Der Ordoliberalismus als theoretische Grundlage der Sozialen Marktwirtschaft

  • Ralf Ptak

Zusammenfassung

Die Entstehung der ordoliberalen Theorie und ihrer Bedeutung als Fundament der Sozialen Marktwirtschaft läßt sich nur anhand verschiedener Entwicklungsphasen nachzeichnen, die sich vom Ende der zwanziger Jahre bis in die frühen fünfziger Jahre erstrecken. Erst ab diesem Zeitpunkt kann man von einer mehr oder weniger geschlossenen Theorie des ‚neuen‘ Liberalismus sprechen und das Verhältnis zwischen Ordoliberalismus und Sozialer Marktwirtschaft bestimmen. Dementsprechend ist kaum erstaunlich, daß der Begriff ‚Ordoliberalismus‘ erstmals 1950 eingeführt und als Selbstbezeichnung sogar erst Ende der fünfziger Jahre benutzt wird.1

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Literatur

  1. 1.
    „Der Begriff,Ordoliberalismus` erscheint in der deutschsprachigen Literatur, u. W. zuerst bei Hero Moeller (...), der damit ein bestimmte neoliberale Richtung, den sog.,Ordo-Kreis` um Walter Eucken und seine Freiburger Schule, in Anlehnung an den Namen des von ihr seit 1948 herausgegebenen Jahrbuchs ORDO, kennzeichnen wollte. Im 12. ORDO-Band, mehr als ein Jahrzehnt nach Hero Moellers Begriffsschöpfung, wurde er u. W. erstmalig von den Herausgebem des Jahrbuchs (Böhm — Lutz — Meyer, XXXII bis XLVIII) selbst übernommen, und auch Ludwig Erhard (...) hat ihn neuerdings gebraucht.“ Helmut Paul Becker, Die soziale Frage im Neoliberalismus, a.a.O., S. 41; vgl. Hero Moeller, Liberalismus, in: Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik, Bd. 162, Stuttgart 1950, S. 214–240, besonders S. 224Google Scholar
  2. 2.
    Friedrich August von Hayek/Hugo Sieber/Egon Tuchtfeldt/Hans Willgerodt, Wilhelm Röpke — Einleitende Bemerkungen zur Neuausgabe seiner Werke, in: Wilhelm Röpke, Ausgewählte Werke — Die Lehre von der Wirtschaft, 12. Auflage, Bem — Stuttgart 1979, S. V-XXXVI, hier S. XXXIIGoogle Scholar
  3. 3.
    Friedrich August von Hayek, Die Wiederentdeckung der Freiheit — Persönliche Erinnerungen, in: VDMA (Hrsg.), Produktivität, Eigenverantwortung, Beschäftigung. Für eine wirtschaftspolitische Vorwärtsstrategie, Köln 1983, S. 9–22, hier S. 12Google Scholar
  4. 4.
    Zur Person Rüstows und seiner Mitarbeit beim VDMA vgl. Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 200 ff.Google Scholar
  5. 5.
    Alexander Rüstow, Interessenpolitik oder Staatspolitik, in: Der deutsche Volkswirt, 7. Jg., Heft 6, 1932, S. 169–172, hier S. 172; der Text entspricht bis auf die fehlende Anrede dem Wortlaut eines Diskussionsbeitrages von Rüstow im Rahmen der Verhandlungen des Vereins für Socialpolitik zum Thema,Deutschland und die Weltkrise’ am 28./29.09.1932, in: Schriften des Vereins für Socialpolitik, Bd. 187, München 1932, S. 62–69Google Scholar
  6. 6.
    Als eigentliche Gründungstexte des Ordoliberalismus gelten gewöhnlich: Walter Eucken, Staatliche Strukturwandlungen und die Krisis des Kapitalismus, in: Weltwirtschaftliches Archiv, Bd. 36, Heft 2, 1932, S. 297–321 und Alexander Rüstow, Interessenpolitik oder Staatspolitik, a.a.O. (vgl. hierzu: Emst-Wolfram Dürr, Wesen und Ziele des Ordoliberalismus, Winterthur 1954, S. 8 f.; Gottfried Eisermann, Alexander Rüstow. Persönlichkeit und Werk, in: ASM (Hrsg.), Wirtschaftsordnung und Menschenbild. Geburtstagsgabe für Alexander Rüstow, Schriftenreihe, Heft 4, Köln 1960, S. 147–152, hier S. 148). In diese erste Reihe wird von prominenter neoliberaler Seite auch ein Beitrag Röpkes zu den „Maximen rationeller Intervention“ gestellt: Wilhelm Röpke, Staatsinterventionismus, in: Handwörterbuch der Staatswissenschaften, 4. Auflage, Ergänzungsbd., Jena 1929, S. 861–882 (vgl. Friedrich August von Hayek u.a., Wilhelm Röpke — Einleitende Bemerkungen, a.a.O., S. XXXII). Erwähnt werden in der Literatur auch zwei Texte von Alfred Müller-Armack, Entwicklungsgesetze des Kapitalismus. Ökonomische, geschichtstheoretische und soziologische Studien zur modernen Wirtschaftsverfassung, Berlin 1932 und den., Staatsidee und Wirtschaftsordnung im neuen Reich, Berlin 1933; darüber hinaus wird verwiesen auf: Franz Böhm, Wettbewerb und Monopolkampf. Eine Untersuchung zur Frage des wirtschaftlichen Kampfrechts und zur Frage der rechtlichen Struktur der geltenden Wirtschaftsordnung, Berlin 1933; Hans Gestrich, Liberalismus als Wirtschaftsmethode, Berlin 1930; Wilhelm Röpke, Epochenwende (Erstveröffentlichung 1933), in: ders., Wirrnis und Wahrheit. Ausgewählte Aufsätze, Erlenbach-Zürich — Stuttgart 1962, S. 105–124 (vgl. Helmut Paul Becker, Die soziale Frage im Neoliberalismus, a.a.O., S. 41–43; Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 19, 23 f., 72 f.; Hans-Georg Reuter, Genese der Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft, in: Knut Wolfgang Nön/Joachim Starbatty (Hrsg.), Soll und Haben — 50 Jahre Soziale Marktwirtschaft, Stuttgart 1999, S. 67–95, hier S. 71 ff.)Google Scholar
  7. 7.
    Abelshauser weist darauf hin, daß das „Denken in Ordnungen“ eine allgemeine Erscheinung in der deutschen Wirtschaftswissenschaft der Zwischenkriegszeit war. Vgl. Werner Abelshauser, Die ordnungspolitische Epochenbedeutung der Weltwirtschaftskrise in Deutschland, a.a.O., S. 19 f.Google Scholar
  8. 8.
    Hajo Riese, Ordnungsidee und Ordnungspolitik — Kritik einer wirtschaftspolitischen Konzep-tion, in: Kyklos, Vol. XXV, 1972, S. 24–48, hier S. 27Google Scholar
  9. 9.
  10. 10.
    Egon Edgar Nawroth, Die Sozial-und Wirtschaftsphilosophie des Neoliberalismus, a.a.O., S. 18 11 Folgende Beiträge liegen vor: Walter Eucken, Wettbewerb als Grundprinzip der Wirtschafts- verfassung (S. 29–49); Franz Böhm, Der Wettbewerb als Instrument staatlicher Wirtschaftslen- kung (S. 51–98); Leonhard Miksch, Möglichkeiten und Grenzen der gebundenen Konkurrenz (S. 99–106), in: Akademie für Deutsches Recht (Hrsg.), Der Wettbewerb als Mittel volkswirt- schaftlicher Leistungssteigerung und Leistungsauslese, Schriften der Gruppe Wirtschaftswis- senschaft, Heft 6, Berlin 1942Google Scholar
  11. 12.
    Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 71Google Scholar
  12. 13.
    Seine religionssoziologischen Studien hat Müller-Armack mit Ausnahme der Diagnose unserer Gegenwart in einem Extra-Band zusammengefaßt: ders., Religion und Wirtschaft. Geistesgeschichtliche Hintergründe unserer europäischen Lebensform, Stuttgart 1959Google Scholar
  13. 14.
    Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 71Google Scholar
  14. 15.
    Vgl. Kurt Lenk, Deutscher Konservatismus, Frankfurt am Main — New York 1989, S. 208 f.Google Scholar
  15. 16.
    Vgl. Hauke Janssen, Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die Deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren, Marburg 1998Google Scholar
  16. 17.
    So gab Eucken mit seiner Freiburger Schule ab 1948 das Jahrbuch ORDO heraus, das sich fortan — neben dem 1954 gegründeten Walter-Eucken-Institut — zum Kristallisationspunkt ordoliberaler Theoriebildung entwickelte. Müller-Armack nutzte die von ihm geleitete Forschungsstelle für allgemeine und textile Marktwirtschaft an der Universität Münster von 1945 bis zum Ende der vierziger Jahre zur schnellen Verbreitung seiner aktuellen wirtschaftspolitischen Publikationen.Google Scholar
  17. 18.
    Vgl. vor allem: Friedrich August von Hayek, Der Weg zur Knechtschaft, a.a.O.; Wilhelm Röpke, Die Krise des Kollektivismus, München 1948; Alexander Rüstow, Soziale Marktwirtschaft als Gegenprogramm gegen Kommunismus und Bolschewismus, a.a.O.Google Scholar
  18. 19.
    Gerade die Auseinandersetzung mit dem klassischen Liberalismus zieht sich durch fast alle ordoliberalen Texte kurz nach dem Krieg, vor allem in den folgenden Arbeiten: Alexander Rüstow, Das Versagen des Wirtschaftsliberalismus (1. Auflage 1945), 2. Auflage, Godesberg 1950; Leonhard Miksch, Wettbewerb als Aufgabe (1. Auflage 1937), 2. Auflage, Godesberg 1947; Walter Eucken, Grundsätze der Wirtschaftspolitik, a.a.O.Google Scholar
  19. 20.
    Vgl. die Vorarbeiten zu Euckens,Grundsätzen`: Walter Eucken, Das ordnungspolitische Problem, in: ORDO, Bd. 1, 1948, S. 56–90; ders., Die Wettbewerbsordnung und ihre Verwirklichung, a.a.O.; Wilhelm Röpke, Die Ordnung der Wirtschaft, Frankfurt am Main 1948; ders., Die natürliche Ordnung. Die neue Phase der wirtschaftspolitischen Diskussion, in: Kyklos, Vol. II, 1948, S. 211–232Google Scholar
  20. 21.
    Vgl. die Arbeiten von: Alfred Müller-Armack, Diagnose unserer Gegenwart. Zur Bestimmung unseres geistesgeschichtlichen Standorts (1. Auflage 1949), 2. erweiterte Auflage, Bem — Stuttgart 1981; Wilhelm Röpke, Civitas Humana (1. Auflage 1944), 2. durchgesehene Auflage, Zürich-Erlenbach 1946; ders., Maß und Mitte, Erlenbach-Zürich 1950; Alexander Rüstow, Ortsbestimmung der Gegenwart. Eine universalgeschichtliche Kulturkritik, Bd. 1: Ursprung der Herrschaft, Erlenbach-Zürich 1950, Bd. 2: Wege der Freiheit, Erlenbach-Zürich 1952, Bd. 3: Herrschaft oder Freiheit, Erlenbach-Zürich 1957Google Scholar
  21. 22.
    Wesentliche Texte der frühen Debatte sind: Alfred Müller-Armack, Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft, Hamburg 1947; ders., Die Wirtschaftsordnung, sozial gesehen (Erstveröffentlichung 1947), in: dens., Genealogie der Sozialen Marktwirtschaft. Frühschriften und weiterführende Konzepte, Bern — Stuttgart 1974, S. 73–89; ders., Vorschläge zur Verwirklichung der Sozialen Marktwirtschaft (Erstveröffentlichung 1948); in: ders., Genealogie der Sozialen Marktwirtschaft, 2. erweiterte Auflage, Bem — Stuttgart 1981, S. 51–73; Alexander Rüstow, Zwischen Kapitalismus und Kommunismus, in: ORDO, Bd. 2, 1949, S. 100–169Google Scholar
  22. 23.
    Knut Borchardt, Wachstum und Wechsellagen 1914–1970, in: Hermann Aubin/Wolfgang Zorn (Hrsg.), Handbuch der deutschen Wirtschafts-und Sozialgeschichte, Bd. 2, Stuttgart 1976, S. 685–740, hier S. 710Google Scholar
  23. 24.
    Wilhelm Röpke, Die sekundäre Krise und ihre Überwindung, in: Econonomic Essays. In honour of Gustav Cassel, London 1933, S. 553–568Google Scholar
  24. 25.
    Ebenda, S. 554; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  25. 26.
    Ebenda, S. 556; schon hier deutet sich bei Röpke die Position vom,Dritten Weg’ an.Google Scholar
  26. 27.
  27. 28.
    Röpke stand mit dieser Terminologie nicht alleine, er war aber einer der prominentesten Vertreter dieser Definition: Die Besonderheit der soziökonomischen Situation habe man „vielfach dadurch zum Ausdruck bringen wollen, daß man von der,Konjunkturkrise oder,Stockung` bis 1931 sprach und dieses Phänomen abhob von der,Strukturkrise, der,sekundären Deflation’ oder der eigentlichen,Weltwirtschaftskrise der Jahre 1931/32.“ Knut Borchardt, Wachstum und Wechsellagen 1914–1970, a.a.O., S. 707Google Scholar
  28. 29.
    Wilhelm Röpke, Die sekundäre Krise und ihre Überwindung, a.a.O., S. 556 f.Google Scholar
  29. 30.
    Ebenda, S. 560 f.; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  30. 31.
    Ebenda, S. 565Google Scholar
  31. 32.
    Ebenda, S. 566; auf S. 567 heißt es: „Als ein Ausweg aus dem Dilemma erscheint nur eine wohlabgewogene Verbindung der Auflockerungspolitik (Ausgabenbeschränkung, Steuerentlastung, Deregulierung etc.; Anm. R.P.) mit einer Politik der Reexpansion.“ Bemerkenswert ist dabei, daß diese Formulierung in leicht modifizierter Form über sechzig Jahre später Einzug in die wirtschaftspolitische Orientierungssuche der (west)europäischen Sozialdemokratie hält, etwa bei Anthony Giddens für Großbritannien oder Bodo Hombach für Deutschland.Google Scholar
  32. 33.
    Zum Wirken Röpkes in der Schlußphase der Weimarer Republik, insbesondere zu seiner Funktion als „inoffizieller Sprecher“ der sogenannten Brauns-Kommission zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit vgl. Friedrich August von Hayek u.a., Wilhelm Röpke — Einleitende Bemerkungen, a.a.O., S. XII f.; Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 46–48; anders: Roland Hahn, Wilhelm Röpke, Denker der Freiheit, Bd. 2, Liberales Institut der Friedrich-Naumann-Stiftung (Hrsg.), Sankt Augustin 1997, S. 14: „Obwohl Wilhelm Röpke schließlich für kurze Zeit einer der wirtschaftspolitischen Berater der Regierung Brüning war, blieb sein Einfluß insgesamt gering.” Hahn ist hier offensichtlich bemüht, den zu diesem Zeitpunkt nachfrageorientierten Standpunkt Röpkes und sein Eintreten für eine — zeitlich auf die von ihm geprägte Begrifflichkeit der Initialzündung begrenzte — staatliche Konjunkturpolitik unbeachtet zu lassen.Google Scholar
  33. 34.
    Wilhelm Röpke, Die sekundäre Krise und ihre Überwindung, a.a.O., S. 568Google Scholar
  34. 35.
    Bemerkenswert ist, daß der Aufsatz Die sekundäre Krise und ihre Überwindung weder in der von Röpke 1962 selbst herausgegebenen Aufsatzsammlung Wirrnis und Wahrheit noch in dem 1959 von Albert Hunold herausgegebenen Gegen die Brandung. Zeugnisse eines Gelehrtenlebens unserer Zeit Berücksichtigung fand.Google Scholar
  35. 36.
    Im ORDO Jahrbuch 1997, das sich im thematischen Schwerpunkt dem 50-jährigen Jubiläum der Sozialen Marktwirtschaft widmet, wurde Euckens Text aus dem Jahre 1932 emeut vollständig abgedruckt. In der Vorbemerkung der ORDO-Schriftleitung heißt es: „Die deutsche Gegenwart unterscheidet sich davon (der Endphase der Weimarer Republik; Anm. R.P.) vor allem durch die wirtschaftlichen Reserven, die sie einer langen Wiederaufbauphase in der Zeit Ludwig Erhards und einem davon ausgehenden Wirtschaftswachstum verdankt. Diese Reserven erlauben es einstweilen noch, ähnliche Krisenerscheinungen zu überbrücken, wie sie 1932 in den Vordergrund gerückt waren, nämlich eine auf die Dauer unerträgliche Arbeitslosigkeit und eine Krise des Fiskal-und Sozialstaates. Trotzdem sind die Aussagen Euckens bei allem zeitgebundenen Kolorit für die nicht mehr länger hinwegzudisputierende Ordnungskrise der Bundesrepublik Deutschland im Grundsatz ebenso zutreffend wie für seine Zeit.“ In völliger Umkehrung zu den gegenwärtigen Haupttendenzen in der Wirtschafts-und Sozialpolitik Deutschlands und der übrigen industriellen Kemländer sieht die ORDO-Schriftleitung „ähnlich wie am Ende der Weimarer Republik Kräfte in den Vordergrund (kommen), die zu einer Überwindung der marktwirtschaftlichen Organisation und der in ihr enthaltenen neoliberalen Anteile drängen.” Es könne nicht genug auf die Gefahren hingewiesen werden, „die in vielen westlichen Demokratien von einem vielregierenden, dadurch geschwächten und den Interessengruppen ausgelieferten Interventionsstaat ausgehen. Es ist die Aufgabe zu lösen, die Staatsautorität wiederherzustellen und zugleich ihrem Mißbrauch vorzubeugen.“ ORDO, Bd. 48, 1997, S. 3 f.; Herv. im Original. Acht Jahre vorher bewertete Willi Meyer Euckens Text von 1932 als „eine aufschlußreiche Analyse der innenpolitischen und außenpolitischen (Fehl-)Entwicklungen in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg. (...) Seine Analysen der Politik nehmen gewisse — naheliegende — Ideen der modernen politischen Ökonomie vorweg.” Willi Meyer, Geschichte und Nationalökonomie: Historische Einbettung und allgemeine Theorien, in: ORDO, Bd. 40, 1989, S. 31–54, hier S. 45Google Scholar
  36. 37.
    Walter Eucken, Staatliche Strukturwandlungen und die Krisis des Kapitalismus, a.a.O., S. 301Google Scholar
  37. 38.
    Ebenda, S. 298Google Scholar
  38. 39.
    Ebenda, S. 302Google Scholar
  39. 40.
    Ebenda, S. 303Google Scholar
  40. 41.
    Alexander Rüstow, Interessenpolitik oder Staatspolitik?, a.a.O., S. 170; an dieser Stelle definiert Rüstow auch den neuen „liberalen Interventionismus“: „Das wäre ein Eingreifen in genau der entgegengesetzten Richtung, als in der bisher eingegriffen worden ist, nämlich nicht entgegen den Marktgesetzen, sondern in Richtung der Marktgesetze, nicht zur Aufrechterhaltung des alten, sondern zur Herbeiführung eines neuen Zustandes, nicht zur Verzögerung, sondern zur Beschleunigung des natürlichen Ablaufs”. EbendaGoogle Scholar
  41. 42.
    Walter Eucken, Staatliche Strukturwandlungen und die Krisis des Kapitalismus, a.a.O., S. 303; Herv. durch R.P.Google Scholar
  42. 43.
    Kirchgässner spricht in diesem Zusammenhang vorn „Bild des wohlmeinenden Diktators“, auf das sich das ordoliberale Denken stützt. Gebhard Kirchgässner, Wirtschaftspolitik und Politiksystem: Zur Kritik der traditionellen Ordnungstheorie aus der Sicht der neuen Politischen Ökonomie, in: Dieter Cassel/Bernd-Thomas Ramb/H. Jörg Thieme (Hrsg.), Ordnungspolitik, München 1988, S. 53–75, hier S. 59Google Scholar
  43. 44.
    Walter Eucken, Staatliche Strukturwandlungen und die Krisis des Kapitalismus, a.a.O., S. 303Google Scholar
  44. 45.
    Ebenda, S. 305Google Scholar
  45. 46.
  46. 47.
    Ebenda, S. 306Google Scholar
  47. 48.
    Schmitt legte die zwei Seiten des,totalen Staates’ in seinem bekannten Vortrag vor dem Langnamverein der rheinischen und westfälischen Industriellen 1933 dar. Er unterschied zwischen dem totalen Staat, der „ein besonders starker Staat (ist). Er ist total im Sinne der.Qualität und der Energie, so wie sich der faschistische Staat einen,stato totalitario` nennt, womit er zunächst sagen will, daß die neuen Machtmittel ausschließlich dem Staat gehören und seiner Machtsteigerung dienen. Er denkt nicht daran, die neuen Machtmittel seinen eigenen Feinden und Zerstörern zu überliefern und seine Macht unter irgendwelchen Stichworten, Liberalismus, Rechtsstaat oder wie man es nennen will, untergraben zu lassen. Er kann Freund und Feind unterscheiden. (...) Nun gibt es aber noch eine andere Bedeutung des Wortes vom totalen Staat, und das ist leider Gottes diejenige, die für die Zustände des heutigen Deutschlands zutrifft. Diese Art totaler Staat ist ein Staat, der sich unterschiedslos auf alle Sachgebiete, alle Sphären des menschlichen Daseins begibt, der überhaupt keine staatsfreie Sphäre mehr kennt, weil er überhaupt nichts mehr unterscheiden kann. Er ist total in einem rein quantitativen Sinne, im Sinne des bloßen Volumens, nicht der Intensität und der politischen Energie. Das ist allerdings der deutsche Parteienstaat. (...) Der heutige deutsche Staat ist total aus Schwäche und Widerstandslosigkeit, aus der Unfähigkeit heraus, dem Ansturm der Parteien und der organisierten Interessen standzuhalten.“ Carl Schmitt, Starker Staat und gesunde Wirtschaft. Ein Vortrag vor Wirtschaftsführern, in: Volk und Reich, Heft 2, 1933, S. 81–94, hier S. 84; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  48. 49.
    Alexander Rüstow, Interessenpolitik oder Staatspolitik?, a.a.O., S. 171; mit einem sehr ähnlichen Akzent heißt es in Müller-Armacks Entwicklungsgesetze(n) des Kapitalismus (a.a.O., S. 196 f.): Den zunehmenden Einfluß von Parteien und Verbänden auf die Wirtschaftspolitik des Staates „gibt der Terminus Interventionsstaat nur ungenau wieder, da er nur auf die eine Seite des Vorganges, eben die Ausdehnung der Staatstätigkeit hinweist, aber die andere Seite, daß dieser Staat selbst völlig von wirtschaftlichen Interessengruppen her ergriffen wird, verschweigt. Carl Schmitt hat für dieses Doppelverhältnis das freilich auch wieder mißverständliche Wort,Totaler Staat’ geprägt. Wenn man sich darüber klar ist, daß dieser Staat die Spannung zweier Systeme immer noch in sich erhält, zum Teil direkt verschärft, daß er also insofern alles andere als eine totale Verschmelzung der bisherigen Gegensätze bedeutet, mag man diesen Terminus wählen oder vielleicht einfacher von einem interventionistischen Parteienstaat reden.“Google Scholar
  49. 50.
    Willgerodt ist um Relativierung der frühen ordoliberalen Demokratiekritik bemüht: „Es geht also nicht um radikale Ablehnung des Pluralismus, sondern um die vom liberalen Standpunkt aus falsche Art der politischen Mitwirkung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Gruppen.“ Hans Willgerodt, Die Liberalen und ihr Staat, a.a.O., S. 48Google Scholar
  50. 51.
    Alexander Rüstow, Diktatur innerhalb der Grenzen der Demokratie, Dokumentation des Vortrages und der Diskussion von 1929 an der,Deutschen Hochschule für Politik’, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 7. Jg., Heft 1, 1959, S. 85–111, hier S. 91Google Scholar
  51. 52.
    Ebenda, S. 94Google Scholar
  52. 53.
