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Sachverstand: Verwendungsuntauglich?

Eine Fallanalyse zur Politikberatung im Rahmen der Enquete — Kommission “Neue Informations- und Kommunikationstechniken”
  • Wolfgang Hoffmann-Riem
Part of the Jahrbuch für Rechtssoziologie und Rechtstheorie book series (JRR, volume 13)

Zusammenfassung

Gesetzgebung ist Entscheidung, und zwar Reehtsanwendung wie Rechtssetzung. Gesetzgebungswissenschaft sollte dementsprechend als Entscheidungswissenschaft konzipiert sein. Bevor sie als normative Entscheidungswissenschaft entwickelt werden kann, ist die Einsicht in empirische Strukturen wichtig, damit sie nicht empirisch gehaltlos oder gar fehlgeleitet wird. Ausgehend von dieser Annahme ist der folgende Beitrag um empirisch-deskriptive Vorarbeiten bemüht, und zwar zu einem Teilproblem: Wie steht es mit den realen Möglichkeiten einer Politikberatung im parlamentarischen Gesetzgebungsraum?

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Anmerkungen

  1. 1.
    P. Noll, Gesetzgebungslehre, Reinbek 1973, S. 55, 59 ff. S. ferner W. Maihofer, Der Beitrag der Wissenschaft zur Vorbereitung von Gesetzen, in: W. Maihofer u.a., Theorie und Methoden der Gesetzgebung, Frankfurt/M. 1983, S. 9 ff., 10; W. Bruder, Sozialwissenschaften und Politikberatung, Opladen 1980, S. 16 ff.; O. Weinberger, Rechtspolitische Institutionenanalyse, in diesem Band. Stellvertretend für viele stehe hier die Einschätzung von P.v. Oertzen, Das Verhältnis von Wissenschaft und Politik aus der Sicht des Politikers, Politische Vierteljahresschrift 1978, Sonderheft Nr. 9: ”Die Wissenschaft ist die größte und entscheidende Produktivkraft unserer Gesellschaft”.Google Scholar
  2. 2.
    Die Art der Rezeption im einzelnen ist jedoch wenig erforscht, s. Bruder (Anm. 1), S. 11 f.; J. Krüger, Wissenschaftliche Beratung und sozialpolitische Praxis, Stuttgart 1975,Google Scholar
  3. 3.
    U. Beck/C. Lau, Die ”Verwendungstauglichkeit” sozialwissenschaftlicher Theorien: Das Beispiel der Bildungs- und Arbeitsmarktforschung, in: U. Beck (Hrsg.), Soziologie und Praxis, Sonderband 1, Soziale Welt, Göttingen 1982, S. 369 ff.Google Scholar
  4. 4.
    S. auch B. Giesen/W. Schneider, Von Missionaren, Technokraten und Politikern. Deutungsmuster als Determinanten der Interaktion von Wissenschaftlern und Praktikern, Soziale Welt 1984, S. 458 ff.; V. Gessner, Rechtssoziologie und Rechtspraxis. Zur Rezeption empirischer Rechtsforschung, Soziale Welt 1984, S. 480 ff., 499.Google Scholar
  5. 5.
    Zu ihm vgl. z.B. U. Beck/W. Bonß, Soziologie und Modernisierung. Zur Ortsbestimmung der Verwendungsforschung, Soziale Welt 1984, S. 381, 398; C. Lau, Soziologie im öffentlichen Diskurs. Voraussetzungen und Grenzen sozialwissenschaftlicher Rationalisierung gesellschaftlicher Praxis, Soziale Welt 1984, S. 407, 411 ff.; vgl. auch Gessner (Anm. 4), S. 499; C. Offe, Sozialwissenschaften zwischen Auftragsforschung und sozialer Bewegung, in: Beck (Anm. 3), S. 107 ff., 108, 111.Google Scholar
  6. 6.
    Beck/Lau (Anm. 3), S. 392.Google Scholar
  7. 7.
