hrsg) Medizinstrafrecht. Boorberg, StuttgartGoogle Scholar
  9. Köhle K, Simons C, Kubanek B (1986) Zum Umgang mit unheilbar Kranken. In: Uexküll T (Hrsg) Psychosomatische Medizin. Urban & Schwarzenberg, MünchenGoogle Scholar
  10. Ludolph E (1988) Das Aufklärungsrisiko bei der Sofortversorgung aus unfallchirurgischer Sicht. MedR: 120 ff.Google Scholar
  11. Maio G (1999) Den Patienten aufklären — aber wie? Zur Ethik und Theorie des Aufklärungsgesprächs. Anästh Intensivmed Notfallmed Schmerzther 34: 396 f.Google Scholar
  12. Niederle N, Aulbert E (Hrsg) (1987) Der Krebskranke und sein Umfeld. Thieme, Stuttgart 1987Google Scholar
  13. Pannek HW, Oppel F, Wolf P (2001) Die Patientenaufklärung vor epilepsiechirurgischen Operationen (Wahleingriffen). Arztrecht: 200–205.Google Scholar
  14. Pflüger F (2000) Patientenaufklärung über Behandlungsqualität und Versorgungsstrukturen — Erweiterte Haftungsrisiken für Arzt und Krankenhaus? MedR: 6 ff.Google Scholar
  15. Rieger HJ (1997) Nachweis erfolgter Patientenaufklärung durch den Arzt. Dtsch Med Wochenschr 122: 1055 ff.Google Scholar
  16. Rieger HJ (1996) Pflicht zur Aufklärung über Unverträglichkeitsrisiken bei der Gabe von Medikamenten. Dtsch Med Wochenschr 121: 997 ff.Google Scholar
  17. Rieger HJ (1999) Verletzung der wirtschaftlichen Aufklärungs-und Dokumentationspflicht durch den behandelnden Arzt. Dtsch Med Wochenschr 124: 1468 f.Google Scholar
  18. Rieger HJ (2001) Ersetzt der Beipackzettel die Aufklärung des Patienten durch den Arzt? Dtsch Med Wochenschr 126: 896–897PubMedCrossRefGoogle Scholar
  19. Rixen St, Höfling W, Kuhlmann W, Westhofen M (2003) Zum rechtlichen Schutz der Patientenautonomie in der ressourcenintensiven Hochleistungsmedizin: Vorschläge zur Neustrukturierung des Aufklärungsgesprächs. MedR: 191–194Google Scholar
  20. Roßner HJ (1990) Verzicht des Patienten auf eine Aufklärung durch den Arzt. NJW: 2291 ff.Google Scholar
  21. Roter DL, Hall JA, Kern DE, Barker LR, Cole KA, Roca RP (1995) Improving physicians’ interviewing skills and reducing patients’ emotional distress. Arch Intern Med 155: 1877–1884PubMedCrossRefGoogle Scholar
  22. Schaffer W (1993) Die Aufklärungspflicht des Arztes bei invasiven medizinischen Maßnahmen. VersR: 1458 ff.Google Scholar
  23. Schelling P (2004) Die Pflicht des Arztes zur wirtschaftlichen Aufklärung im Lichte zunehmender ökonomischer Zwänge im Gesundheitswesen. MedR: 422–429Google Scholar
  24. Schlund GH (1989) Die ärztliche Aufklärung im Spannungsfeld der Gerichte und der Ärzteschaft. Gynäkologe 22: 344 ff.Google Scholar
  25. Schlund GH (2004) Umfang und Grenzen der ärztlichen Aufklärungspflicht. Arztrecht: 32–41Google Scholar
  26. Scholz R (1996) Zur Arzthaftung bei Verletzung der Aufklärungspflicht. MDR: 649 ff.Google Scholar
  27. Schumacher A, Volkenandt M, Koch OM (1998) Zur ärztlichen Aufklärung von Patienten mit bösartigen Erkrankungen. Dtsch Med Wochenschr 123: 573 ff.Google Scholar
  28. Stamer U, Wulf H, Hoeft A, Biermann E (2000) Geburtshilfliche Epiduralanalgesie: Aufklärung und Dokumentation. Anästh Intensivmed 41: 104–112Google Scholar
  29. Ulsenheimer K (1995) Perioperative Risikofaktoren aus juristischer Sicht und Patientenaufklärung. Gynäkologe 28: 117 ff.Google Scholar
  30. Vollmann J, Helmchen H (1997) Aufklärung und Einwilligung (Informed Consent) in der klinischen Praxis. Dtsch Med Wochenschr 122: 870 ff.Google Scholar
  31. Weißauer W (1989) Ist eine Stufenaufklärung sinnvoll? Gynäkologe 22: 349 ff.Google Scholar
  32. Wertenbruch J (1995) Der Zeitpunkt der Patientenaufklärung. MedR: 306 ff.Google Scholar
  33. Wertenbruch J (1993) Die Aufklärung über das intraoperative Schnellschnittverfahren bei Tumoroperationen. MedR: 457 ff.Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag Heidelberg 2006

Personalised recommendations