Restrukturierung und Modernisierung der ostdeutschen Industrie

  • Rudi Schmidt

Zusammenfassung

Der 1990 bei der Vereinigung der beiden deutschen Teilstaaten vorausgesagte schnelle Wirtschaftsaufschwung nach einschneidenden Umbaumaßnahmen in der ostdeutschen Industrie ist bis heute ausgeblieben. Die „Aufholjagd“ hat sich nach dem Verebben des steuerinduzierten Baubooms verlangsamt, schlimmer noch, seit 1997 beginnt sich die Schere zwischen West- und Ostdeutschland wieder zu öffnen: seitdem liegen die Wachstumsraten im Osten wieder niedriger als im Westen, und es droht eine Verstetigung des Struktur-gefälles trotz eines jährlichen Nettotransfers aus dem Westen in dreistelliger Milliardenhöhe. Offenkundig sind die Probleme der Restrukturierung einer ganzen Volkswirtschaft und ihre Integration in die westlichen Märkte viel voraussetzungsvoller und aufwendiger, als es von den Akteuren des Vereinigungsprozesses vorausgesehen worden ist.

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