    V. v. Thienen, Technischer Wandel und parlamentarische Gestaltungskompetenz — Das Beispiel der Enquete-Kommission, Manuskript 1985, S. 14, s. auch S. 18.Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. Lau (Anm. 5), S. 409; Beck/Bonß (Anm. 5), S. 405.Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. die kritische Einschätzung etwa bei V. Ronge/G. Schmieg, Restriktionen politischer Planung, Frankfurt/M. 1973, S. 52 ff.; V. Ronge, Kritische Analyse der Interaktion von Wissenschaft und Praxis am Beispiel der Arbeit der Projektgruppe ”Regierungs- und Verwaltungsreform”, in: Wissenschaftszentrum Berlin (Hrsg.), Interaktion von Wissenschaft und Politik, Frankfurt am Main/New York 1977, S. 227 ff. Gegen solche Analysen z.B. Bruder (Anm. 1), S. 28.Google Scholar
  10. 10.
    So etwa Maihofer (Anm. 1), S. 12.Google Scholar
  11. 11.
    Es gibt aber zunehmend auch Warnungen vor einer Überschätzung der wissenschaftlichen Rationalität, s. statt vieler Beck/Bonß (Anm. 5), S. 391.Google Scholar
  12. 12.
    S. etwa M. Dierkes, Technikfolgen-Abschätzung als Interaktion von Sozialwissenschaften und Politik — Die Institutionalisierungsdiskussion im historischen Kontext, in: H.H. Hartwich (Hrsg.), Politik und die Macht der Technik, Opladen 1986, S. 144, 158 f. Weitere Vorschläge bei C. Böhret/P. Franz, Die parlamentarische Technologiefolgenabschätzung: Funktionen, Probleme und Organisationsmodelle, in: H.H. Hartwich, (Anm. 12), S. 169, 172 f.CrossRefGoogle Scholar
  13. 13.
    Zur Binnen- und Außenberatung der Politik vgl. statt vieler E.-H. Ritter, Perspektiven für die wissenschaftliche Politikberatung? Beobachtungen aus der Sicht der Praxis, in: J.J. Hesse (Hrsg.), Politikwissenschaft und Verwaltungswissenschaft, Opladen 1982, S. 458 ff., 460.Google Scholar
  14. 14.
    Eine instruktive Analyse gibt z.B. H. Schatz, Funktionsbedingungen und Konfliktsituationen verwaltungswissenschaftlicher Forschung und Beratung, dargestellt am Beispiel der Projektgruppe ”Regierungs- und Verwaltungsreform”, in: Wissenschaftszentrum (Anm. 9), S. 189 ff.Google Scholar
  15. 15.
    W. Kaltefleiter, Politik als Gestaltungschance. Anmerkungen zur Arbeit der Enquete-Kommission zur Verfassungsreform, in: Festschrift für Helmut Lemke, 1977, S. 124, 132, sieht in der Zusammensetzung von Enquete-Kommissionen ”ein Beispiel, wie das Zusammenwirken von Sachverstand und politischer Legitimation institutionalisiert werden kann.”Google Scholar
  16. 16.
    Zur Entstehungsgeschichte und den dabei verfolgten Zielen für die Einrichtung von Enquete-Kommissionen s. H. Schmittner, Die Enquete-Kommissionen des Bundestages. Erste Erfahrungen — Rechtliche Ausgestaltung eines neuen parlamentarischen Instruments für ”umfangreiche und bedeutende Sachkomplexe”, Zeitschrift für Parlamentsfragen 1972, S. 209 ff., 211 ff., 223 ff.; D. Rehfeld, Enquete-Kommissionen in der Bundesrepublik Deutschland, in: K. Lompe/H.H. Rass/D. Rehfeld, Enquete-Kommissionen und Royal Commissions, Göttingen 1981, S. 183 ff.Google Scholar
  17. 17.
    Zur Notwendigkeit, materielle Problem- und Politikanalysen mit der Analyse binnenstruktureller Faktoren zu verbinden, s. z.B. F.W. Scharpf, Der Erklärungswert ”binnenstruktureller” Faktoren in der Politik- und Verwaltungsforschung, in: Hesse (Anm. 13), S. 90 ff., 92.Google Scholar
  18. 18.
    Zur umfangreichen Literatur vgl. V.v. Thienen, Technikfolgen-Abschätzung und sozialwissenschaftliche Technikforschung. Eine Bibliographie, Berlin 1983. Aus der neueren Literatur s. statt vieler C. Böhret/P. Franz, Technologiefolgenabschätzung durch das Parlament: Die ausländischen Vorbilder und der ”Leidensweg” der Institutionalisierung in der Bundesrepublik, Gewerkschaftliche Monatshefte 1985, S. 537 ff.Google Scholar
  19. 19.
