Die Rahmenbedingungen des Handelns der Fraktionen des 1946 gewählten Landtags

Auszug

Das Territorium Sachsen-Anhalts war seit dem 8. Mai 1945 nicht allein der alliierten Besatzungspolitik unterworfen, sondern unterlag insbesondere dem Einfluß der sowjetischen Herrschaft160, die ihre Interessen durchsetzen wollte und konnte und deshalb wie keine andere Größe die Konstruktion und Konstellation der Handlungsspielräume und schließlich das Handeln der Fraktionen prägte.

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Literatur

  1. 159.
    Schöneburg 1983, S. 116Google Scholar
  2. 160.
    Vollständig sowjetisch verwaltet war dieses Gebiet erst Ende bzw. Anfang Juli 1945. Am Ende des Zweiten Weltkrieges war der westliche Teil bis zur Elbe-Mulde-Linie von der 9. US-Armee und der östliche durch Einheiten der 1.Belorussischen und der 1.Ukrainischen Armee besetzt. Die US-Besetzung bestand nicht überall, ein Teil Sachsen-Anhalts war zeitweise auch unter britischer Besatzung, vgl. Tullner 1996, S. 7 ff.; Lukas, Richard. Zehn Jahre Sowjetische Besatzungszone. Düsseldorf u.a. 1955, S. 12Google Scholar
  3. 161.
    Zu den Gemeinsamkeiten und Konflikten der Besatzer vgl. Kleßmann, Christoph. Die doppelte Staatsgründung. Deutsche Geschichte 1945–1955. Bonn 1991, S. 66 ff.; Pfetsch, Frank R. Die Außenpolitik der Bundesrepublik 1949–1992. München 1993, S. 121 ff.Google Scholar
  4. 162.
    Vgl. Pfetsch 1993, S. 128 ff.Google Scholar
  5. 163.
    Zu den Konferenzen vgl. Fischer, Alexander (Hrsg.). Teheran, Jalta, Potsdam. Die sowjetischen Protokolle von den Kriegskonferenzen der »Großen Drei«. Köln 1985; Niehuss, Merith; Lindner, Ulrike. Deutsche Geschichte in Quellen und Darstellung. Band 10. Besatzungszeit, Bundesrepublik, DDR 1945–1969. Stuttgart 1998Google Scholar
  6. 164.
    Gebietsveränderungen betrafen die Westverlegung Polens unter Ausweitung des sowjetischen Machtbereichs auf polnische Gebiete. Auf der Potsdamer Konferenz (17. Juli bis 2. August 1945) erfolgte die endgültige Aufteilung in vier Besatzungszonen. Die Reparationen entwickelten sich im Verlauf von Teheran bis Potsdam immer deutlicher zu Streitthemen zwischen UdSSR und Westmächten, vgl. Helwig/ Spittmann 1989, S. 31; Laufer, Jochen. Konfrontation oder Kooperation ? In: Fischer, Alexander (Hrsg.). Studien zur Geschichte der SBZ/ DDR. Berlin 1993, S. 62 ff.; Weber Hermann. Dokumente DDR. München 1987, S. 17Google Scholar
  7. 166.
    Die Schaffung eines Einheitsblocks ging auf ein Konzept der KPD aus der Vorkriegszeit zurück. Damals suchte die KPD ein Bündnis mit anderen politischen Kräften gegen den Nationalsozialismus. Der Block der antifaschistischen Parteien in der SBZ wurde am 14.7.1945 gegründet. Blockausschüsse existierten auf allen Ebenen — von der zonalen bis hinunter zur Ortsebene. Die Parteien sollten auf der Grundlage der wechselseitigen Akzeptanz und Achtung miteinander arbeiten, vgl. Weber, Hermann. Die DDR Grundriß der Geschichte 1945–1990. Hannover 1991, S. 26; Kap. 1.2.2.Google Scholar
  8. 167.
    Zur SED vgl. Suckut 2000; Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (Hrsg.). Die SBZ in den Jahren von 1945–1954. Eine chronologische Übersicht. Bonn/ Berlin 1961, S. 41; Weber, Hermann. Parteiensystem zwischen Demokratie und Volksdemokratie. Dokumente und Materialien zum Funktionswandel der Parteien und Massenorganisationen in der SBZ/DDR 1945–1950. Köln 1982, S.11 ff.; ders. 1991, S. 21 ff.; Leonhard, Wolfgang. Die Etablierung des Marxismus-Leninismus in der SBZ / DDR (1945–1955). In: APUZ B 40/ 1994, S. 3 ff.; Hurwitz 1997; Müller, Werner (c). Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED). In: Broszat, Martin; Weber, Hermann (Hrsg.). SBZ-Handbuch. München 1990. S. 481 ff.Google Scholar
  9. 168.
    Vgl. Niedbalski, Bernd. Deutsche Zentralverwaltungen und Deutsche Wirtschaftskommission. Ansätze zur zentralen Wirtschaftsplanung in der SBZ 1945–1948. In: VfZ 33/ 1985, S. 456 ff.; Thüsing 2000, S. 101 ff.; Kleßmann 1991, S. 72 ff.Google Scholar
  10. 169.
    Vgl. Weber, Hermann. Die DDR — 1945–1986. Grundriß der Geschichte. München 1988, S. 9 ff., Bauernkämper, Arnd (Hrsg.). Junkerland in Bauernhand? Durchführung, Auswirkungen und Stellenwert der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone. Stuttgart 1996; Merz, Hans-Georg. Bodenreform in der SBZ. Ein Bericht aus dem Jahre 1946. In: Deutschland Archiv 24/ 1991, S. 1159 ff.; Franzky, Astrid/ Franzky, Hans. Enteignungsmaßnahmen auf dem Gebiet der Landwirtschaft von Bodenreform bis Kollektivierung in der ehemaligen SBZ/ DDR. Dokumentation. Hannover 1991Google Scholar
  11. 170.
