Advertisement

Lautverhältnisse und schreibung

  • Karl Gustaf Andresen
Chapter

Zusammenfassung

Während in den lehrbüchern der deutschen schriftsprache die abhandlung der laut- und buchstabenverhältnisse und die mit ihr aufs allerengste zusammenhangende erörterung der ergebnisse und grundsätze der schreibung getrennt von einander dargestellt zu werden pflegen, läßt Grimm in seiner grammatik beide insofern gemischt auftreten, als ihm der abschnitt von den neuhochdeutschen buchstaben gelegenheit gibt den geschichtlichen nachweis der mannigfachen veränderungen mit teils ausführlicheren bemerkungen teils kurzen andeutungen, welche gröstenteils negativ gehalten sind, zu begleiten. Dieselbe mischung eignet sich für den zweck der gegenwärtigen schrift, aber in umgekehrter richtung: Grimms eigene praxis in der schreibung und gelegentlich angemeßene hinweisungen auf beschaffenheit und entwickelung der für dieselbe giltigen lautverhältnisse. Ferner wird einiges von dem, was an und für sich der flexion oder der ableitung anheimfällt, wenn es sich innerhalb der grenzen orthographischer berechtigung findet, je nach umständen und bedürfnis schon hier vorweggenommen werden dürfen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. mhd. hâ.hel, der keßelhaken auf dem herde; also f. hahl, wenn das wort noch heute gelten soll (s. Vilmar Idiot. v. Kurhessen s. 143. Schambach niederd. wtb. 72).Google Scholar
  2. d. h. teer, im älteren hochd. zehr (vgl. Vilmar Idiot. 465). **) trotz Becker gr. III, 27.Google Scholar
  3. Man vergleiche außer den bekannteren erklärungen in der gramm. und im wörterb. jetzt insbesondere den in der Zeitschr. f. deutsche philol. von Höpfner und Zacher veröffentlichten brief „an die berühmte Weidmann’sche Buchhandlung“ vom aprii 1849 (I, 2, 228).Google Scholar
  4. 5) vgl. deutsche orthogr. 18.Google Scholar
  5. als stünde der gegenwärtig beinahe verklungenen, nur noch etwa im adjektivischen partizip erhaltenen organisch starken form der reine vokal, der später eingedrungenen schwachen das misbräuchliche dehnzeichen beßer an.Google Scholar
  6. vgl. Schleicher deutsche spr. 167.Google Scholar
  7. dieselbe verbindung Rechtsalt. 127, hier aber „hühnern“ geschrieben; vgl. Reinh. CXXXI hahn und zehn hüner.Google Scholar
  8. an den alphabetischen stellen nur mit dem h. Google Scholar
  9. In einem briefe bei Pfeiffer XII, 126 steht abgedruckt: „Sic haben mich auf weinachten mit weihnachtspielen beschenkt`.Google Scholar
  10. Wie soll man aber darüber urteilen, daß Wtb. III, 398 bemerkt steht, in mälich sei eins der beiden aneinander stoßenden 1 gewichen?Google Scholar
  11. ungewöhnlich um jene zeit; doch vgl. mahl.Google Scholar
  12. Wie sich nach der in der gramm. wahrnehmbaren unentschiedenheit im verlaufe seine theorie gestaltet bat, der er im wiirterb. gern gefolgt wäre, ist durch den erwähnten brief an die weidmannsche Buchhandlung bekannt geworden.Google Scholar
  13. Das entsprechende „paradeis“ ist aus dem gewöhnlichen leben geschwunden.Google Scholar
  14. vgl. Zeitschr. f. deutsche philol. 1, 2, 228.Google Scholar
  15. 5) Die für den langen umlaut zur Unterscheidung vom kurzen nach mhd. vorgange von einigen neueren aufgenommenen zeichen ae, oe, ne gehören nicht in das gebiet der grimmschen schreibung. Sogar in dem namen Goethe, obgleich sich der dichter selbst so geschrieben hat, fand die nebeneinanderstellung keine duldung (s. Schmidts zeitschr. f. gesch. II, 271). Von anderer art sind die anlautenden Ae, Oe, tie deren sich Grimm aus demselben grunde wie die meisten schreibenden bedient; doch vgl. Xs o p an vielen stellen im Reinh. F.Google Scholar
  16. vgl. W. Wackernagel bei Haupt II, 556.Google Scholar