    Näher dazu B. Mettler-Meibom, Breitbandtechnologie. Über die Chancen sozialer Vernunft in technoiogiepolitischen Entscheidungsprozessen, Opladen 1986, insbes. S. 394 ff.; J. Scherer, Telekommunikationsrecht und Telekommunikationspolitik, Baden-Baden 1985, S. 328 ff. m.w. Hinw. in FN 289; G. Vowe, Wissen, Interesse und Macht, Zf Parl 1986, S. 557 ff.Google Scholar
  20. 20.
    Zwischenbericht der Enquete-Kommission ”Neue Informations- und Kommunikationstechniken”, Bundestags-Drucksache 9/2442 v. 28.3.1983.Google Scholar
  21. 21.
    Trotz aller Kritik werden auch in der Literatur positive Einschätzungen formuliert, so durch B. Mettler-Meibom, Wer will, kann sich kundig machen. Zur Arbeit der ”Enquete-Kommission Neue Informationstechniken” (EKIK). Eine sozialwissenschaftliche Einführung, medium, Bd. 13 (1983), Heft 8, S. 11 ff., 16 (”Rang einer äußerst wichtigen Angelegenheit”); v. Thienen (Anm. 7), S. 10: ”Gemessen an seinen Entstehungsbedingungen, kann er (scil. der Zwischenbericht) als eine vergleichsweise beeindruckende Datensammlung bewertet werden”.Google Scholar
  22. 22.
    Zu dieser Diskussion s. Ronge/Schmieg (Anm. 9) und Ronge (Anm. 9) sowie J. Hirsch, Wissenschaftlich-technischer Fortschritt und politisches System, Frankfurt/M. 1970; C. Offe, Strukturprobleme des kapitalistischen Staates, Frankfurt/M. 1972; W.-D. Narr (Hrsg.), Politik und Ökonomie — Autonome Handlungsmöglichkeiten des politischen Systems, Sonderheft 6/1975 der PVS.Google Scholar
  23. 23.
    S. statt vieler z.B. Scharpf (Anm. 17), S. 92 f.Google Scholar
  24. 24.
    Reizvoll wäre es allerdings auch, die Bedeutung des personellen Faktors näher zu analysieren — etwa anhand der von Giesen/Schneider (Anm. 4), S. 462 ff. entwickelten Typologie.Google Scholar
  25. 25.
    Zur Beschreibung der Lage vgl. statt vieler Mettler-Meibom (Anm. 19).Google Scholar
  26. 26.
    Vgl. statt vieler H. Kubicek/A. Rolf, Mikropolis. Mit Computernetzen in die ”Informationsgesellschaft”, Hamburg 1985.Google Scholar
  27. 27.
    Vgl. statt vieler V. Hauff/F.W. Scharpf, Modernisierung der Volkswirtschaft. Technologiepolitik als Strukturpolitik, Frankfurt/M. 1975; Bundesverband der Deutschen Industrie e.V., Neue Informations- und Kommunikationstechniken und ihre gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen, Köln 1982; Der Bundesminister für Forschung und Technologie (Hrsg.), Technischer Fortschritt. Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt, Düsseldorf/Wien 1981; ders., Modernisierung der Volkswirtschaft in den 80er Jahren, Düsseldorf/Wien 1981.Google Scholar
  28. 28.
    Prototypisch P. Radunski, Wahlkämpfe. Moderne Wahlkampfführung als politische Kommunikation, München/Wien 1980, insbes. S. 60 ff.Google Scholar
  29. 29.
    E. Noelle-Neumann, Die Schweigespirale. Öffentliche Meinung — Unsere soziale Haut, München 1980.Google Scholar
  30. 30.
    Der Bund ist im Medienbereich nur sehr begrenzt zuständig, so insbes. nicht für die inhaltliche Seite des Rundfunks, s. BVerfGE 12, 224 ff.Google Scholar
  31. 31.
    Zu ihr s. Mettler-Meibom (Anm. 19), S. 396 ff.Google Scholar
  32. 32.
    Beschluß v. 8.4.1981, abgedr. in ”Zur Medienpolitik der Bundesregierung”, Bonn 1981, , S. 63 f.Google Scholar
  33. 33.
    S. die Zusammenfassung der Beschlüsse der Kabinettsitzungen v. 13.5. und 24.6.1981 zum Thema Medienpolitik in der in Anm. 32 zitierten Broschüre, S. 8 ff., 14.Google Scholar
  34. 34.
