Wer darf Mitglied werden? pp 109-122 | Cite as
Vergleich der deutschen und französischen Einwanderungssituation
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Zusammenfassung
Dem deutsch-französischen Einbürgerungsvergleich liegt die Annahme zugrunde, daß beide Länder seit den 50er Jahren eine ähnliche Einwanderungspolitik betrieben haben. Erst aufgrund dieser ähnlichen Ausgangssituation sind die von Brubaker beobachteten Divergenzen in der Einbürgerungspolitik erklärungsbedürftig. Er schreibt dazu:
„Summa summarum bietet das Gesamtbild vergleichbare Einwanderungsprozesse, vergleichbare Einwanderungspopulationen und konvergierende Immigrationspolitiken. Vor dem Hintergrund dieser durchgehenden Ähnlichkeiten springen die krassen Unterschiede in der Einbürgerungspolitik und den Einbürgerungsverfahren als auffallende Abweichung ins Auge.“ (Brubaker 1994, S.111).
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Literatur
- 120.Einen guten Überblick geben Santel 1995 und Manfrass 1991. Für Frankreich vgl. Wenden 1988, Weil 1995 und Silverman 1994.Google Scholar
- 121.Obwohl der Ehegatten-und Familiennachzug so an Bedeutung gewonnen hat und heute die größte Gruppe der Migranten stellt, wird er statistisch nicht eigens erfaßt. Schätzungen gehen davon aus, daß von den etwa 3,35 Millionen Zuzügen zwischen 1973 und 1980 ca. 3 Millionen aufgrund des Familiennachzugs einreisten. Von 1980 bis 1996 kamen noch einmal etwa 5,5 Millionen auf diesem Wege nach Deutschland. Vgl. Deutscher Bundestag 1998, S. 771–774.Google Scholar
- 122.Wie in der Bundesrepublik gab es Arbeitsmigration auch in der DDR, wo ab den 60er Jahren Vertragsarbeiter/innen aus anderen sozialistischen Ländern Mitteleuropas, aber auch aus Kuba, Mocambique und Vietnam beschäftigt wurden, bei konsequenter Einhaltung des Rotationsprinzips. Quantitativ spielte hier jedoch die Ausländerbeschäftigung nie eine so große Rolle wie in der Bundesrepublik. In den späten 80er Jahren lag die Zahl der Vertragsarbeitnehmer in der DDR bei etwa 200.000. Vgl. Deutscher Bundestag 1998, S. 750756.Google Scholar
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- 126.lag der Anteil der Einbürgerungen sogar nur bei 16% und verdoppelte sich bis 1954. Vgl. INSEE 1997b, S. 6.Google Scholar
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