‚Ungleiche Schwestern‘

  • Angela Icken

Zusammenfassung

Das erstarrende politische System der Bundesrepublik Deutschland der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts begünstigte das Entstehen der ‚Neuen Frauenbewegung‘ als neue soziale Bewegung. Diese stellte sich selbstbewusst dar, autonom, oft anti-staatlich und kritisch gegenüber etablierten Institutionen — auch gegenüber den etablierten Frauenverbänden und dem Deutschen Frauenrat. Ihre distanzierte, ja abweisende Haltung diesen Organisationen gegenüber verhinderte zunächst, dass eine zumindest punktuelle gemeinsame Arbeit an einem Thema stattfand, dass es zu einer Kooperation der Akteurinnen des Deutschen Frauenrates, von Frauenverbänden und der Frauengruppen der ‚Neuen Frauenbewegung‘ kam. Hinzu kam, dass Frauen nach ihrem gesellschaftspolitisch wichtigen Zwischenspiel beim Wiederaufbau der Bundesrepublik Deutschland in den Nachkriegsjahren und trotz der grundgesetzlich verankerten Gleichberechtigung zunehmend in ihre traditionelle Frauenrolle zurückgedrängt wurden. In den neu entstehenden Frauengruppen und -initiativen formierte sich hiergegen zunehmend Kritik und Widerstand, sie versuchten, von außen Einfluss auf diese Entwicklungen zu nehmen und auf gesellschaftliche Veränderungen hinzuarbeiten. Anders die etablierten Frauenorganisationen, die sich als Bestandteil ‚des Staates‘ sahen und sich bemühten, von innen, d.h. aus dem System heraus durch Stellungnahmen und Demarchen, Reformen zu erreichen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2002

Authors and Affiliations

  • Angela Icken

There are no affiliations available

Personalised recommendations