Theoretische Grundlagen

  • Stefan Borrmann
Part of the Forschung Pädagogik book series (FORSCHPÄD)

Zusammenfassung

Wissenschaftlich begründete Handlungsleitlinien der Sozialen Arbeit können nicht ohne einen theoretischen Bezugsrahmen entwickelt werden. Dieser Bezugsrahmen muss dazu geeignet sein, verschiedene Arten von Wissen systematisch miteinander zu verbinden und ihm muss eine realwissenschaftliche Ontologie zugrunde liegen, da ansonsten nicht davon ausgegangen werden kann, dass ein Einwirken auf die Determinanten eines Problems eine problemverändernde Wirkung hat. Da diese Anforderungen von dem Systemtheoretischen Paradigma der Disziplin und der Profession Sozialer Arbeit (SPSA) erfüllt werden, bezieht sich die vorliegende Arbeit auf diesen theoretischen Bezugsrahmen und will zugleich einen Beitrag zur konzeptuellen Umsetzung dieses sozialarbeitswissenschaftlichen Theorieansatzes für die Soziale Arbeit leisten. Das Systemtheoretische Paradigma wurde in den letzten 25 Jahren vor allem von Silvia Staub-Bernasconi (u.a. 1983, 1986, 1994, 1995, 1998, 2001) und Werner Obrecht (u.a. 1996, 2000a/b, 2001a/b, 2005) entwickelt und bildete in den neunziger Jahren an der Hochschule für Soziale Arbeit in Zürich den theoretischen Bezugsrahmen für die integrative Ausbildung zum Sozialarbeiter und zur Sozialarbeiterin. (vgl. Obrecht/Staub-Bernasconi 1996)

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Literatur

  1. 2.
    An dieser Stelle definiert Obrecht neben sozialen Systemen und menschlichen Individuen auch den Begriff des sozialen Problems. Aus konzeptionellen Gründen wird auf soziale Probleme erst in einem folgenden Abschnitt dieser Arbeit eingegangen.Google Scholar
  2. 3.
    Beispielsweise das Wissen um Probleme (kognitive und praktische) sowie systematisches nomologisches Wissen (welches sich im Gegensatz zum Erleben und Erfahren durch Bewusstheit und Systematik auszeichnet). (vgl. Obrecht 1996: I39f)Google Scholar
  3. 4.
    Zum Handlungsbegriff vgl. Obrecht 2001aGoogle Scholar
  4. 5.
    Zur Kritik an dieser Zusammenstellung, die sich vor allem an der fehlenden theoretischen Integration der Methodensammlung festmacht vgl. Obrecht (2001 b: 122).Google Scholar
  5. 6.
    Auch Obrecht (2004) definiert soziale Probleme ausgehend von Bedürfnissen von Individuen nach Einbindung in ihre soziale Umwelt. Soziale Probleme sind Probleme, die mit der Nichterfüllung sozialer Bedürfnisse zusammenhängen. Obrechts Definition sozialer Probleme ist damit noch wesentlich stärker auf die Theorie menschlicher Bedürfnisse bezogen und unterscheidet entsprechend der zwei Typen von Sozialstruktur zwischen sozialen Problemen bzgl. der Interaktionsstruktur und der Positionsstruktur. Damit ist sie systematischer und stringenter in den metatheoretischen Rahmen des Systemischen Paradigmas eingeordnet. Der Grund, warum trotzdem der Ansatz Staub-Bernasconis als Grundlage der weiteren Ausführungen genommen wird, liegt darin, dass mit diesem die normativen Dimensionen sozialer Probleme deutlicher werden (Austausch-, Macht-und Kriterienprobleme ). Dies hat angesichts der notwendigen normativen Bewertung der beschriebenen Dimensionen rechter Jugendcliquen den Vorteil, insgesamt anschlussfähiger zu sein.Google Scholar
  6. 7.
    Das Buch wurde 1998 unter dem Titel Philosophy of Science Vol.11 neu aufgelegt.Google Scholar
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    Bunge spricht von Handlungsregeln.Google Scholar
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    Beispielsweise der,Code of Ethics’ der IFSW (IFSW 2004) sowie die Berufsethischen Prinzipien des DBSH (DBSH 1997).Google Scholar
  9. 10.
    Bunge (1998: 152) gibt hierfür ein Beispiel. „Take again the demagnetization rule (die zugrundeliegende Gesetzmäßigkeit ist, dass Magnetismus über dem Curie-Erhitzungpunkt verschwindet. Die Handlungsregel, um Magnetismus zum Verschwinden zu bringen, ist: „Erhitze das Metallstück über den Curiepunkt!“, der Verf.). In stating the corresponding law statements (the nomological and the nomopragmatic ones) we presupposed that only two variables are relevant, namely magnetization and temperature: we disregarded pressure and other variables that might make a difference.”Google Scholar
  10. 11.
    Vergleiche hierzu Michael Galuske (1998) oder Silvia Staub-Bernasconi (1995)Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2005

Authors and Affiliations

  • Stefan Borrmann
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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