… die im Dunkeln sieht man nicht pp 280-298 | Cite as
Identitätspolitik zwischen kosmopolitischer Euphorie und fremdenfeindlicher Ausgrenzung
Zusammenfassung
Als Georg Wagner 1987 sein Buch „Der rationale Wahn. Nuklearaggression und Abwehrsystem“ veröffentlichte, stand er ganz unter dem Eindruck der gerade zurückliegenden neuen Schraube der Nuklearabschreckung, die — trotz einer für die Bundesrepublik beispiellosen — Protestwelle eine weitere Eskalation genozidaler Waffenpotentiale brachte. Die Implosion der Blockbildung in Europa, vor allem den völligen Zusammenbruch des staatssozialitischen Systems, hat zu diesem Zeitpunkt niemand voraussehen können. Vor allem auch die zerstörerischen Potentiale, die durch die Überwindung der Blockbildung ausgelöst und sichtbar geworden sind (von ethnisch begründeten Kriegen im ehemaligen Jugoslawien, zu den überall aufflackernden mörderischen Konflikten im Gebiet der ehemaligen Sowjetunion und nicht zuletzt auch bis zu den terroristischen Gewalteskalationen und den weltweiten kriegerischen Brutalitäten), haben uns sehr schnell von der Illusion befreit, dass nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes das kriegerische Bedrohungspotential, das die Signatur des 20. Jahrhunderts bestimmt hatte, unter Kontrolle einer neuen internationalen Friedensordnung verschwinden würde.
Preview
Unable to display preview. Download preview PDF.
Literatur
- Bauman Z. (1996). Glokalisierung oder: Was für die einen Globalisierung, ist für die anderen Lokalisierung. Das Argument 217, 38, 653–664.Google Scholar
- Bauman Z. (1998). Vom Pilger zum Touristen — Postmoderne Identitätsprojekte. In: Keupp H. (Hrsg.). Der Mensch als soziales Wesen. München: Piper, 295–300.Google Scholar
- Bauman Z. (1999). Unbehagen in der Postmoderne. Hamburg: Hamburger Edition.Google Scholar
- Beck U. (2004). Der kosmopolitische Blick oder Krieg ist Frieden. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
- Castells M. (1997). The power of identity. Vol. II von The information age: Economy, society and culture. Oxford: Blackwell. (dt. 2002).Google Scholar
- Elias N. (1976). Der Prozess der Zivilisation. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
- Feuchtwanger L. (1932): Psalm des Weltbürgers. In: Feuchtwanger L.: Der jüdische Krieg, Berlin: Propyläen.Google Scholar
- Feuchtwanger L. (1984): Der historische Prozeß der Juden. In Feuchtwanger L.: Ein Buch nur für meine Freunde, Frankfurt a. M.: Fischer.Google Scholar
- Feuchtwanger L. (1993): Erfolg. Drei Jahre Geschichte einer Provinz. Berlin: Fischer.Google Scholar
- Fromm E. (1966). Die Furcht vor der Freiheit. Frankfurt a. M.: Europäische Verlagsanstalt.Google Scholar
- Giddens A. (2001). Entfesselte Welt. Wie die Globalisierung unser Leben verändert. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
- Heitmeyer W. (2003). Feindselige Normalität. Die ZEIT, 11. Dezember.Google Scholar
- Mann T. (1990). Betrachtungen eines Unpolitischen. In: Reden und Aufsätze. Gesammelte Werke, Bd. XII. Frankfurt a. M.: Fischer.Google Scholar
- Marx K. & Engels F. (1848). Manifest der Kommunistischen Partei. In: Marx K. & Engels F., Ausgewählte Schriften. Band I. Berlin (DDR): Dietz-Verlag 1966, 17–57.Google Scholar
- Safranski R. (2003). Wie viel Globalisierung verträgt der Mensch? München: Hanser.Google Scholar
- Thielking S. (2000). Weltbürgertum: kosmopolitische Ideen in Literatur und politischer Publizistik seit dem achtzehnten Jahrhundert. München: Fink.Google Scholar
- Toulmin S. (1991). Kosmopolis. Die unerkannten Aufgaben der Moderne. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
- Wagner G. (1987). Der rationale Wahn. Nuklearaggression und Abwehrsystem. Frankfurt a. M.: Fischer.Google Scholar