Zusammenfassung
Der histologische Nachweis von Schädigungen im Bereiche der Verzweigungen des linken Schenkels bei Fällen, die das Ekg des Blocks des rechten Schenkels gezeigt hatten, außerdem aber auch gelegentliche Beobachtungen über das Aussehen künstlich erzeugter Kammerextrasystolen am operativ freigelegten Menschenherzen, endlich Befunde und Berechnungen an Kurven, die mit thorakaler Ableitung registriert wurden, haben einzelne Forscher veranlaßt, dort wo man bisher einen Block des rechten Schenkels diagnostizierte, einen Block des linken anzunehmen und umgekehrt (Oppenheimer, Wilson und Mitarbeiter). Der alten „klassischen“ Nomenklatur wird eine „neue Nomenklatur“ der Schenkelblockkurven gegenübergestellt. Man hätte zu voreilig die Ergebnisse von Tierversuchen auf den Menschen übertragen. Nach der neuen Anschauung wäre der Block des linken Schenkels keine Seltenheit, sondern ein recht häufiges Vorkommnis und der Block des rechten Schenkels selten. Da keine entscheidenden Beweise für diese neue Annahme geliefert wurden, steht noch Ansicht gegen Ansicht und die Verwirrung ist groß. Es muß aber zugegeben werden, daß die bisher vorhegenden anatomischen Untersuchungen, soweit sie von erfahrenen Forschern stammen, die alte Nomenklatur bestätigen, da bei Fällen mit dem Ekg eines Blocks des rechten Schenkels (nach der alten, auch in diesem Buche benützten klassischen Nomenklatur) auch tatsächlich vielfach auch eine Läsion im rechten Schenkel gefunden wurde (s. Mahaim).
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