„… wer paßt zu uns?“ Zur Filterfunktion der wehrpsychologischen Eignungsdiagnostik in der Bundeswehr

  • Roland Wakenhut

Zusammenfassung

Für alle Organisationen, die einen Anspruch auf Erziehung bzw. formelle Sozialisation ihrer Mitglieder erheben, stellt sich die Frage, inwieweit eine „erfolgreiche“ Sozialisation der eigenen Sozialisationsleistung zuzuschreiben oder als bloße Folge von der Organisation vorgeschalteten Selektionsprozessen zu betrachten ist. Diese Frage läßt sich weder für eine bestimmte Organisation noch gar für Organisationen insgesamt verbindlich beantworten. Selektion vor und Sozialisation in der Organisation sind zwei miteinander verschränkte Prozesse, die sich nur analytisch trennen lassen. Ihre je unabhängige Betrachtung wird insbesondere dann problematisch, wenn vor dem Eintritt in die Organisation eine explizite und kontrollierte Selektion stattfindet, die im Sinne des formellen Sozialisationsanspruches erfolgversprechende Personen „herausfiltert“. Eine Selektion auf die Sozialisationsziele der Organisation hin läßt es kaum mehr zu, Sozialisationserfolge ursächlich auf Strukturen und Prozesse in der Organisation zu beziehen, genau so wenig wie sich Sozialisationsdefizite ohne weiteres auf ein „Versagen“ der Organsiation zurückführen lassen.

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Anmerkungen

  1. 1.
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    Mit Utilität meint Fritscher offensichtlich die Nützlichkeit eines Tests, die freilich nicht „testtheoretisch definiert“ sein kann, sondern sich nach der Ersetzbarkeit eines Tests durch andere Verfahren bemißt. Hohe Utilität ist gleichbedeutend mit fehlender Ersetzbarkeit.Google Scholar
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    Die Merkmalsbereiche und die inhaltliche Beschreibung der einzelnen Merkmale lehnen sich an die Bestimmungen zur Beurteilung von Soldaten an, wie sie in der ZDv 20/6 festgelegt sind.Google Scholar
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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1988

Authors and Affiliations

  • Roland Wakenhut

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