    Dagegen sieht Reuter zwar eine Übereinstimmung der neoliberalen Gründungsmanifeste mit der Schmitt’schen Staatsanalyse, „dessen Therapie vollzogen sie aber nicht mit.“ Für ihn „(liegt) der Unterschied auf der Hand: Rüstow forderte die Rückkehr zum liberalen Staat, der zusätzlich aber auch den Wettbewerb durch die Aufstellung der,Spielregeln` und die Überwachung ihrer Einhaltung schützen soll.” Hans-Georg Reuter, Genese der Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft, a.a.O., S. 72Google Scholar
  53. 54.
    Alexander Rüstow, Diktatur innerhalb der Grenzen der Demokratie, a.a.O., S. 99Google Scholar
  54. 55.
    Walter Eucken, Staatliche Strukturwandlungen und die Krisis des Kapitalismus, a.a.O., S. 320Google Scholar
  55. 56.
    José Ortega y Gasset, Der Aufstand der Massen (spanische Originalausgabe: La rebelión de las masas, Madrid 1930), Hamburg 1956Google Scholar
  56. 57.
    Alexander Rüstow, Diktatur innerhalb der Grenzen der Demokratie, a.a.O., S. 102Google Scholar
  57. 58.
    Walter Eucken, Staatliche Strukturwandlungen und die Krisis des Kapitalismus, a.a.O., S. 312Google Scholar
  58. 59.
  59. 60.
  60. 61.
    Wilhelm Röpke, Epochenwende?, a.a.O., S.106; die Zuordnung dieses Textes ist aus den bibliographischen Angaben in Röpkes Aufsatzsammlung Wirrnis und Wahrheit nicht zu erschließen. Offensichtlich handelt es sich um einen Vortrag Röpkes vom 08.02.1933, der aus neoliberaler Sicht ein früher Beleg für den Antitotalitarismus des,neuen` Liberalismus darstellt. Vgl. Friedrich August von Hayek u.a., Wilhelm Röpke — Einleitende Bemerkungen, a.a.O., S. XXVIII f.; Hans Willgerodt, Die Liberalen und ihr Staat, a.a.O., Fn. 8, S. 54Google Scholar
  61. 62.
  62. 63.
    „Zuallererst haben wir einzusehen, daß der Liberalismus (...) keine Erfindung des 19. Jahrhunderts (...) ist. Tatsächlich ist er um mindestens zwei Jahrtausende älter. Er bezeichnet ein kulturelles Kraftzentrum, das in allen Blüte-Perioden abendländischer Kultur wirksam gewesen ist und von den Gedanken der besten aller Zeiten gespeist worden ist, mag auch die tiefe Unbildung unserer Zeit nichts mehr davon wissen.“ Ebenda, S. 110Google Scholar
  63. 64.
    „Nicht das,frei von etwas’, sondern das,frei zu etwas’ ist das Entscheidende.“ EbendaGoogle Scholar
  64. 65.
    Ebenda, S. 113Google Scholar
  65. 66.
  66. 67.
    Herbert Marcuse hat diese Einengung liberalen Gedankengutes und ihre Folgen bereits 1934 in seinem bedeutenden Aufsatz Der Kampfgegen den Liberalismus in der totalitären Staatsauffassung herausgearbeitet. „Bei aller strukturellen Verschiedenheit des Liberalismus und seiner Träger in den einzelnen Ländern und Epochen bleibt die einheitliche Grundlage erhalten: die freie Verfügung des individuellen Wirtschaftssubjektes über das Privateigentum und die staatlich-rechtlich garantierte Sicherheit dieser Verfügung. Alle ökonomischen und sozialen Forderungen des Liberalismus sind wandelbar um dies eine stabile Zentrum — wandelbar bis zur Selbstaufhebung.“ Denn, so fährt Marcuse fort, „selbst gewaltsame Eingriffe der Staatsgewalt in das Wirtschaftsleben (sind) oft genug während der Herrschaft des Liberalismus geschehen, sobald es die bedrohte Freiheit und Sicherheit des Privateigentums verlangte (...). Der Gedanke der Diktatur und der autoritären Staatsführung ist dem Liberalismus (...) durchaus nicht fremd; und oft genug sind in der Zeit des pazifistisch-humanitären Liberalismus nationale Kriege geführt worden. Die heute so verhaßten politischen Grundforderungen, die sich auf der Basis seiner Wirtschaftsauffassung ergeben (wie Rede-und Pressefreiheit, volle Öffentlichkeit des politischen Lebens, Repräsentativsystem und Parlamentarismus, Teilung bzw. Balancierung der Gewalten) sind faktisch niemals ganz verwirklicht worden: sie wurden je nach der gesellschaftlichen Situation eingeschränkt oder ganz ausgesetzt.” Herbert Marcuse, Der Kampf gegen den Liberalismus in der totalitären Staatsauffassung (Erstveröffentlichung 1934), in: Otto Bauer/ders./Arthur Rosenberg u.a., Faschismus und Kapitalismus. Theorien über die sozialen Ursprünge und die Funktion des Faschismus, neu herausgegeben von Wolfgang Abendroth, Frankfurt am Main — Wien 1967, S. 39–74, hier S. 44Google Scholar
  67. 68.
    Wilhelm Röpke, Epochenwende?, a.a.O., S. 113Google Scholar
  68. 69.
    Ebenda, S. 121Google Scholar
  69. 70.
    Ebenda, S. 123Google Scholar
  70. 71.
    Ebenda, S. 124Google Scholar
  71. 72.
  72. 73.
    Walter Eucken, Staatliche Strukturwandlungen und die Krisis des Kapitalismus, a.a.O., S. 307Google Scholar
  73. 74.
    Alexander Rüstow, Interessenpolitik oder Staatspolitik?, a.a.O., S. 172; Herv. durch R.P.Google Scholar
  74. 75.
    Ein im Ordoliberalismus immer wieder benutzter Terminus, so etwa bei: Wilhelm Röpke, Die natürliche Ordnung. Die neue Phase der wirtschaftspolitischen Diskussion, in: Kyklos, Vol. II, 1948, S. 211–232Google Scholar
  75. 76.
    Vgl. hierzu: Dieter Plehwe/Bernhard Walpen, Wissenschaftliche und wissenschaftspolitische Produktionsweisen im Neoliberalismus. Beiträge der Mont Pèlerin Society und marktradikaler Think Tanks zur Hegemoniegewinnung und -erhaltung, in: PROKLA, Heft 115, 1999, S. 203235; allgemeiner und mit Blick auf die amerikanische Situation: Frank Fischer, Die Agenda der Elite. Amerikanische Think Tanks und die Strategien der Politikberatung, in: PROKLA, Heft 104, 1996, S. 463–481; ebenfalls mit besonderem Blick auf die angelsächsische Diskussion: Richard Cockett, Thinking the unthinkable. Think-Tanks and the economic counter-revolution, London 1995Google Scholar
  76. 77.
    Röpke stellte schon in seinem Aufsatz Epochenwende? die Behauptung auf, daB „der ökonomische Liberalismus in der Tat mit der wissenschaftlichen Nationalökonomie identisch (ist).“ A.a.O., S. 117Google Scholar
  77. 78.
    Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 56Google Scholar
  78. 79.
    Alexander Rüstow, Interessenpolitik oder Staatspolitik?, a.a.O., S. 172Google Scholar
  79. 81.
    „Wie Eurken und Riistow im selben Jahr befürwortete MüllerArmack zur Zurückdrängung des Gruppeninterventionismus eine Stärkung des,schwachen Interventionsstaates` und dadurch gleichzeitig der individuellen Initiative und Verantwortung; im Gegensatz zu ihnen hoffte er damals, dieses Ziel durch ein korporatives Staatssystem zu erreichen (...). Die gleichen Gedanken wiederholte Müller-Armack in einer 1933 erschienenen Veröffentlichung (...).“ Helmut Paul Becker, Die soziale Frage im Neoliberalismus, a.a.O., S. 43; Herv. im Original; „Den,Entwicklungsgesetzen` schob Müller-Armack 1933 mit dem Bändchen,Staatsidee und Wirtschaftsordnung im neuen Reich’ einen Text nach, in dem all das, was 1932 noch in der Schwebe gehalten war, offen ausgesprochen wurde. Bemerkenswert an dieser Arbeit ist weniger der Inhalt, gegenüber 1932 findet sich nichts Neues. Müller-Armack stellt seine theoretischen Ansätze und seine politischen Schlußfolgerungen zur,Entwicklungsgeschichte des Kapitalismus’ unter Berücksichtigung der neu eingetretenen politischen Situation lediglich noch einmal neu dar.” Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 121 f.Google Scholar
  80. 82.
    So stellen etwa Christian Watrin und Hans Willgerodt in der von ihnen herausgegebenen Festschrift zum 75. Geburtstag von Müller-Armack im Vorwort fest (Widersprüche der Kapitalismuskritik. Festschrift zum 75. Geburtstag von Alfred Müller-Armack, Bem — Stuttgart 1976), daß mit den gedanklichen Grundlinien der,Entwicklungsgesetze „ein Grundthema seiner späteren Arbeiten angeschlagen (ist), die Suche nach Möglichkeiten zur Gestaltung des Wirtschafts-und Soziallebens unter dem Leitbild einer irenischen Ordnung, der Sozialen Markt-wirtschaft.“ In derselben Festschrift verweist Egon Tuchtfeldt (Der,Interventionskapitalismus` — eine gemischte Wirtschaftsordnung. Bemerkungen zur systematischen Erfassung konkreter Wirtschaftsordnungen, S. 61–74, hier S. 61) auf die 1932 begonnene „Suche nach dem (...),Dritten Weg”`. „Wer den geistigen Weg Müller-Armacks nachvollzieht, wird in seinem,Interventionskapitalismus` von 1932, wenn auch erst in groben Umrissen, eine Vorahnung des Konzepts der Sozialen Marktwirtschaft erkennen.“.Ähnlich äußert sich Rolf Kowitz, Alfred Müller-Armack: Wirtschaftspolitik als Berufung, a.a.O., S. 30, 138 und 144Google Scholar
  81. 83.
    Vgl. dazu die Abschnitte 2.3.1 und 2.3.2 dieser ArbeitGoogle Scholar
  82. 84.
    In den zwanziger Jahren hatte er den Geburtsnamen seiner Mutter, Elise Armack, in den eigenen Namen aufgenommen. Seine Texte erschienen dann ab 1929 unter Alfred Müller-Armack, allerdings mit Ausnahmen in den vierziger Jahren und Verwechslungen in den Textnachweisen bis in die fünfziger Jahre hinein. Im Rahmen dieser Arbeit wird die originale Namenverwendung in den Literaturnachweisen angegeben — im Literaturverzeichnis selbst sind alle Texte unter Müller-Armack eingeordnet, aber mit einer entsprechenden Kennzeichnung versehen. Im laufenden Text wird durchgängig von Müller-Armack gesprochen, um Mißverständnisse zu vermeiden.Google Scholar
  83. 85.
    Zu den wichtigsten Arbeiten dieser Phase zählen: Alfred Müller, Kreditpolitik als Mittel des Konjunkturausgleichs, in: Kölner Sozialpolitische Vierteljahresschrift, Zeitschrift des Forschungsinstitutes für Sozialwissenschaften in Köln, 4. Jg., Heft 3/4, 1925, S. 251–268, Alfred Müller, Ökonomische Theorie der Konjunkturpolitik, Kölner wirtschafts-und sozialwissenschaftliche Studien, Zweite Folge, Heft 1, Leipzig 1926; ders., Formen der Kreditexpansion und der Kreditpolitik, in: Wirtschafts-und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Köln (Hrsg.), Die Kreditwirtschaft, Leipzig 1927, S. 155–169; ders., Aufgaben und Organisationsprobleme der öffentlichen Unternehmung im Gebiete der Bankwirtschaft, in: Julius Landmann (Hrsg.), Moderne Organisationsformen der öffentlichen Unternehmung, 2. Teil: Deutsches Reich, Schriften des Vereins für Socialpolitik, Band 176, München — Leipzig 1931, S. 389–435; ders., Konjunkturforschung und Konjunkturpolitik, in: Ludwig Elster/Adolf Weber (Hrsg.), Handwörterbuch der Staatswissenschaften, 4. gänzlich umgearbeitete Auflage, Ergänzungsband, Jena 1929, S. 645–677, hier zitiert als Wiederabdruck in: ders., Genealogie der Sozialen Marktwirtschaft. Frühschriften und weiterführende Konzepte, 2. erweiterte Auflage, Bem — Stuttgart 1981, S. 197–255; denn., ohne Titel, in: Gustav Clausing (Hrsg.), Der Stand und die nächste Zukunft der Konjunkturforschung. Festschrift für Arthur Spiethoff, München 1933, S. 199–204Google Scholar
  84. 86.
    „Der wesentliche Einwand gegen diese Zielsetzung (Ziel einer Gleichförmigkeit und Stetigkeit des Wirtschaftsprozesses, Ideal einer konjunkturlosen Wirtschaft; Anm. R.P.) ist, daß hier der Sinn der wirtschaftlichen Konjunkturen nicht in seinen auch positiven Seiten erfaßt ist. Zugegeben, daß die zyklischen Schwankungen eine beträchtliche Verlustquelle des Wirtschaftslebens darstellen, in der Hausse durch Hereinziehung unwirtschaftlicher Betriebe, durch zu geringen Anreiz zu technischer Ausgestaltung, in der Baisse durch Kapitalbrachlegung, Güterverschleuderung und wechselwirkende Lähmung der Kaufkraft. Aber damit darf keineswegs die eminent wirtschaftsfördernde Bedeutung a/kr Stadien der Wechselwirkung verkannt werden.“ Alfred Müller, Ökonomische Theorie der Konjunkturpolitik, a.a.O., S. 11; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  85. 87.
    Alfred Müller-Armack, Konjunkturforschung und Konjunkturpolitik, a.a.O., S. 220Google Scholar
  86. 88.
    Ebenda, S. 222Google Scholar
  87. 89.
    Haselbach vertritt in dieser Frage eine andere Auffassung, indem er gerade nicht auf diese Differenzierung in der Position Müller-Armacks abhebt, sondern der theoretischen Verortung der Depression als,wahrscheinliche, aber,zufällige` „Figur“ die „optimistische Vorstellung” von einer „konjunkturlosen Wirtschaft“ (Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 240) gegenüberstellt. Dafür lassen sich allerdings in den konjunkturtheoretischen Texten Müller-Armacks ab 1926 keine Belege finden.Google Scholar
  88. 90.
    Alfred Müller-Armack, Konjunkturforschung und Konjunkturpolitik, a.a.O., S. 224Google Scholar
  89. 91.
    Alfred Müller, Formen der Kreditexpansion und der Kreditpolitik, a.a.O., S. 167Google Scholar
  90. 92.
    Rolf Kowitz, Alfred Müller-Armack: Wirtschaftspolitik als Berufung, a.a.O., S. 153Google Scholar
  91. 93.
    Müller-Armack unterschied in der Kreditpolitik neben der von ihm favorisierten „Anpassungsmethode“ die „Stabilisierungsmethode” und die „Restriktionsmethode“. Z.B.: Alfred Müller, Formen der Kreditexpansion und der Kreditpolitik, a.a.O., S. 162 ff.Google Scholar
  92. 94.
    Ebenda, S. 168Google Scholar
  93. 95.
    Alfred Müller, Ökonomische Theorie der Konjunkturpolitik, a.a.O., S. 10Google Scholar
  94. 96.
    Alfred Müller, Kreditpolitik als Mittel des Konjunkturausgleichs, a.a.O., S. 268Google Scholar
  95. 97.
    sah Müller-Armack in einem Beitrag für die Festschrift zum 60. Geburtstag Arthur Spiethoffs (ohne Titel, a.a.O.) die Wende der Konjunkturforschung zu einer allgemeinen Entwicklungstheorie gekommen: Da „der Zyklus (immer tiefer) in das gesamte soziale und politische Schicksal der Nation (greift)“ habe „die Konjunkturforschung eine neue Etappe ihres wandlungsreichen Weges erreicht.” „Der Stamm der Konjunkturforschung zeigt einen neuen Wachstumsring Mit der universalen Erweiterung ihres Gegenstandsgebietes verliert sie zunehmend den Charakter einer Spezialdisziplin, sie wird zur Methode. Die Einheit der Konjunkturforschung liegt heute schon nicht mehr in einer abgrenzbaren wissenschaftlichen Do-mäne, sie ist vielmehr zu einer Art des Sehens und Begreifens geworden, zu einer überall anwendbaren Form, Dinge in ihrer Entwicklung zu verstehen.“ (S. 199) Die Aufgabe der Konjunkturtheorie „scheint mir zu sein, neben dem Gleichgewichtstheorem der statischen Wirtschaft eine Lehre der Entwicklungsmodelle zu geben, gewissermaßen der Formen, in denen die wirtschaftliche Entwicklung abläuft. Die Konjunkturtheorie wird hier zu einer Entscheidung in Fragen von geschichtstheoretischer Würde aufgerufen.” (S. 201)Google Scholar
  96. 98.
    Für den Müller-Armack-Schüler Joachim Starbatty „(nahm) Müller-Armacks Therapie also wichtige Erkenntnisse des modernen Monetarismus vorweg. — Im Mittelpunkt seiner Konjunkturpolitik steht die Geldpolitik; — die Finanzpolitik spielt eine flankierende Rolle; — die Geldpolitik sollte nicht antizyklisch reagieren, sondern verstetigend auf die Zinsentwicklung einwirken.“ Joachim Starbatty, Werk und Wirken Müller-Armacks (1901–1978), in: mensch technik gesellschaft, Zeitschrift für Sozialökonomie, 40/41. Folge, 14. Jg., 1979, S. 46–50, hier S. 48Google Scholar
  97. 99.
    Rolf Kowitz, Alfred Müller-Armack: Wirtschaftspolitik als Berufung, a.a.O., S. 136; Kowitz ist bemüht, diese Verschiebung bei Müller-Armack als „eine nur vordergründig abenteuerlich anmutende Wendung“ darzustellen, wobei „(sich) bei genauerem Hinsehen jedoch recht deutlich (zeigt), daß hinter diesem Erscheinungsbild eine durchaus konsequente und plausible Entwicklung steht.” Die von Kowitz dabei ausgemachte Entwicklung zu einer,ganzheitlichen Weltsicht` bleibt ebenso schwammig wie seine Erklärung dieser Umorientierung durch die Veränderung innerhalb der Nationalökonomie, insbesondere dem abnehmenden Einfluß der historischen Schule.Google Scholar
  98. 100.
    Alfred Müller-Armack, Entwicklungsgesetze des Kapitalismus, a.a.O., S. 5Google Scholar
  99. 101.
    Ebenda, S. 74Google Scholar
  100. 102.
    Dieter Haselbach, Autoritärer Sozialismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 120; MüllerArmack verfolgt diesen theoretischen Ansatz zeitlebens, vgl. etwa: Alfred Müller-Armack, Gedanken zu einer sozialwissenschaftlichen Anthropologie, in: Friedrich Karrenberg/Hans Albert (Hrsg.), Sozialwissenschaft und Gesellschaftsgestaltung. Festschrift für Gerhard Weisser, Berlin 1963, S. 3–16Google Scholar
  101. 103.
    Alfred Müller-Armack, Entwicklungsgesetze des Kapitalismus, a.a.O., S. 3Google Scholar
  102. 104.
    Ebenda, S. 9Google Scholar
  103. 105.
    Die „maßgebliche Rolle“ dieser These für das „Konzept der sozialen Marktwirtschaft” hebt insbesondere Tuchtfeldt hervor: „In diesem Zusammenhang ist es besonders interessant, daß Müller-Armack sich schon 1932 zur Offenheit der Zukunft und damit auch zur Möglichkeit der Zukunftsgestaltung bekannt hat.“ Egon Tuchtfeldt, Der,Interventionskapitalismus` — eine gemischte Wirtschaftsordnung, a.a.O., S. 73 f.Google Scholar
  104. 106.
    Alfred Müller-Amuck, Entwicklungsgesetze des Kapitalismus, a.a.O., S. 38Google Scholar
  105. 107.
  106. 108.
    Falsch ist allerdings die Zuordnung dieses erweiterten Begriffs zur Habilitationsschrift von Müller-Armack, wie dies Kowitz behauptet (Alfred Müller-Armack, Wirtschaftspolitik als Berufung, a.a.O., S. 164). Das von ihm hier angeführte Belegzitat stammt aus den EntwicklungsgesetZen des Kapitalismus, S. 18. Müller-Armack hatte in seinem Beitrag zum Handwörterbuch der Staatswissenschaften aus dem Jahre 1929 den Begriff der Selbstrealisierung aus vorwiegend wirtschaftswissenschaftlicher Sicht entwickelt. Theoretisch ordnete er seine Gedanken der Klassik zu, wenn er herausstellte, daß „diese Argumentation nichts anderes (ist), als eine die Geldzirkulation mitberücksichtigende Neuformulierung der Sayschen,Theorie der Absatzwege`.“ (S. 211) Folgerichtig stellte Müller-Armack fest: „Das Eigenartige dieser wirtschaftlichen Entwicklung ist, daß sie selbst die Bedingungen schafft, die ihr Gelingen garantieren. (...). Kapitalistische Entwicklung kann so nur in dem Modell einer sich selbst realisierenden Bewegung verstanden werden. Nicht etwa müßige Geldbeträge, zufällige Ersparnisse oder nicht verwendete Güter-und Arbeitskräfte veranlassen die Bewegung der wirtschaftlichen Entwicklung diese treten in der Regel wohl nur als Resultate von Entwicklungsstörungen auf, setzen also die Entwicklung bereits voraus (...) Die Schaffung von zusätzlicher Kaufkraft setzt den Prozeß erst in Bewegung. Diese zusätzliche Kaufkraft hat kein Fundament in dem Vergangenen, sie ist lediglich gestützt auf eine Antizipation zukünftiger Erträge; wobei es wesentlich ist, einzusehen, daft diese Vorwegnahme Zukünftiger Erträge die Basis ist, auf der die Realisierung der Zukünftigen Erträge erfolgt. (...) Der kapitalistische Prozeß trägt sich so selbst, er wird nicht vorwärts gedrängt, sondem baut sich in völliger Freiheit aus.” Alfred Müller-Armack, Konjunkturforschung und Konjunkturpolitik, a.a.O., S. 214; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  107. 109.
    Haselbach legt überzeugend dar, daß Müller-Armack hier — wie in seinem entwicklungstheoretischen Ansatz insgesamt — Schumpeters Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung folgt: „Er adaptierte dessen Theorie in seine eigene, von der Philosophischen Anthropologie angeregten Terminologie, indem er deren Geschichtsverständnis mit Schumpeters Begriff des Kapitalismus als,Dynamik` generierenden Mechanismus verknüpfte.“ Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 27Google Scholar
  108. 110.
    Alle Zitate: Alfred Müller-Armack, Entwicklungsgesetze des Kapitalismus, a.a.O., S. 21Google Scholar
  109. 111.
    Im Ergebnis gibt es in dieser Frage tatsächlich deutliche Parallelen beider Autoren, auch wenn Hayek seine theoretische Begründung der,kulturellen Evolution’ über erkenntnistheoretische und sozialphilosophische Aspekte entwickelt; vgl. hierzu besonders: Friedrich August von Hayek, Die Verfassung der Freiheit (engt. Originalausgabe: The Constitution of Liberty, London und Chicago 1960), Tübingen 1971; ders., Recht, Gesetzgebung und Freiheit, (Law, Liberty and Legislation, London 1979), Bd. 1: Regeln und Ordnung, München 1980 sowie Bd. 3: Die Verfassung einer Gesellschaft freier Menschen, München 1981Google Scholar
  110. 112.
    Alfred Müller-Armack, Entwicklungsgesetze des Kapitalismus, a.a.O., S. 18Google Scholar
  111. 113.
  112. 114.
    Ebenda, S. 86Google Scholar
  113. 115.
    Ebenda, S. 200Google Scholar
  114. 116.
    Ebenda, S. 169 f.Google Scholar
  115. 117.
    In seinen Gedanken Zrt einer sojrâlphilosophirchen Anthropologie, a.a.O., S. 14 heißt es: „So ist die Geschichte nicht ein Hineingehen des Menschen in ein Reich völliger Freiheit, vielmehr ein konkreter Prozeß, in dem nur das realisiert zu werden vermag, was in der Geschichte Macht erlangen kann und sich durchsetzt. Auch im sozialen Prozeß folgt die konkrete geschichtliche Bewegung nicht dem Spiel grenzenloser Möglichkeiten, die dem Menschen vorschweben. Sie verwirklicht sich nur, wo das geistig Neue mit den realen Kräften übereinstimmt.“Google Scholar
  116. 118.
