Aristoteles: Physis und Weltproblem Ausgang Beim Innerweltlich Seienden Ontologische Genealogie der Endlichen Dinge
Zusammenfassung
Der Stil der aristotelischen Spekulation ist dadurch charakterisiert, daß das Denken bei aller hintergründigen Tiefe anscheinend vordergründig gebunden bleibt an das unmittelbare „Phänomen“, an das, was sich von ihm selbst her zeigt. Die Sache selbst hat offenbar die Führung. Ihr unterstellt sich der auslegende Gedanke. Er sichert sich dadurch vor der immer drohenden Gefahr, in das Leere des bloß Ausgedachten zu fallen. An der Sache, an die er sich bindet, gewinnt er Boden und Stand. Der Ausgang vom Phänomen verschafft ihm eine unabstreitbare Bodenständigkeit. Wie immer auch die Auslegung über die Unmittelbarkeit des Phänomens hinausgehen mag, — wie immer sie sich in Schwierigkeiten und Ungereimtheiten festfahren mag, sie hat doch ständig die Möglichkeit, zum Ausgang zurückzukehren und erneut von dort aus die „Interpretation” des Phänomens zu versuchen. Diese Möglichkeit der offen gehaltenen Rückkehr zur Sache selbst bestimmt den Sinn der aporetischen Methode des Aristoteles; die Aporien, „Weglosigkeiten“, sind nicht müßig ausgedachte, gleichsam spielerische Verlegenheiten, die der Autor nur dem Leser bereitet, um ihn zu verwirren und endlich ihm die eigene Lösung der Probleme aufzureden; die Aporetik ist kein pädagogischer Kunstgriff.
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