    Mettler-Meibom (Anm. 19), S. 399.Google Scholar
  35. 35.
    Verhandlungen des Deutschen Bundestages, 10. Wahlperiode, S. 1140 ff.Google Scholar
  36. 36.
    Zur Systematisierung vgl. W. Steffani, Über die parlamentarischen Untersuchungsausschüsse, in: K. Klusen (Hrsg.), Parlamentarimus (1976), S. 249 ff., 268 f.Google Scholar
  37. 37.
    Wiedergegeben in EK-IuK (Anm. 20), S. 2.Google Scholar
  38. 38.
    Zu diesen und vielen anderen Fragen nimmt der Zwischenbericht Stellung, s. EK-IuK (Anm. 20), etwa das Inhaltsverzeichnis S. 5 f.Google Scholar
  39. 39.
    Getrennt nach Bestandsaufnahme und Ermittlung des Handlungsbedarfs, s. EK-IuK (Anm. 20), S. 3.Google Scholar
  40. 40.
    Von einer solchen Sichtweise ist die umfassende Analyse von Mettler-Meibom (Anm. 19) geprägt.Google Scholar
  41. 41.
    S. z.B. — statt vieler — die Äußerungen in EK-IuK (Anm. 20), S. 14 ff., 72 ff., 93. Besonders deutlich die auf S. 91 beschriebene CDU-Position: ”Dabei geht es längst nicht mehr um ein ’Ja’ oder ’Nein’ zu den neuen IuK-Techniken, sondern um die Frage: Kommt unser ’Ja’ zu den technischen Entwicklungen noch rechtzeitig, um die Bundesrepublik Deutschland nicht zu einer technologischen Museumsinsel verkümmern zu lassen?” An keiner Stelle des Berichts wird die entsprechende Diskussion der Literatur — und sei es nur als Bericht über mögliche Optionen — referiert. Statt dessen läßt der Bericht eine Reihe impliziter Vorentscheidungen im skizzierten Sinne erkennen, z.B. auch in Unterfragen, wie etwa der grundsätzlichen Befürwortung der Einführung der Glasfasertechnologie für private und geschäftliche Zwecke. Kritisch dazu z.B. Mettler-Meibom (Anm. 19), S. 399, 413 (unter Bezugnahme auf einen Vortrag des Verf. v. 15.2.1983).Google Scholar
  42. 42.
    Insofern liegen fast nur streitige Einschätzungen vor, s. z.B. EK-IuK (Anm. 20), S. 97 ff., 191 ff. m.d. Hinw. S. 13 f.Google Scholar
  43. 43.
    S. z.B. EK-IuK (Anm. 20), S. 91 f.Google Scholar
  44. 44.
    S. EK-IuK (Anm. 20), S. 8.Google Scholar
  45. 45.
    S. z.B. EK-IuK (Anm. 20), S. 90 ff.Google Scholar
  46. 46.
    S. z.B. die Analyse von Naschold, Politik und Produktion, in: Hartwich, (Anm. 12), S. 231.Google Scholar
  47. 47.
    S. dazu z.B. die Analysen von G. Teubner, so z.B.: Das regulatorische Trilemma. Zur Diskussion um post-instrumentale Rechtsmodelle, in: Quaderni Fiorentini 1984, S. 109 ff.; ders., Reflexives Recht. Entwicklungsmodelle des Rechts in vergleichender Perspektive, ARSP 1982, S. 13 ff. Zur Regulierungsdiskussion s. ferner S. Breyer, Regulation and its Reform, Cambridge, Mass. 1982.Google Scholar
  48. 48.
    Hier braucht nicht besonders betont zu werden, daß ein solches Verständnis über das Verhältnis von Politik und Wissenschaft höchst angreifbar ist. Es dürfte jedoch zumindest dem Selbstverständnis der meisten Parlamentarier entsprechen, die dementsprechend die in dieser Abhandlung beschriebenen Steuerungsmechanismen auch zur Sicherung der Zieldominanz einsetzen dürften.Google Scholar
  49. 49.
    S. EK-IuK (Anm. 20), S. 146 ff. einerseits und S. 154 ff. andererseits. (Dies sind schon wechselseitig aufeinander abgestimmte, auf einer gemeinsamen Vorlage eines der beteiligten Institute aufbauende Textfassungen).Google Scholar
  50. 50.
