Zusammenfassung
Fast alle Kant-Interpretationen erkennen an, daß die Absicht, mit welcher Kant die „Kritik der reinen Vernunft” geschrieben hat, nicht nur in der Grundlegung der Naturwissenschaft, sondern auch in der Ausschließung der bisherigen dogmatischen Metaphysik und in der Stiftung der wahren Metaphysik liegt. Aber es ist auch ohne Zweifel klar, daß eines von den größen Zielen der „Kritik der reinen Vernunft,” besonders der Aesthetik und Analytik, die Grundlegung der Mathematik und Naturwissenschaft ist. Das ist besonders klar in den „Prolegomena.” Nun aber war die Mathematik in der Zeit Kants die Mathematik, welche von Euler und Lambert etc. verstehen wurde, und die Naturwissenschaft war die, welche Galilei und Newton vertraten. Also ist Kants Grundlegung der Naturwissenschaft ganz sinnlos oder falsch in unserer Zeit der modernen Physik, worin die Nicht-Euklidische Geometrie an die Stelle der damaligen Euklidischen Geometrie, welche nach dem Axiomsystem von Euklid die Theorie des dreimensionalen Raumes war, getreten ist, oder, worin das Elektromagnetischen Naturbild von Faraday und Maxwell an die Stelle des mechanischen Naturbildes von Galilei und Newton getreten ist, oder in einer Zeit, worin Relativitätstheorie und Quantentheorie Mittelpunkt der Diskussion sind? Dieses Problem will ich nun in Kürze erörtern.
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Referenzen
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