    Christian Watrin, Alfred Müller-Armack (1901–1978), in: Friedrich-Wilhelm Henning (Hrsg.), Kölner Volkswirte und Sozialwissenschaftler. Über den Beitrag Kölner Volkswirte und Sozialwissenschaftler zur Entwicklung der Wirtschafts-und Sozialwissenschaften, Köln — Wien 1988, S. 39–68, hier S. 46; obwohl Watrin diesen Aspekt mit direktem Bezug auf die Entwicklungsgesetze hervorhebt, begrenzt er zugleich die Tragweite dieser Aussage dadurch, daß er jenes,zielgerichtete menschliche Handeln’ zwar für „sinnvoll, wenn auch nicht ohne weiteres erfolgreich“ hält. Watrin will das Augenmerk mehr „auf die Koordinations-und Organisationsproblematik” beschränkt wissen. (Ebenda)Google Scholar
  117. 119.
    Alfred Müller-Armack, Entwicklungsgesetze des Kapitalismus, a.a.O., S. 42Google Scholar
  118. 120.
    Ebenda, S. 218Google Scholar
  119. 121.
    So auch Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 51; demgegenüber hält Kowitz, der hier ebenfalls Bezug auf Haselbach nimmt, diese Frage für entschieden, indem er Müller-Armacks Unternehmerbegriff eindeutig einem funktionalen Verständnis im Sinne Schumpeters zuordnet. Rolf Kowitz, Alfred Müller-Armack: Wirtschaftspolitik als Berufung, a.a.O., S. 165Google Scholar
  120. 122.
    Alfred Müller-Armack, Entwicklungsgesetze des Kapitalismus, a.a.O., S. 48Google Scholar
  121. 123.
    Ebenda, S. 98Google Scholar
  122. 124.
    Ebenda, S. 218; Müller-Armack betonte allerdings, daß trotz dieses Übergangs vom „liberalen zum Interventionskapitalismus“ nicht von der „Vorform einer erwarteten staatskapitalistischen oder staatssozialistischen Zukunft” zu sprechen ist. (S. 103 f.)Google Scholar
  123. 125.
    Ebenda, S. 109Google Scholar
  124. 126.
    Ebenda, S. 118Google Scholar
  125. 127.
    Ebenda. S. 125Google Scholar
  126. 128.
    Ebenda, S. 119Google Scholar
  127. 129.
    Haselbach verweist bei aller Übereinstimmung von Müller-Armack mit Schmitt darauf, daß der Begriff des Politischen bei Müller-Armack sich nicht allein auf die Unausweichlichkeit einer irrationalen Gewaltentscheidung stützt, sondern bei ihm durch eine „ethische Begründung“ legitimiert sein muß. Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., Fn. 27, S. 287Google Scholar
  128. 130.
    Alfred Müller-Armack, Entwicklungsgesetze des Kapitalismus, a.a.O., S. 127Google Scholar
  129. 131.
    Ebenda, S. 126Google Scholar
  130. 132.
    Ebenda, S. 127Google Scholar
  131. 133.
    „Einen gewissen Anhalt gibt die Entwicklung im faschistischen Italien. Durch die völlige Einbeziehung der Wirtschaft in den Staat gewinnt der Staat als solcher den Spielraum in sich, der privaten Initiative wieder einen größeren Betätigungsradius einzuräumen, denn die private Tätigkeit schränkt hinfort nicht mehr die Staatstätigkeit ein, sondem fällt mit ihr zusammen. Ein Motiv, den Staat durch ihre Zurückdrängung zu stärken, fällt damit weg. Entsprechend hat sich in Italien die staatliche Betätigung mehr auf das Gebiet der Gesetzgebung und Organisierung der Nation beschränkt, und in ihr den Rahmen gezogen, innerhalb dessen die private Initiative sich zu entfalten vermag, ohne daß der Staat versuchte, in der gleichen Ebene mit seinen Bürgern in Wettbewerb zu treten. Dadurch, daß die Staatsgewalt von einzelnen Gruppen unabhängiger gemacht ist und gleichzeitig durch die Organisierung der Erwerbsstände im korporativen System diesen selbst eine innere Hemmung gegen zu einseitige Vertretung ihrer Interessen eingeschaltet wird, schützt er sich gegen die systemlose Beanspruchung, die im bisherigen Interventionsstaat zu seinem Verhängnis wurde.“ Ebenda, S. 126 f.Google Scholar
  132. 134.
    Vgl. ebenda, S. 216 f.; Müller-Armack kritisierte das Fehlen eines ordnungspolitischen Rahmens für öffentliche Unternehmen sowie die „Häufung von Aufgaben“ bei öffentlichen Institutionen, insbesondere bei der Zentralbank und beklagte die staatlichen Regulierungen auf dem Arbeitsmarkt, die „gerade im Interesse der Arbeiterschicht ein behutsames Vorgehen” erforderlich machten. Darüber hinaus forderte er grundsätzlich eine Begrenzung des staatlichen Interventionismus auf einem Niveau, das den „Gleichgewichtspunkt zwischen steuerlicher Schonung und Inanspruchnahme der privaten Wirtschaftsträger“ auslotet sowie die Einrichtung von „Kontrollinstanzen, die seine Gesamtwirkung regulieren.”Google Scholar
  133. 135.
    Ebenda, S. 110Google Scholar
  134. 136.
  135. 137.
    Ebenda, S. 197Google Scholar
  136. 138.
    Damit argumentierte Müller-Armack hier ganz im Sinne des Begriffs der „Interventionsspiralen“, den Mises 1929 geprägt hatte. Vgl. Ludwig von Mises, Kritik des Interventionismus. Untersuchungen zur Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsideologie der Gegenwart, Jena 1929Google Scholar
  137. 139.
    Alfred Müller-Armack, Entwicklungsgesetze des Kapitalismus, a.a.O., S. 110Google Scholar
  138. 140.
    Ebenda, S. 216Google Scholar
  139. 141.
    Ebenda, S. 122Google Scholar
  140. 142.
    Ebenda, S. 214Google Scholar
  141. 143.
    Ebenda, S. 110Google Scholar
  142. 144.
    Ebenda, S. 213Google Scholar
  143. 145.
    Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 62Google Scholar
  144. 146.
    Eucken fühlte sich dort offenbar durch den starken Einfluß der historischen Schule und gemeinwirtschaftlicher Strömungen in seinen Entwicklungsmöglichkeiten gehemmt. Vgl. Wendula Gräfin von Klinckowstroem, Walter Eucken: Eine biographische Skizze, in: Luder Gerken (Hrsg.), Walter Eucken und sein Werk. Rückblick auf den Vordenker der sozialen Marktwirtschaft, Tübingen 2000, S. 53–115, hier S. 70 f.Google Scholar
  145. 147.
    Neben ihm besetzten Karl Diehl, der 1937 durch Constantin von Dietze abgelöst wurde, und Adolf Lampe die wirtschaftswissenschaftlichen Lehrstühle in Freiburg.Google Scholar
  146. 148.
    Nach Brintzinger entfielen von den 128 zwischen 1933 und 1945 in der Fakultät abgeschlossenen Promotionen allein 45 auf Eucken. Vgl. Klaus-Rainer Brintzinger, Die Nationalökonomie an den Universitäten Freiburg, Heidelberg und Tübingen 1918–1945, Frankfurt am Main 1996, S. 120 ff. Dazu gehörten K. Paul Hensel (1937), der nach Euckens Tod zusammen mit dessen Ehefrau Edith die Grandrätre der Wirtschaftspolitik herausgeben hatte, Fritz Walter Meyer (1937), der spätere Kardinal Joseph Höffner (1940), Hans Otto Lend (1942) und Ernst Heuß (1944). Mit Bemhard Pfister und Friedrich A. Lutz habilitieren in Freiburg noch vor 1933 zwei Eucken-Schüler, es folgten 1938 Leonhard Miksch und F. W. Meyer, der im Anschluß als Forschungsgruppenleiter an das Institut für Weltwirtschaft nach Kiel wechselte. Neben den genannten späteren Hochschullehrern zählt von Klinckowstroem zu den weiteren Schülern Günther Kobersteins, die späteren Spitzenbeamten bei Bundesbank und Bundeswirtschaftsministerium, Rolf Gocht und Otto Schlecht sowie die Journalisten Hans Herbert Götz, Wilhelm Seuss und Ernst Günter Vetter. Vgl. Wendula Gräfin von Klinckowstroem, Walter Eucken: Eine biographische Skizze, a.a.O., 79 f. Im Gegensatz zu Brintzinger erwähnt auch Janssen die zweite Habilitation nach 1933 von F. W. Meyer. Bei ihm findet sich zudem ein Hinweis auf Hans Gestrich als stark von Eucken beeinflußter Ökonom. Vgl. Hauke Janssen, Nationalökonomie und Nationalsozialismus, a.a.O., S. 559 und S. 534Google Scholar
  147. 149.
    „Ich selbst hatte seit 1938 eine Kette von Disziplinar-und Strafverfahren — wegen Verstoßes gegen das Heimtückegesetz, vornehmlich wegen Angriffen auf die Judenpolitik Hitlers —hinter mir, war in den Wartestand versetzt und meiner Lehrerlaubnis verlustig erklärt worden.“ Franz Böhm, Freiburger Schule und Nationalsozialismus, FAZ 24.05.1955; vgl. auch KonradAdenauer-Stiftung (Hrsg.), Franz Böhm. Beiträge zu Leben und Wirken, Melle 1980, S. 132; Rudolf Wiethölter, Franz Böhm (1895–1977), in: Bernhard Diestelkamp/Michael Stolleis (Hrsg.), Juristen an der Universität Frankfurt am Main, Baden-Baden 1989, S. 208–525, hier S. 221 ff. Grossekettler spricht fälschlicherweise von einer Entlassung Böhms im selben Jahr seiner Berufung. Heinz Grossekettler, Der Beitrag der Freiburger Schuh zur Theorie der Gestaltung von Wirtschaftssystemen. Volkswirtschaftliche Diskussionsbeiträge der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Beitrag Nr. 90, Münster 1987, S. 4; ähnlich ders., Franz Böhm (1895–1977). Überblick über Leben und Werk, Volkswirtschaftliche Diskussionsbeiträge der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Beitrag Nr. 259, Münster 1998, S. 1Google Scholar
  148. 150.
    Krause erwähnt geplante Schriften von Eucken, Großmann-Doerth, Tschierschky und Kuhr, ohne allerdings zu erläutern, warum diese nicht erschienen sind. Werner Krause, Wirtschaftstheorien unter dem Hakenkreuz. Die bürgerliche politische Ökonomie in Deutschland während der faschistischen Herrschaft, Berlin 1969, S. 191Google Scholar
  149. 151.
    Franz Böhm, Die Ordnung der Wirtschaft als geschichtliche Aufgabe und rechtschöpferische Leistung, Heft 1 der Schriftenreihe Ordnung der Wirtschaft, hrsg. von Franz Böhm/Walter Eucken/Hans Großmann-Doerth, Stuttgart — Berlin 1937Google Scholar
  150. 152.
    Vgl. Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 93Google Scholar
  151. 153.
    Leonhard Miksch, Wettbewerb als Aufgabe, a.a.O.; 2. erweiterte Auflage, Godesberg 1947Google Scholar
  152. 154.
    Dies wird in den folgenden Abschnitten an einigen Beispielen dokumentiert.Google Scholar
  153. 155.
    Friedrich Lutz, Das Grundproblem der Geldverfassung, Heft 2 der Schriftenreihe Ordnung der Wirtschaft, hrsg. von Franz Böhm/Walter Eucken/Hans Großmann-Doerth, Stuttgart — Berlin 1936; Hans Gestrich, Neue Kreditpolitik, Heft 3 der Schriftenreihe Ordnung der Wirtschaft, hrsg. von Franz Böhm/Walter Eucken/Hans Großmann-Doerth, Stuttgart — Berlin 1936Google Scholar
  154. 156.
    Walter Eucken, Vom Hauptproblem der Kapitaltheorie, in: Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik, Bd. 145, 1937, S. 533–564Google Scholar
  155. 157.
    Walter Eucken, Die Überwindung des Historismus, in: Schmollers Jahrbuch, 62. Jg., 1. Halbbd., 1938, S. 63–86; ders., Wissenschaft im Stile Schmollers, in: Weltwirtschaftliches Archiv, Bd. 52, 1940 (II), S. 468–506Google Scholar
  156. 158.
    Walter Eucken, Die Grundlagen der Nationalökonomie (1. Auflage 1940), 3. durchgearbeitete Auflage, Jena 1943, S. 254 f.; Herv. durch R.P.Google Scholar
  157. 159.
    Walter Eucken, Nationalökonomie — wozu?, Leipzig 1938Google Scholar
  158. 160.
    Diese Position vertritt mit besonderem Nachdruck der letzte persönliche wissenschaftliche Referent von Erhard und jetzige Geschäftsführer der Ludwig-Erhard-Stiftung e.V.: Vgl. Horst Friedrich Wünsche, Ludwig Erhards Gesellschafts-und Wirtschaftskonzeption, a.a.O.; ders., Ludwig Erhards Soziale Marktwirtschaft — Ein Diskurs über Fehldeutungen und Entstellungen; in: ORDO, Bd. 45, 1994, S. 151–167; ders., Erhards Soziale Marktwirtschaft: von Eucken programmiert, von Müller-Armack inspiriert?, in: Ludwig-Erhard-Stiftung (Hrsg.), Soziale Marktwirtschaft als historische Weichenstellung, Bonn — Düsseldorf 1997, S. 131–169; aber auch Roth, der Erhards Wirken insbesondere unter dem Aspekt der Kontinuität der deutschen Wirtschafts-und Sozialordnung untersucht, geht offensichtlich von dieser Überbewertung Erhards aus; vgl. Karl-Heinz Roth, Das Ende eines Mythos. Ludwig Erhard und der Übergang der deutschen Wirtschaft von der Annexions-zur Nachkriegsplanung (1939–1945). Teil II: 1943–1945, in: 1999, Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts, 13. Jg. Heft 1, 98, S. 92–123, hier S. 98 (Fortsetzung 14. Jg., Heft 1, 1999, S. 73–91)Google Scholar
  159. 161.
    Ludwig Erhard, Einfluß der Preisbildung und Preisbindung auf die Qualität und Quantität des Angebots und der Nachfrage, in: Georg Bergler/ders. (Hrsg.), Marktwirtschaft und Wirtschaftswissenschaft. Festschrift für Wilhelm Vershofen, Berlin 1939, S. 47–100; ders., Voraussetzungen und Prinzipien der Marktforschung, in: Vereinigte Glanzstoff-Fabriken (Hrsg.), Marktforschung als Gemeinschaftsaufgabe für Wissenschaft und Wirtschaft. Festschrift für Conrad Herman, Kiel — Nürnberg — Wuppertal 1939, S. 29–44; ders., Die Marktordnung, in: Karl Theisinger (Hrsg.), Die Führung des Betriebes. Festschrift für Wilhelm Kalveram, Berlin — Wien, 1942, S. 274–282Google Scholar
  160. 162.
    Ludwig Erhard, Kriegsfinanzierung und Schuldenkonsolidierung. Faksimiledruck der Denkschrift von 1943/44. Mit Vorbemerkungen von Ludwig Erhard, Theodor Eschenburg und Günter Schmölders, Frankfurt am Main — Berlin — Wien 1977Google Scholar
  161. 163.
    Horst Friedrich Wünsche, Erhards Soziale Marktwirtschaft: von Eucken programmiert, von Müller-Armack inspiriert?, a.a.O., S. 155Google Scholar
  162. 164.
    Vgl. Abschnitt 4.2.2 dieser ArbeitGoogle Scholar
  163. 165.
    Eben daraus scheint sich seine Ambivalenz gegenüber der,reinen` Theorie zu erklären, von der Wünsche immer wieder spricht, die eben auch — zumal mit zunehmender politischer Macht im Nachkriegsdeutschland — zur scharfen Kritik an den,Modelltheoretikern` führen konnte. Andererseits bezeichnete Erhard sich selbst gelegentlich als Ordoliberalen (so beispielsweise 1961 vor dem evang. Arbeitskreis der CDU, in: ders., Deutsche Wirtschaftspolitik. Der Weg der Sozialen Marktwirtschaft, Düsseldorf 1962, S. 592) und schrieb zum 80. Geburtstag von Böhm in Anerkennung der Leistungen seiner Mitstreiter: „Ich bekenne freimütig, daß ohne Walter Eucken, Franz Böhm, Wilhelm Röpke, Alexander Rüstow, F. A. von Hayek, Alfred Müller-Armack und viele andere, die mitdachten und mitstritten, mein eigener Beitrag zu diesem Werk (der Sozialen Marktwirtschaft; Anm. R.P.) kaum möglich gewesen wäre.“ Ludwig Erhard, Franz Böhms Einfluß auf die Politik, in: Hans Sauermann/Ernst-Joachim Mestmäcker (Hrsg.), Wirtschaftsordnung und Staatsverfassung. Festschrift für Franz Böhm zum 80. Geburtstag, Tübingen 1975, S. 15–21, hier S. 15Google Scholar
  164. 166.
    Die 1940 als Klasse IV der AfDR gegründete Gruppe Wirtschaftswissenschaft zur „Erforschung der völkischen Wirtschaft“ unter dem Vorsitz von Jens Jessen bestand aus insgesamt neun Arbeitsgemeinschaften mit den Themenfeldem Wirtschaftsgeschichte, Sozialpolitik, Agrarpolitik, Geld und Kredit, Finanzwirtschaft, Preispolitik, Verkehrspolitik, Außenwirtschaft und einer Art koordinierendem Zentralausschuß Volkswirtschaftslehre. Die Vertreter ordoliberaler Provenienz sammelten sich vor allem in den Arbeitsgemeinschaften Volkswirtschaftslehre und Preispolitik. Vgl. Hauke Janssen, Nationalökonomie und Nationalsozialismus, a.a.O., S. 189 ff.; Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O.; S. 94 ff.; Ludolf Herbst, Der Totale Krieg und die Ordnung der Wirtschaft. Die Kriegswirtschaft im Spannungsfeld von Politik, Ideologie und Propaganda 1939–1945, Stuttgart 1982, S. 148 f.Google Scholar
  165. 167.
    Vgl. hierzu Fn. 11 dieser Arbeit, S. 26Google Scholar
  166. 168.
    So auch in zwei neueren Arbeiten: Friedrun Quaas (Soziale Marktwirtschaft. Wirklichkeit und Verfremdung eines Konzeptes, a.a.O., S. 58) will hier einen „Zusammenhang des geistigen Widerstandes gegen das nationalsozialistische System und des Nachdenkens über die gesellschaftliche und wirtschaftliche Spezifrk der Nachkriegsordnung“ entdeckt haben. In der materialreichen Dissertation von Hauke Janssen (Nationalökonomie und Nationalsozialismus, a.a.O.) heißt es, mit dem Band Wettbewerb als Mittel volkswirtschaftlicher Leistungssteigerung und Leistungsauslese sei nicht nur „eine vernichtende Absage an das planwirtschaftliche System” (S. 193) bestätigt worden, sondern er behauptet auch, daß im Bereich der Wirtschaftswissenschaften „einzig von ihnen“ — der Freiburger Schule — „bereits in den dreißiger Jahren ein organisierter und öffentlich vorgetragener Widerstand gegen den neuen offiziellen Kurs in der deutschen Volkswirtschaftslehre aus(ging).” (S. 195)Google Scholar
  167. 169.
    Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 95 f.Google Scholar
  168. 170.
    Otto Schlecht, Die Genesis des Konzepts der Sozialen Marktwirtschaft, in: Otmar Issing (Hrsg.), Zukunftsprobleme der sozialen Marktwirtschaft, Schriften des Vereins für Socialpolitik, NF 116, Berlin 1981, S. 9–31, hier S. 15; für Blumenberg-Lampe „ist es gelungen, die Klasse IV zu einer Oppositionsgruppe werden zu lassen“. Christine Blumenberg-Lampe, Das wirtschaftspolitische Programm der,Freiburger Kreise’. Entwurf einer freiheitlich-sozialen Nachkriegswirtschaft. Nationalökonomen gegen den Nationalsozialismus, Berlin 1973, S. 30; auch Schmölders erblickt eine „Oppositionsgruppe in Gestalt der Klasse Wirtschaftswissenschaft der ‚Akademie für deutsches Recht”’, die unter „sorgfältigster Tarnung und vorsichtiger Anlehnung an eine möglichst einflußreiche anerkannte Institution“ den akademischen Widerstand organisierte. Günter Schmölders, Personalisierter Sozialismus. Die Wirtschaftsordnungskonzeption des Kreisauer Kreises der deutschen Widerstandsbewegung, Köln — Opladen, 1969, S. 29Google Scholar
  169. 171.
    Vgl. Gerhard Schulz, Über Johannis Popitz (1884–1945), in: Der Staat, Bd. 24, 1985, Heft 4, S. 485–511, hier S. 502Google Scholar
  170. 172.
    Wilhelm Röpke, Walter Euckent, NZZ 25.03.1950Google Scholar
  171. 173.
    Vgl. u.a. Heinz Grossekettler, Der,starke` Staat als Garant einer,sozialen` Marktwirtschaft: die Ideen der Gründungsväter aus heutiger Sicht, in: Peter Hampe/Jürgen Weber (Hrsg.), 50 Jahre Soziale Mark(t)wirtschaft. Eine Erfolgsstory vor dem Ende?, München 1999, S. 46–68; Hans Willgerodt, Die Liberalen und ihr Staat, a.a.O.; Horst Friedrich Wünsche, Erhards soziale Marktwirtschaft: von Eucken programmiert, von Müller-Armack inspiriert?, a.a.O.Google Scholar
  172. 174.
    Symptomatisch ist der Beitrag von Franz Böhm, Freiburger Schule und Nationalsozialismus, a.a.O., in dem er sich mit einigen Vorwürfen gegen die Freiburger Schule während der NS-Zeit auseinandersetzt. Darin distanziert sich Böhm mit eindringlichen Worten von jedweder Kooperation mit oder auch nur Überzeugungsarbeit gegenüber den nationalsozialistischen Entscheidungsträgem: „Wir haben keineswegs den Diktatoren unser Schoßkind Wettbewerb ans Herz gelegt, sondem umgekehrt dargetan, daß man sich entweder für eine frei oder für eine staatlich gesteuerte Wirtschaft entscheiden muß und daß, wenn man sich für eine staatlich gesteuerte Wirtschaft entscheidet, keine Möglichkeit besteht, den Wettbewerb zu bemühen.“ Das allerdings ist, wie zu zeigen sein wird, bestenfalls die halbe Wahrheit. In jüngster Zeit hat Hans Willgerodt (Die Liberalen und ihr Staat, a.a.O., S. 51 ff.) noch einmal vehement den „Faschismusvorwurf” gegenüber den Ordoliberalen zurückgewiesen und damit zugleich Kritiker mit dem Pauschalvorwurf einer indifferenten Argumentation überzogen.Google Scholar
  173. 175.
    Es ist deshalb erstaunlich, daß Friedrun Quaas (Soziale Marktwirtschaft. Wirklichkeit und Verfremdung eines Konzeptes, a.a.O., S. 70 f.) für die Zeit nach 1945 in Bezug auf MüllerArmack von einer „eingehenden Analyse der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik“ spricht. In den beiden angesprochenen Texten von 1946 und 1947 wird der Bezug zur nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik lediglich in Abgrenzung zum liberalen Wirtschaftskonzept hergestellt. Weder kann in diesem Zusammenhang von einer spezifischen Analyse noch gar von einer persönlichen Reflektion Müller-Armacks die Rede sein.Google Scholar
  174. 176.
    Lothar Bossle (Hrsg.), Perspektive 2000. Der ökonomische Humanismus im Geiste Alexander Rüstows, Würzburg 1987, S. 70Google Scholar
  175. 177.
    Günter Schmölders, Personalisierter Sozialismus, a.a.O., S. 29Google Scholar
  176. 178.
    Allerdings wird man der Lösung der Frage auch nicht dadurch gerecht, daß man von dieser Publikationsmöglichkeit einfach auf eine direkte Nähe der Ordoliberalen zum Nationalsozialismus schließt. Vgl. in diesem Sinne die zwei DDR-Publikationen von Otto Rühle, Zur Theorie der,Wettbewerbsordnung` von W. Eucken, in: Wirtschaftswissenschaft, Heft 5, 1954, S. 538557, hier S. 539 und Oscar Christians, Die,Ordo-Lehre` Walter Euckens — ein Mittel zur Verteidigung des staatsmonopolistischen Kapitalismus; in: Wirtschaftswissenschaft, Heft 6, 1957, S. 879–890, hier S. 879; kritisch dazu: Werner Krause, Wirtschaftstheorien unter dem Hakenkreuz, a.a.O., S. 187Google Scholar
  177. 179.