    Vgl. Weber, Hermann 1991, S. 34 ff.; Consilius, Rainer. Die Wirtschaftsetappen in der SBZ/ DDR. In: Deutsche Studien, Hamburg. Jg. 21, 1983, S. 359 ff.; Hartisch, Torsten. Die Enteignung von “Nazi-und Kriegsverbrechern” im Land Brandenburg: eine verwaltungsgeschichtliche Studie zu den SMAD-Befehlen Nr. 124 vom 30. Oktober 1945 bzw. Nr. 64 vom 17. April 1948. Frankfurt/ Main u.a. 1998; Cornelsen, Doris. Verstaatlichte Wirtschaft: System und Leistung. In: Jesse, Eckehard (Hrsg.). Die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik. Berlin 1985, S. 247 ff.Google Scholar
  12. 171.
    Vgl. Friedrich, Armin; Friedrich, Thomas (Hrsg.). Politische Parteien und gesellschaftliche Organisationen der SBZ 1945–1949. Berlin 1992, S. 6 f; zu Zielen und Hintergründen des Befehls vgl. Weber 1982, S. 11 ff.; Mattedi, Norbert. Gründung und Entwicklung der Parteien in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands. 1945–1949. Bonn u.a. 1969, S. 45 f.; Krieg, Harald. Entscheidung gegen Deutschland. Heidelberg 1995, S. 11Google Scholar
  13. 172.
    Vgl. Müller, Werner. Ein “besonderer Weg” zur Volksdemokratie? Determinanten und Besonderheiten kommunistischer Machterringung in der SBZ/ DDR 1945–1950. In: Politische Vierteljahresschrift 1982/ Jg. 23, S. 278 ff.Google Scholar
  14. 173.
    Vgl. Laufer 1993, S. 57 ff.; Kleßmann 1991, S. 30 f., 66 ff; Stivers, William. Amerikanische Sichten auf die Sowjetisierung Ostdeutschlands 1945–1949. In: Lemke, Michael (Hrsg.). Sowjetisierung und Eigenständigkeit in der SBZ/ DDR (1945–1953). Köln 1999, S. 287 fGoogle Scholar
  15. 174.
    Vgl. Plato, Alexander von; Leh, Almut. “Ein unglaublicher Frühling”. Bonn 1997, S. 56Google Scholar
  16. 175.
    Vgl. Stivers 1999, S. 287 ff.Google Scholar
  17. 176.
    Vgl. Pfetsch 1993, S. 125Google Scholar
  18. 177.
    Begriff nach Lemke, Michael. Einleitung. In: ders. Sowjetisierung und Eigenständigkeit in der SBZ/ DDR (1945–1953). Köln 1999, S. 11 ff.Google Scholar
  19. 179.
    Vgl. Foitzik, Jan. Die SMAD: 1945–1949. Struktur und Funktion. Berlin 1999Google Scholar
  20. 180.
    Vgl. Sitzungsprotokolle... 1992, Bd I.1., 19. Landtagssitzung, 17.6.1947, 683 B ff.; Vorbehalte gegen die Konferenz und ihre Inhalte kamen auch aus westlicher Richtung vgl. Kleßmann 1991, S. 186 ff.Google Scholar
  21. 181.
    Vorbereitende Abkommen schlossen die Briten und Amerikaner am 4.9.1946, vgl. Niehuss/ Lindner 1998, S. 464, bzw. am 2.12.1946, Weber, Hermann. Kleine Geschichte der DDR. Köln 1980, S.11, ab; zur politischen Einordnung vgl. Kleßmann 1991, S. 101 ff.Google Scholar
  22. 182.
    Nach Kleßmann 1991, S. 186 war die Bildung dieses Gremiums ausschlaggebend für die Spaltung Deutschlands.Google Scholar
  23. 183.
    Vgl. Weber 1980, S. 11Google Scholar
  24. 184.
    Vgl. Kleßmann 1991, S. 208 ff.Google Scholar
  25. 185.
    Vgl. Weber, Hermann 1991, S. 36; Krumholz, Walter. Berlin-ABC. Berlin und München 1969, S. 540; Niedbalski, Bernd. Die Deutsche Wirtschaftskommission in der SBZ 1947–1949. In: APUZ B 37/ 1984, S. 27 ff.Google Scholar
  26. 186.
    Vgl. Kleßmann 1991, S. 202 ff.; Lukas 1955, S. 24 ff.; Helwig/ Spittmann 1989, S. 252 ff.; Hirschinger, Frank. Die “Volkskongreßbewegung für Einheit und gerechten Frieden” in den Jahren 1947–1949. In: Rupieper, Hermann-Josef (Hrsg.). Hallesche Beiträge zur Zeitgeschichte Heft 7, Halle 2000, S. 5 ff.Google Scholar
  27. 187.
    Vgl. Kleßmann 1991, S. 188Google Scholar
  28. 188.
    Vgl. ebd., S. 185 ff.; Krumholz 1969, S. 122 ff.; Niehuss/ Lindner 1998, S. 62 ff.Google Scholar
  29. 190.
    LA Mer SED-Landesleitung Sachsen-Anhalt Informationsberichte über die Tätigkeit der LDP, Juli 1945-Dezember 1948 IV/ L-2/ 55/ 21, Bericht an die Provinzleitung der SED, z.Hd. Gen. Otto Walter vom 22.8.1946, Bl. 107: zitiert wird Erich Besser; der berichtende K. hielt Rücksprache mit Besser, der diese Aussage bestätigteGoogle Scholar
  30. 191.
    Ebd., Bericht über LDP-Wahlveranstaltung in Magdeburg-Buckau am 20.8.1946, S. 2, Ludwig MünzGoogle Scholar
  31. 192.
    Ebd., Bericht über eine CDU-Großveranstaltung im Volkspark Halle am 11.6.1946, Erich FascherGoogle Scholar
  32. 193.
    Dieser Befehl erging am 9.6.1945 und zu seinem Inhalt und seinen Auswirkungen vgl. Friedrich/ Friedrich 1992, S. 6 f; Mattedi 1966, S. 45 f, Weber 1982, S. 11 ff.Google Scholar
  33. 194.
