Einführung in die Religionsphilosophie pp 58-71 | Cite as
Selbständigkeit der Religion
Zusammenfassung
Es ist der Neuzeit eigentümlich, daß die verschiedenen Kulturgebiete sich selbständig machen und ihre Grundlegung selbst hervorbringen. Die Wissenschaft will nicht länger von etwas anderem abhängig, sie will souverän sein. Ihre letzten logischen Grundlagen legt sie selber, ihre Prinzipien, Methoden und Wahrheitskriterien stellt sie selber auf. Mit eigentümlichen Vegriffen will sie arbeiten und nie in ihrem Forschen zu etwas ihre Zuflucht nehmen, das nich ihr selber angehört. Ehe die Eigenart und Selbständigkeit der Wissenschaft in voller Klarheit erfaßt war, schien es selbstverständlich, bei der Erklärung und Aufhellung unbegreiflicher und dunkler Vorgänge seine Zuflucht zu Gott zu nehmen. Aber mit dem Erstarken des wissenschaftlichen Geistes hat man darin mehr und mehr ein asylum ignorantia gesehen. In der Tat ist innerhalb der empirischen, naturwissenschaftlichen Untersuchung der Hinweis auf Gott unberechtigt, den er ist eben mit der Erklärung gleichbedeutend, daß man mit der Naturwissenschaft am Ende ist und keine weitere Erkenntnis besitzt.
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Literatur
- 1).Zum folgenden sind zu vergleichen: Die Reden über die Religion. Zu empfehlen ist die Ausgabe von OttoGoogle Scholar
- 1).Eine Ausgabe der Glaubenslehre ist bei Hendel in Halle Erschienen.Google Scholar