Zusammenfassung

O Herr Iesus, wie wenig kennen dich die Leute! Sie denken, du wärest so geweSen wie ein Prediger, der den Menschen Sagt: Stille, Stille, haltet den Mund und laßt der Melt ihren Lauf ! O wenn doch die Leute das Evangelium lesen wollten, da würden sie vieles finden, was fie wundern muß. Da finden Sie, daß du auch eine Heißel in der Hand hattest und Mehe rufen konntest: Mehe, wehe! Siebenmal! Das haben wir vergessen. Wir haben deine Worte, aber nicht deinen HeiSt, deinen gewaltigen Mut, deine rückhaltlose Offenheit, deine göttliche Selbsts losigkeit. Was hast du denen gesagt, die der Witwen Häuser fressen? Wie redest du vom reichen Kornbauer? Wie maltest du den Pharisäer an die Mand! O Herr, wenn ich denke, wie du mit den reichen Leuten geredet hast, wie du vor dem Hohenpriester Standest, wie Sie dir nach Sagten, du regtest das Bolk auf; wenn ich in Stillen Stunden das Evangelium von dir in der Hand habe, dann weiß ich nicht, ob wir Schlaffen, matten, furchtsamen Menschen von heute ein Recht haben, uns nach dir zu nennen. Es kommt mir vor, als müßten wir alle erst noch einmal in die Schule gehen und lernen, wie Iesus eigentuch war. Bei dir ist Glut, bei dir ist Wucht, bei uns ist Mattigkeit. Erbarm’ dich unser, o Jesu!

Literature

  1. 1).
    Die beiden UbSchnitte aus Naumann: Mas heißt Chrisitlich-Sozial? Leipzig 1894. S. 1 ff. u. 97 f.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1928

Authors and Affiliations

  • R. Seeberg

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