    Vgl. Foitzik, Jan. Die sowjetische Militäradminstration in Deutschland. Organisation und Wirkungsfelder in der SBZ 1945–1949. In: APUZ B 11/1990, S. 47 ff; ders. 1999, S. 372 fGoogle Scholar
  34. 195.
    Vgl. Kleßmann 1991, S. 135 f; Suckut 2000, S. 8 ff.Google Scholar
  35. 196.
    Ulbricht, Walter. An die Jugend. Berlin 2. Aufl. 1968, S. 21: “Dieser Weg der Demokratisierung Deutschlands liegt im nationalen Interesse und im unmittelbaren Lebensinteresse der Arbeiterschaft, denn eine solche demokratisch-parlamentarische Ordnung gibt der Arbeiterschaft die Möglichkeit, sich nach langer Zersplitterung zu einigen und damit die Garantie für die künftige Einigung unseres Volkes zu schaffen. Eine demokratische Ordnung ermöglicht die völlige Vernichtung des Nazismus und das Wachsen der fortschrittliche Kräfte. Sie ist der Boden, auf dem sich ein fester Block antifaschistisch-demokratischer Parteien bilden kann.”. Das korrespondierte damit, daß die “Diktatur des Proletariats” aus der Sicht der KPD-/ SED-Führung erst nach einer längeren Übergangsphase realisierbar sei, vgl. Müller, Werner (a). Kommunistische Partei Deutschlands (KPD). In: Broszat, Martin; Weber, Hermann (Hrsg.). SBZ-Handbuch. München 1990, S. 441Google Scholar
  36. 197.
    Vgl. Friedrich/ Friedrich 1992, S. 8 ff.Google Scholar
  37. 198.
    Vgl. Leonhard, Wolfgang. “Die Gruppe Ulbricht” (1955). In: Kleiderling, Gerhard (Hrsg.). “Gruppe Ulbricht” in Berlin April bis Juni 1945. Berlin 1993, S. 643–648; Weber, Hermann. Die deutschen Kommunisten 1945 in der SBZ. Probleme bei der kommunistischen Kaderbildung vor der SED-Gründung. In: A-PUZ B 31/ 1978, S. 24 ff.; Berichte der Landes-und Provinzialverwaltungen zur antifaschistischdemokratischen Umwälzung 1945/ 46. Quellenedition. Berlin 1989, S. 17Google Scholar
  38. 201.
    Vgl. Friedrich/ Friedrich 1992, S. 8 ff.Google Scholar
  39. 202.
    Vgl. Bouvier, Beatrix. Ausgeschaltet! Sozialdemokraten in der SBZ und in der DDR 1945–1953. Bonn 1996, S. 37; Kleßmann 1991, S. 137Google Scholar
  40. 203.
    Vgl. Thape, Ernst. Von Rot zu Schwarz-Rot-Gold. Hannover 1969, S. 210 ff.; Schneider, Dieter-Marc (c). Sachsen-Anhalt. In: Broszat, Martin; Weber, Hermann (Hrsg.). SBZ-Handbuch. München 1990, S. 156; Malycha, Andreas. Auf dem Weg zur SED. Bonn 1995, S. XXXIXGoogle Scholar
  41. 204.
    So auch Schneider 1990 (c), S. 149; Bouvier 1996, S. 46Google Scholar
  42. 205.
    Schmidt, Andreas. Die Zwangsvereinigung von SPD und KPD in der Provinz Sachsen 1945/ 46. Unveröffentlichte Magisterarbeit. Halle 1995, S. 72Google Scholar
  43. 207.
    Dazu Zeitzeuge Ewald Ernst, damals Mitglied des Zonenvorstandes der Jungen Union: “Angriffe und Drangsalierungen gegen CDU-Mitglieder sind mir spätestens im Februar/ März 1946 bekannt geworden.”, Ernst, Ewald. Ein guter Kampf. Sankt Augustin 1998, S. 24Google Scholar
  44. 208.
    Vgl. Fenske, Hans. Deutsche Parteiengeschichte. Paderborn u.a. 1994, S. 236 f; zu den Anfängen der CDU in der SBZ vgl. Schmidt, Ute. Von der Blockpartei zur Volkspartei? Die Ost-CDU im Umbruch 1989–1994. Opladen 1997, S.35–38Google Scholar
  45. 209.
    Vgl. Foitzik 1990, S. 48; Weber 1991, S. 25; Agethen, Manfred. Die CDU in der SBZ / DDR 1945–1953. In: Föhlich, Jürgen (Hrsg.). >Bürgerliche< Parteien in der SBZ / DDR. Köln 1994, S. 47 ff., Plato von/ Leh 1997, S. 66; Suckut 2000, S. 16 ff.Google Scholar
  46. 211.
    Vgl. Ernst 1998, S. 7; Pollmann, Klaus-Erich. Diskussionsbeitrag, Podiumsdiskussion am 18.11.1996 auf dem zweiten Landesforum in Sachsen-Anhalt. In: Der Landtag von Sachsen-Anhalt (Hrsg.). Parlamentarische Schriftenreihe Heft 7. Magdeburg 1996, S. 61; Tullner 1996, S. 17 fGoogle Scholar
  47. 212.
    „Um die durch die CDU heraufbeschworene Gefahr eines geschlossenen bürgerlichen Gegenblocks zu bannen, forcierte die SMAD die Bildung einer weiteren Partei.“, Foitzik 1990, S. 48Google Scholar
  48. 213.
    Vgl. Friedrich/ Friedrich 1992, S. 31; Weber 1982, S. 11 ff.; Papke, Gerhard. Die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands in der Sowjetischen Besatzungszone und DDR 1945-1952. In: Föhlich, Jürgen (Hrsg.). >Bürgerliche< Parteien in der SBZ/ DDR, Köln 1994, S. 25 ff.Google Scholar
  49. 214.
    Vgl. Pollmann 1996, S. 62Google Scholar
  50. 215.