    S. z.B. EK-IuK (Anm. 20), S. 147.Google Scholar
  51. 51.
    S. z.B. EK-IuK (Anm. 20), S. 148 und im Kontrast dazu S. 154 (Leitsatz 2).Google Scholar
  52. 52.
    Kritisch zu diesem Vorgehen auch z.B. Mettler-Meibom (Anm. 19), S. 408.Google Scholar
  53. 53.
    Ergänzend sei angemerkt, daß der Rückgriff auf wissenschaftliche Theorien und Prognosen in der Praxis keineswegs allein deshalb ausgeschlossen ist, weil der entsprechende Ansatz kritikfähig ist (s. dazu Beck/Lau [Anm. 3], S. 376 f. m. Anm. 12 und S. 392).Google Scholar
  54. 54.
    Aus der neueren Literatur zur Gefahrenvorsorge vgl. nur etwa T. Darnstädt, Gefahrenabwehr und Gefahrenvorsorge, Frankfurt/M. 1983; F. Hansen-Dix, Die Gefahr im Polizeirecht, im Ordnungsrecht und im technischen Sicherheitsrecht, Köln u.a. 1982.Google Scholar
  55. 55.
    S. z.B. BVerfGE 50, 290, 331 ff.; F. Ossenbühl, Die Kontrolle von Tatsachenfeststellungen und Prognoseentscheidungen durch das Bundesverfassungsgericht, in: C. Starck (Hrsg.), Bundesverfassungsgericht und Grundgesetz, Band 1, 1976, S. 458 ff.; E.L. Nell, Wahrscheinlichkeitsurteile in juristischen Entscheidungen, Berlin 1983 (mit ausgiebigen Literaturnachweisen).Google Scholar
  56. 56.
    Zur Rechtsstellung s. L. Kissler, Der Deutsche Bundestag. Eine verfassungssystematische, verfassungsrechtliche und verfassungsinstitutionelle Untersuchung, Jahrbuch des öffentlichen Rechts 1977, S. 39, 80 ff., 81; H. Troßmann, Der Bundestag: Verfassungsrecht und Verfassungswirklichkeit, Jahrbuch des öffentlichen Rechts 1979, S. 119 ff., 120.Google Scholar
  57. 57.
    Vgl. H. Steiger, Organisatorische Grundlagen des parlamentarischen Regierungssystems, Berlin 1972, S. 150; Kissler (Anm. 56), S. 81; Schmittner (Anm. 16), S. 220 f.Google Scholar
  58. 58.
    G. Kretschmer, Enquete-Kommissionen — Ein Mittel politischer Problemlösung? Tagungsbericht des Kongresses der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (v. 4.–7.10.1982, Berlin), S. 261, 263 f.Google Scholar
  59. 59.
    Kretschmer (Anm. 58), S. 263.Google Scholar
  60. 60.
    S. Kretschmer (Anm. 58), S. 263.Google Scholar
  61. 61.
    S. dazu EK-IuK (Anm. 20), S. 3.Google Scholar
  62. 62.
    Dies wird in der Aufstellung der EK-IuK (Anm. 20), S. 9 ff. dokumentiert.Google Scholar
  63. 63.
    Dazu s. auch Mettler-Meibom (Anm. 19), S. 408.Google Scholar
  64. 64.
    Allerdings haben der Vorsitzende und die Geschäftsstelle sich geweigert, die ausdrücklichen Vorläufigkeitsvorbehalte — abgesehen von allgemeinen Aussagen (z.B. EK-IuK, (Anm. 20), S. 4) — besonders aufzunehmen. Audrückliche Vorbehalte wären auch bei den Feststellungen in den Bereichen Technik und Wirtschaft (EK-IuK, S. 14 ff., 35 ff.) notwendig gewesen, da diese zu Unrecht den Eindruck einer abschließend konsentierten Bestandsaufnahme erwecken.Google Scholar
  65. 65.
    Vgl. Kretschmer (Anm. 58), S. 268.Google Scholar
  66. 66.
    Kretschmer (Anm. 58), S. 268.Google Scholar
  67. 67.