    Hans Willgerodt, Die Liberalen und ihr Staat, a.a.O., S. 54Google Scholar
  178. 180.
    Gerhard Schulz, Ober Johannis Popitz (1884–1945), a.a.O., S. 500; das Gutachten wurde mit Datum vom 9. Dezember 1939 unter dem Titel „Kriegsfmanzierung“ von den Professoren Eucken, Berkenkopf, Hasenack, Jessen, Lampe, Frhr. von Stackelberg, Stucken und Teschemacher abgefaßt.Google Scholar
  179. 181.
    C. A. Emge, Aus der Arbeit der Akademie für Deutsches Recht im Jahre 1941, in: Zeitschrift der Akademie für Deutsches Recht, B. Jg., Heft 22/23, 1941, S. 357–361, hier S. 357Google Scholar
  180. 182.
    Vgl. Friedrich-Wilhelm Henning, Das industrialisierte Deutschland 1914–1972, Paderborn 1974, S. 144; Franz Neumann, Behemoth. Struktur und Praxis des Nationalsozialismus 19331944 (nach der us-amerikanischen Fassung 1963), Originalausgabe 1942/44, Frankfurt am Main 1993, S. 285. Interessanterweise bestätigt sich dies auch bei Betrachtung der zeitgenössischen ordoliberalen Sicht. Man müsse „sich vor Augen halten“, so Miksch, „daß die deutsche Wirtschaftspolitik betont undogmatisch ist. Sie setzt sich bestimmte allgemeine Ziele, betrachtet aber die Methoden, die ihrer Verwirklichung dienen sollen, als eine Frage der Zweckmäßigkeit.” Leonhard Miksch, Freihandel in Europa?, in: Die Wirtschaftskurve, 20. Jg., Heft IV, 1941, S. 256–266, hier S. 256. An anderer Stelle heißt es: „Es bildet einen besonderen Vorzug der deutschen Wirtschaftspolitik, daß sie die unvermeidlichen Steuerungs-und Planungsmaßnahmen nicht allgemein, sondern von Fall zu Fall und unter besonderer Berücksichtigung der jeweiligen Bedürfnisse aufbaut.“ Ders., Rationierungssysteme, in: Die Wirtschaftskurve, 19. Jg., Heft III, 1940, S. 153–155, hier S. 153Google Scholar
  181. 183.
    Ludolf Herbst, Die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik im internationalen Vergleich, in: Wolfgang Benz/Hans Buchheim/Hans Mommsen (Hrsg.), Der Nationalsozialismus. Studien zur Ideologie und Herrschaft, Frankfurt am Main 1993, S. 153–176, hier S. 153Google Scholar
  182. 184.
    So auch Hauke Janssen, Nationalökonomie und Nationalsozialismus, a.a.O., S. 77 ff., der feststellt, daß „das nationalsozialistische Wirtschaftsdenken höchst selten Gegenstand ökonomischer Forschung gewesen (ist).“ (S. 77) Er sieht trotz einiger neuerer Arbeiten zum Thema das Problem dann, daß die Debatte von Nicht-Ökonomen dominiert wird.Google Scholar
  183. 185.
    Miksch spricht 1941 davon, wie sehr „die Revolution der Wirtschaftsordnung, die seit einem Jahrzehnt im Gange ist, es erforderlich (macht), die Zusammenhänge von Grund aus neu zu überdenken.“ Leonhard Miksch, Freihandel in Europa, a.a.O., S. 259Google Scholar
  184. 186.
    „Die Koordinaten der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik werden also von einer Zeitachse bestimmt, die die Dauer des politischen Systems des Nationalsozialismus am Anfang und am Ende erheblich überragte. Die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik ist daher in Bezug zu setzen zu ihrer nicht nationalsozialistischen Vor-und Nachkriegsgeschichte.“ Ludolf Herbst, Die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik im internationalen Vergleich, a.a.O., S. 154Google Scholar
  185. 187.
    Vgl. ebenda S. 155 ff.; Herbst urteilt auf der Basis eines Vergleichs der wichtigsten Industriestaaten und kommt trotz der Unterschiede in Hinblick auf Intensität, Zeitabfolge und vor allen Dingen die politische Einbettung wirtschaftlicher Maßnahmen zu dem Ergebnis, daß die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik einem allgemeinen Trend zur Regulierung in der Industrie und Landwirtschaft folgte, die „auch in Deutschland ihren Charakter als situationsbedingte Not-und Übergangsmaßnahmen“ (S. 175) behielten. Vgl. auch Karl Georg Zinn, Systemstabilität und ordnungspolitischer Wandel des Kapitalismus — Die soziale Marktwirtschaft als politisches Kabinettstückchen, in: Wolfram Elsner/Werner Wilhelm Engelhardt/ Werner Glastetter (Hrsg.), Ökonomie in gesellschaftlicher Verantwortung. Festschrift zum 65. Geburtstag von Siegfried Katterle, Berlin 1998, S. 163–192, hier S. 169 ff.Google Scholar
  186. 188.
    Werner Abelshauser, Kriegswirtschaft und Wirtschaftswunder. Deutschlands wirtschaftliche Mobilisierung für den Zweiten Weltkrieg und die Folgen für die Nachkriegszeit, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 47. Jg., Heft 4, 1999, S. 503–538, hier S. 512Google Scholar
  187. 189.
    Werner Abelshauser, Die ordnungspolitische Epochenbedeutung der Weltwirtschaftskrise in Deutschland, a.a.O., S. 21Google Scholar
  188. 190.
    Vgl. hierzu die ergiebige Studie von Ludolf Herbst, Der Totale Krieg und die Ordnung der Wirtschaft, a.a.O., hier besonders S. 283. Eine gewisse Originalität in der NS-Wirtschaftspolitik sieht demgegenüber Avraham Barkai, Das Wirtschaftssystem des Nationalsozialismus (Erstausgabe 1977), erweiterte Neuausgabe, Frankfurt am Main 1988. Allerdings sieht Barkai trotz der von ihm herausgearbeiteten Spezifik des NS-Wirtschaftssystem mitsamt seinen Restriktionen in Produktion, Einkommensverteilung und Verbrauch ein „kapitalistisches System (...) in den engen Grenzen eingeschränkter Entscheidungsbefugnisse“ erhalten. (S. 230)Google Scholar
  189. 191.
    Hitler verdeckte die Konzeptionslosigkeit der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik, indem er den Verzicht auf eine theoretisch fundierte Orientierung als bewußte Entscheidung darstellte. In der Wirtschaftspolitik, so Hitler vor Bauarbeitern in Berchtesgaden am 20.05.1937, kenne er „nur das einzige Dogma, daß es auf dem Gebiet kein Dogma gibt, daß es hier überhaupt keine Theorie gibt, sondern daß es hier nur Erkenntnisse gibt.“ Zit. nach Hildegard von Kotze/Helmut Krausnick (Hrsg.), „Es spricht der Führer.” 7 exemplarische Hitler-Reden, Gütersloh 1966, S. 178–223, hier S. 185 f.Google Scholar
  190. 192.
    Horst Friedrich Wünsche, Ludwig Erhards Gesellschafts-und Wirtschaftskonzeption, a.a.O., Fn. 1, S. 46Google Scholar
  191. 193.
    Werner Abelshauser, Kriegswirtschaft und Wirtschaftswunder, a.a.O., S. 523Google Scholar
  192. 194.
    Ebenda, S. 532Google Scholar
  193. 195.
    Ebenda; dies bestätigt sich beispielsweise durch die Publikationen von Miksch in der Wirtrchaftrkunv, die im folgenden Abschnitt dieser Arbeit erläutert und diskutiert werden.Google Scholar
  194. 196.
    Hitler betonte selbst in der,Kampfzeit’ der NSDAP, daß Arbeitgeber und Arbeitnehmer einerseits zwar „Sachverwalter der gesamten Volksgemeinschaft“ seien, aber im Wirtschaftsprozeß in ihrem Handeln frei sein müßten: „Das hohe Maß an persönlicher Freiheit, das ihnen in ihrem Wirken dabei zugebilligt wird, ist durch die Tatsache zu erklären, daß erfahrungsgemäß die Leistungsfähigkeit des einzelnen durch weitgehende Freiheitsgewährung mehr gesteigert wird als durch Zwang von oben, und es weiter geeignet ist zu verhindern, daß der natürliche Ausleseprozeß, der den Tüchtigsten, Fähigsten und Fleißigsten befördern soll, etwa unterbunden wird.” Adolf Hitler, Mein Kampf, Band 2 (1927), 29.-30. Auflage, München 1934, S. 676Google Scholar
  195. 197.
    Ludolf Herbst, Der totale Krieg und die Ordnung der Wirtschaft, a.a.O., S. 80. In Hinblick auf die Preiskontrolle lobt Miksch den restriktiven Einsatz der Lenkungsmöglichkeiten durch die zuständige Behörde: Es „führt eine genauere Betrachtung zu dem Ergebnis, daß der Preiskommissar niemals bis zur völligen Ausschöpfung aller für die Stabilhaltung der Preise zur Verfügung stehenden Möglichkeiten gegangen ist. (...) Die Preispolitik ist elastisch gehandhabt worden.“ Leonhard Miksch, Warum Gewinnstop?, in: Die Wirtschaftskurve, 20. Jg., Heft II, 1941, S. 89–100, hier S. 96Google Scholar
  196. 198.
    So das Fazit von Hans-Georg Reuter (Genese der Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft, a.a.O., S. 82) im Hinblick auf die nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik als möglicher Referenzrahmen für die neoliberale Doktrin. Reuter rekurriert dabei ausschließlich auf Nachweise zum Beleg für das Primat der Politik im wirtschaftspolischen Denken der NSDAP, wobei selbst manche der angeführten nationalsozialistischen Quellen zur Bewertung dieser Frage wenig Erhellung bringen, sind sie doch allein vom völkisch-antikapitalistischen Pathos nationalsozialistischer Sozialdemagogie getragen. Reuter versäumt der Zwiespältigkeit der nationalsozialistischen Wirtschaftskonzeption nachzugehen, wohl, weil das Ergebnis seiner Analyse dieser Konzeption in Beziehung zum Ordoliberalismus feststeht: „Der Vergleich kann nur das Ergebnis haben, daß alle Positionen der Neoliberalen und des Nationalsozialismus — seien es Grundüberzeugungen oder wirtschaftspolitische Konzeptionen — inkompatibel sind.“ (S. 83)Google Scholar
  197. 199.
    Dies und die folgenden Zitate: Rede von Adolf Hitler am 21.05.1935 im Deutschen Reichstag, in: Paul Meier-Benneckenstein (Hrsg.), Dokumente der deutschen Politik, Bd. 3, Berlin 1937, S. 68–99, hier S. 71 f.Google Scholar
  198. 200.
    „Der Ordoliberalismus konnte sich mit seinen wirtschaftspolitischen Ansätzen gerade in den Jahren von 1933 bis 1945 durchgehend auf eine starke Fraktion innerhalb der nationalsozialistischen Administration stützen.“ Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 98Google Scholar
  199. 201.
    Unter der Überschrift „Wirtschaftsordnung im nationalsozialistischen Staat“ heißt es: „Ein Staat, der weiß, daß Geschichte nicht erlebt, sondern geführt werden muß, hat alle Kräfte wachzuhalten. Seine Lebensform ist die totale Mobilmachung, wie es Ernst Jünger genannt hat, die Einsetzung von allem und jedem an die Aufgabe der Volkswerdung. Es entsteht der totalitäre Staat, für den geschichtliches Leben und Politik eins sind, der alle Lebensbezirke als politisch anspricht und in sich einbezieht. (...) Unter Wirtschaftsordnung im bisherigen Sinne verstand man die Entscheidung über die Art, wie das öffentliche Leben in eine verstaatlichte und eine private Sphäre aufgeteilt werden sollte. (...) Der neue Staat erkennt die Zweisphärentheorie als einen tiefen Irrtum. Er spricht allen Lebensäußerungen des Volkes politische Bedeutung zu und fördert sie in dem Maße, als sie der Einheit des Volkes dienen.” Alfred Müller-Armack, Staatsidee und Wirtschaftsordnung im neuen Reich, a.a.O., S. 38 f.Google Scholar
  200. 202.
    Franz Böhm, Die Wirtschaftsordnung als Zentralbegriff des Wirtschaftsrechts, in: Mitteilungen des Jenaer Instituts für Wirtschaftsrecht, Heft 31, 1936, S. 3–14, hier S. 5Google Scholar
  201. 203.
    Ludwig Erhard, Die Marktordnung, a.a.O., S. 276Google Scholar
  202. 204.
    Im Hinblick auf die Nachkriegsplanungen gilt dies vor allen Dingen für das Reichswirtschaftsministerium — vgl. Abschnitt 3.1 dieser ArbeitGoogle Scholar
  203. 205.
    Hans-Georg Reuter, Genese der Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft, a.a.O., S. 84Google Scholar
  204. 206.
    Müller-Armacks NSDAP-Mitgliedschaft ist vielerorts erwähnt; seltener findet sich ein Hinweis auf Meyer, der bereits 1933 in die NSDAP eintrat, nach seiner Freiburger Zeit zum Weltwirtschaftsinstitut in Kiel ging und es dort bis zum Direktorial-Assistenten brachte. Ab 1946 war Meyer Professor für Volkswirtschaftslehre in Bonn, seit 1950 Mitglied des Beirates des Bundeswirtschaftsministeriums und 1964/65 Mitglied des Sachverständigenrates. Ein Angebot von Erhard, die Abteilung Grundsatz im Wirtschaftsministerium zu übernehmen, soll er abgelehnt haben. Vgl. Christoph Diekmann, Wirtschaftsforschung für den Großraum. Zur Theorie und Praxis des Kieler Instituts für Weltwirtschaft und des Hamburger Welt-Wirtschaftsarchivs im,Dritten Reich’, in: Götz My u.a. (Hrsg.), Beiträge zur nationalsozialistischen Gesundheits-und Sozialpolitik, Bd. 10: Modelle für ein deutsches Europa, Berlin 1992, S. 146–198, hier Anm. 102, S. 190Google Scholar
  205. 207.
    „Diese Orientierung an der wirtschaftlichen Realität trug gewiß dazu bei, der neuen, dem Primat des Staates verpflichteten marktwirtschaftlichen Schule in der Praxis des Dritten Reiches eine beachtliche Aufmerksamkeit zu sichern.“ Werner Abelshauser, Die ordnungspolitische Epochenbedeutung der Weltwirtschaftskrise in Deutschland, a.a.O., S. 24Google Scholar
  206. 208.
    Erhard erwähnt 1939, daß „seit dem Jahre 1933 die Produktionsmittel-Erzeugung eine Steigerung von 153% erfahren (hat), während im gleichen Zeitraum der Zuwachs an Verbrauchsgütern nur knapp 30% ausmacht.“ Ludwig Erhard, Einfluß der Preisbildung und Preisbindung auf die Qualität und Quantität des Angebots und der Nachfrage, a.a.O., S. 82Google Scholar
  207. 209.
    Darauf verweist Herbst, der dem NS-Regime in Bezug auf Inflationsbefürchtungen „eine erstaunliche Unsicherheit“ attestiert. Ludolf Herbst, Krisenüberwindung und Wirtschaftsneuordnung. Ludwig Erhards Beteiligung an den Nachkriegsplanungen am Ende des Zweiten Weltkrieges, in: Vierteljahrsheft für Zeitgeschichte, 25. Jg., Heft 3, 1977, S. 305340, hier S. 307Google Scholar
  208. 210.
    „Die deutsche Diktatur entwickelte eine fast ängstliche Sensibilität für die Stimmung innerhalb der Bevölkerung und stützte kurzfristig den Lebensstandard auch auf Kosten rüstungsrelevanter Rohstoffimporte.“ Wemer Abelshauser, Kriegswirtschaft und Wirtschaftswunder, a.a.O., S. 526Google Scholar
  209. 211.
    Mason spricht von der „ständige(n) Sorge der Machthaber, daß drastische Entscheidungen in der Sozialpolitik den erzwungenen Burgfrieden wieder zerrütten könnten.“ Timothy W. Mason, Sozialpolitik im Dritten Reich. Arbeiterklasse und Volksgemeinschaft, 2. Auflage, Opladen 1978, S. 34 ff.Google Scholar
  210. 212.
    Vgl. Gerold Ambrosius, Die Durchsetzung der Sozialen Marktwirtschaft in Westdeutschland 1945–1949, Stuttgart 1977, S. 172 f.Google Scholar
  211. 213.
    Die Wirtschaftskurze kam ursprünglich viermal im Jahr als Ergänzung des Wirtschaftsteils der Frankfurter Zeitung heraus. Während letztere am 31.08.1943 verboten wurde, konnte die Wirtschaftskurve selbst das Zeitungssterben 1944 überleben. Sie stand „unter dem Schutz des Planungsamtes“ und „vertrat das Planungskonzept von Kehrl (Hans, Chef des Planungsamtes im Ministerium für Rüstung und Kriegsproduktion; Anm. R.P.) nach außen.” Ludolf Herbst, Der Totale Krieg und die Ordnung der Wirtschaft, a.a.O., Fn. 394, S. 443Google Scholar
  212. 214.
    In seiner Darstellung der personellen Verbindungen des deutschen (kontinentalen) und angelsächsischen Neoliberalismus ordnet Grossekettler Welter dem erweiterten Kern des deutschen Ordoliberalismus zu. Vgl. Heinz Grossekettler, Der,starke` Staat als Garant einer,sozialen` Marktwirtschaft, a.a.O., S. 50Google Scholar
  213. 215.
    Leonhard Miksch, Von der Reichsstelle zum Lenkungsbereich. Zur Reform der Kriegswirtschaft I, in: Die Wirtschaftskurve, 21. Jg., Heft IV, 1942, S. 205–218, hier S. 205; Fortsetzung Von der Vergleichszeit zum Bedarfsplan. Zur Reform der Kriegswirtschaft II, in: Die Wirtschaftskurve, 22. Jg., Heft II, 1943, S. 83–101Google Scholar
  214. 216.
    Leonhard Miksch, Die deutsche Kriegswirtschaft, in: Die Wirtschaftskurve, 18. Jg., Heft IV, 1939, S. 327–346, hier S. 332Google Scholar
  215. 217.
    Ebenda, S. 333Google Scholar
  216. 218.
    In der Schriftenreihe Ordnung der Wirtschaft „benützt er (Miksch; Anm. R.P.) die Gelegenheit, um Professor Eucken für zahlreiche Anregungen (...) herzlich zu danken.“ Leonhard Miksch, Wettbewerb als Aufgabe, a.a.O., Fn. 19, S. 22Google Scholar
  217. 219.
    Es ist deshalb sehr gewagt, den Freiburger Kem des Ordoliberalismus im nachhinein als Kriegsgegner darzustellen: „Die Mitglieder des Freiburger Kreises kritisierten insbesondere den Rüstungszweck, auf den die Volkswirtschaft ausgerichtet wurde.“ Elmar Müller, Widerstand und Wirtschaftsordnung. Die wirtschaftspolitischen Konzepte der Widerstandsbewegung gegen das NS-Regime und ihr Einfluß auf die Soziale Marktwirtschaft, Europäische Hochschulschriften, Bd./Vol. 365, Frankfurt am Main — Bern — New York — Paris 1988, S. 112. Müller zitiert als Beleg Dietze und Lampe (die beiden anderen Inhaber der Lehrstühle für Volkswirtschaft in Freiburg), die erstens nicht zum engeren Kreis der Ordoliberalen gezählt werden können und deren Aussagen zweitens nicht die Deutlichkeit hergeben, die Müller ankündigt. In einem weiteren Nachweis wird Eucken in den,Grundsätzen` mit einer allgemeinen Aussage zur Kriegsökonomie zitiert, die mit einer (wirtschafts-)politischen Aussage zum NS-Krieg nichts zu tun hat. Müller wäre zu anderen Erkenntnissen gekommen, hätte er sich mit Euckens Sympathie für deutsches Großmachtdenken in den Staatliche(n) Strukturwandlungen und die Krise des Kapitalismus beschäftigt.Google Scholar
  218. 220.
    „Deutschland muß auch in Zukunft darauf achten, seine wehrwirischafdiche Selbstbestimmung der es seine politischen Erfolge verdankt, zu bewahren. Es wird im Gegenteil bestrebt sein, um seine eigene Versorgung mit allen lebensnotwendigen Produkten gleichsam als einen zweiten Ring auch die wehrwirtschaftliche Unabhängigkeit des europäischen Kontinents zu legen, um die Grundlage für eine selbständige europäische Politik zu schaffen.“ Leonhard Miksch, Europa als Arbeitsfeld, in: Die Wirtschaftskurve, 19. Jg., Heft III, 1940, S. 151–153, hier S. 152; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  219. 221.
    Ebenda, S. 151Google Scholar
  220. 222.
    Leonhard Miksch, Warum Gewinnstop?, a.a.O., S. 96Google Scholar
  221. 223.
    Leonhard Miksch, Brauchen wir noch Unternehmer?, in: Die Wirtschaftskurve, 20. Jg., Heft I, 1941, S. 5–14, hier S. 13Google Scholar
  222. 224.
    Leonhard Miksch, Was wird aus den Kartellen?, in: Die Wirtschaftskurve, 22. Jg., Heft I, 1943, S. 22–41, hier S. 34Google Scholar
  223. 225.
  224. 226.
    Leonhard Miksch, Der Großbetrieb im Vormarsch. Kriegswirtschaft und Mittelstand, in: Die Wirtschaftskurve, 20. Jg., Heft III, 1941, S. 175–187, hier S. 178Google Scholar
  225. 227.
  226. 228.
    Ebenda, S. 179Google Scholar
  227. 229.
    Vgl. Ludolf Herbst, Krisenüberwindung und Wirtschaftsneuordnung. Ludwig Erhards Beteiligung an den Nachkriegsplanungen am Ende des Zweiten Weltkrieges, a.a.O.; Karl-Heinz Roth, Das Ende eines Mythos. Ludwig Erhard und der Obergang der deutschen Wirtschaft von der Annexions-zur Nachkriegsplanung (1939–1945). Teil I: 1939–1943, in: 1999, Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts, 10. Jg., Heft 4, 1995, S. 53–93 — Teil II: 1943–1945, a.a.O.; Christian Gerlach, Ludwig Erhard und die „Wirtschaft des neuen deutschen Ostraumes“. Ein Gutachten aus dem Jahr 1941 und Erhards Beratertätigkeit bei der deutschen Annexionspolitik 1938–43, in: Halbierte Vernunft und totale Medizin, Beiträge zur nationalsozialistischen Gesundheits-und Sozialpolitik, Bd. 13, Berlin-Göttingen 1997, S. 241276; vgl. auch die Hinweise in den Biographien von: Dieter Mühle, Ludwig Erhard. Eine Biographie, Berlin 1965; Volker Hentschel, Ludwig Erhard. Ein Politikerleben, München — Landsberg 1996Google Scholar
  228. 230.
    Ludwig Erhard, Organischer Aufbau der deutschen Wirtschaft, in: Die Deutsche Fertigware, Heft 3, Teil A, 1934, S. 33–36, hier S. 36Google Scholar
  229. 231.
    Ludwig Erhard, Nationalwirtschaft, in: Die Deutsche Fertigware, Heft 2, Teil A, 1933, S. 17–22, hier S. 19; auch noch 1939 sieht Erhard in „geradezu eindeutiger Weise“ bestätigt, „daß es nicht in den Zielen der Staatsführung liegt, die in ihren Grundzügen freie Marktwirtschaft zu beseitigen.” Ludwig Erhard, Voraussetzungen und Prinzipien der Marktforschung, a.a.O., S. 42Google Scholar
  230. 232.
    Ludwig Erhard, Nationalwirtschaft, a.a.O., S. 20Google Scholar
  231. 233.
    Ludwig Erhard, Einfluß der Preisbildung und Preisbindung auf die Qualität und Quantität des Angebots und der Nachfrage, a.a.O., S. 80Google Scholar
  232. 234.