    In Halle bildete sich unter Leitung von Carl Delius und Kurt Schwarze der Kern der LDP in Sachsen-Anhalt, Mitbegründer in Dessau Willy Lohmann und Fritz Hesse, vgl. Hesse, Fritz. Aus den Jahren 1925–1950. Erinnerungen an Dessau. 2. Bd. Dessau 1995, S. 105 ff.Google Scholar
  51. 216.
    Vgl. Krippendorf, Ekkehard. Die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands in der SBZ 1945/ 48. Düsseldorf 1961, S. 39Google Scholar
  52. 217.
    Vgl. Kap. 1.2.2.; Weber 1991, S. 26; Berichte der Landes-und Provinzialverwaltungen...1989, S. 20 fGoogle Scholar
  53. 218.
    Darunter sind beispielsweise massive Drohungen gegen abweichende Bürgerliche durch die SMAD, Vorentscheidungen auf der Landesebene unter Ausnutzung von Kontroversen zwischen Bürgerlichen bzw. das Mißachten von Detailfragen zu verstehen, vgl. Koch, Manfred. Der Demokratische Block. In: Weber, Hermann (Hrsg.). Parteiensystem zwischen Demokratie und Volksdemokratie. Köln 1982, S. 285Google Scholar
  54. 219.
    Vgl. Mattedi 1966, S. 45 ff.Google Scholar
  55. 220.
    Vgl. Koch 1982, S. 283Google Scholar
  56. 221.
    Vgl. ebd., S. 289 ff.Google Scholar
  57. 222.
    Zur Entstehung der SED in Sachsen-Anhalt vgl. Schmidt 1995, S. 69 f; das SPD-interne Spektrum reichte von Einheitsbefürwortern bis zu denen, die die Einheit mit der KPD für völlig unmöglich hielten; die Entwicklung wird in mehrere Phasen unterteilt, vgl. Müller, Werner. (b) Sozialdemokratische Partei Deutschlands. (SPD). In: Broszat, Martin; Weber, Hermann ( Hrsg.). SBZ-Handbuch. München 1990, S. 463 ff. und ders. 1990 (c), S. 481 ff.; Suckut 2000, S. 27 ff.; Gniffke, Erich. Jahre mit Ulbricht. Köln 1999, S. 93 ff.Google Scholar
  58. 223.
    Vgl. Müller 1990 (c), S. 488Google Scholar
  59. 224.
    Dieser Ausspruch soll von Ernst Thape stammen, vgl. Berichte der Landes-und Provinzialverwaltungen...1989, S. 241; viele Sozialdemokraten glaubten die KPD-Mitglieder wegen ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit in der Einheitspartei dominieren zu können, vgl. Weber 1991, S. 23Google Scholar
  60. 225.
    Zu Böttge und Koenen vgl. Trittel, Christina. “Wie kurzsichtig war es von mir”. In: Mitteldeutsche Zeitung. Halle 19.5.2001, S. 29Google Scholar
  61. 226.
    Der SPD-Bezirksvorsitzende Jungmann brachte anläßlich der Vereinigungsfeier in seiner Rede zum Ausdruck, die neue Partei sei erst dann einheitlich, wenn sie wieder Sozialdemokratische Partei Deutschlands heiße, vgl. Berichte der Landes-und Provinzialverwaltungen...1989, S. 241Google Scholar
  62. 227.
    Vgl. Staritz, Dietrich. Einheits-und Machtkalküle der SED (1946–1948). In: Scherstjanoi, Elke (Hrsg.). “Provisorium für höchstens ein Jahr”. Protokoll des Kolloquiums Die Gründung der DDR. Berlin 1993, S. 17; Vgl. Müller 1990 (b), S. 460 ff; Suckut 2000, S. 9, 40Google Scholar
  63. 228.
    Bouvier 1996, S. 87; vgl. auch Krumholz 1969, S. 767Google Scholar
  64. 229.
    Herlemann, Beatrix. “Kampf dem Sozialdemokratismus!”. Die Verfolgung der Sozialdemokratie in Sachsen-Anhalt. In: Rupieper, Hermann-Josef; Fikentscher, Rüdiger (Hrsg.). Zwischen Zwangsvereinigung und unfreiwilligem Zusammenschluß. KPD/ SPD in der Provinz Sachsen 1945/ 46. Halle 1996, S. 114 ff.Google Scholar
  65. 230.
    Ulbricht 1968, S. 21 (Rede Ulbrichts auf der 1. Funktionärskonferenz der KPD Groß-Berlins am 25. 6. 1945)Google Scholar
  66. 231.
    Künzel 1972, S. 129Google Scholar
  67. 232.
    Daneben existierten auch auf Kreis-und Gemeindeebene Block-Ausschüsse. Diese sind jedoch nicht typisierbar und für die Landtagsarbeit nicht relevant, vgl. Suckut, Siegfried. Block-Ausschüsse. In: Broszat, Martin; Weber, Hermann (Hrsg.). SBZ-Handbuch. München 1990, S. 595Google Scholar
  68. 233.
    Vgl. Block-Ausschüsse. In: Broszat, Martin; Weber, Hermann ( Hrsg.). SBZ-Handbuch. München 1990 ebd., S. 595 ff.Google Scholar
  69. 234.
    Vgl. Koch 1982, S. 288Google Scholar
  70. 235.
    Vgl. Suckut 1990, S. 601, 618Google Scholar
  71. 236.
    Vgl. Koch 1982, S. 291Google Scholar
  72. 237.
    Vgl. Suckut 1990, S. 597Google Scholar
  73. 238.
    Vgl. Koch 1982, S. 287Google Scholar
  74. 239.
    Vgl. Suckut 1990, S. 595 ff.Google Scholar
  75. 240.
    Vgl. Koch 1982, S. 285Google Scholar
  76. 241.
    Vgl. Suckut 1990, S. 607; Künzel 1972, S. 121; Creuzberger Stefan. Die sowjetische Besatzungsmacht und das politische System der SBZ. Weimar 1996, S. 114 ff.Google Scholar
  77. 243.