    Dazu s. W. Zeh, Die wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages — Ein Gesetzgebungshilfsdienst? in: J. Rödig (Hrsg.), Theorie der Gesetzgebung, Berlin 1976, S. 173, 175 f. Zu den Rechtsfragen s. Kretschmer, Deutsches Verwaltungsblatt 1986, S. 927.CrossRefGoogle Scholar
  68. 68.
    Zur Zusammensetzung s. EK-IuK (Anm. 20), S. 2.Google Scholar
  69. 69.
    Dies ist allerdings nicht unproblematisch, s. K. Schmittner, Bessere Rechtsgrundlagen für die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages, Die öffentliche Verwaltung 1973, S. 694, 697.Google Scholar
  70. 70.
    Dazu sowie allgemeiner zu Funktionen von Enquete-Kommissionen vgl. L. Kassier, Die Öffentlichkeitsfunktion des Deutschen Bundestages, 1976, S. 246 ff.; T. Keller/H. Raupach, Informationslücke des Parlaments. Wissenschaftliche Hilfseinrichtungen für die Abgeordneten des Deutschen Bundestages und der Länderparlamente, Hannover 1970, S. 73 f.; Kretschmer (Anm. 58), S. 264 ff. m.w. Hinw.; Steiger (Anm. 57), S. 148; Rehfeld (Anm. 16).Google Scholar
  71. 71.
    Zur Bedeutung der Ministerialmitwirkung vgl. auch Kretschmer (Anm. 58), S. 269.Google Scholar
  72. 72.
    Hierzu wurde ausdrücklich eine Stellungnahme der Bundestagsverwaltung eingeholt, Reg.-Nr. I-54/81 v. 17.7.1981.Google Scholar
  73. 73.
    Zur Zusammensetzung s. EK-IuK (Anm. 20), S. 2 sowie E. Ackermann/J. Zerbel, ”Neue Informations- und Kommunikationstechniken”. Die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages in der neunten Wahlperiode, Zeitschrift für das Post- und Fernmeidewesen 1983, S. 14, 15 f.Google Scholar
  74. 74.
    Vgl. v. Thienen (Anm. 7).Google Scholar
  75. 75.
    Vgl. Mettler-Meibom (Anm. 19), S. 406 f.Google Scholar
  76. 76.
    Darüber wurde im November/Dezember 1982 ausführlich in der Tagespresse berichtet. S. z.B. ”Die Welt”, Nr. 280 v. 2.12.1982: ”Gutachter waren Schwarz-Schillings Partner”.Google Scholar
  77. 77.
    So z.B. als Anteilseigner des Hörfunksenders ”Neue Welle”. Die Auswertung eines Teils der Anbietergemeinschaften, die Rundfunklizenzen besitzen bzw. beantragt haben, hat ergeben, daß der Abgeordnete Linsmeier an mindestens 39 Anbietergemeinschaften in der Bundesrepublik beteiligt war (Auszählung von U. Paetzold).Google Scholar
  78. 78.
    S. Mettler-Meibom (Anm. 19), S. 406 f.Google Scholar
  79. 79.
    Dies gilt nicht als Fremdkörper in Enquete-Kommissionen, s. z.B. F. Schäfer, Enquete-Kommissionen. Stellung, Aufgaben, Arbeitsweise, 1976, S. 57 f.; vgl. auch Kretschmer (Anm. 58), S. 267. Diese Grundkonstellation ist übrigens keine Besonderheit von Enquete-Kommissionen; sie gibt es auch sonst bei der Hinzuziehung von Sachverständigen, s. z.B. Ritter (Anm. 13), S. 463.Google Scholar
  80. 80.
    Das Kommissionsmitglied Ratzke hat in einem Vortrag im Münchner Kreis am 28.1.1983 dazu ausgeführt: ”Die Sachverständigen selber sind wiederum unterschiedlich anfällig gegen die ständige implizite oder explizite Erwartung der ’Kollegen Politiker’ von derselben Bank, sachliche Bedenken hinsichtlich des Wunsches nach politischer Durchsetzung eines Vorhabens beiseite zu lassen”.Google Scholar
  81. 81.
    S. dazu die Hinweise oben in Anm. 3–8.Google Scholar
  82. 82.
    S. oben Anm. 33.Google Scholar
  83. 83.
    Der ”Staatsvertrag über Bildschirmtext” ist am 18.3.1983 abgeschlossen worden und am 1.9.1983 in Kraft getreten.Google Scholar
  84. 84.