    Es bleibt unverständlich, warum es für Wünsche, der sich ausführlich den Frühschriften Erhards gewidmet hat, „kaum angemessen (wäre), diese Schriften nunmehr aufgrund der Erwartungen einer politischen Öffentlichkeit, der Öffentlichkeit der Gegenwart, zu beurteilen.“ (Horst Friedrich Wünsche, Ludwig Erhards Gesellschafts-und Wirtschaftskonzeption, a.a.O., S. 29) Zweifelsohne ist der zeitgeschichtliche Kontext jener Schriften zu berücksichtigen, was allerdings eine darauf gestützte, aktuelle Bewertung nicht nur nicht ausschließt, sondern geradezu erfordert, soll die Untersuchung nicht in Deskription verharren oder in Apologie verfallen.Google Scholar
  233. 235.
    „Unter ERHARDS Geschäftsführung hatte das Nürnberger Institut eine bemerkenswert große Dimension angenommen: mehr als 100 Mitarbeiter waren mit vielfältigen Forschungsaufgaben und Untersuchungsaufträgen befaßt.“ Horst Friedrich Wünsche, Erhards Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 157; Herv. im Original; ähnlich Dieter Mühle, Ludwig Erhard. Eine Biographie, a.a.O., S. 14Google Scholar
  234. 236.
    Dies wird deutlich in dem von Wilhelm Vershofen, dem Vorgesetzen von Erhard, herausgegebenen Handbuch der Verbrauchsforschung, auf das sich Erhard explizit bezieht (Ludwig Erhard, Die Marktordnung, a.a.O., S. 280). Dort heißt es: „Deshalb gehört Verbrauchsforschung in Friedenszeiten zu den notwendigsten Vorbereitungen für den Kriegsfall. Sie kann im Krieg nicht erst einsetzen, sie kann aber in diesem Fall, wenn sie richtig vorbereitet worden ist, sehr wertvolle Dienste leisten, die je nach der Sachlage mehr in einer Erkundung des Verhaltens selbst, aber auch einer Erforschung der psychischen Wirkung der Maßnahmen zum Ausdruck kommen können.“ Bd. 1 — Grundlegung, Berlin 1940, S. 175Google Scholar
  235. 237.
    Ludwig Erhard, Voraussetzungen und Prinzipien der Marktforschung, a.a.O., S. 40Google Scholar
  236. 238.
    Ebenda, S. 42Google Scholar
  237. 239.
    Ludwig Erhard, Einfluß der Preisbildung und Preisbindung auf die Qualität und die Quantität des Angebots und der Nachfrage, a.a.O., S. 84Google Scholar
  238. 240.
    Ebenda, S. 83Google Scholar
  239. 241.
    Ebenda, S. 85Google Scholar
  240. 242.
    Auf wirtschaftspolitischem Gebiet zeigt sich dies beispielsweise an Erhards Haltung zur nationalsozialistischen Preispolitik oder zur Politik der Zwangskartellierung — vgl. die Darstellung bei Horst Friedrich Wünsche, Ludwig Erhards Gesellschafts-und Wirtschaftskonzeption, a.a.O., S. 120 f. und S. 132 ff.Google Scholar
  241. 243.
    Vgl. die Hinweise bei Karl-Heinz Roth, Das Ende eines Mythos, Teil 1, a.a.O., S. 54Google Scholar
  242. 244.
    Vgl. ebenda, S. 58 f. Erhard hatte parallel zu seiner Tätigkeit im IfW, allerdings ohne die Zustimmung des Instituts, einen persönlichen Auftrag des zuständigen Gauleiters und Reichskommissars Bürckl angenommen, um die rüstungswirtschaftlichen Potentiale der österreichischen und lothringischen Industrie zu erfassen und dafür eine monatliche Vergütung von 1.200 RM erhalten. Vgl. Karl Günther Weiss, Wahrheit und Wirklichkeit. Der Weg aus den Weltkriegen in die Soziale Marktwirtschaft und eine künftige Weltordnung, Homburg-Saarpfalz 1996, S. 654Google Scholar
  243. 245.
    Vgl. Christian Gerlach, Ludwig Erhard und die,Wirtschaft des neuen deutschen Ostraums`, a.a.O., S. 246 ff.Google Scholar
  244. 246.
    Karl-Heinz Roth, Das Ende eines Mythos, Teil 1, a.a.O., S. 61 — zum gegenteiligen Ergebnis kommt Horst Friedrich Wünsche, Ludwig Erhards Gesellschafts-und Wirtschaftskonzeption, a.a.O., S. 100 ff., besonders S. 104: Neben der unterschiedlichen Bewertung der Beratungstätigkeit von Erhard bleibt die Einschätzung Wünsches unverständlich, die Publikationen Erhards während der NS-Zeit zeigten, daß er „sich mit zeitlos wichtigen Fragen der Politischen Ökonomie (befaßt).“Google Scholar
  245. 247.
    Ludwig Erhard, Die Marktordnung, a.a.O., S. 279Google Scholar
  246. 248.
    Abelshauser sieht von Seiten Erhards „zumindest drei Positionen, die mit der herrschenden Ideologie übereinstimmten: Er lehnte die Idee des Klassenkampfes ab; bejahte — wenn auch in engen Grenzen — die Notwendigkeit staatlicher Interventionen in die Wirtschaft und verteidigte nachhaltig das Primat des Staates gegenüber der Wirtschaft.“ Werner Abelshauser, Die ordnungspolitische Epochenbedeutung der Weltwirtschaftskrise in Deutschland, a.a.O., S. 27Google Scholar
  247. 249.
    Vgl. Ludolf Herbst, Die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik im internationalen Vergleich, a.a.O., S. 172 ff.; ders., Der Totale Krieg und die Ordnung der Wirtschaft, a.a.O., S. 127 ff.; den., Krisenüberwindung und Wirtschaftsneuordnung, a.a.O., besonders S. 306Google Scholar
  248. 250.
    Dabei ging es um verschiedenste Aspekte der Kriegsfinanzierung, die mit zunehmender Kriegsdauer auch in Hinblick auf die Demobilisierungsproblematik diskutiert wurden, etwa anhand der Frage, wie der bestehende Kaufkraftüberhang nach dem Krieg abgebaut werden kann oder wie und in welchem Umfang nach allmählicher Rücknahme der Bewirtschaftungsvorschriften jeweils marktwirtschaftlicher Wettbewerb bzw. staatliche Lenkungsmaßnahmen zum Tragen kommen sollen. Vgl. Ludolf Herbst, Krisenüberwindung und Wirtschaftsneuordnung, a.a.O., S. 313 f.; an anderer Stelle resümiert Herbst, „daß bereits im Vorfeld der Neuordnungsplanungen der Versuch gemacht wurde, in dieser Frage an die Wissenschaft heranzutreten und den in Deutschland verbliebenen Kapazitäten der Volkswirtschaftslehre ein Forum für ordnungspolitische Erörterungen zu schaffen.“ ders., Der totale Krieg und die Ordnung der Wirtschaft, a.a.O., S. 149Google Scholar
  249. 251.
    Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 122Google Scholar
  250. 252.
    Vgl. Stellungnahme von Professor Alfred Müller-Armack, in: Braune Universität. Deutsche Hochschullehrer gestern und heute, zusammengestellt und herausgegeben von Rolf Seeliger, Heft 6, München 1968, S. 60–61, in dieser Stellungnahme weist Müller-Armack schroff und in knapper Form jedwede Verbindung zum Nationalsozialismus zurück.Google Scholar
  251. 253.
    In seiner autobiographischen Schrift entwirft Müller-Armack das Bild von der erzwungenen,inneren Immigration`: „Die wissenschaftliche Kontinuität der konjunkturpolitischen Arbeit wurde durch den Nationalsozialismus jäh unterbrochen. Alles, was seine Wurzeln in der liberalen Ökonomie hatte, wurde als geistig überwunden abgelehnt, so daß dem, der seine geistige Freiheit bewahren wollte, nichts anders übrig blieb, als ein anderes Gebiet zu wählen.“ Alfred Müller-Armack, Auf dem Weg nach Europa. Erinnerungen und Ausblicke, Tübingen — Stuttgart 1971, S. 16Google Scholar
  252. 254.
    Vgl. Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., Fn. 31, S. 287Google Scholar
  253. 255.
    Harnet Hoffmann, Zu Arbeit und Werk von Alfred Müller-Armack; in: Christian Watrin/Hans Willgerodt (I-Irsg.), Widersprüche der Kapitalismuskritik, Festschrift zum 75. Geburtstag von Alfred Müller-Armack; Bem — Stuttgart 1976, S. 231–236, hier S. 232. Aus der Sicht des ins Exil gedrängten Adolph Lowe war eine solche Argumentation nichts als eine nachträgliche Rechtfertigung des eigenen Verhaltens in der NS-Zeit, berichtet Krohn aus Gesprächen mit Lowe 1983 und 1986. Seine ehemaligen Kollegen „zeigten kaum Neigung, ihre Vergangenheit zu reflektieren, überzeugter Nationalsozialist war angeblich niemand gewesen, man reklamierte für sich die,innere Immigration` oder nur formale Parteimitgliedschaften.“ Claus Dieter Krohn, Wissenschaft im Exil. Deutsche Sozial-und Wirtschaftswissenschaftler in den USA und die New School for Social Research, Frankfurt am Main — New York 1987, S. 223Google Scholar
  254. 256.
    Christian Watrin, Alfred Müller-Armack (1901–1978), a.a.O., S. 49 ff.Google Scholar
  255. 257.
    Für Watrin war es „die Brüningsche Krisenbekämpfungspolitik“ sowie die Mißachtung der „Ratschläge der Wirtschaftswissenschaft” (Ebenda, S. 50) einerseits und die „Unfähigkeit, allgemeine Interessen wirkungsvoll gegenüber Gruppen-und Verbandsinteressen zu vertreten“ andererseits, die „bei vielen eine Abkehr von der Weimarer Demokratie (bedingte).” Ebenda, S. 51. Ähnlich rechtfertigt Kowitz Müller-Armacks Bekenntnis zum,starken Staat’ damit, daß dieser mit seinem Verhalten „dem Wandel des Politikverständnisses der Weimarer Republik (folgte).“ Sein „Abrücken vom Parlamentarismus war primär jedoch nicht politischer Natur, sondern erzwungen durch die institutionell bedingte Unfähigkeit, auf die ökonomische Krise zu reagieren.” Rolf Kowitz, Alfred Müller-Armack: Wirtschaftspolitik als Berufung, a.a.O., S. 31 und S. 161; Herv. durch R.P. Auch für Dietzfelbinger (ist) Müller-Armacks „Begeisterung für die neue Staats-und Wirtschaftsordnung im Zusammenhang mit der 1929 ausbrechenden Weltwirtschaftskrise zu sehen“. Daniel Dietzfelbinger, Soziale Marktwirtschaft als Wirtschaftsstil, a.a.O., S. 45Google Scholar
  256. 258.
    Alfred Müller-Armack, Staatsidee und Wirtschaftsordnung im neuen Reich, a.a.O., S. 47Google Scholar
  257. 259.
    Vgl. hierzu Abschnitt 4.1.2 dieser ArbeitGoogle Scholar
  258. 260.
    Vgl. Alfred Müller-Armack, Entwicklungsgesetze des Kapitalismus, a.a.O., S. 218Google Scholar
  259. 261.
    Alfred Müller-Armack, Staatsidee und Wirtschaftsordnung im neuen Reich, a.a.O., S. 48; ähnlich schon seine Formulierung 1932: ders., Entwicklungsgesetze des Kapitalismus, a.a.O., S. 127Google Scholar
  260. 262.
    Alfred Müller-Armack, Staatsidee und Wirtschaftsordnung im neuen Reich, a.a.O., S. 50Google Scholar
  261. 263.
    Ebenda, S. 35Google Scholar
  262. 264.
    „Idee als geschichtliche Macht ist mehr als das bloße Leitziel des Idealismus oder das mechanische Auslaufen der Entwicklung im Marxismus. Diese geschichtsbildende Kraft ist es, die Georges Sorel meinte, wenn er politische Ideen Mythen nannte und lehrte, daß historische Wandlungen an die Entstehung eines solchen Mythos gebunden sind.“ Ebenda, S. 31; Herv. im Original; „Volk ist ein Mythos im Sinne Sorels, mehr eine geschichtsbildende Kraft als ein ausschöpfbarer Begriff. Es ist Gemeinsamkeit volkstümlicher Überlieferung wie gegenwärtige Arbeits-und Schicksalsgemeinschaft. Es ist Einheit des Geblüts und des Bodens wie letzte Übereinstimmung in Fühlen und Denken. Aber es geht im Tatsächlichen und Feststellbaren nicht auf.,Volk ist eine Idee, wir sollen ein Volk werden’”, zitiert Müller-Armack abschließend Novalis. Ebenda, S. 37Google Scholar
  263. 265.
    Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 117. Eine Kontinuitätslinie stellt auch Wünsche heraus. Er sieht in Müller-Armacks,Staatsidee` „das Bekenntnis eines Wissenschaftlers zu einer bestimmten gesellschaftspolitischen Denkweise, (...) die allen späteren Schriften von MÜLLER-ARMACK zugrunde liegt.“ Wünsche sieht eine solche Linie neben Müller-Armacks Evolutionsverständnis v.a. in dessen Begeisterung für „jede neu aufkommende soziale Strömung, die alte Fehler überwinden und Großes, allen Dienliches gestalten will”, begründet. Horst-Friedrich Wünsche, Erhards Soziale Marktwirtschaft: von Eucken programmiert, von Müller-Armack inspiriert, a.a.0., S. 162; Herv. im Original. In jüngster Zeit haben Lange-von Kulessa/Renner ebenfalls eine Kontinuitätslinie bei MüllerArmack nachgezeichnet, die sie ausgehend von seinen Frühtexten am Staatsverständnis entwickeln, allerdings sei „zu betonen,“ so die Verfechter einer stringent anti-interventionischen Position, „daß daraus keine Kontinuität der politischen Inhalte abgeleitet werden kann.” Jürgen Lange-von Kulessa/Andreas Renner, Die Soziale Marktwirtschaft Alfred MüllerArmacks und der Ordoliberalismus der Freiburger Schule, a.a.O., S. 87. Vgl. zur Kontinuitätsthese auch Quaas, die allerdings im Gegensatz zu Wünsche und Lange-von Kulessa/Renner das Kontinuum im Denken Müller-Armacks positiv bewertet, um ihn als Vordenker einer sozialstaatlich interpretierten Sozialen Marktwirtschaft zu präsentieren. Entsprechend sieht sie die „Kontinuität des Gedankens (...) von einer partiell und zeitweilig vorhandenen Verbeugung vor dem nationalsozialistischen Zeitgeist nicht wirklich und wesentlich tangiert.“ Friedrun Quaas, Soziale Marktwirtschaft. Wirklichkeit und Verfremdung eines Konzeptes, a.a.O., S. 39 ff.Google Scholar
  264. 266.
    Vgl. Rolf Kowitz, Alfred Müller-Armack: Wirtschaftspolitik als Berufung, a.a.O., S. 39Google Scholar
  265. 267.
    Kowitz verweist als Gründungsdatum des Instituts auf den 01.04.1941: ebenda, S. 48. Dietzfelbinger sieht die Entstehung des Instituts zwischen 1940/41: Daniel Dietzfelbinger, Soziale Marktwirtschaft als Wirtschaftsstil, a.a.O., S. 48; ähnlich Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 124Google Scholar
  266. 268.
    Horst-Friedrich Wünsche, Erhards Soziale Marktwirtschaft: von Eucken programmiert, von Müller-Armack inspiriert, a.a.O., S. 161 f.Google Scholar
  267. 269.
    „Welche Forschungsrichtung er auch immer wählen mochte, ohne erkennbare,Linientreue wäre er nicht vorangekommen.“ (S. 156) „Grundlage der Beförderungen von MÜLLERARMACK war vermutlich die Konkretisierung der Kritik am Interventionsstaat, die MÜJ.I.ER-ARMACK 1933 mit der Schrift,Staatsidee und Wirtschaftsordnung im neuen Reich’ vorgelegt hat.” (S. 157) Ebenda; Herv. im Original. Nach Kowitz „sicherte er sich sowohl in Köln als auch in Münster das Wohlwollen regionaler Nazigrößen. In Münster stand er bei den Studenten im Ruf,,die besten Beziehungen’ zum NS-Kurator Beyer gehabt zu haben. Seine guten Kontakte zum Gauleiter Meyer brachten der Forschungsstelle (für allgemeine und textile Marktwirtschaft; Anm. R.P.) gar den Ruf einer Parteiinstitution ein.“ Rolf Kowitz, Alfred Müller-Armack: Wirtschaftspolitik als Berufung, a.a.O., S. 65. Ob man hier der Interpretation Kowitz folgen will, daß es sich dabei um eine Taktik Müller-Armacks gehandelt habe, sei dahingestellt.Google Scholar
  268. 270.
    Vgl. Rolf Kowitz, Alfred Müller-Armack: Wirtschaftspolitik als Berufung, a.a.O., S. 37Google Scholar
  269. 271.
  270. 272.
    Alfred Müller, Die gewerblichen Umsiedlungsmöglichkeiten in Westfalen. Voruntersuchung zur künftigen West-Ostsiedlung — Nur für den Dienstgebrauch!, bearbeitet im Institut für Wirtschafts-und Sozialwissenschaften und der Forschungsstelle für Siedlungs-und Wohnungswesen an der Universität Münster, Berichte zur Raumforschung und Raumordnung, Reihe B, Bd. 1, hrsg. im Auftrage der Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung von Prof. Dr. Paul Ritterbusch, o. O., o. J., Vorwort datiert vom 23.01.1942, VorwortGoogle Scholar
  271. 273.
  272. 274.
    „Der Ostraum im hier gemeinten Sinne umfaßt die ehemals polnischen Gebiete der Gaue Ostpreussen, Danzig-Westpreussen, Wartheland und Schlesien. Insgesamt ein Gebiet von 90.000 qkm. Es dürfte in der Lage sein, insgesamt etwa 4–5 Millionen Menschen aus dem Altreich aufzunehmen, so daß sich mit den bereits dort wohnenden Deutschen und Zuwanderem (...) eine deutsche Bevölkerung von 5 Millionen ergibt.“ Ebenda, S. 4; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  273. 275.
    Ebenda, S. 1Google Scholar
  274. 276.
    Ebenda, S. 2Google Scholar
  275. 277.
    Ebenda, S. 3Google Scholar
  276. 278.
    Ebenda, S. 8Google Scholar
  277. 279.
    Allerdings ist die von Kowitz vorgelegte Interpretation, daß Müller-Armack damit „einen wichtigen Forschungsansatz zur Kompatibilität von Regulierungsmaßnahmen innerhalb einer Marktordnung initiiert (hatte),“ verfehlt. (Rolf Kowitz, Alfred Müller-Armack: Wirtschaftspolitik als Berufung, a.a.O., S. 60). Tatsächlich ging die Unterscheidung marktkonformer bzw. -inkonformer Maßnahmen von Röpke aus. Vgl. Wilhelm Röpke, Die Gesellschaftskrisis der Gegenwart (1. Auflage 1942), 6. Auflage, Bern — Stuttgart 1979, S. 258 ff.; diese Ausführungen stützen sich auf zwei konkrete Vorarbeiten aus den Jahren 1929 und 1937: ders., Staatsinterventionismus, a.a.O., S. 186 ff. und ders., Die Lehre von der Wirtschaft, Wien 1937, S. 191 f.Google Scholar
  278. 280.
    Alfred Müller, Die gewerblichen Umsiedlungsmöglichkeiten in Westfalen, a.a.O., S. 26Google Scholar
  279. 281.
    Nach Kowitz flossen zwischen 1941 und 1944 per anno 200.000 RM an die Forschungsstelle. Vgl. Rolf Kowitz, Alfred Müller-Armack: Wirtschaftspolitik als Berufung, a.a.O., S. 52. Zur Argumentation aus Sicht der Textilindustrie vgl. den Leiter der Wirtschaftsgruppe Textilindustrie, Hans Croon, Das Verhältnis der Textilindustrie zur Forschungsstelle für allgemeine und textile Marktwirtschaft, in: Arbeitsberichte zur Marktforschung Heft 1, 1941, S. 1–4Google Scholar
  280. 282.
    Ebenda, S. 56Google Scholar
  281. 283.
    Trotz der Tatsache, daß die Forschungsstelle sowohl durch den Staat als auch durch die betroffene Industrie unterstützt wurde, wird ihre Existenz gem als Beleg für die angeblich widerständige Haltung Müller-A.uiacks angeführt. Schon die Erwähnung des Begriffs Marktwirtschaft im Namen der Forschungsstelle sei „für die Nazis gewiß eine provokante Bezeichnung“. Heribert Klein, Freispruch für Alfred Müller-Armack, FAZ 26.04.1997. Etwas dezenter, aber mit der selben inhaltlichen Botschaft, Rolf Kowitz, Alfred Müller-Armack: Wirtschaftspolitik als Berufung, a.a.O., S. 59. Auch Haselbach unterstellt in diesem Zusammenhang indirekt eine grundsätzliche Gegnerschaft der NS-Entscheidungsträger zur Marktwirtschaft, wenn er schreibt: „Implizit enthielt,Marktforschung` so ein Element der Kritik an Funktionsweise und Folgen der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik.” Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 125Google Scholar
  282. 284.
    Alfred Müller, Wissenschaft und Wirtschaftspraxis; in: Arbeitsberichte zur Marktforschung, Heft 3, 1941, S. 65–73, hier S. 73Google Scholar
  283. 285.
    Vgl. Horst-Friedrich Wünsche, Erhards Soziale Marktwirtschaft: von Eucken programmiert, von Müller-Armack inspiriert, a.a.O., S. 156 f. Kowitz spricht von „sporadischen informellen Treffen zwischen Erhard und Müller-Armack“ durch ihre Zusammenarbeit in der Marktforschung. Rolf Kowitz, Alfred Müller-Armack: Wirtschaftspolitik als Berufung, a.a.O., S. 49. Müller-Armack selbst nennt 1940 als Jahr des Kennenlemens und erwähnte, daß er Erhard „ins Ruhrgebiet zu öffentlichen Vorträgen ein(lud) und erlebte, wie es ihn geradezu trieb, in freimütigen Äußerungen bis an die Grenze dessen zu gehen, was bei gutem Glück in einer Diktatur noch zu sagen war.” Alfred Müller-Armack, Ein exemplarisches Leben. Zum achtzigsten Geburtstag Ludwig Erhards, in: Wirtschaftspolitische Chronik, 26. Jg., Heft 1, 1977, S. 7–11, hier S. 8Google Scholar
  284. 286.
    Alfred Müller, Wissenschaft und Wirtschaftspraxis, a.a.O., S. 73Google Scholar
  285. 287.
  286. 288.
    Zu diesem Ergebnis kommt auch Keith Tribe, Strategies of economic order, a.a.O., S. 212Google Scholar
  287. 289.
    Gerhard Schulz, Ober Johannis Popitz (1884–1945), a.a.O., S. 502Google Scholar
  288. 290.
    „Es war F. Böhm, der in Heft 1 (...) die Grundgedanken der Freiburger Schule formulierte.“ Werner Krause, Wirtschaftstheorie unter dem Hakenkreuz, a.a.O., S. 190Google Scholar
  289. 291.
    Norbert Kloten, „Was zu bedenken ist“ — Bemerkungen zum Referat von Rainer Klump, in: Erich Streissler (Hrsg.), Studien zur Entwicklung der ökonomischen Theorie XVI, Berlin 1997, S. 161–170, hier S. 165Google Scholar
  290. 292.
    Heinz Grossekettler, Der Beitrag der Freiburger Schule zur Theorie der Gestaltung von Wirtschaftssystemen, a.a.O., S. 4.Google Scholar
  291. 293.
    „Im Vorwort zum ersten Band dieser Reihe (...) stellten die Herausgeber der Reihe ihr Programm vor.“ Hans Otto Lenel, Walter Euckens,Grundlagen der Nationalökonomie, in: ORDO, Bd. 40, 1989, S. 3–20, hier S. 3Google Scholar
  292. 294.
    Vgl. zur Schriftenreihe in diesem Kapitel, S. 58Google Scholar
  293. 295.
    Gerade aus der Bedeutung des Textes als konzeptioneller Beitrag für die wirtschaftspolitische Praxis ergeben sich — wie zu zeigen sein wird — die Anknüpfungspunkte für das spätere Konzept der Sozialen Marktwirtschaft. Vgl. Wolfgang Benz, Von der Besatzungsherrschaft zur Bundesrepublik. Stationen einer Staatsgründung 1946–1949, Frankfurt am Main 1985, S. 125Google Scholar
  294. 296.
