Mathematikunterricht im Kontext von Realität, Kultur und Lehrerprofessionalität pp 184-195 | Cite as
Zwei Kulturen? Mathematiklehramtsstudierende mit unterschiedlichen Zweitfächern
Zusammenfassung
Ziel des vorliegenden Beitrags ist zu klären, ob sich unter Mathematiklehramtsstudierenden verschiedene Kulturen identifizieren lassen, je nachdem ob sie ein Unterrichtsfach aus dem mathematisch-informatisch-naturwissenschaftlich-technischen (MINT) Spektrum oder ein anderes Zweitfach gewählt haben. Deutlich wird, dass der Anteil von Studierenden, die sich unter sonst gleichen Umständen für ein MINT-Zweitfach entscheiden, bei Männern mehr als doppelt so hoch ist als bei Frauen. Ebenso beträgt der Anteil im Falle des Besuchs eines Leistungskurses in Mathematik im Vergleich zu einem Grundkurs mehr als das Doppelte. Die Kompetenzentwicklung verläuft in den ersten beiden Jahren der Sekundarstufenlehrerausbildung unterschiedlich. Allerdings stellt die Wahl des Zweitfachs keinen ausschlaggebenden Faktor dar. Stattdessen wird das Geschlecht ein weiteres Mal relevant, wenn es um den Erwerb fachwissenschaftlichen Wissens geht. Für den Erwerb fachdidaktischen Wissens spielt die Abiturnote eine Rolle. Die Ergebnisse sprechen eher gegen die Annahme zweier Kulturen.
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