Ärzte, Gesundheitswesen und Wohlfahrtsstaat pp 106-110 | Cite as
Das ärztliche Selbstverständnis. Zusammenfassende Bemerkungen zur Selbstdarstellung von Arztberuf und Ärztestand in der Weimarer Republik
Zusammenfassung
Für die in langen Auseinandersetzungen seit der Mitte des 19. Jahrhunderts erkämpfte Sonderstellung des Arztes in der Gesellschaft schien die Weimarer Republik kein Garant zu sein. Die „Sozialisierung des Heilwesens“, die das Erfurter Programm der SPD von 1891 forderte, wurde nach der Novemberrevolution 1918/19 zu einer konkret empfundenen Bedrohung, denn in der Folge erlangten Vertreter dieser Partei Regierungsverantwortung. Zwar wurde das Reichsarbeitsministerium, das für die Regelung der Beziehungen zwischen Ärzten und Krankenkassen zuständig war, durch die Weimarer Jahre hindurch kontinuierlich von dem Zentrumsmitglied Brauns geleitet, aber insgesamt hatten sowohl die Sozialdemokratie wie auch die mit ihnen und den Gewerkschaften personell verflochtenen Krankenkassenverwaltungen in der Republik eine starke Aufwertung erfahren.
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