    Franz Böhm, Die Ordnung der Wirtschaft als geschichtliche Aufgabe und rechtschöpferische Leistung, a.a.O., S. VII; Herv. durch R.P.Google Scholar
  295. 297.
  296. 298.
    Zur ordoliberalen Kritik am Historismus vgl. den folgenden Abschnitt, da die dichteste Auseinandersetzung zu dieser Frage in Euckens,Grundlagen` nachzuvollziehen ist.Google Scholar
  297. 299.
    Franz Böhm, Die Ordnung der Wirtschaft als geschichtliche Aufgabe und rechtschöpferische Leistung, a.a.O., S. XVIIGoogle Scholar
  298. 300.
    Ebenda, S. XVIII; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  299. 301.
    Ebenda, S. XIXGoogle Scholar
  300. 302.
    Ebenda, S. 18Google Scholar
  301. 303.
    „Der gewerbliche Wettbewerb hat in bezug auf das Prinzip des Einsatzes der Kampfmittel (parallel, nicht entgegengerichtet) und auf das Kampfziel (Überflügelung, nicht Niederwerfung und Vernichtung des Gegners) gar keine Ähnlichkeit mit dem Krieg, mit dem er so oft irrigerweise verglichen wird, sondern steht auf einer Linie mit den organisierten Ausleseveranstaltungen deren Zweck das Messen, die Ermittlung und die Förderung jeweils ganz bestimmt bezeichneter Eigenschaften ist, also etwa mit einem Preisausschreiben, Staatsexamen oder Sportwettkampf.“ Ebenda, S. 124; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  302. 304.
    „Das Motto, unter dem diese Sorte von Wirtschaftsfreiheit steht, läßt sich nur dahin formulieren: Was geschieht, weiß man nicht, aber das Dümmste ist das wahrscheinlichste.“ Ebenda, S. 70Google Scholar
  303. 305.
    Ebenda, S. 18 f.Google Scholar
  304. 306.
    Vgl. hierzu aus der ordoliberalen Perspektive der achtziger Jahre: Fritz Holzwarth, Ordnung der Wirtschaft durch Wettbewerb. Entwicklung der Ideen der Freiburger Schule, Freiburg 1985, S. 29 ff.; in Bezug auf Böhms frühe Arbeiten zur Wettbewerbstheorie spricht Holzwart von einer konsequenten Orientierung an den Ideen Adam Smiths, die erst durch die Zusammenarbeit mit Eucken einer gewissen Identifizierung der Klassik mit dem Grundsatz des Laissez-faire gewichen sei (vgl. Fn. 125, S. 33 und S. 142).Google Scholar
  305. 307.
    Franz Böhm, Kartelle und Koalitionsfreiheit, Berlin 1933, S. 18; Herv. im Original. Bei Miksch heißt es: „Daß die sich selbst regulierende Ordnung des freien Wettbewerbs so weit irgend möglich als Grundlage der Wirtschaftsverfassung erhalten werden muß, ergibt sich aus der Tatsache, daß es schlechterdings kein anderes Prinzip gibt, das mit einem Minimum an Verwaltungsaufwand ein Maximum an Leistungsfähigkeit, Elastizität und Fortschritt verbindet.“ Leonhard Miksch, Wettbewerb als Aufgabe, a.a.O., S. 135Google Scholar
  306. 308.
    „Vom Herkommen her fühlten sie (die Ordoliberalen; Anm. R.P.) sich in der Nachfolge der klassischen Schule. Das Denken in mikroökonomischen Bezügen und in Marktformen überwog. Methodologisch bediente man sich vorwiegend der komparativen Statik, damit des Vergleichs von Gleichgewichtszuständen und der Erklärung der Übergänge zwischen ihnen.“ Norbert Kloten, Der Staat in der Sozialen Marktwirtschaft, Vorträge und Aufsätze des WalterEucken-Instituts, I left 108, Tübingen 1986, S. 12Google Scholar
  307. 309.
    Heuß verteidigt in diesem Zusammenhang den Ordoliberalismus gegenüber jüngeren Strömungen der Neuen Politischen Ökonomie aus dem angelsächsischen Bereich: „Die Theorie der Verfügungsrechte stellt daher, zumindest in der Grundkonzeption einen Reimport dar. Letzten Endes geht es ihr um nichts anderes als um den Zusammenhang zwischen Recht und Wirtschaft. Dies aber ist ein Anliegen, das sich schon in den dreißiger Jahren Walter Eucken, Franz Böhm und Hans Groftmann-Doerth in der von ihnen herausgegebenen Schriftenreihe,Ordung der Wirtschaft’ zum Thema gemacht haben.“ Emst Heuß,,Die Grundlagen der Nationalökonomie vor 50 Jahren und heute, in: ORDO, Bd. 40, 1989, S. 21–30, hier S. 23; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  308. 310.
    Franz Böhm, Die Wirtschaftsordnung als Zentralbegriff des Wirtschaftsrechts, a.a.O., S. 8Google Scholar
  309. 311.
    Den Gedanken, den Wirtschaftsprozeß durch eine Wirtschaftsverfassung zu ordnen, hatte Böhm bereits in seiner Habilitationsschrift ausgeführt. Dort formulierte er die „Aufgabe, das Recht einer freien Wettbewerbswirtschaft im einzelnen darzustellen, und zwar in dejenigen Gestalt, die es aufweisen muff wenn man dieser Ordnung den exakten verfassungsrechtlichen Sinn unterstellt, den sie nach der Lehre der klassischen Nationalökonomie haben sollte.“ Franz Böhm, Wettbewerb und Monopolkampf, a.a.O., S. 211; Herv. im Original. Für Eucken „(stellt) die Wirtschaftsverfassung die Gesamtentscheidung über die Ordnung des nationalen Wirtschaftslebens dar. Ist sie brauchbar, so erübrigen sich damit auch zahlreiche konjunkturpolitische Einzelmaßregeln zur Behebung besonderer Notlagen. Der Wirtschaftswissenschaft (...) fällt heute die Aufgabe zu, diese Idee einer Wirtschaftsverfassung die klare und zweckmäßige Spielregeln zur Geltung bringt, zu erfassen und bis in die Einzelheiten hinein auszuarbeiten.” Walter Eucken, Nationalökonomie — wozu?, 1. Auflage, a.a.O., S. 55; Herv. im Original. Vgl. zum Begriff auch Dieter Cassel, Wirtschaftspolitik als Ordnungspolitik, in: ders./Bemd-Thomas Ramb/H. Jörg Thieme (Hrsg.), Ordnungspolitik, München 1988, S. 313–333, hier S. 315Google Scholar
  310. 312.
    Franz Böhm, Die Ordnung der Wirtschaft als geschichtliche Aufgabe und rechtschöpferische Leistung, a.a.O., S. 40; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  311. 313.
    Ebenda, S. 10Google Scholar
  312. 314.
    Leonhard Miksch, Wettbewerb als Aufgabe, a.a.O., S. 5; Herv. im Original. In der zweiten Auflage von 1947 hat Miksch diese Passage weggelassen. Statt dessen heißt es: „Im 20. Jahrhundert muß der Wettbewerb als das wesentlichste, wenngleich nicht einzige Element der staatlich gesetzten Wirtschaftsordnung verstanden werden, der die Vorzüge der Konkurrenz und der freien wirtschaftlichen Betätigung mit denen einer sparsamen, auf das unbedingt notwendige Maß sich beschränkenden, aber, wo es erforderlich ist, energisch und zielbewußt eingreifenden staatlichen Steuerung verbindet.“ (S. 6)Google Scholar
  313. 315.
    Franz Böhm, Die Ordnung der Wirtschaft als geschichtliche Aufgabe und rechtschöpferische Leistung, a.a.O., S. 11Google Scholar
  314. 316.
    Ebenda, S. 71 und S. 86 f.Google Scholar
  315. 317.
    Zu Recht stellt Haselbach die Frage, „inwieweit die im Nachkriegs-Ordoliberalismus verfochtene These von einer,Interdependenz der Ordnungen’ politischer und wirtschaftlicher Freiheit nur eine neue Sprachregelung oder Ergebnis einer theoretischen Revision war.“ Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 87 f. Er verweist in diesem Zusammenhang auf Feldman, der „von einem polyvalenten Charakter von Wirtschaftsliberalismus und Kapitalismus” spricht, „der sich letztlich jedem System — zumindest wenn es auf offene Feinseligkeiten verzichtet — anpassen kann.“ Gerald D. Feldman, Aspekte deutscher Industriepolitik am Ende der Weimarer Republik 1930–1932 (Erstveröffentlichung 1978), in: ders., Vom Weltkrieg zur Weltwirtschaftskrise. Studien zur deutschen Wirtschaftsund Sozialgeschichte 1914–1932, Göttingen 1984, S. 218–233, hier S. 232. Vgl. in diesem Zusammenhang auch die Position Marcuses in Fn. 67 dieser Arbeit, S. 40Google Scholar
  316. 318.
    Franz Böhm, Die Ordnung der Wirtschaft als geschichtliche Aufgabe und rechtschöpferische Leistung, a.a.O., S. 53; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  317. 319.
    Ebenda, S. 51 und 50Google Scholar
  318. 320.
    Als Grundaufgaben definiert Böhm die „Sorge für gutes Geld, (...) Bereitstellung einer leistungsfähigen Justiz, (...) Sicherung der militärischen und politischen Stärke nach außen und (...) Pflege eines guten Schulwesens!“ Ebenda, S. 34Google Scholar
  319. 321.
  320. 322.
    Leonhard Miksch, Wettbewerb als Aufgabe, a.a.O., S. 9; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  321. 323.
    Franz Böhm, Die Ordnung der Wirtschaft als geschichtliche Aufgabe und rechtschöpferische Leistung, a.a.O., S. 100; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  322. 324.
    Vgl. ebenda, S. 101Google Scholar
  323. 325.
    Hans Gestrich, Neue Kreditpolitik, a.a.O., S. 91Google Scholar
  324. 326.
    Gestrich selbst verwandte in seinem Beitrag eher das Begriffspaar „Geld-und Kreditpolitik“, ohne diese beiden Sphären deutlich voneinander abzugrenzen.Google Scholar
  325. 327.
    Gestrich hatte schon 1934 von der Notwendigkeit einer „konjunkturausgleichenden Finanzpolitik“ gesprochen und „die außerordentlich wichtige Stellung des Staates im Konjunkturzyklus” hervorgehoben.“ Hans Gestrich, Geldpolitik und Weltwirtschaft. Eine Untersuchung der weltwirtschaftlichen Konsequenzen monetärer Konjunkturpolitik, Berlin 1934, S. 14Google Scholar
  326. 328.
    Ebenda, S. 94Google Scholar
  327. 329.
    Friedrich Lutz, Das Grundproblem der Geldverfassung, a.a.O., S. 95Google Scholar
  328. 330.
    Franz Böhm, Die Ordnung der Wirtschaft als geschichtliche Aufgabe und rechtschöpferische Leistung, a.a.O., S. 161Google Scholar
  329. 331.
    Ebenda, S. 162Google Scholar
  330. 332.
    Leonhard Miksch, Wettbewerb als Aufgabe, a.a.O., S. 74Google Scholar
  331. 333.
    Franz Böhm, Die Wirtschaftsordnung als Zentralbegriff des Wirtschaftsrechts, a.a.O., S. 11Google Scholar
  332. 334.
    Franz Böhm, Die Ordnung der Wirtschaft als geschichtliche Aufgabe und rechtschöpferische Leistung, a.a.O., S. 21Google Scholar
  333. 335.
    Darauf verweisen auch Heinz Rieter/Matthias Schmolz (The ideas of Geman Ordoliberalism 1938–45: pointing the way to a new economic order, in: The European Journal of History of Economic Thought, Vol. 1, No. 1, 1993, S. 87–114, hier S. 104), die im Freiburger Rückgriff auf die,Volksgemeinschaft` eines von vier zentralen Elementen des,Freiburger Imperativs` erkennen.Google Scholar
  334. 336.
    Franz Böhm, Die Ordnung der Wirtschaft als geschichtliche Aufgabe und rechtschöpferische Leistung, a.a.O., S. 45Google Scholar
  335. 337.
    Ebenda, S. 50; Herv. im Original Im selben Tenor heißt es auf S. 103: „Über die Grundidee der getroffenen wirtschaftspolitischen Gesamtentscheidung Dynamische Wirtschaft mit zwei sich ergänzenden Methoden der Marktsteuerung hat die geltende Wirtschaftsordnung jedenfalls volle Klarheit geschaffen. Die Marschrichtung ist also gegeben: alles übrige ist Aufgabe der ausbauenden Systemcerfeineneng durch Gesetz, Rechtsauslegung, Wirtschaftspolitik, Wissenschaft, Aufklärung, Erziehung und Wirtschaftspraxis.“ Herv. im OriginalGoogle Scholar
  336. 338.
    Franz Böhm, Die Wirtschaftsordnung als Zentralbegriff des Wirtschaftsrechts, a.a.O., S. SGoogle Scholar
  337. 339.
    Ob es sich dabei um Zweckoptimismus und das Prinzip Hoffnung oder um eine tatsächliche Einschätzung anhand der realen Entwicklung gehandelt hat, ist aus heutiger Sicht nicht abschließend zu klären. Fakt bleibt allerdings, daß die nach 1945 aufgestellte Behauptung, die Ordoliberalen und insbesondere ihr Freiburger Kern seien prinzipienfeste Gegner der staatlichen Marktlenkung im Nationalsozialismus gewesen, unzutreffend ist.Google Scholar
  338. 340.
    Franz Böhm, Die Ordnung der Wirtschaft als geschichtliche Aufgabe und rechtschöpferische Leistung, a.a.O., S. 180; Herv. im Original. Auch für Eucken war die Frage nach dem „Weiterbestehen der heutigen Wirtschaftsordnung auch in der Nachkriegszeit“ eindeutig „zu verneinen”. Die staatliche Lenkung des Wirtschaftsprozesses sei „zwecks Lösung besonderer, vorübergehender Aufgaben“ geschaffen worden. „Aufrüstung und Krieg waren die Aufgaben, denen sie ihre Existenz verdankt. (...) Und gerade darin zeigt die Zentralverwaltungswirtschaft ihre Stärke. Mit ihren Mitteln kann rasch und vollständig eine Ausrichtung der Kräfte auf ein Ziel durchgesetzt werden, rascher und vollständiger als es mit den Mitteln der Verkehrswirtschaft möglich ist.” Nach dem Krieg „werden ganz andere wirtschaftliche Aufgaben in den Vordergrund treten. (...) Die Zentralverwaltungswirtschaft eignet sich hierzu nicht (...), bei Befriedigung zersplitterter, vielfältig wechselnder Bedürfnisse scheitert sie.“ Walter Eucken, Wettbewerb als Grundprinzip der Wirtschaftsverfassung, a.a.O., S. 30 f.Google Scholar
  339. 341.
    So stellt immerhin Erwin von Beckerath in einer Besprechung von Eucken,Grundsätzen` fest, daß „die parlamentarische Demokratie (...) nicht zu dem von Eucken entwickelten Ordnungsbilde (paßt).“ Erwin von Beckerath, Walter Euckens Grundsätze der Wirtschaftspolitik, in: ORDO, Bd. 5, 1953, S. 289–297, hier S. 296Google Scholar
  340. 342.
    Franz Böhm, Die Ordnung der Wirtschaft als geschichtliche Aufgabe und rechtschöpferische Leistung, a.a.O., S. 101 f.; Herv. im Original. „Freiheit kann sich also erst in der Ordnung richtig entfalten — ein Blickwinkel, der eher der scholastischen Tradition entspricht denn der Freiheitsphilosophie Kants.“ Nils Goldschmidt, Zum 50. Todestag des Nationalökonomen Walter Eucken, SZ 20.03.2000Google Scholar
  341. 343.
    Ebenda, S. 108; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  342. 344.
    „Der wirtschaftliche Wettbewerb ist nicht ein Kampf Mann gegen Mann, sondern ein Wettlauf d.h. die Leistungskraft der Beteiligten wird nicht, wie etwa bei Duell, Ring-oder Boxkampf oder beim Krieg in anfeinanderprallender sondem in paralleler Richtung eingesetzt; der Sieg darf nicht durch Überwältigen sondern nur durch Überflügeln des Gegner erfochten werden (Parallelkampf). Alle im Wettbewerb aufgewendeten Anstrengungen, auch diejenigen der weniger erfolgreichen Konkurrenten, sollen der Gesamtwirtschaft ungeschmälert zugute kommen; mit diesem Ziel würde ein Kampfrecht, das die unmittelbar schädigende Einwirkung der kämpferischen Leistungskraft des einen auf die Leistungskraft des anderen zuließe, nicht in Einklang stehen.“ Ebenda, S. 124; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  343. 345.
    Ebenda, S. 102; Herv. im Original. Auch bei Miksch „(ist) für die Beteiligten (...) der Wettbewerb nicht nur ein Recht, sondern eine Pflicht.“ Leonhard Miksch, Wettbewerb als Aufgabe, a.a.O., S. 136; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  344. 346.
    Franz Böhm, Die Ordnung der Wirtschaft als geschichtliche Aufgabe und rechtschöpferische Leistung, a.a.O., S. 122; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  345. 347.
    Ebenda, S. 117; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  346. 348.
    Walter Eucken, Staatliche Strukturwandlungen und die Krisis des Kapitalismus, a.a.O., S. 320Google Scholar
  347. 349.
    Franz Böhm, Die Ordnung der Wirtschaft als geschichtliche Aufgabe und rechtschöpferische Leistung, a.a.O., S. 122; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  348. 350.
    Noch prägnanter formulierte Böhm es 1942: „Alle die Aufgaben, zu denen auch die Wirtschaft gehört, dürfen nicht in der Weise durchgeführt werden, daß sich die politische Führung auf erzieherische Maßnahmen beschränkt und sich im übrigen auf den guten Willen und den Gemeingeist der Geführten verläßt. Vielmehr muß hier entweder unmittelbarer Rechtszwang eingesetzt oder aber an psychologische Bestimmungsgründe angeknüpft werden, die geeignet sind, auch asoziale und unsoziale Mitglieder zu einem gemeinnützigen oder von der Führung gewünschten Verhalten zu bestimmen. Und zwar muß dies nicht nur mit Rücksicht auf eine möglichst umfassende und sachlich gute Lösung der betreffenden Sozialaufgabe, sondern auch mit Rücksicht auf die sozial handelnden Mitglieder geschehen.“ Franz Böhm, Der Wettbewerb als Instrument staatlicher Wirtschaftslenkung, a.a.O., S. 79; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  349. 351.
    Franz Böhm, Die Ordnung der Wirtschaft als geschichtliche Aufgabe und rechtschöpferische Leistung, a.a.O., S. 93; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  350. 352.
    „Es ist einleuchtend, daß sich nach diesem Schema jede Anwendung, Interpretation oder Fortentwicklung des Rechts jeweils danach richten wird, welche,soziale Symphonie gerade gespielt wird. Recht wird so ohne Änderung des Wortlauts gegenüber weltanschaulichen Zielsetzungen geschmeidig.“ Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., Fn. 107, S. 272Google Scholar
  351. 353.
    Böhm unterteilte die Wirtschaft zur Konstruktion der Wirtschaftsverfassung in drei Bereiche, denen er jeweils eine „Teilverfassung“ zuordnete: die „Ernährungswirtschaft”, die „Arbeitswirtschaft“ und die „gewerbliche Wirtschaft”. In seiner Besprechung der Ordnung der Wirtschaft hielt der Reichskommissar für Preisüberwachung und spätere Mitstreiter der konservativen Widerstandsbewegung, Karl Friedrich Goerdeler, es für unsinnig, „die Arbeitswirtschaft neben die Emährungs-und gewerbliche Wirtschaft zu stellen.“ Er sah darin „eine Gefahr der Verwirrung”, da „der arbeitende Mensch im Mittelpunkt der Emährungs-wie der gewerblichen Wirtschaft (steht). (...) Die Gegenüberstellung aber des arbeitenden Menschen gegen Bereiche der Wirtschaft widerspricht den Gesetzen organischen Denkens.“ Karl Friedrich Goerdeler, Die Ordnung der Wirtschaft. Wirtschaftspolitische Bemerkungen zu dem Buch von Franz Böhm, in: Finanzarchiv, 5. Jg., 1937/38, S. 489–497, hier S. 495Google Scholar
  352. 354.
    Franz Böhm, Die Ordnung der Wirtschaft als geschichtliche Aufgabe und rechtschöpferische Leistung, a.a.O., S. 77; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  353. 355.
    Ebenda, S. 81Google Scholar
  354. 356.
    Ebenda, S. 82Google Scholar
  355. 357.
    Ebenda; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  356. 358.
    Ebenda; Herv. im Original. Böhm führte in diesem Zusammenhang konkret die Institution der,Treuhänder der Arbeit’ wie auch das,Gesetz zum Schutz der nationalen Arbeit’ als positive Beispiele an.Google Scholar
  357. 359.
    Ebenda, S. 83Google Scholar
  358. 360.
    Ebenda, S. 81Google Scholar
  359. 361.
    Karl Friedrich Goerdeler, Die Ordnung der Wirtschaft, a.a.O., S. 496Google Scholar
  360. 362.
    Franz Böhm, Die Ordnung der Wirtschaft als geschichtliche Aufgabe und rechtschöpferische Leistung, a.a.O., S. 81Google Scholar
  361. 363.
    Ebenda, S. 83 f.Google Scholar
  362. 364.
    „Die Arbeitsnirtschaft untersteht in ihrem ganzen Umfang dem dynamischen Prinzip. Förderung der nationalen Produktivität ist der leitende Grundsatz. Zu diesem Behufe ist eine Ordnung geschaffen worden, die im Vergleich zu der Arbeitsverfassung der Nachkriegszeit einen wesentlich höheren Grad von Elastizität und Anpassungskraft aufweist. Zur Erreichung dieser Beweglichkeit sind zwei Ordnungsmethoden vorgesehen: die freie Lohnbildung und die staatliche Festsetrun von Löhnen und Arbeitsbedingungen. Nach der Anlage des Gesetzes zum Schutz der nationalen Arbeit ist das freie Einspielen der Löhne die Regel (Lohnfestsetzung in Einzelarbeitsvertrag oder in der Betriebsordnung) und die staatliche Manipulation die Ausnahme. Die radikale und sofortige Durchführung dieser Auflockerungsabsicht würde indessen zu wirtschaftlich und sozial unerträglichen Folgen geführt haben.“ Ebenda, S. 80; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  363. 365.
    Ebenda, S. 84Google Scholar
  364. 366.
    Franz Böhm, Wirtschaftsordnung und Staatsverfassung (Erstveröffentlichung 1950), in: ders., Freiheit und Ordnung in der Marktwirtschaft, hrsg. von Ernst-Joachim Mestmäcker, Baden-Baden 1980, S. 53–103, hier S. 89; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  365. 367.
    Franz Böhm, Die Ordnung der Wirtschaft als geschichtliche Aufgabe und rechtschöpferische Leistung, a.a.O., S. 112; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  366. 368.
    Ebenda, S. 113; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  367. 369.
    Ebenda, S. 114Google Scholar
  368. 370.
    Ebenda, S. 116Google Scholar
  369. 371.
    Ebenda, S. 117Google Scholar
  370. 372.
    Ebenda, S. 118Google Scholar
  371. 373.
    Insofern ist es verfehlt, man muß fast sagen tendenziös, wenn etwa Lange-von Kulessa und Renner unter Berufung auf Böhms und Mikschs Arbeiten von 1937 das ordoliberale Programm dergestalt analysieren, daß die einzige „Aufgabe der staatlichen Ordnungspolitik die Wahrung des Wettbewerbs (ist).“ Jürgen Lange-von Kulessa/Andreas Renner, Die Soziale Marktwirtschaft Alfred Müller-Armacks und der Ordoliberalismus der Freiburger Schule, a.a.O., S. 92; ähnlich Reuter, der im,starken Staat’ der deutschen Neoliberalen allein eine Funktion „als Hüter der Wettbewerbsordnung, die Freiheit konstituiert” zu erkennen vermag. „In diesem, und nur in diesem Sinn, sprechen die Neoliberalen vom starken Staat, dem Primat der Politik oder verwenden ähnliche Wendungen.“ Hans-Georg Reuter, Genese der Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft, a.a.O., S. 75Google Scholar
  372. 374.
