Stabilisierungsmöglichkeiten auf den Aktienmärkten durch den Einsatz von Indexterminkontrakten bei heterogener Information

  • Harald Wiebke
Part of the DUV: Wirtschaftswissenschaft book series (DUVWW)

Zusammenfassung

Im vorigen Kapitel war die Annahme getroffen worden, daß sowohl Anbieter als auch Nachfrager von Aktien zwar unsichere, aber dennoch homogene Erwartungen bezüglich des zukünftigen Aktienkurses besitzen. Die subjektive Dichtefunktion aller Anleger bezüglich der für möglich gehaltenen Aktienkurse bei verschiedenen zukünftigen Umweltzuständen war als identisch mit der objektiven Dichtefunktion angenommen worden. Diese Annahme impliziert, daß alle Anleger über sämtliche zum Zeitpunkt t = 0 existierenden kursrelevanten Informationen verfügen und die Ungewißheit nur die Frage betrifft, welcher der für möglich gehaltenen Umweltzustände tatsächlich eintreten wird. Der Kassakurs war im Ergebnis bereits „qua Annahme“ informationseffizient, wobei zu berücksichtigen ist, daß zur Kompensation für die Übernahme von Kursänderungsrisiken ein systematischer Kursabschlag erfolgen mußte. Der Handel mit Aktien ist bei dieser Fallkonstellation eine Folge des individuell unterschiedlich ausgeprägten Grades der Risikoaversion sowie eine Folge der Annahme unterschiedlicher Ausgangsausstattungen(1).