    An diesem Tag erfolgte die Veröffentlichung der “Verordnung zur weiteren Demokratisierung der Verwaltung unter Heranziehung von Vertretern breiterer Volksmassen zur Teilnahme an ihrer Arbeit” durch das Präsidium der Provinz Sachsen, das die Grundlage für die Einrichtung der Beratenden Versammlungen war und durch die SED nach Widersprüchen der bürgerlichen Parteien gegen dieses Gremium über das Präsidium (SED-Mehrheit) lanciert wurde, vgl. Koch, Manfred. Vertretungskörperschaften in der SBZ: Die Beratenden Versammlungen (1946) zwischen Repräsentation und Massenmobilisierung. In: ZParl 1984 (15. Jg.) H. 1. S. 63; Siegel, Horst. Der Kampf um die Schaffung antifaschistisch-demokratischer Selbstverwaltungsorgane in Halle 1945/ 46. Halle, ohne Jahr, S. 36 ff.Google Scholar
  78. 244.
    Vgl. Tullner 1996, S. 18fGoogle Scholar
  79. 245.
    Vgl. Weber 1991, S. 31; Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen 1961, S. 30; Schneider 1990 (c), S. 147 ff.; Berichte der Landes-und Provinzialverwaltungen... 1989, S. 21 ff.Google Scholar
  80. 246.
    Gemeint sind die Maßnahmen zur Bodenreform, zur Enteignung in der Wirtschaft, die Reformen im Bildungswesen, in der Justiz und den Verwaltungen, vgl. Schneider 1990 (c), S. 156 ff.; ders. (b). Innere Verwaltung/ Deutsche Verwaltung des Innern. In: Broszat, Martin; Weber, Hermann ( Hrsg.). SBZ-Handbuch. München 1990. S. 207 ff.; ders. (a). Zentralverwaltung für Umsiedler. In: Broszat, Martin; Weber, Hermann (Hrsg.). SBZ-Handbuch. München 1990, S. 239 ff.; Dowidat 1986, S. 39 ff., Weber 1991, S. 31 ff.; Tullner 1996, S. 22; Wille, Manfred. Entstehung und Liqiudation eines selbständigen Landes Sachsen-Anhalt (1945–1952). In: Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e.V. (Hrsg.). Die Geschichte Sachsen-Anhalts vom Bismarkreich bis zur Gründung der Bezirke 1952. Bd. 3. München u.a. 1994, S. 204 ff.Google Scholar
  81. 248.
    „Die Führungsschicht der Partei war moskauhörig; ihre Aufgabe war, die Masse der Mitglieder nach Moskauer Direktiven zu leiten.“ Lukas 1955, S. 14; Müller 1990 (a), S. 440 ff.; Fenske, 1994, S. 233Google Scholar
  82. 249.
    Vgl. Koch 1984, S. 69 f, der aufgrund der Quellenlage noch keinen Nachweis für die Beeinflussung durch die SMAD sah, im Gegensatz dazu Creuzberger 1996, S. 112; zu den Beratenden Versammlungen allgemein ebd., S. 111 ff., vgl. zu Aufgaben und Arbeitsweise am Beispiel Thüringens Gottwald, Herbert. Der Thüringer Landtag. Jena 1994, S. 11 ff., zu Halle vgl. Siegel o. Jahr, S. 36 ff.Google Scholar
  83. 250.
    Koch 1984, S. 61Google Scholar
  84. 251.
    Vgl. Hajna 2000, S. 16Google Scholar
  85. 252.
    Vgl. Zank, Wolfgang. Wirtschaftliche Zentralverwaltungen und Deutsche Wirtschaftskommission (DWK). In: Broszat, Martin; Weber, Hermann (Hrsg.). SBZ-Handbuch. München 1990, S. 256; Krumholz 1969, S. 539 ff.Google Scholar
  86. 253.
    Vgl. Krumholz 1969, S. 539 ff..Google Scholar
  87. 254.
    Vgl. Zank 1990, S. 257; Kap. 2.8.3.Google Scholar
  88. 255.
    Vgl. Zank 1990, S, 262Google Scholar
  89. 256.
    Vgl. Niedbalski 1984, S. 31Google Scholar
  90. 257.
    Vgl. Krumholz 1969, S. 539 ff.Google Scholar
  91. 258.
    Vgl. Consilius 1983, S. 361Google Scholar
  92. 259.
    Vgl. Zank 1990, S. 266Google Scholar
  93. 260.
    Vgl. ebd., S. 256 ff.Google Scholar
  94. 261.
    LA Mer SED-Landesleitung Sachsen-Anhalt Landesvorstand der SED Sachsen-Anhalt, Bezirksvorstand der SED Magdeburg, Allgemeine Informationen, Mai 1946–Mai 1948 IV/ L — 2/ 55/ 25, LDP-Wahlkampf 1946 in Haldensleben, o.S.Google Scholar
  95. 262.
    LA Mer SED-Landesleitung Sachsen-Anhalt Vorstand der SED Juni-Oktober 1946 IV/ L — 2/ 1/ 1, 22.6.1946, Bl. 10 ff., Bernard KoenenGoogle Scholar
  96. 263.
    Bundesminsterium für gesamtdeutsche Fragen 1961, S. 39 (Walter Ulbricht auf der 1. Reichskonferenz der KPD in der SBZ)Google Scholar
  97. 264.