    Knut Borchardt, Die Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft in heutiger Sicht, a.a.O., S. 35; ähnlich Kirchgässner: „Zum einen wird ein Staat gefordert, der gegenüber den wirtschaftlichen Interessengruppen sehr stark ist (...). Zum anderen wird ein ausgesprochen schwacher Staat gefordert, der auf Eingriffe in den wirtschaftlichen Ablauf und damit z.B. auf eine aktive Sozialpolitik weitgehend wenn nicht sogar vollständig verzichtet.“ Gebhard Kirchgässner, Wirtschaftspolitik und Politiksystem, a.a.O., S. 53Google Scholar
  373. 375.
    Haselbach sieht diese Art von Irrationalität des Ordoliberalismus in einer „ordoliberale(n) Urangst“ begründet, die durch „die Weltwirtschaftskrise und die mit ihr verbundene politische Destabilisierung der Weimarer Republik” ausgelöst wurde. Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 17Google Scholar
  374. 376.
    Die Haltung Böhms in Bezug auf die Rolle der berufsständischen Organisationen in der Wirtschaft bzw. den ständestaatlichen Gedanken im allgemeinen hatte durchaus zwei Seiten. Einerseits sah er in der „Aufgabe, diese Wirtschaft in das politische, kulturelle und weltanschauliche und moralische Gesamtleben einzuordnen“ neben der Schaffung der „eigentlichen Ordnun8” einen Kembereich der nationalsozialistischen Regierung zur Gestaltung der Wirtschaft. (Franz Böhm, Die Wirtschaftsordnung als Zentralbegriff des Wirtschaftsrechts, a.a.O., S. 8; Herv. im Original) Böhm betonte die integrative Funktion dieser Politik der Einordnung, denn „der berufsständische Aufbau (...) reiht jeden Volksgenossen an der natürlichen und gehörigen Stelle in das bunt gegliederte große Ganze ein.“ Er wollte die berufständischen Organisationen zudem dazu genutzt wissen, „den Millionen der Berufstätigen den Blick für die im Grunde einfachen und großen Zusammenhänge zu öffnen, die selbst in einem so komplizierten, verwickelten und scheinbar unübersichtlichen Sozialgebilde obwalten, wie es eine moderne, große Wirtschaftsnation ist.” (Franz Böhm, Wettbewerb und Monopolkampf, a.a.O., S. XII). Andererseits sah er einen „leichtsinnige(n) und wirklichkeitsfremde(n) Optimismus im Spiele“, wenn die Berufsverbände und die Selbstorganisation der Wirtschaft „zu Trägern der neuen Wirtschaftsordnung” gemacht würden, da die „alte Grundsatzlosigkeit des wirtschaftspolitischen Denkens“ noch lange nicht überwunden sei. „Nicht die Berufsstände haben die Wirtschaftsverfassung zu schaffen, sondern die Wirtschaftsverfassung hat sich die Berufsstände heranzubilden.” (Franz Böhm, Die Ordnung der Wirtschaft als geschichtliche Aufgabe und rechtschöpferische Leistung, a.a.O., S. 187 f.) Böhm wollte die Berufsverbände demnach als Institutionen der wirtschaftspolitischen Erziehungsarbeit, nicht aber als eigenständige Kraft in der Wirtschaftspolitik, deren Formulierung ausschließlich dem Staat vorbehalten sein sollte. Mit dieser Haltung stellte sich Böhm gegen die nationalsozialistische Praxis der Selbstorganisation der Wirtschaft — im übrigen die einzige Passage in Böhms Text, in der eindeutig Position gegen die NS-Wirtschaftspolitik bezogen wurde.Google Scholar
  375. 377.
    Franz Böhm, Die Ordnung der Wirtschaft als geschichtliche Aufgabe und rechtschöpferische Leistung, a.a.O., S. 188. Goerdeler hielt Die Ordnung der Wirtschaft zwar insgesamt für „eine hochwertige Bereicherung der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur“, kritisierte aber die Haltung der Ordoliberalen gegenüber der Selbstorganisation der Wirtschaft und deren Wunsch nach staatlicher Dominanz in Wirtschaftsfragen. Er gab zu Bedenken, „daß ewige Vormundschaft alles Reifen hemmt und schließlich jede Verantwortung tötet. (...) Nein, wir müssen wieder stärker zur Prüfung durch Erfolg und zur Selbstprüfung durch die Betroffenen übergehen. Der Staat ist nicht dazu da, alle Handlungen und Lebensbetätigungen seiner Bürger zu überwachen.” Karl Friedrich Goerdeler, Die Ordnung der Wirtschaft, a.a.O., S. 497Google Scholar
  376. 378.
    Franz Böhm, Die Ordnung der Wirtschaft als geschichtliche Aufgabe und rechtschöpferische Leistung, a.a.O., S. 183Google Scholar
  377. 379.
    Horst Werner, Ordnungspolitik für Stabilität und Wandel, in: Rolf H. Hasse/Josef Molsberger/Christian Watrin (Hrsg.), Ordnung in Freiheit. Festgabe für Hans Willgerodt zum 70. Geburtstag, Stuttgart — Jena — New York 1994, S. 89–102, hier S. 89. Die Textstelle, auf die sich Werner hier bezieht, lautet im Original: „Es wird der Schritt gewagt, den einzelnen endgültig und grundsätzlich aus der Zucht und Schule der engeren, statisch verfaßten Gemeinschaft zu entlassen, ihn auf eigene Füße zu stellen und ihm zuzumuten, sich ohne nähere Anlehnung auf dem schwankenden Boden eines in Dauerbewegung befindlichen sozialen Alltags fortzubewegen, ohne die Fühlung mit der zur Nation erweiterten politischen Gesamtgemeinschaft zu verlieren.“ Franz Böhm, Die Ordnung der Wirtschaft als geschichtliche Aufgabe und rechtschöpferische Leistung, a.a.O., S. 42Google Scholar
  378. 380.
    „Die Spannung in der Argumentation von Franz Böhm wird besonders deutlich, wenn er die freie Verkehrswirtschaft als eine Wirtschaftsordnung kennzeichnet, die sich durch Dynamik und durch die Fähigkeit auszeichnet, sich ständig an veränderte Umstände anzupassen, gleichzeitig also (gemeint ist wohl: aber — Anm. R.P.) eine mehr statisch orientierte Zustandsbeschreibung eines erwünschten idealen Wettbewerbs gibt. Das mag insbesondere an der dezisionistisch orientierten Idee der Wirtschaftsverfassung liegen“. Fritz Holzwarth, Ordnung der Wirtschaft durch Wettbewerb, a.a.O., S. 150Google Scholar
  379. 381.
    Jürgen Lange-von Kulessa/Andreas Renner, Die Soziale Marktwirtschaft Alfred MüllerArmacks und der Ordoliberalismus der Freiburger Schule, a.a.O., S. 93Google Scholar
  380. 382.
    Vgl. Walter Eucken, Wettbewerb als Grundprinzip der Wirtschaftsverfassung, a.a.O.; vgl. in diesem Kapitel S. 61.Google Scholar
  381. 383.
    Vgl. die Auflistung bei Ernst Heuß,,Die Grundlagen der Nationalökonomie vor 50 Jahren und heute, a.a.O., Fn. 1, S. 21Google Scholar
  382. 384.
    Sichtbar wird dies beispielsweise im ORDO-Jahrbuch 1988, das sich fast ausschließlich der Auseinandersetzung mit den,Grundlagen` widmet. Auch im Jahrbuch 1998 bildet die Diskussion der Ordnungstheorie des frühen Ordoliberalismus den Schwerpunkt des Bandes, wenngleich hier vor allen Dingen Euckens Grundsätze der Wirtschaftpolitik behandelt werden. Dabei fällt auf, daß die jüngere Generation von Ordoliberalen eher durch die evolutionäre Konzeption Hayeks/Hoppmanns beeinflußt ist und aus dieser Perspektive in einer gewissen kritischen Distanz zu dem ordnungstheoretischen Ansatz von Eucken steht.Google Scholar
  383. 385.
    Helmut Leipold, Die große Antinomie der Nationalökonomie: Versuch einer Standortbestimmung, in: ORDO, Bd. 49, 1998, S. 15–42, hier S. 34Google Scholar
  384. 386.
    Peter kritisiert die Veröffentlichung der,Grundsätze in einer Besprechung als unausgereift: „Es ist bedauerlich, daß diese Grundsätze der Politik in einer Form veröffentlicht werden mußten, die eine letztmalige Überarbeitung des Meisters schmerzlich vermissen lassen.“ Hans Peter, Besprechung von Walter Eucken, Grundsätze der Wirtschaftspolitik, in: Finanzarchiv, NF, Bd. 13, 1951/52, S. 729–733, hier S. 733Google Scholar
  385. 387.
    Vgl. Artur Woll, Freiheit durch Ordnung: Die gesellschaftliche Leitidee im Denken von Walter Eucken und Friedrich A. von Hayek, in: ORDO, Bd. 40, 1989, S. 87–97, hier S. 87Google Scholar
  386. 388.
    Damit stellt sich die Frage, welche Ausgabe(n) für die Diskussion der,Grundlagen` heranzuziehen ist (sind). Im Rahmen dieser Untersuchung wird mit der 1. Auflage von 1940, im folgenden zitiert als Walter Eucken, Grundlagen der Nationalökonomie (1940) und der 5. Auflage von 1947, der ersten nach dem Krieg, zitiert als Walter Eucken, Grundlagen der Nationalökonomie (1947), gearbeitet. In letzterer bittet Eucken die Leser, „diese Auflage als die maßgebende Fassung anzusehen.“ (S. XIX)Google Scholar
  387. 389.
    Artur Woll, Freiheit durch Ordnung, a.a.O., S. 87Google Scholar
  388. 390.
    Franz Böhm, Die Ordnung der Wirtschaft als geschichtliche Aufgabe und rechtschöpferische Leistung, a.a.O., Vorwort, S. VIIIGoogle Scholar
  389. 391.
    Ebenda, S. XVIGoogle Scholar
  390. 392.
    Claudius Christi, Die Ordnungstheorie Walter Euckens in einer offenen Gesellschaft. Eine konstruktivistische Anmaßung von Wissen?, in: ORDO, Bd. 49, 1998, S. 127–140, hier S. 134Google Scholar
  391. 393.
    Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 109Google Scholar
  392. 394.
    Walter Eucken, Grundlagen der Nationalökonomie (1940), a.a.O., S. 266; ab der 2. Auflage spricht Eucken an dieser Stelle von „Dauerordnung“. In der 5. Auflage (1947) erweitert Eucken den Begriff, indem er eine funktionsfähige und menschenwlinkge Dauerordnung” einfordert; a.a.O., S. 371; Herv. durch R.P.Google Scholar
  393. 395.
    Ebenda, S. 2Google Scholar
  394. 396.
    Walter Eucken, Grundlagen der Nationalökonomie (1947), a.a.O., S. 34Google Scholar
  395. 397.
    Ebenda, S. 48 f.; „Für die Begriffsnationalökonomen ist die,Theorie ein Gebäude von Begriffen, das cror der wissenschaftlichen Feststellung von Tatsachen errichtet wird. Daß alle erfahrungswissenschaftliche Arbeit zunächst mit den Begriffen des Alltags arbeiten muß und daß sie die Überwindung dieser Alltagserfahrung nur durch die Aufwerfung von Sachproblemen und durch Eindringen in die Sache — nicht durch Aufstellen von Definitionen — durchzuführen vermag, wird verkannt. Am Anfang der Forschung ist der Nationalökonom noch nicht legitimiert, wissenschaftliche Definitionen zu geben. Zugleich wird nicht gesehen, daß ein solches Eindringen in die wirtschaftliche Wirklichkeit ohne theoretische Analyse unmöglich ist.“ (S. 49; Herv. im Original)Google Scholar
  396. 398.
    Zum Überblick über die Strömungen der historische Schule mit Blick auf die sozialpolitischen Implikationen vgl. Karl-Heinz Schmidt, Gustav Schmoller und die Entwicklung einer sozialpolitischen Schule in Deutschland, in: Erich Streissler (Hrsg.), Studien zur Entwicklung der ökonomischen Theorie XVI, Berlin 1997, S. 43–79, besonders S. 47Google Scholar
  397. 399.
    Vgl. Helmut Leipold, Die große Antinomie der Nationalökonomie, a.a.O., S. 23Google Scholar
  398. 400.
    Darauf hatte bereits mit besonderem Nachdruck Mises verwiesen: „Wer den Versuch unternommen hat, die Lehren des Historismus geschlossen darzustellen, hat wohl in der Regel die Unmöglichkeit, die Auffassung des Historismus systematisch auszubauen, an irgendeiner Stelle seines Lehrgebäudes erkennen lassen müssen. Doch die Bedeutung des Historismus liegt nicht in den durchaus mißglückten Versuchen, ihn als geschlossene Lehre vorzutragen. Er ist in seinem Wesen nach nicht System, sondem Ablehnung und grundsätzliche Verneinung der Möglichkeit ein System zu bilden. Er lebt und wirkt nicht im Gesamtaufbau eines Gedankengefüges, sondern in kritischen Apercus, in den Begründungen wirtschafts-und sozialpolitischer Programme und zwischen den Zeilen geschichtlicher, beschreibender und statistischer Darstellungen.“ Ludwig von Mises, Grundprobleme der Nationalökonomie. Untersuchungen über Verfahren, Aufgaben und Inhalt der Wirtscharts-und Gesellschaftslehre, Jena 1933, S. 7Google Scholar
  399. 401.
    Walter Eucken, Die Uberwindung des Historismus, a.a.O., S. 68Google Scholar
  400. 402.
    Darauf verweist auch Gestrich unter Berufung auf Euckens,Grundlagen`: „Der Grundfehler hegt in der verfehlten Auffassung der historisierenden Nationalökonomie darüber, was Theorie ist und was sie leisten kann und soll. (...) Um die Wirklichkeit erkennend zu durchdringen, muß man mit Fragen an sie herantreten, zu deren Lösung die Theorie als Instrument dient. An der Verkennung des instrumentalen Charakters der Theorie ist die historische Schule gescheitert und mußte sie scheitern.“ Hans Gestrich, Nationalökonomie und Geschichte, in: Die Bank, 33. Jg, Heft 51/52, 1940, S. 896–900, hier S. 897Google Scholar
  401. 403.
    Walter Eucken, Grundlagen der Nationalökonomie (1940), a.a.O., S. 25; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  402. 404.
    Walter Eucken, Wissenschaft im Stile Schmollens, a.a.O., S. 487Google Scholar
  403. 405.
    Hajo Riese, Ordnungsidee und Ordnungspolitik, a.a.O., S. 27Google Scholar
  404. 406.
    Hans Gestrich, Nationalökonomie und Geschichte, a.a.O., S. 899Google Scholar
  405. 407.
    Hans Albert, Marktsoziologie und Entscheidungslogik. Zur Kritik der reinen Ökonomik, Tübingen 1998, S. 141; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  406. 408.
    Walter Eucken, Grundlagen der Nationalökonomie (1947), a.a.O., S. 69; zur Unterscheidung der Begriffe Ideal-bzw. Realtypus S. 394 f. und S. 420Google Scholar
  407. 409.
    Ebenda, S. 420; „Was Weber zur Idealtypenbildung sagt, ist nicht nur ein Torso, sondern enthält auch schwere Mängel. Er erkannte weder den fundamentalen Unterschied von Realtypen und Idealtypen, noch den logischen Charakter von beiden, noch die Verschiedenheit der Abstraktionsverfahren, die zur Bildung der beiden Typen führen. Infolgedessen hat der Typus, den er Idealtypus nennt, einen unbestimmten Begriffsinhalt.“ (S. 419; zu M. Weber siehe auch S. 193 f.) Kritisch dazu: Alexander Rüstow, Zu den Grundlagen der Wirtschaftswissenschaft, in: Revue de la Faculté des Sciences Economiques de l’Université d’Istanbul, 1940/41, 2. Jg., S. 105–154, hier S. 118 ff. Für Rüstow ist der „von Max Weber geprägte Begriff des Idealtypus (...) so entscheidend wichtig geworden, daß man, im Interesse der Verständigung der Wissenschaft, nur auf dringendste davon abraten kann, gerade diesen Terminus in einem Sinne zu verwenden, der dem von Max Weber geradezu entgegengesetzt ist.” (Ebenda, S. 118) Vgl. auch Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 103Google Scholar
  408. 410.
    Mit der generalisierenden Abstraktion will Eucken die durch Reduktion gewonnenen Grundtypen von Wirtschaftsordnungen mit der jeweiligen gesamtgesellschaftlichen Situation in Verbindung bringen. „Die Erläuterung dieser Methode (der generalisierenden Abstraktion; Anm. R.P.) fällt wohl nicht zufällig etwas spärlich aus. Allein die unbestimmte Forderung, das,Ganze der Wirtschaft’ zu berücksichtigen, müßte selbst spezialisierte Wirtschaftshistoriker hoffnungslos überfordern, die ja stets nur aufgrund problem-und theoriegeleiteter Fragestellungen historische Besonderheiten erfassen und erforschen können.“ Helmut Leipold, Die große Antinomie der Nationalökonomie, a.a.O., S. 25Google Scholar
  409. 411.
    Walter Eucken, Grundlagen der Nationalökonomie (1947), a.a.O., S. 127Google Scholar
  410. 412.
    Rainer Klump, Wege zur Sozialen Marktwirtschaft, a.a.O., S. 137Google Scholar
  411. 413.
    Hans Albert, Marktsoziologie und Entscheidungslogik, a.a.O., S. 139Google Scholar
  412. 414.
    Fritz Machlup, Idealtypus, Wirklichkeit und Konstruktion, in: ORDO, Bd. 12, 1961, S. 21–57, hier S. 46Google Scholar
  413. 415.
    Helmut Leipold, Die große Antinomie der Nationalökonomie, a.a.O., S. 25Google Scholar
  414. 416.
    Alexander Rüstow, Zu den Grundlagen der Wirtschaftswissenschaft, a.a.O., S. 118Google Scholar
  415. 417.
    Zur weiteren Differenzierung der zentralgeleiteten Wirtschaft nach vier Formen vgl. Walter Eucken, Grundlagen der Nationalökonomie (1940), a.a.O., S. 94 ff.; kritisch dazu Norbert Kloten, Zur Typenlehre der Wirtschafts-und Gesellschaftsordnungen, in: ORDO, Bd. 7, 1955, S. 123–143, insbesondere S. 125 f.Google Scholar
  416. 418.
    Dieser Mangel wurde innerhalb des ordoliberalen Spektrums mehrfach aufgegriffen, so etwa durch Kloten: „Die kardinale Frage lautete also: Wie viele planen? Wir können nicht umhin, in dieser Fragestellung und ihrer Beantwortung durch Eucken eine übermäßige Vereinfachung, wenn nicht einen Bruch zwischen geschichtlicher Erfahrung und theoretischer Forschung zu sehen — ein Mangel, den Eucken selbst gespürt hat.“ Norbert Kloten, Zur Typenlehre der Wirtschafts-und Gesellschaftsordnungen, a.a.O., S. 125Google Scholar
  417. 419.
    Hans Peter, Freiheit der Wirtschaft, a.a.O., S. 141Google Scholar
  418. 420.
    „Ist es nicht eine ganz extreme Situation, daß ein so umfangreiches Gebilde wie der Zentralplan einfach als ein von außen gegebenes Datum aufgefaßt werden kann? Muß nicht eher angenommen werden, daß auch der zentrale Plan auf eine Vielzahl von Plänemachem zurückgeht, die vielleicht im großen und ganzen übereinstimmen, die aber in den Einzelheiten doch sehr abweichende Meinungen haben, so daß auch hier mit einem sozialen Prozeß der Willensbildung zu rechnen ist, durch den diese Meinungen sich einander angleichen, bis sich schließlich die eine Ziffer herausgebildet hat, die dann in den Plan als Planziffer eingeht.“ Philipp Herder-Domeich, Wirtschaftsordnungen. Pluralistische und dynamische Ordnungspolitik, Berlin 1974, S. 93Google Scholar
  419. 421.
    Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., S. 105Google Scholar
  420. 422.
    Am Ende seines Abschnitts zur Morphologie der,zentralgeleiteten Wirtschaft’ schrieb Eucken: „Mit der Bestimmung und der theoretischen Analyse der Wirtschaftssysteme kommen wir eben einem großen geschichtlichen Problem näher — dem Problem der wirtschaftlichen Macht.“ Walter Eucken, Grundlagen der Nationalökonomie (1940), a.a.O., S. 103; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  421. 423.
    Seine Definition der Verkehrswirtschaft lautete: „Setzt sich jedoch die gesellschaftliche Wirtschaft aus zwei oder vielen Einzelwirtschaften zusammen, von denen jede Wirtschaftspläne aufstellt und durchführt, so ist das Wirtschaftssystem der Verkehrswirtschaft gegeben.“ Ebenda, S. 94; Herv. im Original. Vgl. hierzu auch Philipp Herder-Domeich, Wirtschaftsordnungen, a.a.O., Fn. 58, S. 94 f.Google Scholar
  422. 424.
    Vgl. ebenda, S. 130 f.Google Scholar
  423. 425.
    Vgl. ebenda, S. 132 ff.Google Scholar
  424. 426.
    Alexander Rüstow, Zu den Grundlagen der Wirtschaftswissenschaft, a.a.O., S. 113 f.Google Scholar
  425. 427.
    „Es gibt kein Wirtschaftssystem, in dem Macht stärker konzentriert wäre. Und in seinem Rahmen wiederum am stärksten in der total zentralgeleiteten Wirtschaft. Hier äußert sich wirtschaftliche Macht unbeschränkt.“ Walter Eucken, Grundlagen der Nationalökonomie (1940), a.a.O., S. 103; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  426. 428.
    Ebenda, S. 230; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  427. 429.
    „Man bezeichnet z.B. die vollständige Konkurrenz als diejenige Marktform, bei welcher der Einfluß des Einzelnen gleich Null ist, was offensichtlich nur bei einer unendlichen Zahl von Anbietern oder Nachfragern der Fall ist. (...) Demgegenüber hat die Gewinnung von Marktformen aus und für die wirtschaftliche Wirklichkeit zu erfolgen.“ Ebenda, S. 284; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  428. 430.
    In entgegengesetzte Richtung argumentieren Lüder Gerken/Andreas Renner, Die ordnungspolitische Konzeption Walter Euckens, in: Luder Gerken (Hrsg.), Walter Eucken und sein Werk, Tübingen 2000, S. 1–47, hier S. 6 f. und S. 31 f. Ihre Argumentation bleibt insoweit widersprüchlich, als sie einerseits Euckens neoklassische Methodenpräferenz bestätigen (S. 8) und andererseits seine Gegnerschaft zur neoklassischen Gleichgewichtstheorie behaupten (S. 6, und S. 32). Euckens Abstraktionsverfahren hebt diesen Widerspruch eben gerade nicht auf.Google Scholar
  429. 431.
    Diese Orientierung auf die Realisierung einer bestimmten Marktform wurde Mitte der fünfziger Jahre von Seiten der Ordoliberalen allmählich korrigiert. Sie wird im gesamten Spektrum des Neoliberalismus wegen ihrer statischen Ausrichtung als Fehler angesehen (weitere Ausführungen hierzu finden sich im 4. Kapitel dieser Arbeit). Selbst ein Eucken-Anhänger wie Lenel vertritt die Position, „daß die starke Hervorhebung der vollständigen Konkurrenz (...) als eine Schwäche anzusehen ist.“ Hans Otto Lend, Walter Euckens,Grundlagen der Nationalökonomie, a.a.O., S. 11; Konsens ist bei aller Unterschiedlichkeit in der Argumentation, daß das Denken in Marktformen dem dynamischen Charakter des Wettbewerbs nicht gerecht wird. Zwar „(haben) die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte gezeigt, daß sich der Wettbewerb nicht automatisch einstellt; vielmehr ist in der modernen Wirtschaft ein ständiger Hang zu Wettbe-werbsbeschränkungen zu beobachten. Daraus leitet sich die Aufgabe des Staates als Ordnungsinstanz ab, den Wettbewerb zu fördern und zu schützen sowie seine Verzerrungen abzubauen, d.h. ihn wirksam zu machen und zu erhalten.” Andererseits, so Besters, „(ist) wirksamer Wettbewerb prozessual als unendliche Abfolge von vorstoßenden (innovatorischen) und nachfolgenden (imitatorischen) Entscheidungen und Handlungen der Wirtschaftseinheiten aufzufassen. Folglich ist es abwegig, ihn mit einer bestimmten Marktform zu identifizieren. Die Marktform der vollständigen Konkurrenz (...) kann ebensowenig als Leitbild gelten wie die unvollständige Konkurrenz (...) oder das weite Oligopol (...), weil das jeweils auf die Konservierung einer bestimmten Marktform und -struktur hinausliefe, insonderheit dem Wettbewerb als Entdeckungsverfahren (...) nicht gerecht würde.“ Hans Besten, Neoliberalismus, in: Roland Vaubel/Hans D. Barbier (Hrsg.), Handbuch Marktwirtschaft, Pfullingen 1986, S. 107122, hier S. 110Google Scholar
  430. 432.
