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Betäubungsmittelrecht und Substitutionstherapie

Zusammenfassung

Die Substitution von Heroinabhängigen mit Methadon wurde erstmals in den 1960er Jahren in New York erfolgreich eingesetzt, seit 1988 auch in der Bundesrepublik Deutschland. Größere Evaluationsstudien bestätigen für die Mehrheit der Patienten positive Effekte, u. a. auf das Konsumverhalten, die soziale Integration der Drogenabhängigen sowie den körperlichen und psychischen Zustand, wenn die pharmakologische Therapie mit einer psychosozialen Betreuung verbunden wird.

Allerdings wird seit Jahren über vermehrte Todesfälle unter der Methadon-Substitution berichtet, auch über eine mangelnde Compliance der Patienten, die häufig Beikonsum betreiben. Die eine ambulante Substitution durchführenden Ärztinnen und Ärzte sehen sich wenigstens teilweise staatsanwaltschaftlichen Vorwürfen ausgesetzt, wenn die rechtlichen Bestimmungen nicht exakt eingehalten werden. In Modellversuchen ist in den letzten Jahren die Heroinsubstitution hinzugekommen.

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