Auszug
Vor dem Hintergrund der gestiegenen Handlungsspielräume und Wahlmöglichkeiten in einer individualisierten Gesellschaft wird davon ausgegangen, dass Lebensstile auf der Basis ästhetischer Präferenzen gestaltet und symbolisch zum Ausdruck gebracht werden (vgl. Kap. 2.2). Über die jeweils in einer Gesellschaft oder Kultur üblichen, kollektiv geteilten Zusammenfassungen von Zeichen, die auf je ähnliche Art als schön und daher als zusammengehörig empfunden werden, werden diese Präferenzmuster fassbar. Über die Nähe oder Distanz zu diesen Mustern kann soziale Differenzierung bzw. Distinktion zum Ausdruck gebracht werden: Geschmack klassifiziert (Bourdieu 1987,18). Je mehr die traditionellen Muster sozialer Differenzierung wie Klasse, soziale Herkunft, Schicht u. ä. in den Hintergrund treten und je größer die Handlungs- und Gestaltungsspielräume des Einzelnen werden, desto zentraler werden der Geschmack und der eigene Stil als Signale für die Identifikation, Abgrenzung und Distinktion, die auf die Nähe oder Distanz zu bestimmten, selbst gewählten Geschmackskulturen, Lebensstilkontexten u. ä. verweisen.
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