Advertisement

Die Totalitarismustheorie und der Begriff der “totalitären Diktatur

  • Friedrich Pohlmann
Chapter
Part of the Freiburger Arbeiten zur Soziologie der Diktatur book series (FASD)

Zusammenfassung

Es ist bekannt, wie umstritten die Verwendung eines — Nationalsozialismus und Sowjetkommunismus- “analogisierenden” Totalitarismusbegriffs ist. Die Kritik hat sich immer an sehr unterschiedlichen Aspekten entzündet, wobei manchmal auch die Gefahr einer gewissen “definitorischen Überdehnung” (Funke, in Löw 1988, 45) des Begriffs angesprochen wurde. Eine derartige “Überdehnung” liegt meines Erachtens vor, wenn man zum Beispiel die Honnecker-Ära der DDR als “totalitär” bezeichnet. Nach dem Merkmalssyndrom, das ich entwickeln werde, befanden sich die “real existierenden” sozialistischen Staaten bereits lange vor ihrem Zusammenbruch in einer posttotalitären Phase, und keines der von der Sowjetunion etablierten Satellitensysteme ist jemals “totalitäre Diktatur” in dem Sinne wie diese selbst gewesen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. H. Arendt: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Frankfurt 1962.Google Scholar
  2. M. Bach: Die charismatischen Führerdiktaturen. Baden-Baden 1990.Google Scholar
  3. U. Backes: Totalitarismus — ein Phänomen des 20. Jahrhunderts? In: Th. Nipperdey u.a. (Hg.), Weltbürgerkrieg der Ideologien. Antworten an Ernst Nolte. Frankfurt/Berlin 1993.Google Scholar
  4. F. Borkenau: The Totalitarian Enemy. London 1940.Google Scholar
  5. D. Bracher: Zeitgeschichtliche Kontroversen um Faschismus, Totalitarismus, Dennokratie. München 1976.Google Scholar
  6. Broszat: Der Staat Hitlers. München 1969.Google Scholar
  7. R. Dahrendorf: Betrachtungen über die Revolution in Europa. Stuttgart 1990.Google Scholar
  8. J. C. Fest: Der zerstörte Traum. Berlin 1991.Google Scholar
  9. E. Fraenkel: Der Doppelstaat. Frankfurt 1984.Google Scholar
  10. C. J. Friedrich: Totalitäre Diktatur. Stuttgart 1957.Google Scholar
  11. M. Funke: Erfahrung und Aktualität des Totalitarismus — Zur definitorischen Sicherung eines umstrittenen Begriffs moderner Herrschaftslehre, in: K. Löw (Hg.), Totalitarismus. Berlin/München 1988.Google Scholar
  12. M. Jänicke: Totalitäre Herrschaft. Berlin 1971.Google Scholar
  13. I. Kershaw: Der NS-Staat. Reinbek bei Hamburg 1988.Google Scholar
  14. Kolakowski: Die Hauptströmungen des Marxismus, Bd. 2. München/Zürich 1977.Google Scholar
  15. R. Kühnl: Faschismustheorien. Reinbek bei Hamburg 1979.Google Scholar
  16. H. J. Lieber: Ideologie. Paderborn 1985.Google Scholar
  17. H. Mommsen: Nationalsozialismus oder Hitlerismus, in: W. Wippermann (Hg.), Kontroversen um Hitler. Frankfurt 1986.Google Scholar
  18. E. Nolte (h.), Theorien über den Faschismus. Königstein 1979.Google Scholar
  19. L. Nowak: E Model of Socialist Society, in: Studies in Soviet Theoght 34.Google Scholar
  20. F. Pohlmann: Ideologie und Terror im Nationalsozialismus. Pfaffenweiler 1992.Google Scholar
  21. K. Popper: Der Zauber Platons. Bern 1957.Google Scholar
  22. A. Siegel: Die Dynamik des Terrors im Stalinismus. Pfaffenweiler 1992.Google Scholar
  23. K. D. Bracher, W. Sauer, H. Schulz: Die nationalsozialistische Machtergreifung. Opladen 1962.Google Scholar
  24. J. L. Talmon: The Origins of Totalitarian Democracy. London 1961.Google Scholar
  25. W. Wippermann: Faschismustheorien. Darmstadt 1975.Google Scholar

Copyright information

© Centaurus Verlag & Media UG 1995

Authors and Affiliations

  • Friedrich Pohlmann

There are no affiliations available

Personalised recommendations