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Grundsätzlich läßt sich feststellen, daß auf den Finanzmärkten, ähnlich wie auf den Gütermärkten, ein Handel bei unterschiedlichen Präferenzen, unterschiedlichen Zukunftsprognosen oder unterschiedlichen Erstausstattungen zu beobachten ist: “In general, trade takes place because traders differ in endowments, preferences, or beliefs.” Vgl. S.J. GROSSMAN/J.E. STIGLITZ (1980), S. 402.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. S.J. GROSSMAN/J.E. STIGLITZ (1980), S. 402.Google Scholar
  3. 8.
    Vgl. dazu in diesem Kapitel Abschnitt 6.3.6.; vgl. auch J.L. STEIN (1986), S. 75.Google Scholar
  4. 9.
    J. F. MUTH (1961), Rational Expectations and the Theory of Price Movements, Econometrics, 29, 1961, S. 315–335.CrossRefGoogle Scholar
  5. 10.
    Vgl. als Beispiele S.J. GROSSMAN/J.E. STIGLITZ (1980), S. 395, S. FIGLEWSKI (1978), S. 587 sowie ders. (1982), S. 90.Google Scholar
  6. 11.
    Vgl. J.L. STEIN (1986), S. 73, Kapitel 3, Gleichung (3. 8 ).Google Scholar
  7. 12.
    Vgl. S.J. GROSSMAN/J.E. STIGLITZ (1980), S. 393, 404. Vgl. auch Kapitel 3, Abschnitt 3.4.2.1., Fußnote 51.Google Scholar
  8. 13.
    Vgl. M.E. STREIT (1983), Heterogene Erwartungen, Preisbildung und Informationseffizienz auf spekulativen Märkten, Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft, 139, 1983, S. 75 sowie M.E. STREIT/R. QUICK (1982), S. 320 ff.Google Scholar
  9. 16.
    Vgl. S. FIGLEWSKI (1978), S. 585 sowie H. SHEFRIN (1984), Inferior Forecasters, Cycles, and the Efficient-Markets Hypothesis: A Comment, Journal of Political Economy, 92, 1984, S. 159 f.Google Scholar
  10. 17.
    Vgl. S.J. GROSSMAN/J.E. STIGLITZ (1980), S. 394 ff.Google Scholar
  11. 18.
    Folgt man der Systematik von E.F. FAMA (1970) zur Qualifizierung von Informationen entsprechend ihrem Bekanntheitsgrad (vgl. oben Kapitel 3, Abschnitt 3.4.2.1.), so handelt es sich bei dieser Fragestellung u.a. um das Problem der starken Markteffizienz.Google Scholar
  12. 19.
    Es existieren im Modell in diesem Kapitel mit den “gut Informierten” und den “Uninformierten” zwei Anlegergruppen, die durch die Indices “g” und “u” gekennzeichnet werden. Der Begriff “uninformiert” bedeutet nicht, daß diese Gruppe überhaupt keine Informationen besitzt, sondern lediglich, daß ihre Informationen schlechter sind als die der gut Informierten. Ebensowenig impliziert der Begriff “gut informiert” die Kenntnis aller existierenden Informationen.Google Scholar
  13. 20.
    Diese Problematik nimmt einen breiten Raum ein in der Arbeit von J.L. STEIN (1986); Stein formuliert in Kapitel 3 und 4 seiner Arbeit ein dynamisches Modell “Asymptotisch Rationaler Erwartungen”, welches einen Anpassungsprozeß in Richtung auf einen Zustand der größtmöglichen Informationseffizienz beschreibt.Google Scholar
  14. 28.
    Zum gleichen Ergebnis kommen J. LINTNER (1969), The Aggregation of Investor’s Diverse Judgements and Preferences in Purely Competitive Securities Markets, Journal of Financial and Quantitative Analysis, 1969, S. 368, 371; S. FIGLEWSKI (1978), S. 588, 589 sowie G.O. BIERWAG/MA. GROVE (1965), On Capital Asset Prices: Comment, The Journal of Finance, 20, 1965, S. 91. Insbesondere LINTNER weist nachdrücklich darauf hin, daß (im “n-Anleger-Fall”) die Kursprognose jedes Anlegers in den “Marktpreis” der Aktie eingeht, und nicht nur die Prognose des “marginalen” Anlegers.Google Scholar
  15. 29.
    The equilibrium price is a weighted average of individual expectations, a result which seems consistent with one’s intuition that the market is a mechanism that “blends” individual expectations. The weights themselves are interesting. They imply that the influence of any one investor’s opinion in determining the market price varies directly with his audacity and with his confidence in his forecast. Thus, an investor who is both very audacious and very confident will be very influential in the determination of the equilibrium market price.“ G.O. BIERWAG/MA. GROVE (1965), S. 91.Google Scholar
  16. 34.
    S. FIGLEWSKI (1982), S. 96 ff, kommt zum gleichen Ergebnis, nämlich daß im Hinblick auf die Informationseffizienz des Marktpreises nicht so sehr die Vollständigkeit der Informationssets der einzelnen Marktteilnehmer von Bedeutung ist, sondern ihre “Unabhängigkeit”.Google Scholar
  17. 35.
    Im Hinblick auf den Umfang der Informationsaktivitäten vergrößert sich mit wachsender Teilnehmerzahl zumindest die Zahl potentieller Informationsstellen. Soweit das zugängliche Wissen fragmentiert und für den einzelnen in unterschiedlichem Maße zugänglich ist, bedeutet das auch, daß mit der Zahl der Teilnehmer der Umfang zugänglicher Informationen steigen dürfte.“ Diese Bemerkung von M.E. STREIT/R. QUICK (1982), S. 326, betrifft zwar in erster Linie die Informationsfunktion der Kontraktmärkte, gilt ohne Zweifel aber auch für die Kassamärkte.Google Scholar
  18. 36.
    Vgl. S. FIGLEWSKI (1982), S. 98.Google Scholar
  19. 37.
    Vgl. S. FIGLEWSKI (1978), S. 589, Fußnote 4.Google Scholar
  20. 38.
    Die Bedingungen zweiter Ordnung sind, wie sich einfach zeigen läßt, erfüllt.Google Scholar
  21. 39.
    Zum gleichen Ergebnis kommt S. FIGLEWSKI (1978), S. 589, Fußnote 4. Dieser (frühe) Aufsatz von Figlewski unterscheidet sich vom zeitlich späteren, in Fußnote 33 erwähnten dadurch, daß im letzteren eine positive Kovarianz der Prognoseirrtümer unterstellt wird.Google Scholar
  22. 42.
    Zum gleichen Ergebnis kommen J.L. STEIN (1986), S. 88 ff sowie S. FIGLEWSKI (1982), S. 95 f., Theorem 2.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1992

Authors and Affiliations

  • Harald Wiebke

There are no affiliations available

Personalised recommendations