    Selbst die Einschaltung des Postverwaltungsrats läßt in vielen Fällen zu wünschen übrig, s. dazu z.B. Scherer (Anm. 19), S. 475 f. und passim.Google Scholar
  85. 85.
    Angaben in EK-IuK (Anm. 20), S. 7.Google Scholar
  86. 86.
    Zu ähnlichen Einschätzungen vgl. H.-J. Mengel, Die Funktion der parlamentarischen Anhörung im Gesetzgebungsprozeß, Die öffentliche Verwaltung 1983, S. 226, 231 ff.; R. Nahrendorf, Hearings im Deutschen Bundestag, Die neue Gesellschaft 1968, S. 254, 256.Google Scholar
  87. 87.
    Zu entsprechenden Selektionen vgl. Mengel (Anm. 86), S. 233; Kretschmer (Anm. 58), S. 267.Google Scholar
  88. 88.
    Protokoll der 18. Sitzung v. 3.12.1982.Google Scholar
  89. 89.
    Verteilt wurde das Protokoll mit mehr als dreimonatiger Verspätung, nämlich auf der 20. Sitzung am 10.3.1983.Google Scholar
  90. 90.
    S. z.B. das Schreiben des Bundestagspräsidenten v. 12.3.1983.Google Scholar
  91. 91.
    So sind in Streitfällen über den protokollierten Inhalt die Tonbänder den Kommissionsmitgliedern nicht zugänglich gemacht worden. In der Folge mußte es bei den von der Geschäftsstelle protokollierten Inhalten bleiben.Google Scholar
  92. 92.
    S. etwa Schreiben der Abgeordneten Nobel v. 29.6.1984 und Dr. Hirsch v. 10.10.1984.Google Scholar
  93. 93.
    Schreiben des Vorsitzenden Linsmeier v. 21.8.1984.Google Scholar
  94. 94.
    Diese Weigerung wurde vom Referat Öffentlichkeitsarbeit des Bundestages ausgeführt und begründet.Google Scholar
  95. 95.
    So die Feststellung durch v. Thienen (Anm. 7), S. 10.Google Scholar
  96. 96.
    So H. Grossmann, Parlamentsrecht des Deutschen Bundestages, München 1977, Rdnr. 14.2 zu § 74a (a.F. d. GeschO BT).Google Scholar
  97. 97.
    In der entscheidenden Sitzung der Unterkommission ”Recht” v. 19.11.1982 kam es aufgrund verschiedener Verzögerungstaktiken nicht mehr zu Abstimmungen über Vorlagen zu Fragen des Gesundheitsschutzes bei Bildschirmarbeitsplätzen, zur Heimarbeit, zur Verarbeitung personenbezogener Informationen in Personalinformationssystemen, zu Persönlichkeits-, insbes. Datenschutzfragen und zu Fragen des grenzüberschreitenden Informationsaustausches und der internationalen Kommunikation.Google Scholar
  98. 98.
    S. dazu Protokoll der 11. Sitzung der Unterkommission ”Recht” v. 19.11.1982.Google Scholar
  99. 99.
    S. die Darstellung in EK-IuK (Anm. 20), S. 10 ff.Google Scholar
  100. 100.
    Zu Typen der Verhaltensmöglichkeiten von Sachverständigen in Enquete-Kommissionen s. G. Vowe/V.v. Thienen, Problembearbeitung durch Enquete-Kommissionen. Zum Verhältnis von problembezogenem Wissen und politischem Kalkül, Referat auf dem 16. Wissenschaftlichen Kongreß der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft, Manuskript, Bochum 1985.Google Scholar
  101. 101.
    Dies ist nicht notwendig in Enquete-Kommissionen so. S. demgegenüber das Verhalten der Sachverständigen in der ersten Enquete-Kommission ”Zukünftige Kernenergie-Politik”, dazu s. z.B. D. Rehfeld, Die Enquete-Kommission Zukünftige Kernenergie-Politik, Gegenwartskunde 1981, S. 249, 269.Google Scholar
  102. 102.
    Vgl. das Motto ”Wertfreie Beratung ist wertlose Beratung”, dazu K. Lompe, Politische Wissenschaft und politische Planung, in: Die Mitarbeit 1968, S. 23 ff.; Schatz (Anm. 14), S. 209 f.Google Scholar
  103. 103.
    Vgl. H. Friedrich, Staatliche Verwaltung und Wissenschaft, 1970, S. 282 f.Google Scholar
  104. 104.
