Das Grundverhältnis von Bewusstsein und Welt

  • Karl Schuhmann
Part of the Phænomenologica book series (PHAE, volume 42)

Zusammenfassung

Der innerweltliche Dingbezug des Bewußtseins bildet die Grundgegebenheit der Phänomenologie. Dieser Dingbezug hat nicht allein das bloße Insein des Ich in der Welt zur Voraussetzung, sondern vielmehr dies, daß das Ich seines Inseins bewußt ist. Damit ist für das Dingbewußtsein das Bewußtsein des Ich von seiner Endlichkeit im allgemeinen bzw. von seiner Leiblichkeit im besonderen konstitutiv. Die Realweltform ist darum ursprünglich nicht die Eigenschaft der Dinge, in raumzeitlich-kausalem Zusammenhang zu stehen, sondern ihr voraus die Form, unter der das Bewußtsein seiner selbst bewußt ist. Welt ist deswegen zugleich die Form des Wahrnehmens wie auch des Wahrgenommenen, weil das usprünglich Wahrgenommene das Wahrnehmen selbst ist — eben das Bewußtsein als innerweltliche Gegebenheit. Das erste dingerfassende Wahrnehmen ist Wahrnehmung des Eigenleibes, der Selbstrealisation des Bewußtseins1. Von ihr hängt alle Dingwahrnehmung ihrem allgemeinen Stil wie auch ihrer Wirklichkeit nach ab. Wie von der Generalthesis, müssen wir demnach auch vom Leibbewußtsein sagen, daß es sowohl „Leistung“ des Bewußtseins ist wie auch etwas einfachhin Vorgefundenes: die „Realisierung des Bewußtseins“ (103) ist Leistung einer Apperzeption -allerdings einer „eigenartigen“ (104).

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© Martinus Nijhoff, The Hague, Netherlands 1971

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  • Karl Schuhmann

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