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Einführung: Neues Europa — alte EU?

  • Wilhelm Knelangen
  • Johannes Varwick

Zusammenfassung

Die europäische Einigung hatte seit ihren Anfängen den Charakter einer Antwort — einer Antwort auf die Erfahrungen, die im Europa des 19. und vor allem der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gemacht worden waren. Mit der Methode der Integration sollte die Grundlage dafür geschaffen werden, dass sich Krieg und Völkermord auf dem europäischen Kontinent nicht wiederholen. Über die besondere Verantwortung des nationalsozialistischen Deutschland und seiner menschenverachtenden Politik musste dabei kein Zeitgenosse belehrt werden. Doch zugleich herrschte über die politischen Lager hinweg weite Übereinstimmung darin, dass die europäischen Staaten den Siegeszug totalitärer Herrschaftssysteme und die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs nicht hatten verhindern können, weil sie überwiegend dem ruinösen Prinzip der Staatenkonkurrenz verpflichtet waren. An die Stelle von nationalistischem Chauvinismus sollte daher eine Kultur der Kooperation und des Ausgleichs treten. Dass der aufkeimende Ost-West-Gegensatz als Katalysator für den Einigungsprozess wirkte und die beteiligten Regierungen durch die Integrationsprojekte jeweils eigene Interessen zu verwirklichen suchten, ändert nichts an der ursprünglichen ratio der europäischen Integration als einer Antwort auf die europäische Tragödie und als Methode für einen möglichst dauerhaften Frieden in Europa.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2004

Authors and Affiliations

  • Wilhelm Knelangen
  • Johannes Varwick

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