    Zeitgleich mit den Landtagswahlen fanden auch Kreistagswahlen (20.10.1946) statt. Die Gemeindewahlen in der SBZ wurden vom 1. bis 15.9.1946 durchgeführt. Die größte Benachteiligung der Parteien von LDP und CDU bestand darin, daß laut § 28 der Wahlordnung nur Kandidaten durch die Ortsgruppen der Parteien vorgeschlagen werden konnten. Die CDU und die LDP hatten nicht so ein breites Organisationsnetz wie die SED aufgebaut, zudem hing die Genehmigung von Ortsgruppen von der Zustimmung der SMA ab, die oft eine Entscheidung herauszögerte. Deshalb kam es dazu, daß in den insgesamt 11623 Gemeinden der SBZ nur 1121 LDP-und 2082 CDU-Ortsgruppen registriert waren und Kandidaten aufstellen konnten. Nur in diesen Gemeinden lag dem Wähler neben der Liste der SED die der Parteien LDP und CDU vor, vgl. Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (Hrsg.). Die Wahlen in der Sowjetzone. Dokumente und Materialien. Bonn 1958, S. 9 ff.; zu den Gemeindewahlen in Sachsen-Anhalt vgl. Tullner 1996, S. 25 ff.; Ernst 1998, S. 38; Bloch, Peter. Gemeindewahlen in der SBZ. Aus den Erinnerungen des CDU-Politikers Peter Bloch. In: DA. Zeitschrift für Fragen der DDR und derDeutschlandpolitik. Köln. Jg. 19, 1986, S. 873 ff.; Matz-Donath, Annerose. Aufbruch mit Hindernissen. Vor der Landtagswahl in der Provinz Sachsen. In: MZ 25.6.1994, S. 146; Forderungen bezüglich Neuwahlen in Kreisen und Gemeinden gab es auch im Landtag Sachsen-Anhalts. Sie wurden häufig und über einen längeren Zeitraum hinweg geäußert, vgl. LA MD Rep. K 1 Landtag Sachsen-Anhalt Nr. 66–71 Film 20, 8. Sitzung des Ältestenrates, 28.1.1947, Bl. 188; ebd., 30. Ältestenratssitzung, 26.9.1947, Bl. 73Google Scholar
  98. 265.
    Krippendorf 1961, S. 99; vgl. u.a. Suckut 2000, S. 40 ff., Tullner 1996, S. 59, Dowidat 1986, S. 53 ff., Braun, Günther. Zur Entwicklung der Wahlen in der SBZ/DDR 1946/1950. In: Weber, Hermann. Parteiensystem zwischen Demokratie und Volksdemokratie. Dokumente und Materialien zum Funktionswandel der Parteien-und Massenorganisationen in der SBZ/DDR 1945-1950. Köln 1982, S. 545 ff.Google Scholar
  99. 266.
    Gottwald 1994, S. 18Google Scholar
  100. 267.
    Vgl. § 36 der Wahlordnung für die Landtags-und Kreistagswahlen in der SBZ, abgedruckt in: Schwarze 1947, S. 66 ff. In Sachsen-Anhalt war nur der VdgB zu den Landtagswahlen zugelassen. Die Beteiligung der Massenorganisationen war auch SED-intern nicht unbestritten, vgl. Hajna 2000, S. 44 f; Creuzberger 1996, S. 61 ff, Gniffke 1999, S. 207. In der DDR-Literatur würdigte man die 1946er Wahlordnung, weil sie bedingt durch ihre im Sinne der SED veränderten Regelungen „über den alten bürgerlichparlamentarischen Rahmen hinaus.“, Künzel 1972, S. 50, wirkte.Google Scholar
  101. 268.
    Vgl. Hajna 2000, S. 45 ff., Künzel 1972, S. 50Google Scholar
  102. 269.
    Das unterscheidet sich vom Vorgehen bei gegenwärtigen Landtagswahlen, wo auch die Fraktionen an der Kandidatenaufstellung teilhaben, vgl. Gruber Ludger. Die CDU-Landtagsfraktionen in Nordrhein-Westfalen 1946–1980. Eine parlamentshistorische Untersuchung. Düsseldorf 1998, S. 215 ff.Google Scholar
  103. 270.
    Vgl. Krippendorf 1961, S. 99Google Scholar
  104. 271.
    Die Aufstellung der SED-Kandidatenlisten lief nicht im Einverständnis mit dem zentralen SED-Parteivorstand ab, vgl. Hurwitz 1997, S. 144.Google Scholar
  105. 272.
    Die SED-Provinzparteiorganisation in Sachsen-Anhalt besprach am 1. 9. 46 die Organisation der Landtagswahlen und war u.a. auch darauf bedacht, “daß die Wahlen nicht in die Kartoffel-und Zuckerrübenern-te hereinkommen.” LA Mer SED-Landesleitung Sachsen-Anhalt Vorstand der SED Juni–Oktober 1946 IV/ L — 2/ 1/ 1, 1.9.1946, Bl. 142, Bernard Koenen. Dagegen erfuhren die anderen Parteien und die Bevölkerung erstmals am 12.9.1946 durch den Sender Radio Berlin und überregionale Tageszeitungen über die geplante Ausrichtung der Landtags-und Kreistagswahlen Hajna 2000, S. 41 ff.Google Scholar
  106. 273.
    Vgl. Hajna 2000, S. 44 fGoogle Scholar
  107. 274.
    Vgl. Dowidat 1986, S. 53Google Scholar
  108. 275.
    Davon versprach sich die SED die Verbesserung ihrer Stellung im Wahlkampf, vgl. Tullner 1996, S. 44Google Scholar
  109. 276.
    Heute gestalten die Landtagsfraktionen den Wahlkampf, vgl. Gruber 1998, S. 225 ff.Google Scholar
  110. 277.
    Diese Bevorzugungen beziehen sich auf größere Papierzuteilungen; höhere Auflagen der Parteizeitungen, Freivorstellungen von Kino und Zirkus aus Anlaß von SED-Wahlveranstaltungen. Dazu gehört auch Aufklärungsarbeit in den Betrieben, Ermittlungen gegen bürgerliche Kandidaten und deren Verunglimpfungen und Denunziationen sowie die Organisation von Schlepperdiensten und fliegenden Wahlurnen und Musikkapellen am Wahltag, vgl. Tullner 1996, S. 49 f; Hajna 2000, S. 113 ff; Krippendorf 1961, S. 96, Braun 1982, S. 545 ff.Google Scholar
  111. 278.
