Hochleistungsmanagement pp 79-96 | Cite as
Erfolgreiche Bewältigung des Unplanbaren durch „anderes“ Handeln
Auszug
Eine Leitwarte in der chemischen Industrie. Ein büroähnlicher, nüchtern eingerichteter Raum. Zwei Männer sitzen entspannt auf bequemen Bürostühlen und betrachten auf sechs Monitoren, die vor ihnen stehen, eine Vielzahl von Daten und schematischen Darstellungen einzelner Teile einer chemischen Anlage. Es scheint, dass es kaum etwas zu tun gibt. Es herrscht eine ruhige Atmosphäre. Hin und wieder betätigen die Männer die vor ihnen liegenden Tastaturen und es wechseln die Bilder auf den Monitoren. Doch plötzlich entsteht eine Unruhe und die Körperhaltung der Männer wird angespannt. Ihr Blick richtet sich konzentriert auf die Monitore und in unregelmäßigen Abständen bedienen sie häufig die Tastatur. Nach ungefähr zehn Minuten sitzen die Männer wieder entspannt auf ihren Stühlen. Auf die Frage, was hier gerade passiert sei, antwortet einer der Männer: „Da lief etwas schief!“ Aber es gab weder einen Alarm noch eine Fehlermeldung. „Das ist es ja gerade. Man muss dem System zuvorkommen, sonst schaltet es ab. Man merkt es irgendwie. Ich hatte ein unruhiges Gefühl. Man muss voll dabei sein und versuchen, gegenzusteuern. Die Anlage tut etwas und wir tun etwas. Da kann man nicht nach Schema-F vorgehen.“
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