Sektoraler Wandel der ostdeutschen Arbeitsplatzstruktur
Zusammenfassung
Die öffentliche und wissenschaftliche Diskussion über den sozialen Wandel in Ostdeutschland wurde in den ersten Jahren nach der deutschdeutschen Vereinigung von der Vorstellung einer „nachholenden Modernisierung“ dominiert. Der Modernisierungsprozeß wurde demzufolge als „Transformation“, als Übernahme und „Nacherfindung“ von Institutionen und in deren Folge als „Anpassung“ an die Strukturen der westlichen „Vorbildgesellschaft“ begriffen. Somit war ein relativ klares Modernisierungsmuster vorgegeben, dessen Entwicklungsstand und Perspektiven am Abstand zur (alten) Bundesrepublik gemessen werden konnten. Für die Transformation von Wirtschaft und Arbeitsmarkt wurde unter der Perspektive der „Anpassung“ ein Strukturwandel erwartet, der deutliche sektorale Schwerpunkte aufweist: Beschäftigungsabbau in den vergleichsweise überrepräsentierten Branchen des primären und sekundären Sektors sowie Arbeitsplatzzuwächse in den bislang unterrepräsentierten Branchen des tertiären Sektors, mithin der relativ rasche Übergang von einer (veralteten) Industriegesellschaft zu einer (modernen) Dienstleistungsgesellschaft (Geißler 1992: 140).
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