Thomas Chalmers

  • Helmuth Kittel
Part of the Religionskundliche Quellenhefte book series (RQ, volume 12)

Zusammenfassung

Die Jünger Jesu dürfen ihren Eifer nicht in der Hingabe an die hohen und eigentümlichen Glaubenslehren des Neuen Testaments erschöpfen und für die praktischen Pflichten, die es auferlegt, nur kalte Zurückhaltung übrig haben. Kein Christ soll seine Religion beiseite legen, wenn er mit seiner Familie die Morgenandacht verrichtet hat. Vielmehr soll er sie mit hinausnehmen und sie zu seiner Begleiterin unb Führerin für sein ganzes Tagewerk machen. Immer soll es ihm im Herzen gegenwärtig sein, daß Gott ihn sieht. Immer soll er sich vor Augen halten, daß keine Stunde verstreicht und keine Gelegenheit vorübergeht, in der nicht des Herrn Gesetz mit dieser ober jener unerbittlichen Forderung gegenwärtig wäre. Es ist nicht wahr, daß das Prinzip der christlichen Heiligung keinen Ginfluß auf die Einzelheiten des bürgerlichen, alltäglichen Lebens besitze. Und ebenso falsch ist es natürlich, zu behaupten, daß Frömmigkeit eine vornehme, mönchische Tugend sei, die ihren Bereich allein im feierlichen Gottesdienst oder im einsamen Gebet habe. Wenn wirklich Gottes Gnadengeist in uns waltet, dann will er auch unserem ganzen Weg durch die menschliche Gesellschaft Richtung und Färbung verleihen; dann ist keine Verrichtung unter all den verschiedenen Arbeiten, die Menschen zu tun vermögen, denkbar, welche nicht von diesem Geist beseelt werden könnte; dann ist nichts von allem, was uns begegnen kann, zu klein, als daß es nicht durch die Wirkung dieses Geistes einen himmlischen Glanz erhalten könnte. Ja, dieser Geist versucht ständig, den ganzen Menschen unter seine Herrschaft zu zwingen und sich all seine Regungen zu unterwerfen.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1927

Authors and Affiliations

  • Helmuth Kittel
    • 1
  1. 1.GöttingenDeutschland

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