  17. Vielleicht hat sich dabei des herausgebers gewohnheit beteiligt.Google Scholar
  18. s. Schleicher deutsche spr. 176.Google Scholar
  19. hier auch mehrmals die nebenform knüppel, z. b. I, 188.447. II, 179; vgl. kniippelweg Gr. III, 396.Google Scholar
  20. Sehr ausführlich berichtet über beide formen Hildebrand in Grimms wtb. V, 852.Google Scholar
  21. Die Gr. 13, 222 über die aussprache des y in den fremden wörtern syntax, system gemachte bemerkung widerstreitet zum großen teile der erfahrung.Google Scholar
  22. Die alte sprache zeigt regelmiißig einfaches m.Google Scholar
  23. Gr. P, wo die einfachheit noch nicht durchgedrungen ist., heißt es doch schon s. 198 anm.: „wir sprechen richtig schiff, schreiben nur das unnötige“.Google Scholar
  24. 5) Gr. I2, 525 wird noch „trifft, hoffnung“ konsequenter genannt. *5) Beispiele wie „käst, paste, vermist” werden beim s nachgewiesen werden.Google Scholar
  25. Weiter erstreckte sich sein wunsch für das wörterbuch: „ich laße mich aber überstimmen“, heißt es in jenem briefe vom aprii 1849.Google Scholar
  26. vgl. nackend (mhd. nackent) Savigny II, 91. 92. Myth. 529. 543. 615. 617.Google Scholar
  27. über deutsche orthogr. 73.Google Scholar
  28. Kl. schr. II, 193 (v. j. 1818) wird sogar in „ewigkeit“ das •qk für pedantisch erklärt.Google Scholar
  29. vgl. deutsche orthogr. 20.Google Scholar
  30. Der ausfall des r in dem worte fodern (vgl. Rechtsalt. 600. Wtb. III, 1866 ) beschränkt sich auf wenige stellen älterer schriften, z. b. Sag. I, VII. X (forderte 96 ).Google Scholar
  31. s. 70 acht mal.Google Scholar
  32. K1. sehr. III, 278 in z uv ö rd erst geändert. **) deutsche orthogr. 94.Google Scholar
  33. Jedoch tritt das d auch schon hier insbesondere beim verb mehr-Lach auf.Google Scholar
  34. ebenso an sämtlichen stellen der 2. aufl.Google Scholar
  35. vgl. Ad. Jeïtteles neuhochd. wortbildung (Wien 1865) s. 60. **) umständlich besprochen von Götzinger d. spr. I, § 207.Google Scholar
  36. und der Niederdeutsche unzusammengezogen spricht.Google Scholar
  37. Sechs Bruchstücke einer Nibelungenhandschrift (1866) s. 44. **) vgl. Zeitschr. f. d. österr. gymn. 1862 s. 52.Google Scholar
  38. Typographische umstände sind zu mutmaßen; vgl. vorrede s. XVII.Google Scholar
  39. Dem zweiten teile wohnt das misverhältnis nicht mehr bei.Google Scholar
  40. Hier (II, 271) steht das ungeheuer m a a s s s t a b.Google Scholar
  41. Nicht typographische verlegenheit kann bei dieser in dem verlage der grammatik erschienenen ausgabe in betracht kommen.Google Scholar
  42. vgl. Altd. bl. v. Haupt u. Hoffmann I, wo sich in einem beitrage Grimms nicht nur dafs, blofsen, sondern auch lafsen, miifsen, b e f s e r, k e fs e 1 finden. Freilich Haupt in seiner zeitschrift schreibt noch heute so.Google Scholar
  43. Brieflich und im mündlichen gesprüche wird Grimm später häufiger, als allgemein bekannt sein kann, dieser veründerung erwähnt haben. Mir schrieb er neujahr 1856: „Der misbrauch, den man von ss macht, ist hinerträglich und sich wider sz zu sträuben, weil es polnisch oder ungrisch aussehe, scheint mir albern, da wir ja mit allen nachbarn buchstaben gemein haben müssen“; vgl. Pfeiffer XII, 122 (an From-mann) und Michaelis anordn. 44. Unterdes hat dies grimmsche sz die gewünschte oder erwartete nachahmung, weil es sie nicht verdient, auch nicht gefunden.Google Scholar
  44. Die schreibung ross, welche Ber. d. ak. 1859 s. 723 vereinzelt zu stehen scheint, wird Wtb. III, 1211 anstößig genannt; gewifs begegnet Gr. I2, 6. 13, wo fs die doppelung bedeutet, nicht für f3 gelten soll.Google Scholar
  45. hier auch das flektierte adj. b lose r (II, 154).Google Scholar
  46. 5).
