Zusammenfassung
Es handelt sich in den vorliegenden Untersuchungen nicht um die griechische Religion oder Religiosität, wie sie in den Stadtstaaten sich ausgebildet hat, und ebensowenig um die einzelnen orientalischen Volksreligionen als solche, wohl aber um eine allgemeine Religiosität, die sich auf Grund beider Faktoren entwickelt. Gewiß haben zu ihrer Bildung die einzelnen Völker in verschiedener Stärke beigetragen, aber reinlich auszusondern ist ihr Eigenbesitz schon, als das Griechentum die äußere Herrschaft übernimmt, nicht mehr. Die Volksreligionen bestehen fort, aber keine will und kann sich mehr auf ihr Volkstum beschränken. Sie müssen werben, schon um sich zu erhalten, und dieser Werbetätigkeit gibt die Zugehörigkeit zu den großen politischen Gebilden notwendig die Richtung, die Sprache und damit zum Teil auch die Begriffe. Nur auf das herrschende Griechentum und die hinter ihm liegende Welt des Westens kann ihre Missionstätigkeit sich richten1; hier findet sie zugleich die geringste Widerstandskraft.