    Vgl. Hajna 2000, S. 158 ff., vgl. KAS 111-032-001/ 1, Protokoll der Vorstandssitzung vom 21.8.1946, Erich Fascher S. 1 f; KAS 1-297-011/10, Erklärung ehemaliger oppositioneller Mitglieder der CDU-Fraktion des Landtages Sachsen-AnhaltGoogle Scholar
  112. 279.
    Vgl. LA Mer SED-Landesleitung Sachsen-Anhalt Landesvorstand der SED Sachsen-Anhalt Halle, Informationsberichte über die CDU, September 1945–1950 IV/ L — 2/ 55/ 22, Schreiben an die Provinzialleitung der SED Sachsen-Anhalt, 31.5.1946, Bl. 38; ebd., IV/ L-2/ 55/ 21, Schreiben an die Provinzialleitung der SED Sachsen-Anhalt, 3.8.1946, S. 111, LA MD LHA Rep. K 1 Landtag Sachsen-Anhalt Nr. 16 Film 3, Schriftverkehr Präsident der Provinz Sachsen (Anhalt) 1946, Politischer Ausschuß der Antifaschistischen Parteien in der Prov. Sachsen, Sitzung 30.8.1946, Bl. 18Google Scholar
  113. 280.
    KAS 1-297-011/ 10, Erklärung ehemaliger oppositioneller Mitglieder der CDU-Fraktion des Landtages Sachsen-Anhalt, 3.3.1952, Wilhelm Rost, o.S.; vgl. Braun, Günther. Wahlen und Abstimmungen. In: Broszat, Martin; Weber, Hermann (Hrsg.). SBZ-Handbuch. München 1990, S. 383 ff., Thüsing 2000, S. 183 ff.Google Scholar
  114. 281.
    Vgl. Hajna 2000, S. 130Google Scholar
  115. 282.
    Tullner 1996, S. 46Google Scholar
  116. 283.
    Vgl. LA Mer SED-Landesleitung Sachsen-Anhalt Informationsberichte über die Tätigkeit der LDP, Juli 1945–Dezember 1948 IV/ L-2/ 55/ 21, Bericht SED Ortsgruppe Weferlingen am 28.10.1946, S. 190; Freiheit Nr. 147 vom 9.10.1946, S. 1 “Die Absetzung von Delius gefordert”; LA Mer SED-Landesleitung Sachsen-Anhalt Vorstand der SED Juni — Oktober 1946 IV/ L — 2/1/1, 29.10.1946, S. 215Google Scholar
  117. 284.
    Die Idee zu diesem Text geht zurück auf Wahlkampfparolen der SED mit folgendem Text: “Für 3 Zentner Einkellerungskartoffeln (oder “Braunkohle”) wählt SED!”, zit. nach Interview mit Prof. Dr. Walter Krumholz am 28. 11. 2000. Wer aber das hier interessierende Spruchband an den Anhänger der Straßenbahn 289 angebracht hat, ist nie geklärt worden. Die Staatsanwaltschaft vermutete in Harald Escher, Chefredakteur der Liberal-Demokratischen-Zeitung und beim Berliner Telegraf, den Verursacher, vgl. Anklageschrift Walter Krumholz vom 19.12.1946. Dagegen machte Bruno Böttge am 11.8.1954 bei seiner Vernehmung zu dieser Aktion folgende Aussage: “..., daß P. anläßlich der Landtagswahlen 1946 einen Straßenbahnwagen mit einer Losung ausstellte, welche Hetze gegen die Sowjetunion beinhaltete und ließ diesen durch die Stadt fahren.”. P. sei Mitglied im Ostbüro der SPD gewesen und gehörte der SED an, vgl. BStU ZA MfS AU 139/ 55, Bd. 9, Vernehmungsprotokoll Bruno Böttge 28.4.1954, S. 67. War es also eine gemeinsame Aktion der “alten” SPD und der LDP gegen die SED? Oder handelt es sich um eine von der SED provozierte Aktion, um unliebsame LDP-Mitglieder aus dem Wege zu räumen? Für die letzte Variante spricht die folgende Aussage Walter Ulbrichts am 29.10.1946 auf der Provinzvorstandssitzung der SED Sachsen-Anhalts: “Die Berichte über die Aufdeckung der LDP-Fälscherzentrale haben uns insofern Nachteile gebracht, als dadurch eine ungünstige Losung wieder in den Vordergrund gerückt wurde, von der ein Teil der Bevölkerung glaubte, daß doch vielleicht etwas wahres (sic!) daran sei.” LA Mer SED-Landesleitung Sachsen-Anhalt Vorstand der SED Juni-Oktober 1946 IV/ L — 2/ 1/ 1, 29.10. 1946, Bl. 215 f.Google Scholar
  118. 285.
    ADL, L 5-388, Nr. 390, S. III/ 210, Landesparteitag der LDP Sachsen-Anhalts vom März 1947, Herbert Fiering; Matz-Donath 1994, S. 146; Trittel, Christina (a). Flagge gezeigt trotz Repression. In: MZ Halle 28. 4. 2001, S. 33; dies. (b) Das Plakat auf der “7”. In: ebd.Google Scholar
  119. 286.
    Von der Inhaftierung betroffen waren Parteisekretäre, Geschäftsführer und eben auch der Wahlkampfleiter selbst, vgl. Anklageschrift Walter Krumholz vom 19.12.1946Google Scholar
  120. 287.
    Interview mit Prof. Dr. Walter Krumholz am 28. 11. 2000Google Scholar
  121. 288.
    “Der Hauptfeind ist, wie sich herausgestellt hat, nicht die CDU, sondern die LDP. Daß wir die CDU als eine für uns wichtige Partei angesehen haben, sei darauf zurückzuführen, daß die CDU viel aktiver gewesen sei als die LDP. In den protestantischen Kreisen habe die CDU nicht den Boden gefunden, den sich ihre Gründer versprochen hatten....” LA Mer SED-Landesleitung Sachsen-Anhalt Vorstand der SED Juni–Oktober 1946 IV/ L-2/ 1/ 1, 10.9.1946, Lehmann vom Zentralvorstand der SED Berlin, Bl. 158Google Scholar
  122. 289.
