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Auszug

Tiefgreifende soziale und ökonomische Veränderungen haben das in der Bundesrepublik etablierte Modell sozialstaatlich vermittelter Garantien sozialer Sicherheit erschüttert. An die Stelle der Gewissheit einer kontinuierlichen und sozial abgesicherten Berufskarriere ist die Anforderung individueller Eigenverantwortung für die Bewältigung von Risiken im Erwerbsverlauf getreten. Vor diesem Hintergrund ist seit Ende der 1990er Jahre das sozialwissenschaftliche Interesse an den Kunst-, Kultur- und Medienberufen gewachsen. Die lange im Wesentlichen auf die industrielle Arbeit fixierte sozialwissenschaftliche Forschung entdeckte nun, dass der Strukturwandel der Erwerbsarbeit in diesem Feld bereits weit vorangeschritten ist. Speziell in Charakteristika wie Kreativität, Eigensinn und der Vertrautheit mit wenig regulierten, instabilen und oftmals prekären Erwerbsbedingungen werden Ressourcen zur Bewältigung struktureller Unsicherheit ausgemacht. Sei es dabei die oftmals „freie“, selbstständige Berufsausübung und die Fähigkeit auf stets veränderliche Rahmenbedingungen nicht nur zu reagieren, sondern diese verbunden mit einer entsprechenden Lebensführung oder „Lebenskunst“ aktiv zu gestalten; oder sei es die marktdynamische Regulierung über flexible Netzwerkstrukturen, in denen Steuerungsmedien wie Kommunikation, Vertrauen und Ruf regieren — die Kulturberufe repräsentieren gewissermaßen eine neue, „post-industrielle“ Arbeitswelt: die Arbeitswelt der aufziehenden „Wissens“- und „Informationsgesellschaft“.

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