Managementobjekt: Medizinbetrieb

  • Hans-Jürgen Seelos
Chapter

Zusammenfassung

Medizinbetriebe besitzen nicht nur eine hohe Eigenkomplexität, sondern sie interagieren zugleich auch mit einer komplexen, hyperdynamischen Umwelt. Von daher besteht das Management-Paradoxon des dispositiven Faktors darin, ein komplexes soziotechnisches System stringent zu führen, das doch eigentlich wegen seiner Nicht-Linearität und Vernetzung mit anderen komplexen Systemen sowie der multifaktoriellen und sich schnell verändernden Einflussfaktoren prinzipiell undurchschaubar und unberechenbar ist, also auch nicht analysiert, nicht verstanden und daher auch nicht im Detail organisiert und gesteuert werden kann (Weick und Sutcliffe, 2007; Malik, 2002). Um dieses Management-Paradoxon zu beherrschen, bedarf es deshalb einer dynamischen Balance von Faktoren, die einerseits eine Anpassung des Systems durch Selbstregulierung und Selbstorganisation unterstützen, andererseits aber auch einer gewissen Ordnung, die das System im Innersten zusammenhält sowie Kohäsion und Kohärenz im ganzen Geschehen bewirkt. Dazu braucht es einen ganzheitlichen Ordnungsrahmen, der sowohl systemtheoretische als auch verhaltenswissenschaftliche Ansätze der Managementlehre integriert. Dieser das Corporate Management (Management des Medizinbetriebs) und das People Management (Führung von Beschäftigten, Patienten, Angehörigen) gleichermaßen umschließende (kybernetische) Ansatz wird mit dem in Abbildung B1 schematisch dargestellten generischen St. Galler Managementmodell – dem ifm-Management-Modell – erfüllt, das Wirkungszusammenhänge zwischen dem Managementhandeln des dispositiven Faktors und den Resultaten der medizinbetrieblichen Leistungsprozesse vermittelt.

Copyright information

© Gabler Verlag | Springer Fachmedien Wiesbaden 2012

Authors and Affiliations

  • Hans-Jürgen Seelos
    • 1
  1. 1.Institut für Medizinmanagement (ifm)ZfP Reichenau Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität KonstanzKonstanzDeutschland

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