    Vgl. Hans Otto Lend, Walter Euckens,Grundlagen der Nationalökonomie’, a.a.O., S. 11Google Scholar
  431. 433.
    Fritz Marbach, Zur Frage der wirtschaftlichen Macht, in: Vom Sinn der Konzentration. Beiträge aus Wissenschaft und Praxis. Volkmar Muthesius zum 65. Geburtstag, Frankfurt am Main 1965, S. 19–29, hier S. 23Google Scholar
  432. 434.
    Für Hayek muß „betont werden, daß es wichtiger ist, daß die Regierung sich jeglicher Unterstützung von Monopolen enthält, als daß sie sie bekämpft. (...) Es ist in der Tat sehr zweifelhaft, ob heute überhaupt ein besondere Maßnahmen erforderndes Monopolproblem bestehen würde, wenn sich die Regierung immer konsequent enthalten hätte, Monopole zu schaffen oder sie durch Schutzzölle, Patentgesetze oder gewisse Bestimmungen des Körperschaftsrechts zu fördern.“ Zwar seien „Monopolpositionen in jedem Falle unerwünscht, aber oft aus objektiven Gründen, die wir nicht ändern können oder auch nicht ändern wollen, unvermeidlich.” Friedrich August von Hayek, Freiburger Studien. Gesammelte Aufsätze, Tübingen 1969, S. 123; bei Mises heißt es: „Nahezu alle Monopolpreise, die auf den Märkten gefordert und bewilligt werden, verdanken ihr Entstehen den Eingriffen der Regierungen. (...) Sie (die nationalökonomische Betrachtung Anm. R.P.) hat einfach festzustellen, daß man durch behördliche Eingriffe in das Marktgetriebe die Bedingung für die Entstehung von Monopolen und die Bildung von Monopolpreisen schaffen kann und heute tatsächlich in großem Umfange schafft.“ Ludwig von Mises, Nationalökonomie: Theorie des Handelns und Wirtschaftens, Genf 1940, S. 620; darauf aufbauend: Erich Hoppmann, Wettbewerb und Wachstum in marktwirtschaftlichen Ordnungen, in: Erich Streissler/Christian Watrin (Hrsg.), Zur Theorie marktwirtschaftlicher Ordnungen, Tübingen 1980, S. 240–248, hier S. 247 f. Google Scholar
  433. 435.
    Knud Hansen, Stichwort,Macht, ökonomische’, in: Handwörterbuch der Volkswirtschaft, 2. Auflage, Wiesbaden 1980, Spalte 743 bis 761, hier Spalte 759Google Scholar
  434. 436.
    Vgl. Marianne Welteke, Theorie und Praxis der Sozialen Marktwirtschaft. Einführung in die politische Ökonomie der BRD, Frankfurt am Main 1976, hier S. 38. Ausführlicher hierzu vgl. auch Abschnitt 3.2 in der vorliegenden Arbeit.Google Scholar
  435. 437.
    Pütz unterscheidet neben der Marktmacht, die er als „marktwirtschaftliche Macht“ bezeichnet, noch die „wirtschaftspolitische Macht” des Staates und — unter Berufung auf Jöhr — die „wirtschaftspsychologische Macht“, womit die Fähigkeit, das wirtschaftliche Verhalten zu beeinflussen, gemeint ist. Theodor Pütz, Marktmechanismus, wirtschaftliche Macht und Wirtschaftsordnung, in: Jahrbuch für Sozialwissenschaft, Bd. 2, Heft 1, 1951, S. 1–20, hier S. 15 und S. 18Google Scholar
  436. 438.
    Heinrich von Stackelberg, Die Grundlagen der Nationalökonomie. Bemerkungen zu dem gleichnamigen Buch von Walter Eucken, in: Weltwirtschaftliches Archiv, Bd. 51, 1940 (1), S. 245–286, hier Fn. 1, S. 280Google Scholar
  437. 439.
    Alexander Rüstow, Zu den Grundlagen der Wirtschaftswissenschaft, a.a.O., S. 410; seine Vorstellung, durch eine Veränderung des Erbrechts eine generationenbezogene Umverteilung von Privateigentum vorzunehmen, ist zweifellos die weitest gehende Verteilungsvorstellung des Ordoliberalismus und brachte Rüstow massive Kritik aus dem eigenen Lager ein. Allerdings hat Rüstows Vorstellung zuvorderst eine legitimatorische Funktion, um durch die „Verbindung von Startgerechtigkeit mit freier Leistungskonkurrenz“ (S. 97) die Akzeptanz für das marktwirtschaftliche System zu erhöhen. Rüstow orientierte sich an einem Marktideal mit breiter Eigentumsstreuung. Vgl. zu seiner Position in dieser Frage: Alexander Rüstow, Das Versagen des Wirtschaftsliberalismus, (1. Auflage 1945), 2. Auflage, Bad Godesberg 1950, S. 96 ff.; zur Kritik durch Ilau, Röpke und Eucken-Erdsiek vgl. Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., Fn. 352, S. 335 f. Zwar ist Haselbach zu folgen, wenn er in Zusammenhang mit Rüstows sozialreformerischer Vergangenheit davon spricht, daß „manchmal die alte utopische Frische auf(blitzt).” (S. 215) Nicht zutreffend erscheint mir in diesem Zusammenhang allerdings die Verwendung des Begriffs „Chancengleichheit“ (ebenda), denn Rüstow sprach stets nur von „Startgerechtigkeit” und „Startgleichheit“ als singulärem Akt zur Flankierung der individuellen Verantwortung in einer unter diesen Bedingungen leistungsgerechten Marktwirtschaft.Google Scholar
  438. 440.
    Hans Peter, Freiheit der Wirtschaft, a.a.O., S. 100Google Scholar
  439. 441.
    Ebenda, S. 129Google Scholar
  440. 442.
    Diesen Zusammenhang hob Eucken mit besonderer Deutlichkeit in seinen Grundsätzen der Wirtschaftspolitik, a.a.O., S. 166 hervor: „Die Aufgabe bleibt immer die gleiche: die Herstellung einer funktionsfähigen und gerechten Ordnung. Was Gleichgewicht bedeutet, kann einem im Angesicht dieser doppelten Aufgabe klar werden: Die Funktionsfähigkeit ist eine Frage des Gleichgewichts. Nicht weniger aber ist es — was hier nur angedeutet werden soll — die Gerechtigkeit. Dem Gleichgewicht kommt also mehr als eine bloß ökonomisch-technische Bedeutung zu.“ (Herv. im Original) Peter sieht darin eine unzulässige Vermischung des theoretischen Gleichgewichtsbegriff mit der politischen Präferenz zugunsten einer bestimmten Ordnung. Für ihn ist dies „ein Denkfehler, über dem das Gebäude zusammenbricht.” Hans Peter, Freiheit der Wirtschaft, a.a.O., S. 67Google Scholar
  441. 443.
    Hans Peter, Freiheit der Wirtschaft, a.a.O., S. 132Google Scholar
  442. 444.
    Erich Preiser, Besitz und Macht in der Distributionstheorie, in: ders., Bildung und Verteilung des Volkseinkommens. Gesammelte Aufsätze zur Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, Göttingen 1957, S. 173–192, hier S. 183Google Scholar
  443. 445.
    Gert von Eynem, Die wirtschaftliche Macht, Schriftenreihe der Deutschen Hochschule für Politik Berlin, Berlin 1952, S. 19Google Scholar
  444. 446.
    Ebenda, S. 20Google Scholar
  445. 447.
    „Aus der Logik des mechanistischen Selbstregulierungsprozesses der Marktwirtschaft folgt, daß die Macht in dem doppelten Sinne der marktwirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Macht keine Ordnungskraft sein kann, sondem nur ein ordnungsstörender Faktor. (...) Die Theorie des hypothetischen Marktmechanismus muß als eine ihrer Hypothesen die,Entmachtung’ einführen, um dem Marktmechanismus ordnende Kraft zuschreiben zu können.“ Theodor Pütz, Marktmechanismus, wirtschaftliche Macht und Wirtschaftsordnung, a.a.O., S. 16 f.; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  446. 448.
    Ebenda, S. 20Google Scholar
  447. 449.
    Walter Eucken, Grundlagen der Nationalökonomie (1947), a.a.O., S. 254 f.; Herv. durch R.P.; Albert spricht in diesem Zusammenhang „von der unglücklichen Charakterisierung der Theorie als eines Systems allgemeiner, hypothetischer Urteile von apodiktischer Gewißheit.“ Hans Albert, Marktsoziologie und Entscheidungslogik, a.a.O., S. 142Google Scholar
  448. 450.
    Helmut Leipold, Die große Antinomie der Nationalökonomie, a.a.O., S. 26Google Scholar
  449. 451.
    „Gesamtwirtschaftliche Daten sind diejenigen Tatsachen, die den ökonomischen Kosmos bestimmen, ohne selbst unmittelbar von ökonomischen Tatsachen bestimmt zu sein. An den faktischen gesamtwirtschaftlichen Daten endigt die theoretische Erklärung. Aufgabe der Theorie ist es, die notwendigen Zusammenhänge bis zum Datenkranz zu verfolgen und umgekehrt zu zeigen, wie von den einzelnen Daten das wirtschaftliche Geschehen abhängt. Aber die ökonomische Theorie ist nicht fähig, ihr Zustandekommen zu erklären.“ Walter Eucken, Grundlagen der Nationalökonomie (1947), a.a.O., S. 243 f.Google Scholar
  450. 452.
    Vgl. Ernst Heuß,,Die Grundlagen der Nationalökonomie vor 50 Jahren und heute, a.a.O., S. 26Google Scholar
  451. 453.
    Hans F. Zacher, Grundlagen der Sozialpolitik in der Bundesrepublik Deutschland, in: Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung und Bundesarchiv (Hrsg.), Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland, Bd. 1, Baden-Baden 2001, S. 333–684, hier S. 461Google Scholar
  452. 454.
    Gebhard Kirchgässner, Wirtschaftspolitik und Politiksystem, a.a.O., S. 56 f.Google Scholar
  453. 455.
    „Die ökonomische Theorie ist in ihrer Gesamtheit ein Kasten voller gedanklicher Instrumente. Welche dieser Instrumente bei Bearbeitung des einzelnen konkreten Problems eingesetzt werden müssen und welche hierbei in dem Kasten verbleiben, entscheidet der einzelne konkrete Fall in seiner Besonderheit.“ Walter Eucken, Grundlagen der Nationalökonomie (1947), a.a.O., S. 270Google Scholar
  454. 456.
    Dieter Cassel/Siegfried Rauhut, Soziale Marktwirtschaft: Eine wirtschaftspolitische Konzeption auf dem Prüfstand, a.a.O., S. 21Google Scholar
  455. 457.
    Vgl. Helmut Leipold, Das Ordnungsproblem in der ökonomischen Institutionenheorie, in: ORDO, Bd. 40, 1989, 129–146Google Scholar
  456. 458.
    Willi Meyer, Geschichte und Nationalökonomie, a.a.O., S. 48Google Scholar
  457. 459.
    Vgl. Hans-Günter Krüsselberg, Das Systemkonzept und die Ordnungstheorie: Gedanken über einige Forschungsaufgaben, in: Dieter Cassel/Gernot Gutmann/H. Jörg Thieme (Hrsg.), 25 Jahre Marktwirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Konzeption und Wirklichkeit, Stuttgart 1972, S. 26–45, hier S. 28; Krüsselberg sieht diese Entwicklung allerdings als Folge einer unzureichenden Interpretation Euckens, die dazu geführt hat, „daß sein Ansatz als ein wesentliches Argument zur Begründung der,theoretischen Autonomie des ökonomischen Denkens’ benutzt und dabei zugleich der Soziologie die Rolle einer,Datenwissenschaft` zugewiesen wurde.“ Auf das Problem der Datenausgrenzung geht auch Albert ein: Die „Freiburger Schule Euckens (...) wollte offenbar die Theorie nach altem Vorbild so aufbauen, daß der Preismechanismus,rein` zum Vorschein kam und die anderen Sanktionsmechanismen und Strukturkomponenten des sozialen Feldes durch Datenbildung theoretisch neutralisiert werden konnten. Die Grenze zwischen Ökonomie und Soziologie schien nur auf diese Weise einwandfrei konstruierbar zu sein.” Hans Albert, Marktsoziologie und Entscheidungslogik, a.a.O., S. 103Google Scholar
  458. 460.
    Oswald von Nell-Breuning, Neoliberalismus und katholische Soziallehre, a.a.O., S. 117Google Scholar
  459. 461.
    Vgl. Hans Albert, Marktsoziologie und Entscheidungslogik, a.a.O., Fn. 56, S. 274Google Scholar
  460. 462.
    Vgl. zu dieser Frage unter vielen: Dieter Cassel, Wirtschaftspolitik als Ordnungspolitik, a.a.O., S. 323 ff.; Hans Peter, Freiheit der Wirtschaft, a.a.O., S. 38 f.Google Scholar
  461. 463.
    „Wir trennen diese Begriffe, indem wir die konkreten,Wirtschaftsordnungen` von dem Streben nach,Ordnung der Wirtschaft’ unterscheiden.“ Walter Eucken, Grundsätze der Wirtschaftspolitik, a.a.O., S. 373; im Vorwort des ORDO Jahrbuches, Bd. 12, 1960/61 präzisierten Böhm, Lutz und Meyer Euckens Argumentation: „Es ist aber in der Tat ein großer Unterschied zwischen der,Wirtschaftsordnung` in dem Sinne, in dem ein Nationalökonom diesen Begriff verstehen muß, wenn er versucht, empirisch festgestellte Wirtschaftsabläufe theoretisch zu analysierten und zu erklären, und der,Wirtschaftsordnung`, an die er denkt, wenn er als wirtschaftspolitischer Theoretiker über die Möglichkeiten nachdenkt, eine Gesellschaftswirtschaft politisch und rechtlich normativ zu ordnen.” (S. XLI f.; Herv. im Original). Damit scheint für Hoppmann das eigentliche Problem der Doppeldeutigkeit von,Ordnung` gelöst zu sein, wenngleich er hinsichtlich der politischen Auswirkungen einschränkend anmerkt: „Ob diese Terminologie sehr glücklich war, bleibe dahingestellt, die Mißverständnisse in der wirtschaftspolitischen Diskussion hat sie nicht verhindert“ Erich Hoppmann, Konzertierte Aktion und der,Rahmen der marktwirtschaftlichen Ordnung’ (1971), in: ders., Wirtschaftsordnung und Wettbewerb, Baden-Baden 1988, S. 8–55, hier S. 27Google Scholar
  462. 464.
    Hajo Riese, Ordnungsidee und Ordnungspolitik, a.a.O., S. 36Google Scholar
  463. 465.
    Dieter Haselbach, Autoritärer Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft, a.a.O., Fri. 168, S. 279Google Scholar
  464. 466.
    Deshalb machte Rüstow es sich in diesem Zusammenhang doch sehr einfach, wenn er schrieb: „Selbstverständlich aber bedeutet eine solche formal-theoretische Parität noch keinen Verzicht auf ein objektives Urteil über die unterschiedliche Zweckmäßigkeit und Effizienz dieser Wirtschaftsformen, und ebensowenig bedeutet sie eine Blindheit gegenüber der singulären Vorzugsstellung, welche auch rein theoretisch innerhalb des Systems der Wirtschaftstheorien der Theorie der Verkehrswirtschaft tatsächlich zukommt.“ Alexander Rüstow, Zu den Grundlagen der Wirtschaftswissenschaft, a.a.O., S. 111Google Scholar
  465. 467.
    Walter Eucken, Grundsätze der Wirtschaftspolitik, a.a.O., S. 164Google Scholar
  466. 468.
    Walter Eucken, Grundlagen der Nationalökonomie (1947), a.a.O., S. 371Google Scholar
  467. 469.
    Walter Eucken, Grundsätze der Wirtschaftspolitik, a.a.O., S. 372; Herv. im OriginalGoogle Scholar
  468. 470.
    Im Ergebnis erinnert diese Argumentation an Hayeks Theorie der kulturellen Evolution, nach der sich Marktwirtschaft und Wettbewerb im Prozeß der Zivilisation als überlegenes Wirtschaftssystem herausgeschält haben. Durch die Identifizierung von Zivilisation mit marktwirtschaftlichem Wettbewerb erscheint bei Hayek jede Korrektur dieser Wirtschaftsordnung als Rückfall hinter zivilisatorischen Fortschritt und ist deshalb auch nur eine theoretische Alternative, die aus Hayeks Sicht nur in einem totalitären System enden kann. Allerdings ging Hayek — gestützt auf seine erkenntnistheoretische Figur von der,Begrenztheit menschlichen Wissens’ — von einer unbeabsichtigten, weil,spontanen` Entwicklung aus, während Eucken hier differenzierte. Er unterschied zwischen „traditionell gewachsene(n) und rational nach Ordnungsprinzipien geschaffene(n)“ Wirtschaftsordnungen, wobei Eucken in einer Wirtschaftsverfassung das zentralen Element zur Schaffung einer geplanten Ordnung sah. Gerade die Entwicklung zur modernen Industriegesellschaft war für Eucken durch das rationale Prinzip gekennzeichnet — im Gegensatz zu den meisten anderen historisch zu beobachtenden Wirtschaftsordnungen. Vgl. Walter Eucken, Grundlagen der Nationalökonomie (1940), a.a.O., S. 62–65Google Scholar
  469. 471.
    Das unterstreicht die ORDO-Interpretation Böhms: „Es handelt sich also bei der Wettbewerbsordnung um einen besonderen Typus von Ordnung. Diesen Ordnungstypus wollte Eucken durch das lateinische Wort,Ordo` kennzeichnen. Nicht jede soziale Ordnung ist ORDO. Aber in den Augen Euckens entspricht eine soziale Ordnung in dem Grade der Menschenwürde, als sie ORDO ist. Deshalb hielt er es für ein Menschheitsanliegen, dafür zu sorgen, daß unter den möglichen sozialen Ordnungen denjenigen der Vorzug gegeben wird, denen die Natur des ORDO innewohnt. Darin erblickte er die rechtspolitische und wirtschaftspolitische Aufgabe unserer und jeder Zeit.“ Franz Böhm, Die Idee des ORDO im Denken Walter Euckens. Dem Freunde und Mitherausgeber zum Gedächtnis, in: ORDO, Bd. 3, 1950, S. XV-LXIV, hier S. XVIGoogle Scholar
  470. 472.
    Hajo Riese, Ordnungsidee und Ordnungspolitik, a.a.O., S. 36; ähnlich Philipp HerderDomeich (1974): Wirtschaftsordnungen, a.a.O., S. 74: „Die neoliberale Ordnungstheorie war somit äußerlich dualistisch angelegt, im Effekt aber eher monistirch (d.h. beruhte auf einem einzigen Lenkungssystem).“ Herv. im Original; auch Peter analysiert, daß Eucken „unter den möglichen gesellschaftswirtschaftlichen Formen nur die marktwirtschaftliche in Betracht zieht.” Hans Peter, Freiheit der Wirtschaft, a.a.O., S. 67Google Scholar
  471. 473.
    Insofern ist es konsequent, wenn Gerken (Direktor des Walter-Eucken-Instituts von 1991 bis 2001, seitdem Vorstand der Stiftung Marktwirtschaft-Frankfurter Institut/Kronberger Kreis) und Renner in einem als Grundlagentext gedachten Aufsatz zur Eucken’schen Ordnungskonzeption die Untersuchung mit folgenden Sätzen beginnen: „Mit seiner ordnungspolitischen Konzeption verfolgt Eucken ein hochgestecktes Ziel. Er möchte die Wissenschaft in die Lage versetzen, der Politik Orientierungspunkte für eine wünschenswerte Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft zu vermitteln. Das kann nach seiner Überzeugung nur über eine sorgfältige ökonomische Analyse geschehen (...).“ So wird aus der Wissenschaft allein ein Mittel zum Zweck. Lüder Gerken/Andreas Renner, Die ordnungspolitische Konzeption Walter Euckens, a.a.O., S. 2Google Scholar
  472. 474.
    So sieht Cassel bei aller Übereinstimmung mit den ordoliberalen Grundsätzen das Problem, daß „normative Theorien der Ordnungspolitik ständig Gefahr (laufen), zum bloßen Dogma zu verkommen.“ Seine Empfehlung, zur Vermeidung der Dogmatisierung die „wirtschaftspolitische(n) Prinzipien (...) einem Meta-Prinzip zu unterwerfen, nach dem sie zu ändern sind, falls sie sich nicht mehr als zweckmäßig erweisen”, scheint angesichts der weitverbreiteten Eucken-Apologie nur wenig Beachtung zu finden. Dieter Cassel, Wirtschaftspolitik als Ordnungspolitik, a.a.O., S. 325; Kirchgässner vergleicht den ordoliberalen Dogmatismus, dem er auch antiliberale Polemik und Aggressivität vorwirft, mit der Dogmenlehre der Theologie. Dieser Dogmatismus „spricht möglicherweise für dessen Begründer Eucken, aber nicht unbedingt für seine Nachfahren. Es könnte eher ein Indiz dafür sein, daß eine Weiterentwicklung dieser Theorie seit seinem Tode nicht mehr stattgefunden hat.“ Gebhard Kirchgässner, Wirtschaftspolitik und Politiksystem, a.a.O., S. 65Google Scholar
  473. 475.
    Hans Peter, Freiheit der Wirtschaft, a.a.O., S. 141Google Scholar
  474. 476.
    „Im Unterschied zu den Engländern (...) hatten es die deutschen Ökonomen bis Kriegsende nicht vermocht, sich zu einer einzigen, auch nur annähernd einheitlichen Lehrauffassung zusammenzufinden.“ Werner Krause, Zur Entwicklung der bürgerlichen politischen Ökonomie in Deutschland bis 1945, in: Herbert Meißner (Hrsg.), Bürgerliche Ökonomie des Kapitalismus. Ideologische und praktische Bedeutung der westdeutschen Wirtschaftstheorie, Berlin 1967, S. 17–47, hier S. 47; die Ursache hierfür ist sicherlich in der Emigration bedeutender Wirtschaftswissenschaftler, der allgemeinen wissenschaftlichen Verflachung im Nationalsozialismus und der Funktionalisierung (nicht nur) der Wirtschaftswissenschaften für die nationalsozialistische Politik zu suchen. In jeden Fall mußte unter diesen Bedingungen das ordoliberale Programm hervorstechen.Google Scholar
  475. 477.
    Auf den tendenziösen Charakter der ordoliberalen Argumentation verweist Peter. „Niemand wird bestreiten, daß sich in den Kriegen die Zwangswirtschaft verschärft hat (...). Aber sehr wundem muß man sich darüber, daß ein Wissenschaftler vom Range Euckens diese,Erfahrung’ als Stütze der Behauptung ansieht, daß jede Abkehr von der Marktwirtschaft zu immer vollständigerer Zwangswirtschaft führen müsse, und daß deshalb die Erfahrung gegen Lenkung der Volkswirtschaft spräche. Eucken bagatellisierte es geflissentlich, daß diese Entwicklung dadurch verursacht worden ist, daß sich der Gütermangel in Folge der Kriegsereignisse (...) von Tag zu Tag verschärfte. Diese zunehmende Not und der zunehmende Mangel an Kriegsmaterial erforderte immer einschneidende Eingriffe (...). Euckens Analyse der Kriegswirtschaft ist einfach falsch und stützt seine Behauptung über die zwangsläufige Ausweitung lenkungswirtschaftlicher Maßnahmen in keiner Weise.“ Hans Peter, Freiheit der Wirtschaft, a.a.O., S. 118 f.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2004

Authors and Affiliations

  • Ralf Ptak

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