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Zusammenfassung

Die Psychologie der vergangenen Jahrzehnte hatte dem Problem der Aufmerksamkeit sehr viele Bemühungen, theoretische und experimentelle1), zugewandt. Aber sie hatte hierbei bis vor kurzem fast ausschliesslich die gegenständliche Seite des Problems beachtet, d.h. die Bewusstseinsbeschaffenheit der Inhalte, die von der Aufmerksamkeit erfasst werden. Oft wurde hierbei sogar die Meinung laut: Aufmerksamkeit sei nichts anderes als gesteigerte Klarheit und Deutlichkeit psychischer Inhalte. — Eine weitere Verengung erfuhr die Theorie dadurch, dass man als „Gegenstände” der Aufmerksamkeit vornehmlich Sinnesreize, Wahrnehmungsgestalten und Bedeutungsgehalte(z.B. von Wörtern, Sätzen, Bildern) berücksichtigte; man kannte also fast nur die betrachtende Aufmerksamkeit. Hierdurch erhielt der gesamte Tatbestand etwas Statisches, ja Lebloses.

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Referenzen

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    Monographieen von Dürr, Henning, Geissler, Mann u.a.Google Scholar
  2. 2.
    Diese Doppelbestimmung ist zuerst von Alfred Mann deutlich herausgestellt worden, mit den Bezeichnungen „Attention,” „Konzentration.” Doch ist der Ausdruck „Attention” für ein Teilmerkmal der Aufmerksamkeit unzweckmäfsig, da dieses Wort in anderen Sprachen die Aufmerksamkeit im ganzen bezeichnet.Google Scholar
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    Die hierfür verwandten Apparate heissen „Tachistoskope”. Sie ermöglichen die Herstellung einer ausserordentlich kurzen Expositionsdauer, die messbar variiert werden kann.Google Scholar
  4. 1.
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    Diese körperlichen Spannungen werden in gewissen Spannungsempfindungen bewusst, die daher Begleiterscheinungen jedes Aufmerksamkeits-erlebnisses bilden. Doch ist meiner Uberzeugung nach diesen Spannungsempfindungen von Seiten mancher früherer Psychologen eine zu grosse Bedeutung beigemessen worden.Google Scholar
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    Diese Polarität ist derjenigen verwandt, die wir oben (S. 654) als den Gegensatz von besonders intensiver Bewusstheit und Unbewusstheit beschrieben hatten.Google Scholar
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    Vgl. hierzu auch S. 353.Google Scholar
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Copyright information

© Martinus Nijhoff, The Hague, Holland 1935

Authors and Affiliations

  • William Stern
    • 1
  1. 1.z.Z. Duke UniversityHamburg, Durnham N.C.Deutschland

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