Opfer der Kriege 1991–1999

  • George Kenney
  • Matthias Vetter
  • Dunja Melčić
  • Judith Kumin

Zusammenfassung

Die meisten Toten des Jugoslawien-Krieges gab es in Bosnien-Herzegowina. Schätzungen von „mindestens 250.000“ Toten (so Reuters 1995) sind weit verbreitet. Wohl auch aus Angst vor dem Vorwurf, einen Völkermord zu leugnen, werden solche Schätzungen nur zögerlich einer kritischen Prüfung unterzogen. Erstaunlicherweise machten die westlichen Regierungen und die internationalen Organisationen keine Angaben über die Opferzahlen. Dabei ist es wichtig, die Toten möglichst genau zu ermitteln. Die vielen Grausamkeiten werden nicht selten auf das Rachebedürmis zurückgeführt, das die Tötungen im Zweiten Weltkriegs ausgelöst haben, deren Zahl in Jugoslawien lange nur verfälscht vorgelegen hat (→ Kap. 11). Daher sollte Klarheit geschaffen werden, wenn kein neuer Teufelskreis gegenseitiger Anschuldigungen, gestützt auf Irrtümer, seinen Anfang nehmen soll.

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Literatur

  1. Zur Flüchtlingsproblematik: Beate Andrees, Bettina Kemmerich, Stefan Söhnchen und Peter Steudtner, Kein Recht zu bleiben — Bosnische Kriegsflüchtlinge und ihre Repartriierung nach Bosnien und Herzegowina, Münster 1997Google Scholar
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  3. Es gibt eine Reihe von Veröffentlichungen, in denen Opfer und unmittelbare Zeitzeugen ihre Erfahrungen niederschrieben. Die Berichte des Hörfunkjournalisten Siniša Glavašević aus dem belagerten Vukovar, der nach der Eroberung der Stadt umgebracht wurde, erschienen deutsch unter dem Titel: Geschichten aus Vukovar, Trier 1994Google Scholar
  4. Damir Plavšićs Erinnerungen aus einjähriger Gefangenschaft nach der Eroberung Vukovars — zunächst im serbischen Lager Stajicevo, dann im Militärgefängnis Niš und im Gefängnis in Sremska Mitrovica: Zapisi iz srpskih logora, Zagreb 1994 („Aufzeichnungen aus den serbischen Lagern“). Martin Grgurovac, Vinkovacki ratni dnevnik, Vinkovci 1992 (Kriegstagebuch aus Vinkovci). Über ihre Erlebnisse in Lagern der bosnischen Serben berichten der Dichter Rezak Hukanović, Deseta vrata pakla. Pola godine zatocenistva u logorima smrti Omarska i Manjaca, Oslo 1993 („Das zehnte Tor der Hölle. Ein halbes Jahr der Gefangenschaft in den Todeslagern“),Google Scholar
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  10. Dazu auch: Zlata Filipović, Ich bin ein Mädchen aus Sarajevo, Bergisch Gladbach 1994.Google Scholar
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  12. Obwohl die massenhaften Vergewaltigungen große Empörung augelöst haben, gibt es keine systematische Dokumentation dazu. Einen Anfang macht: Alexandra Stiglmayer (Hg.), Massenvergewaltigung. Krieg gegen die Frauen, Frankfurt a.M. 1993Google Scholar
  13. Texte von Frauen und ihren Erlebnissen im belagerten Sarajevo: Dragana Tomasević (Hg.), Das Leben ist stärker. Ein bosnisches Lesebuch, geschrieben von Frauen im Krieg, Linz 1996Google Scholar
  14. vgl. auch Radmila Manojlović Zarković, IRemember/Sjecam Se: Writings by Bosnian Women Refugees, 1996.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1999

Authors and Affiliations

  • George Kenney
  • Matthias Vetter
  • Dunja Melčić
  • Judith Kumin

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