    So z.B. G. Simmel, Soziologie, 5. Aufl. 1968, S. 250.Google Scholar
  105. 105.
    Instruktiv zur Bedeutung des politischen Kompromisses H. Schulze-Fielitz, Der politische Kompromiß als Chance und Gefahr für die Rationalität der Gesetzgebung, in diesem Band.Google Scholar
  106. 106.
    A. Zerdick, Ökonomische Interessen und Entwicklungslinien bei der Durchsetzung neuer Informations- und Kommunikationstechniken, Rundfunk und Fernsehen 1982, S. 478 ff.Google Scholar
  107. 107.
    EK-IuK (Anm. 20), S. 2 zählt die Reisen auf.Google Scholar
  108. 108.
    S. EK-IuK (Anm. 20), S. 229 f., A 54.Google Scholar
  109. 109.
    EK-IuK (Anm. 20), S. 3.Google Scholar
  110. 110.
    Über begrenzte Erfolge wissenschaftlicher Politikberatung allgemein z.B. H. Flohr, Rationalität und Politik, Bd. 1, Neuwied/Berlin 1975, S. 75 ff.; Gessner (Anm. 4); Schatz (Anm. 14); Rehfeld (Anm. 16).Google Scholar
  111. 111.
    Lau (Anm. 5), S. 409 f. unter Verweis auf spieltheoretische Analysen: Als Einsatz in strategischen Spielen können wissenschaftliche Argumente ein Eigengewicht entfalten.Google Scholar
  112. 112.
    Vgl. v. Thienen (Anm. 7), S. 13, 15; vgl. auch R. Ueberhorst, Die Arbeit der Enquete-Kommission ”Zukünftige Energiepolitik” des Deutschen Bundestages — Ein Modell für Österreich? Wien 1982.Google Scholar
  113. 113.
    Vgl. v. Thienen (Anm. 7), S. 17.Google Scholar
  114. 114.
    Mettler-Meibom (Anm. 19), S. 418 stellt daher m.E. mit einiger Plausibilität fest, daß auch sogenannte technikkritische Wissenschaftler keine besseren Wirkungschancen in der EK-IuK gehabt hätten.Google Scholar
  115. 115.
    Vgl. dazu z.B. Lau (Anm. 5), S. 409 ff. (Zu der Möglichkeit, über Begründungszusam-menhänge folgenreich zu werden). Welche Strategie insofern erfolgsversprechend ist, bleibt weiterhin offen. Zu möglichen Strategien vgl. Gessner (Anm. 4), S. 482.Google Scholar
  116. 116.
    So der von Offe (Anm. 5), S. 110 benutzte Begriff.Google Scholar
  117. 117.
    Vgl. die Beschreibung bei Ritter (Anm. 13), S. 448 f.Google Scholar
  118. 118.
    So z.B. Beck/Lau (Anm. 3), S. 394; vgl. auch J. Reese, Wissenschaft, Gesellschaft und die Rolle der Technologiefolgenabschätzung, in: Hartwich, (Anm. 12), S. 162 ff.Google Scholar
  119. 119.
    Dazu vgl. Offe (Anm. 5).Google Scholar
  120. 120.
    Vgl. statt vieler Reese (Anm. 118); Mettier-Meibom (Anm. 19), S. 464, 471 f.Google Scholar
  121. 121.
    Es gibt eine gesteigerte Konkurrenz der Auftragsnehmer (s. z.B. Ritter [Anm. 13], S. 459); der Konkurrenzkampf führt in Anbetracht der Arbeitsmarktlage vor allem im sozialwissenschaftlichen Bereich keineswegs nur zu Qualitätssteigerungen.Google Scholar
  122. 122.
    Kritisch zu dem Empfehlungen von Dierkes (Anm. 12) etwa Reese (Anm. 118).Google Scholar
  123. 123.
    Vgl. auch die Überlegungen von P. Weingart, Verwissenschaftlichung der Gesellschaft — Politisierung der Wissenschaft, Zeitschrift für Soziologie 1983, S. 233.Google Scholar
  124. 124.
    So z.B. die Folgerung von C. Offe, Die kritische Funktion der Sozialwissenschaften, in: Wissenschaftszentrum Berlin (Anm. 9), S. 321, 329.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1988

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Hoffmann-Riem

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