    “Material über CDU und LDP sammeln und uns einsenden. Kundgebungen sollen besser organisiert werden. In den CDU-und LDP-Versammlungen sind von uns gute Redner zu stellen. Vorher festlegen, wozu und wie man Stellung nimmt. Nicht nur Diskussionsredner, sondern auch eine Reihe unserer Kräfte dorthin schicken, damit die Diskussion unterstützt werden kann.” LA Mer SED-Landesleitung Sachsen-Anhalt Vorstand der SED Juni–Oktober 1946 IV/ L-2/ 1/ 1, 1.9.1946, Alois Pisnik, Bl. 149. Diese Berichte enthielten auch Angaben über Personen, die aus britischer Kriegsgefangenschaft kamen, über Resignation und Desinteresse in Bevölkerung, über Morde, Vergewaltigungen und Raub meist sowjetischer Besatzer, vgl. LA Mer SED-Landes leitung Sachsen-Anhalt Landesvorstand der SED Sachsen-Anhalt, Bezirksvorstand der SED Magdeburg, Allgemeine Informationen, Mai 1946 bis Mai 1948 IV/ L — 2/ 55/ 25; ebd. Informationsberichte über die CDU, September 1945–1950 IV/ L — 2/ 55/ 22, Bl. 39, 57Google Scholar
  123. 292.
    “Mitbestimmend für den Ausgang dieser Wahlen ist, daß weder die CDU noch die LDP auf dem Lande richtig wirksam werden konnten. Bei Landtagswahlen ist die Lage anders, da zunächst von der Stadt der Impuls ausgeht. Es wird ihnen gelingen, die große Masse der bürgerlich denkenden Kreise auf sich zu ziehen. Es ist damit zu rechnen, daß bei Landtagswahlen ihr Stimmenerfolg wesentlich größer sein wird.” LA Mer SED-Landesleitung Sachsen-Anhalt Vorstand der SED Juni–Oktober 1946 IV/ L-2/ 1/ 1, 1.9.1946, Bl. 159, LehmannGoogle Scholar
  124. 293.
    Im Ergebnis der Landtagswahlen wird sichtbar, daß die Parteien an ihre traditionellen Hochburgen anknüpften. SBZ-weit gilt, daß die CDU dort Erfolg hatte, wo vor 1933 DNVP und Zentrum ihre Hochburgen hatten. Die LDP war besonders erfolgreich, wo DDP, DVP und Wirtschaftspartei vor 1933 starken Zuspruch hatten, vgl. Braun, Günther. Determinanten der Wahlentscheidung in der SBZ 1946. Deutsche Studien 24/ 1986, S. 345 ff.; Suckut 2000, S. 46; vgl. zu den Bundestagswahlen 1949 Falter, Jürgen W. Alte und neue Parteiorientierungen: Die Bundestagswahl 1949 zwischen Kontinuität und Neubeginn. In: Holtmann, Everhard (Hrsg.). Wie neu war der Neubeginn? Zum deutschen Kontinuitätsproblem nach 1945. Erlangen 1989, S. 50 ff.Google Scholar
  125. 294.
    Vgl. Suckut 2000, S. 40 ff; 47, 5 % waren es nach Stivers 1999, S. 284 ff.; s.a. Creuzberger 1996, S. 118; Lukas 1955, S. 19. Die SED rettete sich mit der Aussage: “Die SED war in allen Ländern die wählerstärkste Partei.” und machte daran ihren Hegemonieanspruch fest, vgl. Fiedler, Helene. SED und Staatsmacht. Zur staatspolitischen Konzeption und Tätigkeit der SED 1946 — 1948. Berlin 1974, S. 113; Künzel 1972, S. 57 ff.Google Scholar
  126. 295.
    Suckut 2000, S. 40 ff.Google Scholar
  127. 296.
    Konträre Diskussionen im SED-Parteivorstand in Sachsen-Anhalt folgten, vgl. LA Mer SED-Landesleitung Sachsen-Anhalt Vorstand der SED Juni–Oktober 1946 IV/ L-2/ 1/ 1, 29.10.1946, Walter Ulbricht, Bl. 185 ff.; s.a. Hurwitz 1997, S. 148 ff.Google Scholar
  128. 297.
    Trotz des Zusammengehens von SED und VdgB entstand keine echte Koaltion in den Landtagen der SBZ zwischen diesen beiden Akteuren, da VdgB-Mitglieder meist ohnehin in der SED Mitglieder waren. Zudem widersprach die Bildung von Koalitionen aus Sicht der SED „den Lehren der Geschichte“ und wurde deshalb abgelehnt, vgl. Künzel 1972, S. 112Google Scholar
  129. 298.
    Eigentlich hätten der LDP 33 Landtagssitze zugestanden. Aber es konnten nur 32 besetzt werden, weil die LDP Sachsen-Anhalts statt der ihr zustehenden fünf Kandidaten nur vier auf die Landesliste gesetzt hatte. So ging ein Sitz verloren, vgl. Suckut 2000, S. 44 fGoogle Scholar
  130. 299.
    Auflistung der Erstbesetzung bei Tullner 1996, S. 95 ff.; diese Zahlen können für die Analyse der Arbeit der Fraktionen nicht genutzt werden, da schon in der 3. Landtagssitzung (4.12.1946) das LDP-Fraktionsmitglied Elisabeth Becker in die SED-Fraktion übertrat. Regelmäßig kam es danach zu Mandatsniederlegungen bzw.-Verlusten, die in die Analyse dieser Arbeit einfließen. Zudem wurden in der vorliegenden Untersuchung die Minister zu den Fraktionen hinzugerechnet, zumal sie meistens auch das Abgeordnetenmandat besaßen. Insgesamt gehe ich bei der Analyse deshalb von 56 SED-, 33 LDP-und 24 CDU-Abgeordneten aus.Google Scholar

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