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Der ‚Transcendentale Schein‘ als der Kantische Ort des Allheitsproblems

  • Eugen Fink

Zusammenfassung

Kants Drei-Teilung der Gesamtwirklichkeit ist nach ihrem Bestand leicht anzugeben: es ist die endliche Vernunft, die Gesamtheit aller Erscheinungen und der Inbegriff aller Dinge an sich. Doch viel schwerer ist es, diese „Einteilung“ in ihrer grundsätzlichen Bedeutsamkeit nachzuverstehen. Denn hier liegt nicht einfach einer der systematischen Entwürfe vor, in denen der denkende Menschengeist seit je das Chaos der uns umdrängenden Umwelt zu „ordnen“ versucht hat. Bereits der Mythos gibt die Weltgegenden an: die Himmelshöhe als den Ort der lichten Götter, das pfadlose Meer und die unzugängliche Erdtiefe als Wohnort der „unteren“ dunklen Götter der Nacht und des Todes, das von der Erdtiefe getragene, vom Meer umgürtete und vom Himmel überblaute Land als die Stätte der sterblichen Menschen. Und auch das vom Mythos sich lösende freie Denken erstrebt eine „Orientierung“, einen Einblick in die Lage des Menschen inmitten des vielzähligen und vielgearteten Seienden. Ein solcher Einblick wird als Überblick gesucht. Nun ist aber der Mensch so sehr hineingestellt in das Gedränge und Gewimmel der vergänglichen Dinge, so sehr benommen von ihrem Zudrang, ihrer Lockung und ihrem Reiz, — dem Nutzbaren und Annehmlichen zugewandt, in Begierden, Trieben und sinnlichen Notdürften ans Genießbare gefesselt, in seiner Werktätigkeit und Planung ans Nächstliegende und Übernächste gebunden, in Liebe und Haß mit den Mitmenschen verflochten, daß eine „Überschau“ uns fast unmöglich wird.

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© Springer Science+Business Media Dordrecht 1959

Authors and Affiliations

  • Eugen Fink

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