    deutsche orth. 134.Google Scholar
  47. *5).
    Welchen wert dieses ss haben, ob es dem ß oder dem doppelten s gleichstehe soll, Hißt sich kaum sicher entscheiden.Google Scholar
  48. Michaelis anordn. 44.Google Scholar
  49. vgl. Kl. sehr. I, 350. III, 172. Anders und rein objektiv lautet das urteil III, 351.Google Scholar
  50. Wtb. I, XVI liest man neben einander Alamannen und alemannisch; vgl. Myth. I, 539 muhomedanisch, 540 muhamedanisch.Google Scholar
  51. beide zahllos vorhanden Ged. d. mitt. (v. j. 1842), wo sich auch Cöln sehr häufig findet; in diesen dreien wird zwar Wtb. II, 601 grundsätzlich K vorgezogen. Auf derselben seite (KI. sehr. II, 354) wechseln Cochem und Kochemer; Rechtsalt. XI Cärnten, 234. 253 und sonst Kärnthen.Google Scholar
  52. Kl. sehr. II, 79 (v. j. 1845) hat Celten, celtisch, II, 119. 121 fg. (v. j. 1847) und 412. 413 (v. j. 1853 ) Kelten, keltisch.Google Scholar
  53. Beiläufig werde daran erinnert, daß er sich bei grammatischen worterklärungen keiner andern als der lateinischen sprache bedient hat; ausführlich ist davon in der vorrede zum 2. bande des wörterbuches die rede.Google Scholar
  54. Weshalb nicht viel lieber (vgl. deutsche orthogr. 160) lu pp e? Wtb. III, 199 steht sogar sufflieren.Google Scholar
  55. Im gesellschaffstone pflegt sonst nach dem franz. outrierte gesagt zu werden.Google Scholar
  56. Anders lautete in frühster zeit und noch Gr. 12, 331 das urteil. **) welche, beiläufig bemerkt, auch in den kleineren schriften zur anwendung gelangt ist.Google Scholar
  57. Schriften, deren herausgeber ein andrer ist, entziehen sich jeder auch nur einigermaßen sicheren beurteilung; vgl. Zeitschr. f. hess. gesch. II, 147 schrec-ken, aber 156 entdek-ken.Google Scholar
  58. Dieser scheint namentlich in verschiedenen der grammatischen erörterung dienenden zusammensetzungen wie ab a form (Gr. 1V, 922), Haut, flaut und i laut (wovon hernach) bediirfnis zu sein.Google Scholar
  59. vgl. 696 elternmörder und verwandtenmt rder. Dieser unzusammengezogenen form wird man am meisten in der gesch. d. d. spr. begegnen, z. b. 74. 110. 117. 131. 146. 152. 287. 361. 381. 385. 386, 390. 424. 658.Google Scholar
  60. 5) Das letzte beispiel weicht etwas ab, der fall aber ist in sich derselbe und kommt auch öfters vorGoogle Scholar
  61. welche Wtb. I, XLIII. IV, 131 auch fürs nhd. empfohlen wird. **) Kl. schr. III, 177 in mannsnamen gelindert.Google Scholar
  62. vgl. Schleicher deutsche spr. 226.Google Scholar
  63. auch ß und z, zumal in neueren namen. In mehr als einer hinsicht fällt der gen. Dieze’s vom nom. Diez auf (Leipz. 1. z. 1822 s. 2153).Google Scholar
  64. Zu den bei Pfeiffer XI h. 3 veröffentlichten briefeti Grimms an Hoffmann v. F. wird bemerkt, daß mit ausnahme eines vom 10. juli 1822 seit nov. 1821 alle briefe lateinische schrift tragen, deutsche habe noch der vom febr. 1821, vom 1. jan. 1822 datiere der erste brief mit der lateinischen minuskel. Im jahre 1816 (Heidelb. jahrb. s. 1092) sprach sich Grimm noch ausdrücklich gegen lat. schrift für deutsche sprache aus; die erste ausg. der gramm. (1819) zeigt die deutschen buchstaben mit der minuskel auch in englischen und anderen fremden würtern.Google Scholar
  65. 5).
    abgerechnet diejenigen, deren konstruktion in den text greift und daher viel leichter mit der minuskel anfangen kann.Google Scholar
  66. Es ist bekannt, aus welchem schwachen grunde fast liberal]. von der gewohnheitsregel mit schreibungen wie homeriseh, lutherisch, mosaiseh, platonisch abgewichen wird.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1869

Authors and Affiliations

  • Karl Gustaf Andresen

There are no affiliations available

Personalised recommendations