Einleitung

  • Armin Steil

Zusammenfassung

Das Interesse dieser Arbeit gilt der Krise. Aber über den Gegenstand der Arbeit ist damit noch nicht viel gesagt. Zwar wird kaum eine Aussage zur Zeitsituation so wenig bestritten werden wie die, daß unsere Gesellschaft sich in der Krise befinde. Es konnte ja sogar gesagt werden, daß „‚Krise‘ zur strukturellen Signatur der Neuzeit wurde“ (Koselleck 1982, 627). Doch selten ist eine so erfahrungsevidente Aussage, wie sie hier getroffen wurde, derart von der Ungewißheit begleitet, was ihr Terminus eigentlich bedeute. So einleuchtend die Bezeichnung ‚Krise‘ im Horizont unserer Erfahrungswelt erscheint, so vage ist das Wirklichkeitsfeld`, auf das sie sich bezieht. Vom Krisen-Topos wird ja ein kaum überschaubares Panorama von Wirklichkeiten abgedeckt: ‚Sinn‘-, ‚Kultur‘- und ‚Legitimationskrisen‘, ‚politische Krisen‘, die sich noch bis in spezielle Ereigniskonstellationen, die ‚Kuba-Krise‘ z.B. auffächern können; ‚ökonomische Krisen‘ und, als jüngste Variante, die ‚ökologische Krise‘. Die Plausibilität dieser Klassifizierungen stellt sich im Bewußtsein gewichtiger und drängender Problemlagen her. Was aber ist über deren Benennung hinaus der semantische Gehalt des Klassifikationsmusters, das sich im Topos der ‚Krise‘ ausspricht. Was ist das Identische in den Figuren des Krisendiskurses? Was alles sagt also, wer von ‚Krise‘ spricht?

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1993

Authors and Affiliations

  • Armin Steil
    • 1
  1. 1.Freien Universität BerlinDeutschland

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