Zum Einsatz quantitativer Methoden in der betriebswirtschaftlichen Forschung — Bestandsaufnahme und Perspektiven
Auszug
Den Terminus „Forschungsmethode“ definierte Gutenberg (1957, S. 610) als „den versachtlichten, gedanklich objektivierten, auf andere Personen übertragbaren und von ihnen — wenigstens grundsätzlich — reproduzierbaren Gang der Gewinnung wissenschaftlicher Einsichten, also gewissermaßen das Ablösbare an dem doch so individuellen Akt der Erkenntnisgewinnung“. Als angewandte Wissenschaft, die sich auf eine Vielzahl von Forschungsdisziplinen stützt, steht die Betriebswirtschaftslehre (BWL) seit jeher vor dem Problem, Modeerscheinungen und wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn voneinander zu trennen. Fortlaufend werden in den Unternehmen neue Konzepte oder Methoden entwickelt, die im Falle des Erfolges vor allem von den Beratungsgesellschaften vermarktet werden. Die betriebswirtschaftliche Forschung beschränkt sich in diesem Zusammenhang meist auf eine qualitative Beschreibung, Klassifikation und/oder Übertragung dieser Konzepte auf andere Anwendungsgebiete. Dabei wird zunehmend auch „alter Wein in neuen Schläuchen“ verkauft. Hinter der Praxis herzuhinken sowie Zweifel am Erkenntnisfortschritt des Trial-and-Error-Vorgehens mögen Gründe dafür sein, dass in Fachzeitschriften bereits seit den 1950er Jahren verstärkt quantitative Methoden zum Einsatz kommen. Quantitative Forschungsmethoden erheben den Anspruch, den Untersuchungsgegenstand möglichst genau zu erfassen und objektive Ergebnisse durch wiederholbare Messungen zu erhalten. Quantität findet ihren Ausdruck in numerischen Werten, der Angabe von Ausmaßen oder Verhältnissen sowie in der rigiden Anwendung mathematischer Methoden zur Gewinnung neuer Einsichten.
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