Die Blockfreien pp 42-54 | Cite as
Blockfreiheit als Sicherheitspolitik: Die Bewegung der Blockfreien als „Größte Friedensbewegung der Geschichte“?
Zusammenfassung
Blockfreiheit war von Beginn an ihrer Entstehung und ihrem Wesen nach immer auch Sicherheitspolitik. Die Distanz zu den militärischen Paktorganisationen der Kontrahenten des Ost-West-Konflikts und zur Blockpolitik allgemein sollte der nationalen Sicherheit blockfreier Länder ebenso dienen wie dem Weltfrieden; langfristig strebte Blockfreiheit ein qualitativ neues System internationaler Beziehungen an, aus dem die Block- und Machtpolitik verbannt sein würde und in dem die Sicherheit und der Frieden einer jeden Gesellschaft auf der Grundlage friedlicher Koexistenz gewährleistet wäre. Die sicherheitspolitische Qualität der Bewegung der Blockfreien zu erfassen, fällt jedoch sichtlich schwer. P. Willetts spricht von einer (nicht-militärischen) „Allianz“ der Blockfreien;35 doch sollte gerade der Allianzbegriff im Zusammenhang mit Blockfreiheit tunlichst vermieden werden, da er eben das hervorhebt, was die Blockfreien weder sein wollen noch sein können. Im Unterschied zu einer (militärischen) Allianz weist die Bewegung der Blockfreien weder auf der politischen noch auf der militärischen Ebene die typischen Merkmale eines solchen Zusammenschlusses auf (weder besteht ein Vertrag über ein militärisches Bündnis noch existiert eine militär-technologische und kommunikative Grundlage für eine militärische Integration; auch gibt es keine gemeinsame militärische und logistische Planung und Strategie).36 Das sicherheitspolitische „Wesen“ der Blockfreiheit hat vielleicht am differenziertesten der Jugoslawe Komatina umschrieben, demzufolge die Bewegung der Blockfreien
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Literatur
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