Senile Myelopathien auf vaskulärer Basis
Zusammenfassung
Von den Gefäßschädigungen des zentralen Nervensystems sind die zerebralen ziemlich gut gekannt. Während die eine Gruppe infolge schwerer Wandschädigung zur Blutung oder Erweichung führt, steht bei der anderen Gruppe mehr die trophisehe Schädigung des Gewebes im Vordergrund. Es kommt dabei vorwiegend im Umkreis der geschädigten Gefäße zu degenerativen Veränderungen, wie sie vor allem von Pierre Marie als „Désintégration lacunaire“ beschrieben wurden. Diese Lakunenbildung scheint jedoch auch ausheilen zu können, da wir bei älteren Prozessen dieser Art schwerste perivaskuläre Sklerosen sehen können. Auf Gefäßschädigungen dieser Art beruhen ja die bekannten klinischen Bilder der arteriosklerotischen Muskelstarre Foersters und manche Formen der Paralysis agitans, wobei die Lokalisation der Schädigung die ausschlaggebende Rolle spielt. — Anderseits wissen wir, daß auch bei verhältnismäßig jugendlichen Individuen ganz analoge Prozesse perivaskulärer Desintegration dann auftreten können, wenn es sich um Toxämien handelt. Als Paradigma dieser Veränderungen kann man die Myelopathie bei perniziöser Anämie hinstellen, bei der allerdings noch fraglich ist, ob die Hydrämie, die Anazidität oder eine abnorme Blutbeschaffenheit infolge endokriner Störung schuldtragend ist.
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